Gicht

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. November 2017
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Gicht oder Hyperurikämie ist eine bekannte Stoffwechselerkrankung. Hierbei kommt es zu einem Anstiegt und Konzentration von Harnsäure im Blut, welches in seiner Auswrikung vor allem zu starken Gelenkentzündungen und Gelenkschmerzen führt. Man unterscheidet hauptsächlich in akuter Gichtanfall und chronische Gicht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Gicht?

Gicht bzw. Hyperurikämie, welches früher auch als Zipperlein bekannt war, ist eine Stoffwechselerkrankung. Typisch für eine Gicht ist vor allem die Ansammlung von Harnsäure im Blut, aus der sich im Laufe der Zeit Harnsäure-Kristalle bilde. Diese lagern sich dann in den Gelenken, Sehnen und Schleimbeuteln ab. Im Zuge dessen, kommt es dann zu starken Schmerzen im Bereich der Gelenke (Gelenkentzündungen), wobei zumeist irreversible Gelenkschäden die Folge sind.

Weiterhin lässt sich die Gicht in zwei Formen unterteilen:

1. Primäre Gicht: Der Körper produziert mehr Harnsäure, als er durch die Niere und Blase wieder ausscheidet. Es kommt zur Ansammlung von Harnsäure im Körper.

2. Sekundäre Gicht: Bei dieser Form sind bereits nachhaltige Schädigungen durch die Harnsäureproduktion und dessen Ansammlung im Körper entstanden. Beispielsweise kann Niereninsuffizienz hierbei für das Absterben von Zellen verantwortlich gemacht werden.

Gicht kommt häufig bei Menschen mit einem hohen Lebensstandard vor. Zumeist sind Männer im reiferen Alter (zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr) davon betroffen.

Ursachen

Die Ursachen für Gicht sind noch nicht restlos geklärt. Man geht aber davon aus, dass genetische Ursachen in den meisten Fällen für eine Gicht auslösend sind. Die erbliche Veranlagung kann hierbei für die Produktion von zu viel Harnsäure sorgen. Ebenso kann auch ein genetischer Defekt die Ursache sein, dass nicht genug Harnstoffe ausgeschieden werden.

Im Zuge dessen, lagern sich die Harnstoff-Kristalle im Blut ab und wandern in die Gelenke, Sehnen und Schleimbeutel der Gelenke. Es kommt zu Gelenkentzündungen, die sehr schmerzhaft sein können. Weitere Ursachen kann eine Stoffwechselstörung sein, bei der Purine, die vor allem in Fleisch und Innereien vorhanden sind, für einer Überproduktion von Harnstoff sorgt.

Besonders Menschen, die viel Fleisch und Alkohol konsumieren, können an Gicht erkranken. Ebenso sind akute Gichtanfälle bei diesen Betroffenen möglich.

Symptome

Krankheistverlauf

Der Verlauf von Gicht kann ohne weitere Komplikationen erfolgen, wenn die Krankheit rechtzeitig vom Arzt erkann wird. Besonders der Harnsäurespiegel sollte im Rahmen einer Diagnose besonders untersucht werden. Kommt es dagegen zu keiner Behandlung, kann sich die Gicht in eine chronische Gicht entwickeln.

Der Verlauf einer unbehandelten Gicht gestaltet sich wie folgt: 1. Akuter Gichtanfall, 2. interkritische Gichtphase, 3. Chronische Gicht.

Komplikationen

Ohne eine fachgerechte Behandlung der Gicht drohen den betroffenen Personen unterschiedliche Folgeerscheinungen. Als typische Komplikationen der Gicht gelten Deformationen der Gelenke sowie Weichteilknoten. Tritt ein akuter Gichtanfall auf, hat dies meist starke Schmerzen zur Folge. Außerdem kann es durch die Entzündungsreaktion zu Fieber kommen.

In der Regel verheilt der Gichtanfall ohne zusätzliche Auswirkungen. Allerdings sind weitere Anfälle keine Seltenheit. Erfolgt keine fachgerechte Behandlung, in deren Rahmen der Harnsäurespiegel des Körpers abgesenkt wird, zeigen sich die Gichtanfälle in immer kürzeren Zeitabständen. Dadurch erhöht sich das Risiko, dass Gelenke und Knochen auf Dauer geschädigt werden.

Infolgedessen leidet der Patient fortwährend unter geschwollenen, schmerzenden und unbeweglichen Gelenken. Außerdem zeigt sich das betroffene Gelenk gerötet und überwärmt. Im Falle einer chronischen Gicht können Kristallablagerungen an unterschiedlichen Körperregionen entstehen, die sich auf dem Röntgenbild erkennen lassen. Mediziner bezeichnen diese Ablagerungen als Gichttophi. Sie kommen jedoch nur selten vor.

Eine weitere negative Auswirkung der Gicht ist der Anstieg des Harnsäurespiegels, der mitunter zu einer Beeinträchtigung der Nieren führt. Dazu gehört die Bildung von Nierensteinen, die aus Harnsäureablagerungen hervorgehen. Durch sie droht wiederum die Gefahr von schmerzhaften Nierenkoliken. Ferner begünstigen sie Nierenentzündungen und Harnwegsinfektionen. Manchmal steigen die Harnsäuremengen in der Niere so extrem an, dass ein akutes Versagen des Organs eintritt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Menschen, die über ein ungewöhnlich helles oder weißes Hautbild verfügen, sollten sicherheitshalber einen Arzt konsultieren. Kommt es zu Schwellungen der Gelenke, Schmerzen der Knochen sowie Bewegungseinschränkungen, wird ein Arzt benötigt. Vor der Einnahme eines Schmerzmedikamentes ist grundsätzlich zur Vermeidung weiterer Erkrankungen die Rücksprache mit einem Mediziner nötig.

Breiten sich die Schmerzen aus oder nehmen die Schwellungen an Umfang zu, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Sind im weiteren Krankheitsverlauf mehrere Gelenke betroffen, ist die Veränderung ebenfalls einem Arzt vorzustellen. Kommt es durch die motorischen Einschränkungen zu einer einseitigen Belastung des Körpers oder einer Fehlhaltung, wird ein Arzt benötigt. Bei Rötungen der Haut, einer erhöhten Körpertemperatur sowie heißen Gelenken, besteht Anlass zur Sorge. Ein Arztbesuch ist erforderlich, damit eine Behandlung eingeleitet werden kann.

Kommt es wiederholt zu Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen, ist ein Arzt zu kontaktieren. Bei innerer Unruhe, Reizbarkeit sowie einem erhöhten Stresserleben ist die Konsultation eines Arztes notwendig. Können die alltäglichen Verpflichtungen im Beruf oder Privatleben nicht mehr wie gewohnt wahrgenommen werden, sollte ein Arztbesuch erfolgen. Treten psychische Probleme auf wird ebenfalls ein Arzt benötigt. Bei emotionalen oder seelischen Beeinträchtigungen sowie Verhaltensauffälligkeiten sollte Hilfe in Anspruch genommen werden.

Behandlung & Therapie

Eine Gicht Erkrankung sollte unbedingt ärztlich untersucht und behandelt werden, da sonst lebensgefährliche Komplikationen bzw. Nierenversagen einsetzen können. Die Therapie bei Gicht konzentriert sich hauptsächlich darauf, den Harnsäurespiegel im Blut zu senken. Weiterhin sollen die unangenehmen Begleitsymptome gelindert werden.

Vor allem die Gelenkschmerzen, Schwellungen und Gliederschmerzen stehen im Blickpunkt einer Gicht-Therapie. Ausserdem soll mit einer medizinischen Behandlung eine chronische Gichterkrankung vorgebeugt werden. An Medikamenten kommen folgende Arztneimittel in Betracht: Entzündungshemmende Antirheumatika bei schwerem Gichtverlauf, Kortisolhaltige Glukokortikoide als Schmerzmittel und Entzündungshemmer oder/und Colchicin bei akuten Gichtanfällen, um Gelekschmerzen zu lindern. Colchicin senkt jedoch nicht den Harnsäurespiegel und ist somit nur zur Symptomlinderung gedacht.

In der Eigenbehandlung bieten sich kalte Umschläge der betroffenen Gelenke an. Ebenso sollten diese Extremitäten ruhig gehalten werden. Zusätzlich bietet sich an, viel Flüssigkeit zu trinken, um die Hanrstoffkonzentration zu senken. Auf Alkohol und fette Fleischspeisen sollte auf jeden Fall verzichtet werden.

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Vorbeugung

Eine Gicht kann man relativ gut vorbeugen. Dazu gehört der Verzicht auf eine fette und fleischreiche Ernährung. Ebenso sollte keine Alkohol getrunken werden, da dies zu einem Anstieg der Harnsäurekonzentration führen kann. Trinken sie viel, um den Harnstoff zu verdünnen und schneller herauszuspülen.

Das können Sie selbst tun

Mit einer Gicht sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. Der Mediziner wird je nach Ursache geeignete Arzneimittel und schulmedizinische Maßnahmen verordnen. Um die initiale Behandlung zu unterstützen, können Betroffene einige Selbsthilfe-Maßnahmen ergreifen.

Bei einem akuten Anfall gilt es, die entzündeten Gelenke mit Umschlägen oder Auflagen zu kühlen. Die betroffenen Glieder sollten hochgelegt und möglichst wenig bewegt werden. Begleitend dazu sollte viel Wasser oder Tee getrunken werden, damit die Kristalle rasch ausgeschieden werden. Auf Alkohol sollte verzichtet werden. Ebenso auf purinreiche Lebensmittel wie Innereien, Braten, Meeresfrüchte, hefehaltige Lebensmittel, Spinat und Blumenkohl.

Ein wirksames Hausmittel gegen Gicht sind Kirschen. Das Obst enthält entzündungshemmende Stoffe, welche gleichzeitig die Harnsäure im Blut neutralisieren und die Schmerzen lindern. Auch sonstige Lebensmittel, die bei Ausscheidung von Harnsäure helfen (etwa Sellerie oder Radieschen), dürfen während einer Gicht-Attacke vermehrt verzehrt werden.

Davon ab sollten Betroffene die Ursachen der Gicht angehen. Wer unter Übergewicht leidet, sollte einen Gewichtsverlust anstreben, während alkoholkranke Menschen therapeutische Hilfe suchen sollten. Liegt eine Nierenerkrankung oder Diabetes Typ 2 vor, ist unter Umständen eine langfristige Therapie mit fachlicher Unterstützung notwendig.

Bücher über Gicht

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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