Angst

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 18. Mai 2017Geprüfte Qualität
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Angst ist ein Grundgefühl des Menschen. In bedrohlichen Situationen äußert sich dieser Zustand mit einer erhöhten Erregung negativen Gefühlsempfindungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Angst?

Egal ob Kinder, Erwachsene oder Senioren, jeder Mensch gerät hin und wieder in Situationen, die ihm Angst machen. Auch mutige und besonders tapfere Menschen können sich davon nicht freisprechen und das ist auch gut so.

Die Angst ist wichtig, da sie uns vor Gefahren warnt, unseren Körper in Alarmbereitschaft versetzt und somit kampf- oder fluchtbereit macht, um im schlimmsten Fall das Überleben zu sichern.

Zu einem Problem wird die Angst erst dann, wenn sie größere Ausmaße annimmt und den Körper alarmiert, wenn objektiv gesehen eigentlich gar keine Gefahr besteht, sodass die Lebensqualität des Betroffenen eingeschränkt wird.

Ursachen

Zumeist wird die Angst durch eine Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit, des Selbstbildes oder der Selbstachtung ausgelöst. Diese Unterschiede beziehen sich also auf objektbezogene Angst (z.B. Angst vor einem Raubtier) oder objektunbestimmte Angst (z.B. Angst einen Herzinfarkt zu bekommen).

Die Ursachen von Angst sind genauso vielfältig wie die Angst selbst. In den meisten Fällen spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Menschen die plötzlich Ängste in Situationen entwickeln, in denen sie vorher vollkommen gelassen waren, befinden sich in der Regel allgemein in einer schwierigen Lebensphase.

Stress, familiäre Probleme oder ein instabiles Umfeld können Ängste begünstigen. Zudem lassen sich bei genauerem Hinsehen meistens auch Auslöser in der Vergangenheit finden. Schlechte oder sogar traumatische Erfahrungen können dazu führen, dass sich Ängste entwickeln, die manchmal nur noch entfernt mit dem tatsächlich Erlebten zusammenhängen, im Unterbewusstsein jedoch damit in Verbindung gebracht werden.

Viele Menschen befürchten aufgrund der Ängste, die häufig selbst als irrational empfunden werden, verrückt zu werden oder vor anderen Menschen als unnormal zu gelten. Dabei ist jede Form von Angst eine normale Reaktion auf bestimmte Erfahrungen, die man gemacht hat und dient nur dazu den Betroffenen zu schützen.

Trotz dieses negativen Bildes der Angst, ist die Angst durch die Evolution zu einem nützlichen Werkzeug des Menschen geworden. Die wichtigste Funktion ist nämlich die Schärfung der Sinne als Schutzmechanismus in Gefahrensituationen. So kann der Körper bei Gefahr schneller reagieren (z.B. Flucht) oder handelt bewusster und schneller in diversen Verhaltensaugenblicken. Dabei kann die Angst unbewusst oder bewusst funktionieren. Entwickelt sich aus vereinzelten Angstsituationen jedoch ein Dauerzustand und Lähmungen oder Kontrollverluste treten auf, so spricht man von einer Angststörung.

Symptome & Anzeichen

Obwohl die Angst, ganz allgemein, selbst als Symptom betrachtet wird, sind auch andere körperliche Symptome wiederum typische Anzeichen für eine Angst. So sind körperliche Symptome nicht krankhaft und sollen bei Gefahr die körperliche Unversehrtheit (z.B. das Überleben) sichern. Einfach ausgedrückt ist Angst eine Vorbereitung auf Flucht- oder Kampfsituationen.

  • Starke Aufmerksamkeit, Pupillen vergrössernsich, Seh- und Hörnerven werden sensibler
  • Starke Muskelspannung, schnellere Reaktionsgeschwindigkeit
  • Schnellere Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck
  • Schnellere und flachere Atmung
  • mehr Energiebereitstellung in Muskeln
  • Körperliche Reaktionen (z.B. Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl)
  • Blasen-, Darm- und Magentätigkeit werden während des Zustands der Angst gehemmt.
  • Übelkeit und Atemnot treten manchmal auf
  • Molekülausschüttung im Schweiß, die bei Anderen Menschen unterbewusst Alarmbereitschaft auslösen.

Angst wird aber nicht nur durch körperliche Merkmale gezeigt. Auch Gesichtsausdruck und Sprache gegenüber anderen sollen die soziale Bindung beeinflussen (z.B. Schutz erbitten bei Gefahr).

Krankheiten

Komplikationen

Ausgehend von der Annahme, dass die Angst physiologisch begründet ist und nicht pathologisch in einer normalerweise nicht angstauslösenden Situation auftritt, ist zu sagen, dass Komplikationen in Zusammenhang mit der Angst nur selten auftreten. Tritt die Angst jedoch als Symptom einer Erkrankung, beispielsweise als Symptom einer generalisierten Angststörung auf, kann es durchaus zu Komplikationen kommen.

Die wohl häufigste Komplikation, die bei der Angst bzw. im Zusammenhang mit der Angst auftritt ist das Vermeidungsverhalten. Die angstauslösende Situation wird aufgrund der auftretenden Angst gemieden. Dies kann im Alltag zu Einschränkungen führen und die betroffene Person aus diesem Grund belasten. Dies ist vor allem der Fall, wenn die Angst bei alltäglichen Situationen, z. B. beim Autofahren auftritt. Bildet die betroffene Person nun ein Vermeidungsverhalten aus, wird sie nicht mehr in Autos einsteigen und ist somit im Alltag enorm eingeschränkt.

Des Weiteren kann eine auftretende Angst sich auch soweit "weiterentwickeln", dass es zum Ausbilden einer phobischen Störung kommt. Wird eine solche Störung ausgebildet, führt häufig schon alleine der Gedanke an die angstauslösende Situation zur Angst. Wird dieser Kreislauf nicht durchbrochen, kann es teilweise sogar dazu kommen, dass eine "Angst vor der Angst" entsteht.

Generell kann jedoch gesagt werden, dass "Angst" normalerweise natürlich auftritt und nicht krankhaft ist und somit mit großer Wahrscheinlichkeit auch nicht zu Komplikationen führen wird.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

In geringem Maß ist Angst völlig normal. Wenn Angstzustände allerdings regelmäßig auftreten oder zu starkem Leiden führen, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Dies gilt vor allem dann, wenn für die Angst kein rationaler Grund besteht und sie nicht zu kontrollieren ist. Das Gefühl muss dabei nicht stark ausgeprägt sein: Auch konstantes Unbehagen, das sich nicht eindeutig zuordnen lässt und über längere Zeiträume anhält, ist ernstzunehmen.

Spätestens dann, wenn die Angst zu Einschränkungen führt, ist Hilfe ratsam. Zu solchen Einschränkungen gehört zum Beispiel die irrationale Vermeidung von Situationen, Orten, Objekten, Tieren oder Personen – aber auch die Vernachlässigung von Pflichten, wiederkehrende Konflikte, soziale Abschottung oder übermäßiger Rückzug in die eigene Wohnung. Auch die Entstehung weiterer psychischer oder körperlicher Symptome ist ein Hinweis dafür, dass Hilfe angebracht ist. Warnhinweise sind Zwangshandlungen, depressive Verstimmung, Veränderungen im Essverhalten und beim Gewicht, Herz-Kreislauf-Symptome, Atembeschwerden, Schmerzen und viele andere.

Insbesondere bei Panikattacken muss ausgeschlossen werden, dass Symptome wie Atemnot, Herzrasen und Kribbeln nicht auf eine körperliche Ursache zurückgehen. Andernfalls besteht die Gefahr, eine organische Erkrankung zu übersehen.

Auch wenn Panikattacken und Angst psychisch bedingt sind, bringt es viele Vorteile, frühzeitig Hilfe zu suchen. Betroffene Personen können sich in Deutschland auch direkt an einen psychologischen Psychotherapeuten wenden, wenn sie vermuten, dass die Angst keine körperliche Ursache hat.

Behandlung & Therapie

Zu einem Problem wird die Angst erst dann, wenn sie größere Ausmaße annimmt und den Körper alarmiert, wenn objektiv gesehen eigentlich gar keine Gefahr besteht, sodass die Lebensqualität des Betroffenen eingeschränkt wird.

Normalerweise braucht die Angst nicht behandelt werden, da sie für den Menschen ungefährlich ist. Die Angstreaktionen, wie schneller Puls, klingen schon kurz nach einer bedrohlichen Situation ab.

Wenn die Angst übermächtig wird sollte der erste Weg natürlich zum Hausarzt und dann zu einem Psychotherapeuten führen. Je früher die Angst behandelt wird, desto besser können erste Erfolge erzielt werden. Wichtig dabei ist, dass man nicht versucht seine Ängste mit Hilfe von Medikamenten zu unterdrücken, sondern diese zulässt und sich mit ihnen und den Ursachen auseinander setzt. Verschiedene Therapieformen, wie zum Beispiel eine Verhaltenstherapie oder eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie können dazu beitragen, dass der Alltag wieder erträglicher wird.

Wenn die Ursachen geklärt sind, sollte zudem darauf geachtet werden, dass es im Umfeld des Betroffenen keine Faktoren gibt, die die Angst noch verstärken. Auch eine gesündere Lebensweise, regelmäßige Ruhepausen und ausreichend Bewegung gehören zu einer erfolgreichen Behandlung. So können zum Beispiel Entspannungstechniken wie Autogenes Training und regelmäßiges Joggen oder Spazierengehen dazu beitragen, dass die Angst abnimmt.

Bei psychosmoatisch bedingter Angststörung, wie Panikattacken oder Herzpsychosen, ist eine thereuptische Behandlung anzuraten. Viele Patienten mit Angststörungen klagen auch über Schmerzen, sodass eine Selbstbehandlung nicht vorteilhaft ist. Weiterhin kann autogenes Training unterstützend helfen. Ausserdem sollten die Ursachen der Angst hinterfragt werden und gegebenenfalls ebenso in einer Therapie untersucht werden.

Aussicht & Prognose

Obgleich Angststörungen und Phobien viele verschiedene Auslöser haben können, wird den meisten Patienten eine Konfrontationstherapie angeraten. Gerade bei Phobien, die sich auf ganz konkrete Reizauslöser beziehen, ist dies auch meist von Erfolg gekrönt. Doch ist es wichtig, behutsam vorzugehen und nicht durch eine Überforderung eine Verschlimmerung zu riskieren.

Eine gänzliche und dauerhafte Heilung von der Angst kann auch bei der besten Konfrontationstherapie nicht garantiert werden. Menschen, die ohnehin anfällig für phobische Störungen sind, haben manchmal trotz Therapie zeitlebens mit Ängsten zu kämpfen, wobei es gerade dann wichtig ist, den Ängsten nicht nachzugeben und sich neu anbahnende Phobien im Keim zu ersticken. Andere haben nach erfolgreicher Beendigung einer Therapie nie wieder einen Rückfall und führen ein – von konkreten und rational begründbaren Anlässen abgesehen – angstfreies Leben.

Bei Angststörungen, die komorbid als Folge anderer psychischer Störungen oder einer Neurodiversität, etwa Autismus oder ADHS, auftreten, gestaltet sich die Behandlung als weitaus komplizierter, da die Ursache eine andere ist. Folglich ist auch die Prognose weit schwieriger.

Manche dieser Angstauslöser lassen sich selbst therapieren, was dann auch die Angst nimmt. Gerade wenn Autismus, der angeboren und nicht „heilbar“ ist, und die damit einhergehenden Probleme Auslöser für die Angstzustände sind, ist von einer reinen Konfrontationstherapie, die auf Konditionierung aufbaut, im Zweifelsfall abzuraten, da sie bei Autisten die Symptomatik mit großer Wahrscheinlichkeit auf lange Sicht sogar verschlimmern kann.

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Vorbeugung

Einen sicheren Schutz gegen Angst gibt es natürlich nicht, im Prinzip kann es jeden treffen. Trotzdem kann man einiges dafür tun, um das Risiko zu vermindern. Wer gut auf sich achtet und sich trotz Arbeit und Stress regelmäßig Ruhepausen gönnt, ist normalerweise wesentlich entspannter.

Zudem sollten nicht nur psychische, sondern auch körperliche Symptome ernstgenommen werden, da sich seelische Probleme häufig durch physische Krankheiten bemerkbar machen, wenn sie ignoriert werden.

Menschen, die ihre Probleme mit sich selbst ausmachen und eher verschwiegen sind, neigen häufiger zu psychischen Beschwerden, als offene und redselige Menschen, die sich mit ihren Problemen und mit ihrer Angst jemandem anvertrauen.

Hausmittel & Kräuter gegen Angst

  • Baldrian, als Tropfen eingenommen, beruhigt Herz und Nerven und hilft auch bei Schlaganfall.

Das können Sie selbst tun

Betroffene können selbst etwas gegen ihre Angst unternehmen. Der erste wesentliche Schritt ist, die eigenen Empfindungen erst zunehmen. Dabei ist zu erkennen, inwiefern die Angstgefühle den Alltag beeinflussen. Um die Angst besser zu beherrschen, ist ein medizinischer Rat erforderlich.

Ferner können verschiedene Trainingsprogramme Abhilfe schaffen. Insbesondere bei Angst vorm Fliegen oder vor Zahnarztbesuchen helfen Entspannungstechniken, um Angst erfolgreich zu überwinden. Für Betroffene ist es ratsam, an einer Konfliktberatung teilzunehmen. Hierbei werden zwischenmenschliche Probleme aufgedeckt und gelöst. So ist es möglich, Ängste zu behandeln. Entspannungsmethoden wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training, sowie Biofeedback können gegen Ängste helfen. Letzteres ermöglicht das Wahrnehmen bestimmter Körperfunktionen. Diese werden mithilfe eines Geräts willentlich beeinflusst. Das trägt dazu bei, dass Muskelverspannungen gelockert werden.

Betroffene sollten Stress abbauen. Dafür gibt es zahlreiche Methoden. Ein Stressmanagement hilft dabei, alltägliche Aufgaben einzuteilen und diese sicher zu bewältigen. Ängstliche Dauerspannung wird dadurch gesenkt. Das Stressmanagement wird in zahlreichen Einrichtungen wie Gesundheitszentren angeboten. Darüber hinaus sollten Personen, die unter Angst leiden einen gesunden Lebensstil pflegen. Das fördert grundsätzlich die Heilungsprozesse und verbessert das Energiepotenzial. Ebenso sollten sich Betroffene regelmäßig körperlich bewegen und in angepasstem Rahmen Sport treiben. Dies tut der Durchblutung gut und stärkt die Körperfunktionen. Bei Ängsten, sowie Depressionen bedeutet Antrieb einen positiven Motor, der die Selbstheilungskräfte ankurbelt.

Bücher über Angst

Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Lasogga, F., Gasch, B.: Notfallpsychologie: Lehrbuch für die Praxis. Springer, Berlin 2007
  • Schandry, R.: Biologische Psychologie. Beltz, Weinheim 2011

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

lisi300 kommentierte am 11.01.2015 um 11:57 Uhr

Ich habe Angst, neue Dinge zu machen und wohin zu gehen.
Ich hatte Panikattacken aber sie gingen durch eine Therapie weg. Jetzt leide ich noch an Angststörung. Ich möchte wieder gerne mit Joggen anfangen aber ich kann mit Herzrasen und schnellem Herzklopfen nicht gut umgehen, da kommt wieder die Angst durch. Jetzt spüre ich es wieder, es geht wieder los.
Gibt esTipps, dass die Gedanken anders werden und man mit der Angst besser umgehen kann?

Steffi kommentierte am 31.07.2011 um 17:06 Uhr

Ich habe schon oft Angstattacken bzw. Panikattacken gehabt. Vor allem die körperlichen Symptome, dabei waren furchtbar und ich dachte, ich hätte eine schwere Krankheit. Herzrasen und Schwindelgefühle waren da an der Tagesordnung. Seitdem ich aber weniger Stress auf Arbeit habe und kein Kaffee mehr trinke, ist es merklich besser geworden. Ich habe auch immer versucht mich auf meine Atmung zu konzentrieren, also ruhig und tief durchzuatmen. Auch das hat mir ziemlich geholfen meine Attacken abklingen zu lassen. Ich hoffe ich konnte mit meinen Erfahrungen etwas helfen...

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