Parkinson

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
Startseite » Krankheiten » Parkinson

Parkinson oder auch Morbus Parkinson ist eine bisher unheilbare Krankheit des Gehirns. Typische Anzeichen sind eine sichtbare und starke Verschlechterung der Beweglichkeit und motorischen Fähigkeiten. Zudem ist ein starkes Zittern auffällig. Parkinson ist eine häufige neuronale Erkrankung und tritt meist zwischen dem 55. und 65 Lebensjahr auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Parkinson?

Eine Krankheit des zentralen Nervensystems ist Parkinson bzw. Morbus Parkinson. Dabei kommt es vor allem zu Störungen von unwillkürlichen und willkürlichen Bewegungsabläufen. Weiterhin tritt im Gehirn einer anhaltender Verlust von Nervenzellen auf.

Besonders die schwarze Substanz im Gehirn (sogenannte Basalganglien) werden abgebaut. Sie sind für die Bewegungen und die Kontrolle von motorischen Fähigkeiten zuständig. Ausserdem werde in ihnen die Hormone Noradrenalin und Adrenalin, sowie der Botenstoff Dopamin gebildet.

In der Folge kommt es bei Parkinson zu einer ausgeprägten Bewegungsarmut oder gar Bewegungslosigkeit. Aufgrund des fehlenden Dopamins entsteht das, für Parkinson typische, Zittern. Ebenso tritt eine Verspannung oder Steifheit der Muskeln auf.

Ursachen

Bisher sind die Ursachen für Parkinson nicht genau geklärt. Diese ungeklärten Ursachen werden in der Medizin als idiopathischen Parkinson-Syndrom bezeichnet. Lediglich der Auslöser ist bisher bekannt. So führt der Mangel an Dopamin (wiederum ausgelöst durch das Absterben der Nervenzellen) letztendlich indirekt zm Ausbruch der Krankheit. Wieso die Nervenzellen anfangen abzusterben, konnte bisher noch nicht von der medizinischen Forschung geklärt werden.

Dennoch gibt es auch schon bekannte Ursachen für Parkinson. Zum einen spielen genetische bzw. erbliche Ursachen eine Rolle. Hierbei tritt oftmals die Parkinsonerkrankung bereits bis zum 40. Lebensjahr auf. Weitere Ursachen sind Umwelteinflüsse, wie Vergiftungen, Mangan und Kohlenmonoxid (entsteht beim Rauchen).

Auch andere Krankheiten (Stoffwechselstörunge, Hirntumore, Traumata) können als Ursache in Betracht kommen. Ausserdem besteht Verdacht bei einigen Medikamenten, dass sie Parkinson auslösen können. Dazu zählen blutrucksenkende Arzneimittel und Neuroleptika.

Typische Symptome und Anzeichen

Diagnose und Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf von Parkinson vollzieht sich relativ langsam. Dennoch kann sich der Verlauf von Fall zu Fall unterscheiden. Entscheidend ist auch, ob eine Therapie bzw. Behandlung durchgeführt wird oder nicht. Bei guter ärztlicher Behandlung kann die Lebensqualität und die Lebenserwartung bei Parkinson erheblich gesteigert werden.

Die weitere Krankheitsprognose hängt vom fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung ab. Eine gänzliche Heilung von Parkinson ist bisher nicht möglich. Bei richtiger Behandlung kann der geistige und motorische Verfall auf mehr als zwanzig Jahre hinaus gezögert oder verlangsamt werden. Dennoch ist der Tod bei Parkinson leider unvermeidlich. Betroffene sterben in Folge der Krankheit zumeist an Lungenentzündung oder anderen Atemwegsinfektionen.

Komplikationen

Nicht immer muss die Parkinson-Krankheit mit schweren Komplikationen verbunden sein. So ist bei einer fachgerechten Therapie durchaus ein Leben ohne Pflegebedürftigkeit für längere Zeit möglich. In manchen Fällen leiden die betroffenen Personen jedoch unter gravierenden Folgeerscheinungen.

Bei drei bis vier Parkinson-Patienten kommt es während der Erkrankung zu Schluckstörungen. Diese können wiederum eine Mangelernährung hervorrufen. Außerdem besteht das Risiko, dass beim Verschlucken Bakterien in die Luftröhre vordringen und im weiteren Verlauf eine Lungenentzündung verursachen. Diese zählt zu den häufigsten Todesursachen der Parkinson-Krankheit.

Zu den schwerwiegenden Komplikationen gehört außerdem die akinetische Krise. In der Medizin ist von ihr die Rede, wenn der Parkinson-Patient abrupt vollkommen bewegungsunfähig wird. In solchen Fällen ist eine sofortige Einlieferung des Patienten in ein Krankenhaus erforderlich. In der Regel zeigt sich die akinetische Krise nur selten. Betroffen sind in erster Linie Patienten im Spätstadium. Hervorgerufen wird die Komplikation zumeist aufgrund anderer Erkrankungen wie ausgeprägte fiebrige Infekte oder chirurgische Eingriffe.

Mitunter ist auch das Unterbrechen der medikamentösen Parkinson-Behandlung der Grund für die gravierende Folgeerscheinung. Der Patient leidet im Rahmen der akinetischen Krise unter starker Muskelsteifheit (Rigor) und kann weder sprechen noch schlucken. Weil er zudem keine Flüssigkeit mehr aufnimmt, droht rasch eine Austrocknung seines Körpers. Weitere häufige Auswirkungen von Morbus Parkinson sind diffuse Rückenschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Schlafstörungen und Depressionen.

Behandlung und Therapie

Die Therapie von Parkinson beruht vor allem auf einer frühzeitigen Erkennung und Behandlung. Da Parkinson zur Zeit noch nicht heilbar ist, sind die Ziele der Behandlung hauptsächlich im Bereich der allgemeinen Verbesserung der Lebensqualität zu finden. Dabei sollen die geistigen, seelischen und motorischen Beschwerdesymptome verringert werden. Es wird dabei versucht, dass der Betroffene solange wie möglich die eigene Selbstständigkeit erhalten kann.

Dabei werden Therapien auf Basis von Medikamenten und Krankengymnastik (auch Physiotherapie) eingesetzt. Aber auch eine Ernährungsumstellung kann unterstützend wirken. Die Medikamente (Levodopa und Dopamin-Agonisten) sollen den Mangel an Dopamin ausgleichen. Weiterhin kann auch die Tiefenhirnstimulation mit Hochfrequenz zur Therapie eingesetzt werden. Dieses recht neue Verfahren soll die betroffenen Hirnregionen stimulieren und anregen, ohne Nervenzellen dabei zu zerstören. Allerdings werde hierbei nur die Symptome behandelt und nicht die eigentliche Parkinsonkrankheit geheilt.

Für die Zukunft könnte es aber Therapieverfahren geben, die auf eine Stammzellentransplantation basieren (Stammzelltherapie), sodass die abgestorbenen Nervenzellen durch neue und herangezüchtete Zellen ersetzt werden. Unterstützend hat sich eine fettarme Ernährung, viel Trinken und ausreichende Bewegung, wie Wandern und Schwimmen, bewährt.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Bücher über Parkinson

Quellen

  • Berlit, P.: Basiswissen Neurologie. Springer, Berlin 2007
  • Grehl, H., Reinhardt, F.: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: