Gelenkschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 18. Mai 2017
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Unter Gelenkschmerzen, bzw einer Arthralgie versteht man Schmerzen mit unterschiedlichen Merkmalen. Gelenkschmerzen können unter anderem bei Arthrose, Prellungen und Verrenkungen auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gelenkschmerzen?

Gelenkschmerzen werden in der medizinischen Fachsprache als Arthralgie bezeichnet. Sie können sämtliche Gelenke des menschlichen Körpers betreffen. Bei Gelenkschmerzen kann es sich um starke Schmerzen handeln, manchmal sind sie aber auch leichter; einige halten nur kurz an, während andere sich zu dauerhaften Gelenkschmerzen entwickeln - die Art des Gefühls hängt von der Ursache ab.

Gelenkschmerzen treten oft als Begleitsymptom bei Windpocken, Grippe, Masern und Röteln auf. Auch Autoimmunerkrankungen wie Sarkoidose oder rheumatische Erkrankungen haben als Leitsymptom die Gelenkschmerzen.

Ursachen

Ursache für die häufigsten Gelenkschmerzen sind Gelenkentzündungen oder Verschleißerkrankungen, die im Vorfeld auftraten. Ausserdem sind allgemeine Abnutzungsschäden und ungleichmäßige, sowie zu starke Belastung der Gelenke, Ursache für deren Schmerzen.

Eine einheitliche Ursache für Gelenkschmerzen gibt es nicht. Die verschiedenen Ursachen lassen sich jedoch in verschiedene Gruppen aufteilen. Gelenkschmerzen können beispielsweise von körperlichen Verletzungen ausgehen, aber auch von starken Belastungen. Dies sind mechanische Gründe, da dabei direkt auf die Gelenke eingewirkt wird. Andererseits können Krankheiten die Ursache von Gelenkschmerzen sein. Dabei wird keine direkte Belastung auf die Gelenke ausgelöst.

Die häufigsten mechanischen Gründe für Gelenkschmerzen sind Prellungen, Verrenkungen oder ähnliche Traumata. Davon sind entweder Muskeln oder die Knochen betroffen. Ein weiterer häufiger Grund ist die übermäßige Belastung des Gelenks, beispielsweise durch anstrengende Sportarten oder Übergewicht. Gelenkschmerzen treten auch als Begleiterscheinung verschiedener Erkrankungen auf. Sie sind ein häufiges Symptom der Grippe, aber auch von Mumps oder Autoimmunerkrankungen wie der Sarkoidose.

Gelenkentzündungen, die zusätzlich Schmerzen entstehen lassen basieren auf Abriebpartikel innerhalb der Gelenkstruktur. Besonders häufig kommen Gelenkschmerzen im Berreich der Hüftgelenke oder Kniegelenke vor, die auch ein typisches Krankheitsbild der Arthrose ergeben. Bei rheumatischen Erkrankungen bzw. der rheumatoiden Arthritis sind insbesondere die Abwehrmechanismen des Körpers Ursache für Gelenkschmerzen. Im letzteren Fall besonders an den Hand- und Fingergelenken.

Krankheiten

Komplikationen

Gelenkschmerzen können zu schwerwiegenden Komplikationen führen, die den privaten und beruflichen Alltag stark beeinträchtigen und darüber hinaus auch den Menschen in seinem Wesen verändern.

Nicht selten kommt es zu einer Einsteifung bzw. Deformation des betroffenen Gelenks. Daraus kann resultieren, dass banale Tätigkeiten wie Greifen, Festhalten oder Gehen stark beeinträchtigt werden. Die Schmerzsymptomatik kann so drastisch ansteigen, dass sie kaum noch auszuhalten ist. In der klassischen Schulmedizin werden die Gelenke dann versteift. Häufig kommt es zu einer dauerhaften Berufsunfähigkeit. Auch die private Lebensqualität kann extrem darunter leiden. Für viele Betroffene reicht die eine oder andere Einschränkung bereits aus, um an psychischen Problemen zu erkranken. Dies ist besonders dann der Fall, wenn auf die Betreuung und Pflege durch Dritte nicht mehr verzichtet werden kann.

Gelenkschmerzen, die durch Übersäuerung (Azidose) und daraus resultierend durch einen eingeschränkten Stoffwechsel entstehen, können sich zu Rheuma oder Gicht weiterentwickeln. Eine Umstellung der Ernährung zugunsten einer basischen Kost kann in vielen Fällen zu einer Besserung der Symptomatik führen. Ideal ist ein Verhältnis von 80 % basischer und 20 % säurehaltiger Kost. Wird der Säure-Basen-Haushalt nicht frühzeitig reguliert, können sich die Symptome gravierend verschlimmern. Die Erklärung liegt in der Tatsache, dass durch eine Übersäuerung der Körper regelrecht gezwungen wird, alle vorhandenen basischen Minerale verfügbar zu machen. Werden die Minerale auch aus den Knochen gelöst, ist eine Osteoporose als weitere Komplikation kaum zu vermeiden.

Gelenkschmerzen können auch durch eine Tendovaginitis (Sehnenscheidenentzündung), bei der sich aufgrund ständiger Schonhaltung bzw. Fehlhaltung die Sehne abnutzt, entstehen. Im weiteren Verlauf kann es zu einem Aufrauen der Sehnenwände und ggf. zu entzündlichen Vorgängen bei Verletzungen kommen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Gelenkschmerzen können ein wichtiges Alarmsignal des Körpers sein, das zwingend Beachtung finden muss. Es ist allerdings auch möglich, dass sie das Resultat einer lediglich harmlosen Ursache sind, die keiner komplizierten Behandlung bedarf.

Ein Arztbesuch sollte deshalb stets sorgsam und unter Berücksichtigung sämtlicher Umstände des Einzelfalls abgewogen werden. Hierbei gilt jedoch der Grundsatz, dass im Zweifel für die Kontaktierung eines erfahrenen Mediziners entschieden werden sollte. Denn eine frühzeitige Diagnose ist wichtig, um die Behandlungschancen zu erhöhen. Wer zu spät zum Arzt geht, riskiert eine Verschlechterung der bereits bekannten Symptome. Das gilt es, in jedem Fall zu vermeiden.

Bei bloß unerheblichen Gelenkbeschwerden kann allerdings häufig zunächst abgewartet werden. Das gilt insbesondere, wenn sich die Symptome wahrscheinlich als das Resultat eines lediglich leichten Infekts herausstellen. In diesen Fällen können die Betroffenen ihren Körper zunächst eigenständig beobachten.

Kommt es zu einer Intensivierung der Gelenkbeschwerden, muss umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Das gilt auch, wenn die Schmerzen oder Einschränkungen nicht wieder von selbst verschwinden. Darüber hinaus ist ein Arztbesuch auch zwingend anzuraten, wenn die Beschwerden plötzlich und ohne jede Vorwarnung auftreten.

Behandlung & Therapie

Infogramm zu den Schmerzregionen und den betroffenen Gelenken bei rheumatoider Arthritis. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Eine Behandlung von Gelenkschmerzen ist meist schwierig. Der Verschleiß von Gelenken und seinen Schmerzen sollte möglichst früh erkannt werden und durch ärztliche Behandlung genauer diagnostiziert werden. Schwerwiegende Folgeerscheinungen können später nur noch durch künstlichen Gelenkersatz behandelt werden und sind besonders für junge und aktive Menschen ein grosser Lebensqualitätsverlust.

Ein orthopädischen Facharzt sollte umgehend aufgesucht werden wenn:

Gelenkschmerzen werden je nach Ursache unterschiedlich behandelt. Wichtig ist dabei, ob es sich um mechanisch bedingte Gelenkschmerzen oder krankheitsbedingte Begleiterscheinungen handelt. Weiterhin unterscheidet man zwischen symptomatischer Behandlung und der Ausmärzung der Ursachen. Zur symptomatischen Behandlung von Gelenkschmerzen eignen sich schmerzlindernde Cremes. Viele basieren auf dem Wirkstoff Diclofenac. Bei starken Schmerzen eignen sich auch Schmerztabletten wie Ibuprofen.

Mechanisch bedingte Gelenkschmerzen werden je nach Krankheit behandelt. Bei Übergewicht kann es helfen, sich ums Abnehmen zu bemühen und die Belastung der Gelenke zu verringern. Krankheiten wie die Arthrose müssen zunächst genau untersucht werden, da jeder Patient einen individuellen Behandlungsplan braucht - meist ist ein operativer Eingriff erforderlich . Bei Erkrankungen wie der Grippe oder den Windpocken werden Gelenkschmerzen meist unbehandelt gelassen, da sie nur in leichter Form auftreten. Andernfalls können sie symptomatisch behandelt werden, was sich vor allem dann empfiehlt, wenn sie schmerzhafter als gewöhnlich sind.

Aussicht & Prognose

Gelenkschmerzen treten in der Regel dann auf, wenn ein Problem mit den dort vorhandenen Muskeln oder Knochen besteht. Oftmals werden einzelne Muskeln durch die immer gleiche Bewegung strapaziert, sodass es zu einer Entzündung kommen kann. Bleibt eine solche Entzündung ohne ärztliche oder medikamentöse Behandlung, so kann sie sich deutlich verschlimmern. Es kann unter Umständen zur Eiterbildung kommen, sodass im schlimmsten Fall sogar ein Abszess entsteht.

Ein Abszess muss definitiv von einem Arzt entfernt werden, da sonst permanente Folgeschäden entstehen können. Mit einer entsprechenden Behandlung von Beginn an, können muskuläre Gelenkschmerzen hingegen sehr gut und effektiv in den Griff bekommen werden. Werden die Gelenkschmerzen durch eine Fraktur verursacht, so ist eine ärztliche Behandlung natürlich unausweichlich. Andernfalls drohen schwerwiegende Folgeschäden, wie beispielsweise eine Blutvergiftung.

Altersbedingte Gelenkschmerzen können zudem auf Athrose hindeuten. Durch eine geeignete Therapie können hierbei sämtliche Symptome gelindert werden. Eine vollständige Genesung bzw. Heilung ohne jegliche Schmerzen, ist in so einem Fall nur bedingt möglich.

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Vorbeugung

Gelenkschmerzen kann man je nach Ursache wirksam vorbeugen. Entweder werden sie damit ganz verhindert oder zumindest der Schmerz gelindert. Bei starkem Übergewicht sollte man dafür sorgen, dass man zwar gesund, aber möglichst schnell abnimmt. Das verringert die Belastung, die auf die Gelenke ausgeübt wird. Damit schützt man vor allem die Gelenke in den Beinen und kann verhindern, dass aus beginnenden Gelenkschmerzen ernsthaftere Erkrankungen des Bewegungsapparates werden.

Verschiedene Sportarten mögen zwar gesund sein, tragen aber zum Abnutzen der Gelenke und damit zu Gelenkschmerzen bei. Dazu gehören beispielsweise der Volkssport Joggen, aber auch Fahrradfahren oder Tennis. Man sollte darauf achten, die richtige Körperhaltung beim Sport einzunehmen, denn das trägt maßgeblich dazu bei, die Gelenke zu schonen. Gelenkschmerzen kann man zusätzlich vorbeugen, indem man häufig verschiedene Sportarten ausübt - das nimmt die Belastung von den Gelenken.

Wenn eine Krankheit wie Arthrose oder Rheuma bekannt ist, sollte man regelmäßig den Arzt zur Untersuchung aufsuchen. Auf diese Weise kann man Gelenkschmerzen und ihren Ursachen frühzeitig vorbeugen. Wichtig ist in einem solchen Fall auch die bewusste Schonung.

Das können Sie selbst tun

Verschiedene Maßnahmen helfen, Gelenkschmerzen zu lindern. Bei akuten Gelenkschmerzen helfen oftmals die Auflage von Kühlelementen oder kühle Wickel. Der Schmerz wird gelindert und die begleitende Schwellung gemildert. Auch Wärme kann wohltuend sein. Wärme verbessert die Blutversorgung des betroffenen Gelenks.

Hilfreich sind pflanzliche Präparate zum Einreiben. Salben, Tinkturen oder Lösungen mit Extrakten aus Arnika besitzen schmerzstillende und entzündungshemmende Eigenschaften. Gelenke können wieder entspannen. Cayennepfefferextrakt verbessert die Nährstoffversorgung und steigert die Durchblutung. Geschädigtes Gewebe kann sich besser erholen. Hilfreich bei Gelenkschmerzen sind auch Einreibungen mit ätherischem Öl aus Pfefferminzblättern oder Rosmarin oder Eukalyptusöl. Schmerzlindernd und gut verträglich sind auch Extrakte aus Weidenrinde und Teufelskrallenwurzel. Tees aus diesen Pflanzen hemmen Entzündungsprozesse und lassen Schwellungen abklingen. Auch Brennessel als Teezubereitung wirkt entzündungshemmend.

Übergewichtige Patienten sollten ihr Gewicht reduzieren, um die Gelenke zu entlasten. Die Ernährung sollte umgestellt werden. Zudem ist regelmäßige Bewegung zu empfehlen. Bei sportlichen Aktivitäten ist es wichtig, sich langsam zu steigern, um Verletzungen an Bändern, Muskeln, Gelenken oder Sehnen zu vermeiden. Empfehlenswert sind gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking. Vor dem Training ist eine ausreichende Erwärmung empfehlenswert, um Gelenkschmerzen zu vermeiden.


Bücher über Gelenkschmerzen

Quellen

  • Bob, A., Bob, K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2009
  • Niethard, F. U., et al.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wessinghage, D., Leeb, I.: Ärztlicher Ratgeber: Arthrose. Wort & Bild, Baierbrunn 2004

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