Traurigkeit

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Unter Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit versteht man eine gedrückte und negative Grundstimmung. Meist gibt es eine spezielle Ursache für die Traurigkeit. Oftmals wird eine Niedergeschlagenheit von Antriebslosigkeit, Erschöpfungszuständen oder psychosomatischen Symptomen begleitet.

Inhaltsverzeichnis

Definition Traurigkeit

Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit ist ein normales und gesundes Gefühl im Leben eines jeden Menschen. Meist wird sie von besonders betrüblichen oder entmutigenden Geschehnissen ausgelöst. Eine akute Traurigkeit beeinträchtigt oftmals die Lebensfreude und kann zu einer Lebenskrise führen.

In normalem Maße sind solche Phasen der Traurigkeit eine gesunde Reaktion, die die Fähigkeit widerspiegelt, sich seelisch mit bestimmten Ereignissen auseinanderzusetzen. Es gibt jedoch auch eine fehlgeleitete Traurigkeit, die scheinbar ohne Grund entsteht und sehr lange anhalten kann.

Diese Art von Traurigkeit oder Niedergeschlagenheit kann ein Anzeichen für eine Depression sein. Bei einer Depression können auch Aufmerksamkeitsstörungen, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Herz- und Kreislaufprobleme, ein geringes Selbstwertgefühl oder Aufmerksamkeitsstörungen auftreten. Die Traurigkeit ist eines unter mehreren Symptomen.

Ursachen für Traurigkeit

Traurigkeit kann verschiedene Ursachen haben. So können psychische und soziale Ursachen für die Niedergeschlagenheit verantwortlich sein. Im Einzelnen können dies der Tod nahestehender Menschen, schwere Krankheiten, aber auch das Vermissen einer Person, Liebeskummer, Sehnsucht oder auch Erfolglosigkeit sein.

Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann zu Traurigkeit führen. Verschiedene Krankheiten verursachen Traurigkeit. Dazu gehören zum Beispiel Veränderungen des Gehirns nach einem Schlaganfall, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Multiple Sklerose und Parkinson.

Hormonelle Störungen, beispielsweise nach den Wechseljahren, können ebenfalls Traurigkeit auslösen. Manchmal tritt eine Niedergeschlagenheit aufgrund einer Winterdepression auf. Dabei sind Veränderungen im Hormonhaushalt und die fehlende Sonnenbestrahlung für die Traurigkeit verantwortlich.

Diagnose und Verlauf von Traurigkeit

Traurigkeit

Sobald das Gefühl der Traurigkeit über einen längeren Zeitraum anhält und der Betroffene alleine nicht mehr aus dem Gefühlstief herauskommt, sollte ein Arzt aufgesucht werden, damit die Ursache diagnostiziert wird und eine entsprechende Therapie eingesetzt werden kann. Der Arzt wird dabei zunächst in Gesprächen herausfinden, ob eine Depression der Grund für die Traurigkeit ist.

Dabei ist es wichtig herauszufinden, wie lange die Beschwerden bestehen und ob weitere Symptome einer Depression vorhanden sind. Dazu gehören Antriebslosigkeit und Interessenverlust. Häufig werden zur Diagnose einer bestehenden Depression Fragebögen im Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren benutzt.

Sofern keine psychische Ursache für die Traurigkeit vorliegt, muss nach physischen Ursachen geforscht werden. Dazu werden verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt. In der Regel gehören eine allgemeine körperliche Untersuchung und eine Blutuntersuchung dazu. Je nach der vermuteten Ursache können weiterführende Untersuchungen durchgeführt werden.

Eine normale Phase der Traurigkeit lässt sich immer auf einen konkreten Auslöser zurückführen. Diese Phasen der Niedergeschlagenheit können die Betroffen ohne Hilfe überwinden. Kann ein Betroffener selbst keinen Auslöser für seine Traurigkeit benennen und schafft es nicht, die Phase der Niedergeschlagenheit selbst zu überwinden, ist ärztliche Hilfe notwendig. Sonst kann sich die Traurigkeit zu einem Lebenstief und zu absoluter Hoffnungslosigkeit ausdehnen.

Behandlung von Traurigkeit

Meist bedarf das Gefühl der Traurigkeit keiner Behandlung. Die Niedergeschlagenheit verringert sich mit der Zeit von alleine. Trost und Gespräche mit Außenstehenden helfen den Betroffenen, die schwierige Zeit zu überwinden und aus dem Gefühlstief hinauszufinden.

Sofern eine Depression Auslöser der Traurigkeit ist, wird meist eine psychotherapeutische Behandlung durchgeführt. Dabei werden je nach Schwere der zu Grunde liegenden Depression Gesprächstherapien oder auch kognitive Verhaltenstherapien eingesetzt.

Auch verschiedene Medikamente in Form von Antidepressiva können bei einer Depression eingesetzt werden. Im Falle einer Winterdepression ist häufig eine Lichttherapie hilfreich. Die Therapie richtet sich immer nach der vorliegenden Grunderkrankung, sofern die Traurigkeit ein Symptom einer körperlichen Erkrankung ist.

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Vorbeugung von Traurigkeit

Einer, über das normale Maß hinausgehende Traurigkeit kann nur bedingt vorgebeugt werden. Ein intaktes und gefestigtes soziales Umfeld kann dazu beitragen Phasen der Traurigkeit besser und schneller zu überstehen.

Treten häufig und immer wieder ausgedehnte Phasen der Niedergeschlagenheit als Symptom einer wiederkehrenden Depression auf, ist es sinnvoll eine langfristig angelegte präventive Therapie durchzuführen, um tiefen Phasen der Traurigkeit vorzubeugen.

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