Reizdarm
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)Anzeige
Reizdarm bzw. Reizdarm-Syndrom (RDS) ist eine häufig auftretende Krankheit im Magen-Darm-Bereich sowie der Verdauungsorgane. Typisch dabei sind Blähungen und krampfartige Magen- bzw. Bauchschmerzen.
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Was ist ein Reizdarm?
Der Reizdarm ist nicht gefährlich, aber für die Betroffenen oft sehr lästig und die Lebensqualität ist eingeschränkt, da der Darm nicht nur auf manche Lebensmittel verstimmt reagiert, sondern auch auf Stress. Diese Einschränkungen, die durch den Reizdarm verursacht werden, halten meist nicht nur Tage oder Monate sondern manchmal auch viele Jahre an und der Patient muss lernen, sich damit zu arrangieren.
Ursachen für Reizdarm
Ferner spielen natürlich Nahrungsmittelunverträglichkeiten beim Reizdarm eine große Rolle, ebenso das Essverhalten und die Ernährungsweise (z. B. hektisches Essen, unregelmäßige Mahlzeiten).
Fakt ist, dass beim Reizdarm die Bewegungsabläufe im Darm gestört sind und die Wahrnehmung des normalen Verdauungsablaufes schon als schmerzhaft empfunden wird. Forscher fanden heraus, dass Patienten, die unter einem Reizdarm leiden, eine erhöhte Anzahl von weißen Blutkörperchen, den Leukozyten, vorweisen. Das würde auf eine Entzündung der Darmschleimhaut hindeuten und könnte somit eine Ursache der Beschwerden sein.
Typische Symptome und Anzeichen bei Reizdarm
- Bauchschmerzen
- Blähungen
- Verstopfung
- Durchfall
- Schlafstörungen
- Depressionen
- Müdigkeit
- Angst
- Kopfschmerzen
- Rückenschmerzen
Krankheitsverlauf Reizdarm
Der Reizdarm tritt meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr zum ersten Mal auf und ist weit verbreitet; bei Frauen doppelt so oft wie bei Männern.
Zu den Schmerzen und Krämpfen im Bauchbereich können noch folgende Symptome hinzukommen: Durchfall bzw. Verstopfung im Wechsel, ein Druckgefühl im Unterbauch, eine veränderte Stuhlzusammensetzung (von hart über breiig bis wässrig), Blähungen, hörbare Verdauungsgeräusche, Abgeschlagenheit, Konzentrationsschwäche, Angst, Depressionen, Schlafstörungen, Migräne und Rückenschmerzen.
Wer unter einem Reizdarm leidet, steht oft unter starkem Leidensdruck, da diese Beschwerden die gesamte Lebensqualität einschränken und oft ein Leben lang anhalten.
Behandlung und Therapie von Reizdarm
Die Nahrungsmittel, die nicht gut vertragen werden, gilt es natürlich bei einem Reizdarm rigoros zu meiden. Als hilfreich erwiesen hat sich, eine ausreichende Menge am Tag zu trinken, da sich dies auch günstig auf die Darmschleimhaut auswirkt. Als Medikamente beim Reizdarm bieten sich entkrampfende und schmerzlindernde Präparate an, jedoch nur zur Akuttherapie, oftmals hilft schon die altbewährte Wärmflasche.
Quellende Mittel bei Durchfall (z. B. Flohsamen), Ballaststoffe ( z. B. Kleie) bei Verstopfung und Entschäumer (z. B. Lefax) bei Blähungen. Als pflanzliche Helfer beim Reizdarm sind vorrangig, Pfefferminze, Kamille, Kümmel und Anis zu benennen. Abschließend kann versucht werden, mit Hilfe von progressiver Muskelentspannung, Hypnose und einer Psychotherapie den tagtäglichen Stress etwas einzudämmen, um den Reizdarm zu entlasten.
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Bücher über Reizdarm
Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2012; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2012, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.
Von Dr. med. Albrecht Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin).
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