Trauma

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. November 2017
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Bei einem Trauma handelt es sich grundsätzlich im psychologischen Sinne um eine Wunde im Bewusstsein. Durch gewisse Umstände, die in jedem Lebensabschnitt eintreten können, nimmt der Betroffene eine bestimmte Situation in der Folgezeit gänzlich anders wahr und leidet meist erheblich unter ihr. Das Trauma ist durch professionelle Hilfe jedoch heilbar.

Inhaltsverzeichnis

Definition Trauma

Das Trauma ist zunächst eine seelische Verwundung. In der Regel wird sie durch ein starkes emotionales Erlebnis ausgelöst und sorgt damit für eine Verletzung, die auch nach vielen Jahren noch immer von dem Betroffenen wahrgenommen wird.

Ein Trauma schränkt den Patienten meist in solchen Lebenslagen ein, in denen ähnliche Vorfälle zu befürchten sind. Damit handelt es sich bei dem Trauma um ein seelisches, psychologisches oder mentales Leiden.

Nicht immer wird dieses dauerhaft registriert, es kann auch nur in wenigen Ausnahmesituationen auftreten. Dennoch zeigt sich gerade darin die ganze zerstörerische Kraft des Traumas, die in seltenen Fällen zur Ausweglosigkeit des Betroffenen führen kann. Ein solches Trauma sollte daher psychologisch behandelt werden.

Ursachen

Als Auslöser kommen für das Trauma alle Situationen infrage, die sich dem Menschen in negativer Hinsicht förmlich in das Gedächtnis brennen. Das können Unfälle oder spontan auftretende Ängste sein.

Ebenso geht das Trauma in der Regel auf einen Schockmoment zurück, bei dem es dem Patienten nicht mehr möglich war, zu reagieren, die Lage zu überdenken oder zu flüchten.

Er sieht das Geschehen hilflos mit an, fühlt sich dabei nicht selten selbst als Opfer und erstarrt vor der Situation, die ihm anschließend als Trauma haften bleibt.

Oft sind es auch harmlose Kinderspiele, in denen unbewusst Zwang eingesetzt wird, der später zu einem Trauma führt. Insofern ist die Bandbreite an Ursachen weit gefächert, aus denen ein Trauma resultieren kann.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Trauma

Ein Trauma bleibt von dem Patienten meist über lange Zeit unbeachtet. Erleidet er etwa aufgrund eines Streites in der Familie schon in früher Kindheit ein solches Trauma, so kann es mitunter Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis die Leiden bei einem ähnlichen Vorfall erneut auftreten.

Nicht selten ist auch der Umstand zu verzeichnen, dass die Symptome nie ausbrechen und das Trauma somit zwar im Unterbewusstsein vorhanden ist, der Betroffene davon jedoch zu keiner Zeit seines Lebens etwas aktiv bemerkt.

Von daher ist meist auf solche Ausnahmesituationen abzusehen, um das Trauma zu erkennen. Weitaus seltener dagegen kommt es vor, dass das Trauma tatsächlich in regelmäßigen Abständen auftritt und dann auch als solches wahrgenommen werden kann.

Komplikationen

Mit dem Begriff Trauma können sowohl seelische als auch körperliche Verletzungen beschrieben werden. Daher kann es bei Traumata zu unterschiedlichen Komplikationen kommen. Seelische Traumata können sich als posttraumatische Belastungsstörungen noch Jahre nach einem traumatischen Erlebnis einen Weg bahnen.

Die posttraumatische Belastungsstörung stellt eine Komplikation in der Verarbeitung des Erlebten dar. Sie muss behandelt werden, weil die Gefahr eines Suizids besteht. Durch Flashbacks und Angststörungen sind die Betroffenen so schwer unter psychischem Druck, dass sie ohne fachliche Hilfe nicht aus der Störung herausfinden.

Eine Reihe von Komplikationen nach einem körperlichen Trauma kann durch eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung auftreten. Zu den häufigsten Komplikationen solcher Traumata können Persönlichkeitsveränderungen, emotionale Störungen, Verwirrtheit oder Desorientierung gehören. Je nach verletztem Areal können Sprach- und Sprechstörungen, Schluckstörungen oder Gesichtsfeldausfälle vorkommen.

Es kann durch Verletzungen am Gehirn zu Lähmungen, epileptischen Anfällen oder Spastiken kommen. Das Wahrnehmungsvermögen kann infolge des Traumas eingeschränkt oder gestört sein. Im schlimmsten Fall ist nach einem Schädel-Hirn-Trauma ein Wachkoma die Folge.

Komplikationen können potenziell nach jeder Operation auftreten. Diese stellt ein gewebsbezogenes Trauma dar. Denkbar sind postoperative Folgen wie Fieber, Sepsis, Tachykardie, Hypotonie oder Hypertonie, Elektrolyt-Entgleisungen oder eine Akrozyanose. Auf jegliche postoperative Komplikation muss umgehend reagiert werden.

Behandlung & Therapie

In der Regel ist ein Trauma heilbar. Dazu können in ambulanten wie stationären Therapien die Ursachen analysiert und behandelt werden. In der Regel werden dazu keine Medikamente benötigt. In Ausnahmefällen ist das Trauma jedoch derart stark ausgeprägt, dass es das Ausüben eines Berufes oder kleinerer Verrichtungen des täglichen Lebens unmöglich erscheinen lässt.

Hierbei würde demgegenüber mit mentalen Blockern versucht, die Symptome des Traumas insoweit abzuschwächen, dass sie kein Hindernis darstellen. Worauf im Einzelfall zu therapieren wäre, sollte allerdings ein Psychologe entscheiden. Die Schwierigkeit bei der Behandlung des Traumas liegt indes darin, es im gesamten Unterbewusstsein zunächst ausfindig zu machen.

Denn oft ist es ein Teil der Erinnerungen, der von vielen Betroffenen nicht wahrgenommen wird. Selbst wenn der Auslöser des Traumas erkannt werden kann, so hängen in der Regel noch andere Umstände daran, die es ebenfalls freizulegen gilt.

Erst wenn eindeutig klar ist, worauf die mentale Verletzung beruht, kann sie mit Gesprächstherapien behoben werden. Nicht selten wird der Patient dabei auch mit dem Zustand konfrontiert, der bei ihm das Trauma auslöste.

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Vorbeugung

Es ist beinahe unmöglich, einem Trauma vorzubeugen. Denn das hieße, in jeder Situation mental so gefasst zu sein, dass ein Schock nicht auftreten kann. Da aber Stress, Ängste, Trauer und andere Emotionen diese Stärke nicht zulassen, wird ein denkender und fühlender Mensch immer von einem Trauma befallen werden können.

Bücher über Trauma

Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Morschitzky, H.: Angststörungen – Diagnostik, Konzepte, Therapie, Selbsthilfe. Springer, Wien 2009
  • Möller. H.-J., Laux, G., Deister, A., Braun-Scharm, H., Schulte-Körne, G.: Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013

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