Glukokortikoide

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Eine ganze Reihe von künstlich erzeugten und natürlichen Arzneistoffen wird unter dem Begriff Glukokortikoide zusammengefasst. Die Glukokortikoide besitzen auch im Rahmen der schulmedizinischen Leistungen eine sehr hohe Bedeutung für die gezielte Behandlung von Erkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Glukokortikoide?

Die Glukokortikoide sind keine anorganischen Substanzen, sondern werden den Hormonen zugeordnet. In diesem Zusammenhang bilden die Glukokortikoide eine eigene Gruppe, welche unter dem Überbegriff der sogenannten Steroidhormone geführt wird. Bei den modernen pharmazeutischen Produkten werden sowohl natürliche als auch künstlich erzeugte Glukokortikoide verarbeitet.

Das Wort Glukokortikoide setzt sich aus zwei Wortteilen zusammen. Diese bedeuten bei den Glukokortikoiden so viel "Süßes aus der Rinde". Genauer gesagt, werden die Glukortikoide von der Rinde der Nebenniere produziert oder stammen zu einem bestimmten Teil aus den Leberzellen.

Im menschlichen Organismus unterliegt die Konzentration an Glukokortikoiden einem ständigen Auf und Ab, welches an die natürlichen Tages- und Nachtzeiten gebunden ist. Die höchste Menge an Glukokortikoiden liegt morgens vor. Beim Schlafen sinken die Glukokortikoide ab.

Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch

Die Glukokortikoide erzielen unterschiedliche Wirkungen, zu denen eine Erhöhung des Zuckerspiegels im Blut, die hemmenden Einflüsse auf entzündliche Vorgänge sowie die Einflussnahme auf den Mineralhaushalt gehören.

Die Glukokortikoide kommen als therapeutische Säulen zum Einsatz, wenn verschiedene Erkrankungen diagnostiziert wurden, welche sich mit Glukokortikoiden am besten lindern und heilen lassen. Aus diesem Grund werden die Glukokortikoide überwiegend bei Morbus Crohn und Asthma bronchiale, Multiple Sklerose, Hautkrankheiten wie dem Ekzem und der Schuppenflechte, Rheumatoider Arthritis oder einer Leberentzündung durch eine Autoimmunabwehr verabreicht.

Den meisten dieser Krankheiten liegt ein typischer Entzündungsprozess zugrunde, auf den mit Glukokortikoiden hinreichend Einfluss genommen werden kann. Unentbehrlich sind die Glukokortikoide zudem in der Palliativmedizin und bei einigen Erkrankungen des roten, weißen und thrombozytären Blutsystems sowie der Lymphe. Um Wasseransammlungen im Gehirn, Entzündungen des Herzbeutels und andere spezifische Herzerkrankungen zu therapieren, werden ebenfalls Glukokortikoide verordnet. Sehr wirkungsvoll sind Glukokortikoide in Verbindung mit Antibiotika gegen infektiöse Krankheiten.

Die Wirkmechanismen im Falle einer Erkrankung basieren auf Effekten, welche in Bezug auf spezielle Eiweiße erzielt werden können. Kommt es durch die ärztlich kontrollierte Aufnahme von Glukokortikoiden zu einer erhöhten Konzentration im Organismus, entsteht eine Hemmung der Produktion körpereigener Antikörpereiweiße. Dies trägt zu einer Reduzierung stattfindender entzündlicher Prozesse bei. Darüber hinaus werden Glukokortikoide zur Notfallbehandlung von Kreislaufschocks eingesetzt.

Glukokortikoide haben zudem einen wichtigen Verwendungsbereich im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Betreuung von Frühchen. Noch nicht komplett entwickelte Säuglinge werden mit Glukokortikoiden behandelt, um den Reifungsprozess der Atmungsorgane zu unterstützen.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Glukokortikoide

Glukokortikoide haben ebenfalls einen wichtigen Verwendungsbereich im Zusammenhang mit der gesundheitlichen Betreuung von Frühchen.

Bei der Therapie von Erkrankungen werden unterschiedliche Sorten der Glukokortikoide verabreicht. Diese werden in Form natürlicher Erzeugnisse wie Cortison und Cortisol oder als synthetische Arzneistoffe verordnet. Zur letzten Klasse gehören beispielsweise das Prednisolon, Rimexolon, Fluocortolon und Amcinonid als einige der bekanntesten Wirkstoffe.

Die ebenfalls als Kortikosteroide oder Abkömmling des Kortisons bezeichneten Glukokortikoide werden zudem in Kombination mit anderen Wirksubstanzen verwendet. In diesem Bezug werden in Apotheken neben dem Betamethason Clotrimazol und dem Betamethason Gentamycin gleichermaßen das Clotrimazol Hydrocortison und das Fluocinonid Lidocain angeboten. Dies ist nur eine begrenzte Auswahl aus einer Vielzahl an kortisonhaltiger Pharmazeutika.

Die jeweiligen Produktgruppen beinhalten verschiedenartige Applikations- oder Anwendungsformen. Diese begünstigen sowohl einen inner- als auch äußerlichen Einsatz der Glukokortikoide. Klassisch für die orale Verabreichung sind Glukokortikoide als Tabletten in variierenden Konzentrationen und als Injektionen. Im Gegensatz dazu werden die Glukocortikoide als Salben oder Cremes für das Auftragen auf die Haut zur Verfügung gestellt. In der Augenheilkunde werden Glukokortikoide als Flüssigkeiten oder Gels angewendet. Auch in Sprayform sind Arzneimittel mit Glukokortikoiden erhältlich.

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Risiken & Nebenwirkungen

Da es bei der Anwendung der Glukokortikoide zu massiven Eingriffen in den menschlichen Organismus kommt, sind Risiken und Nebenwirkungen nicht auszuschließen. Gerade die Nebenwirkungen werden bei Glukokortikoiden äußerst unangenehm. Außerdem ist es nicht auszuschließen, dass der Körper eine Resistenz aufbaut und die körpereigene Produktion von Hormonen aus der Hirnanhangsdrüse durch eine vermehrte Zufuhr der Glukokortikoide gestört werden kann.

Obwohl die Glukokortikoide auf natürliche Weise abgebaut und ausgeschieden werden, leiden die Behandelten meist unter einem Rückgang der Muskulatur, einer zunehmenden Entkalkung der Knochen oder Osteoporose sowie einer Überzuckerung. Weitere Nebenwirkungen, welche bei der Aufnahme der Glukokortikoide befürchtet werden müssen, sind die Entstehung eines Glaukoms oder eines Katarakts, ein aufgedunsenes Gesicht, einen Rückgang von Hautgewebe.

Recht häufig tauchen während der Einnahme psychische Auffälligkeiten wie Angst und aggressives Verhalten sowie Schlafstörungen und ein vermehrter Appetit mit einhergehender Zunahme des Körpergewichts auf. Kinder, welche im Zusammenhang einer Krebstherapie mit Glukokortikoiden behandelt wurden, um die quälenden Nebenwirkungen der Zytostatika zu lindern, leiden meist unter Beeinträchtigungen des Wachstums.

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