Gelenke

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Ein Gelenk ist eine bewegliche Verbindung, die mindestens zwei Knochen so verbindet, dass eine Bewegung möglich wird. Hier gibt es unterschiedliche Gelenkformen sowie auch die Möglichkeit, dass gelenkähnliche Verbindungen bestehen, die dann als falsche Gelenke bezeichnet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gelenke?

In der Anatomie werden Gelenke, Articulationes genannt, so beschrieben, dass es eine, von einem Gelenkspalt getrennte Verbindung zweier knöcherner oder knorpeliger Anteile des Skelettes ist.

Allerdings weist das menschliche Skelett mehrere unterschiedliche Gelenkformen auf, die sich in Aufbau und Funktion unterscheiden.

Typische Gelenkformen sind:

  • Kugelgelenk
  • Eigelenk
  • Sattelgelenk
  • Scharniergelenk
  • Radgelenk

Anatomie & Aufbau

Unechte Gelenke, die als Synchondrosen oder Articulationes Cartilaginae bezeichnet werden, sind Knochenverbindungen, die keine Unterbrechung, also keinen Gelenkspalt aufweisen und als bindegewebige oder knorpelige Verbindungen auch nur eine eingeschränkte Beweglichkeit haben.

Oft handelt es sich hier um Wachstumszonen oder Verbindungen zwischen Knochenanteilen, die trotz einer erheblichen Stabilität zusätzlich über ein gewisses maß an Beweglichkeit verfügen sollten. Als Beispiele sind hier die knorpeligen Verbindungen der Rippen mit dem Brustbein, die Schambeinfuge oder die bindegewebige Verbindung zwischen Elle und Speiche zu nennen.

Bildet sich nach Abschluss des Wachstums der Knorpel vollständig in knöcherne Strukturen um, werden diese Verbindungen Synostosen genannt.

Echte Gelenke, die Diarthrosen, oder auch diskontinuierliche Gelenke, weisen eine Unterbrechung zwischen den Knochen auf, die am Gelenk beteiligt sind. Diese Unterbrechung bezeichnet man als Gelenkspalt, der mehr oder weniger stark ausgebildet ist, je nachdem, welche Funktion das Gelenk hat. Der Gelenkspalt trennt hierbei die mit Gelenkknorpel überzogenen Gelenkflächen voneinander. Das echte Gelenk wird von einer Gelenkkapsel umgeben, die aus zwei Schichten aufgebaut ist.

Die innere Membrana synovialis und die äußere Membrana Fibrosa bilden die Kapsel, die das Gelenk straff umschließt und im inneren einen abgeschlossenen Hohlraum, die Gelenkhöhle bildet. Verstärkt wird die Gelenkkapsel häufig durch Bänder, die sogenannten Kapselbänder. Um die Beweglichkeit und das Gelenkspiel zu ermöglichen, sind die Gelenke innerhalb der Kapsel mit einer viskösen Flüssigkeit, der Gelenkflüssigkeit gefüllt. Als Beispiele für echte Gelenke lassen sich das Sprunggelenk, Kniegelenk oder das Hüftgelenk nennen.

Funktionen & Aufgaben

Weiterhin lassen sich Gelenke auch nach ihrer Form, Funktion oder Beweglichkeit unterscheiden. So lassen sich Scharniergelenke wie das Ellenbogengelenk nur innerhalb einer Körperachse, zum Beugen oder strecken, bewegen.

Das Kniegelenk hingegen, welches als Dreh-Gleitgelenk eingeteilt ist, lässt sich zweiachsig bewegen. Hier sind neben Beugung und Streckung auch Innen- und Außenrotation möglich. Spricht man von Kugelgelenken, dann sind Hüfte und Schultergelenk als Beispiele relevant, die sich in allen drei Körperachsen bewegen lassen. Hier ist neben den Bewegungen Beugung und Streckung auch die Rotation sowie das Abspreizen und Anziehen möglich.

Je nach Art des Gelenkes werden unterschiedliche Formen der Bewegung möglich und ausgeführt. Funktionell werden die Gelenke durch die sie umgebenden Strukturen wie Muskeln, Knochen oder auch die Kapsel begrenzt.

Eine Besonderheit spielt hierbei das Daumensattelgelenk. Es unterscheidet die Funktion der menschlichen Hand von den anderen Säugetieren. Denn hier wird durch den Aufbau und die Beweglichkeit des Gelenkes die sogenannte Opposition ermöglicht, die auch als Pinzettengriff bekannt ist. Durch weitere Bewegungsmöglichkeiten dieses Gelenkes ähnelt die Beweglichkeit einem Kugelgelenk.

Krankheiten

Bekannte Erkrankungen der Gelenke sind Arthrosen, bei der das Gelenk in einer nicht altersgerechten Art Verschleiß aufweist. Hierbei gibt es mehrere Möglichkeiten, durch die Arthrosen verursacht werden können. So ist in vielen Fällen eine konstante Über- beziehungsweise Fehlbelastung eines Gelenkes für die Beschwerden verantwortlich. Beispiele finden Sie häufig im Bereich der Knie- und Hüftgelenke.

Auch Entzündungen oder Verletzungen können Arthrosen bedingen, wobei hier der Gelenkverschleiß eine Folge der vorangegangenen Erkrankung ist. Auch Kapsel- oder Bänderverletzungen in Folge eines Unfalls oder Traumas werden häufig als Gelenkverletzung bezeichnet. Das bekannteste Beispiel ist hier der Kreuzbandriss im Kniegelenk, wobei das eigentliche Gelenk nicht beschädigt ist, sondern lediglich Strukturen innerhalb des Gelenkes.

Zu direkter Gelenkbeteiligung kommt es im Rahmen von Frakturen des Öfteren, wenn die Gelenkflächen mitbetroffen sind und der Gelenkknorpel verletzt wird beziehungsweise Teilstücke der Gelenkflächen durch Gewalteinwirkung wegbrechen. Weitere Gelenkerkrankungen, Arthropathien, finden sich Bereich der Gelenkentzündung, die als Arthritis bekannt ist. Da hier die Ursachen oft unklar sind und differentialdiagostisch abgeklärt werden müssen, gibt es unterschiedliche Bezeichnungen, wie Polyarthritis oder auch Gicht.

Sonderformen der Gelenkerkrankungen sind zum Beispiel der Hallux Valgus, der pathologische Schiefstand der Großzehe, oder Chondropathia Patellae, bei der die knorpelige Rückseite der Kniescheibe degenerativ verändert ist und Schmerzen sowie Bewegungseinschränkungen verursacht.

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