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Kreuzbandriss

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Peter Hoffmann (Facharzt für Allgemeinmedizin)

Ein Kreuzbandriss wird in der Medizin auch als Kreuzbandruptur bezeichnet. Es handelt sich hierbei um einen Riss, der durch äußere Gewalteinwirkung zustande gekommen ist. Ein Kreuzbandriss tritt häufig als Sportunfall bei Fußballspielern oder beim Skifahren auf. Typische Anzeichen für einen Kreuzbandriss sind Schmerzen am Knie, sowie sichtbare Blutergüsse und Schwellungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kreuzbandriss?

Ein Kreuzbandriss betrifft meistens beide Kreuzbänder, da diese im Knie fast wie siamesische Zwillinge funktionieren: die Kreuzbänder liegen im Inneren des Knies zwischen den Gelenkknochen, gekreuzt übereinander. Dort stabilisieren sie einerseits das Knie gegen den gefürchteten Kreuzbandriss, andererseits sorgen sie für seitliche dreidimensionale Beweglichkeit, die für das Sitzen, Gehen und Stehen wichtig ist. Außer den Kreuzbändern sind noch das Außen – und das Innenband am Knie ebenso wichtig, denn ohne diese Fixierung würde das Knie, vor allem beim Kreuzbandriss, aus seiner vorwärtsgerichteten Ebene fallen und der Betroffene könnte sich nicht mehr fortbewegen.

Die Kreuzbänder selbst, bestehen aus kollagenen Muskelfasern und werden von einem Schleimhautsäckchen, dem Synovialsack zum Gelenkknochen hin abgefedert. Sie können noch von weiteren Ligamenten, wie dem Ligamentum meniskofemorale und dem Humphry Ligament verstärkt sein, doch nicht jeder Mensch besitzt diese in gleicher Ausprägung. Die Kreuzbänder sind 18,5 bis 33,5 mm lang und meist aus drei Faserbündeln, dem vorderen, dem hinteren und der mittleren Brücke geformt.

Sie bilden mit den Kniebändern außen und innen und der Verbindung zum vorderen Meniskusband die Brücke zwischen Oberschenkel und Unterschenkel. Die Kombination der Bänder am Knie verhindert die Überstreckung des Schienbeines nach vorn, sowie die Überdehnung nach hinten. Bei gesunder Struktur regeln die Kreuzbänder die Bewegungsführung des Knies auf allen Achsen und die symmetrische Ausrichtung von Ober- und Unterschenkel optimal.

Ursachen für Kreuzbandriss

Ein Kreuzbandriss kommt leider relativ häufig vor, obwohl die Kreuzbänder durch die gekreuzte Lage besonders gegen starke Beanspruchung abgesichert sind. Ein Bänderriss entsteht normalerweise nur durch eine extreme Überdehnung der Bänder in eine Richtung. Die Kreuzbänder können unter normaler körperlicher Belastung kaum reißen, es sei denn, jemand bewegt sein Knie in einer Schlenkerbewegung mit ziemlicher Heftigkeit. Dies geschieht normalerweise nur bei Unfällen und beim Sport.

Der Kreuzbandriss ist eine typische Sportlerverletzung, denn sie tritt am häufigsten durch die hohe Belastung der Knie beim Fußball und beim Skilaufen auf. Wird der Fußball von der Seite her mit Wucht angetreten, sodass eine Rotation in der Vorwärtsbewegung entsteht, kann dies zu einer Überdehnung der Kreuzbänder führen, die unter Belastung oder bei zusätzlichem Ausgleiten des anderen Fußes auf dem Rasen zum Kreuzbandriss führt. Bei einem Kreuzbandriss am vorderen Kreuzband wird der Rollgleitmechanismus des Oberschenkelkopfes empfindlich gestört. Dadurch kommt es zu Schäden am Meniskus und Abnutzung am Knorpel im Kniegelenk. In der Beugeposition des Knies sind die seitlichen Kniebänder entspannt und dadurch geschehen in dieser Position die meisten Unfälle mit Kreuzbandriss, da die volle Wucht der Bewegung sich ungehindert auf die inneren Bänder überträgt.

Slalomfahren beim Skisport, in gebeugter Stellung anlaufen wie beim Rodeln oder auch beim Eishockey können Auslöser sein. Wird das Knie nach vorn zu weit herausbewegt, kann das vordere Kreuzband reißen, während ein Schlag auf den Schienbeinkopf das hintere Kreuzband gefährdet. Reißen beide Kreuzbänder, was in den meisten Fällen bei starker Wucht aus der Bewegung vorkommt, so ist die Rotation des Unterschenkels nach hinten innen nicht mehr begrenzt. Die Stabilität der Kreuzbänder ist eine Voraussetzung für die Gesundheit des Kniegelenkes.

Zerstörte Kreuzbänder gefährden auch den Meniskus in seiner gesunden Funktion. Wenn die Bänder gespannt sind, können sie die Wucht eines unerwarteten Schlages wie beim Fußball abfangen und weiterleiten an die Muskulatur. Bei Erschlaffung ist die Unfallgefahr wesentlich größer, denn durch ruckartige Streckung erhöht sich die Gefahr von kleinen Faserrissen oder vollständigem Durchreißen der Bänder.

Typische Symptome und Anzeichen bei Kreuzbandriss

Behandlung und Therapie von Kreuzbandriss

Schematische Darstellung der gesunden Kreuzbänder und die verschiedenen Formen von Kreuzbandriss. Klicken, um zu vergrößern.

Ein Kreuzbandriss, d.h. der Verletzung oder Durchtrennung eines oder beider Kreuzbänder am Kniegelenk, wird vom Arzt diagnostiziert, indem er die Bewegung des Knies vorsichtig untersucht. Das Knie kann bis auf das doppelte angeschwollen sein. Hierbei muss der Arzt, am besten ein Sportarzt oder Orthopäde, mit Vorsicht vorgehen. Bei Kreuzbandriss durch heftige Stürze beim Sport mit Verdrehung des Kniegelenkes, sind oft noch weitere Bänder in Mitleidenschaft gezogen.

Der Patient hat extrem starke Schmerzen durch die normalerweise mit dem Riss verbundenen Blutergüsse. Zeigen sich bei der Punktion des Knies durch den Arzt Blut und helle Flüssigkeit, deutet dies auf einen Riss der Kreuzbänder hin. Wird zusätzlich bei der Anamnese festgestellt, dass sich Unterschenkel und Oberschenkel gegeneinander schubladenartig verschieben lassen, ist das ein sicherer Hinweis auf Kreuzbandriss. Das Ausmaß von Knieverletzungen mit Kreuzbandriss kann jedoch nur durch eine Kniespiegelung präzisiert werden. Bei der Endoskopie wird der Arzt nicht nur die Verletzung feststellen, sondern auch gleich eine Kreuzbandnaht anlegen, um die durchtrennten Fasern wieder miteinander zu verbinden.

Wenn die Kreuzbänder so faserig und ungleich abgerissen sind, dass sie nicht mit einer Naht repariert werden können, ersetzt der Chirurg sie aus einem Faserstreifen, der aus der Oberschenkelmuskulatur entnommen wird. Bei älteren Menschen verzichtet der Arzt gern auf Operation und stellt das Knie mit einer Knieorthese ruhig, um die Fasern von selbst zur Heilung zu bringen.

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Vorbeugung von Kreuzbandriss

Die gleichen Übungen, die der Orthopäde für das Knie-und Muskeltraining zur Bänderstärkung empfiehlt, werden nach der Heilung eines Kreuzbandrisses auch benutzt, um das Knie zu reaktivieren. Knieübungen zur Stärkung aller Bänder sind zugleich auch die beste Vorbeugung für aktive Sportler, die Sportarten mit Belastung der Kniegelenke ausüben. Da ein Kreuzbandriss bei Balletttänzern so gut wie nie vorkommt, deren Bänder und Gelenke extremer Dehnung und Belastung ausgesetzt sind, können einige Übungen des Trainings an der Stange dort für die Kniestärkung abgeschaut werden.

Alle Auf- und Abbewegungen, Beugepositionen des Knies und das Treppensteigen sollten symmetrisch aus den Gelenken heraus und langsam ausgeführt werden, damit die Muskeln die Positionen der Bänder begleiten können. Alexander-Technik und eine komplementärmedizinische manuelle Behandlungsmethode (z.B. Rolfing) sind Körpertherapien, die bei Bänderschwäche allgemein zur Stärkung dienen können. Wer als Sportler seine Beckenbodenmuskulatur voll nutzt und die Wirbelsäule in optimaler Aufrichtung zur Schwerkraft nutzt, wird weniger zu Unfällen und unanatomischen Bewegungen neigen.

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Weitere Infos

Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2013; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2013, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.

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