Autismus
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)Per Definition bezeichnet der Autismus eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die bei Kindern unterschiedlichen Alters einsetzt. Dabei schränkt eine autistische Störung die Entwicklung der Persönlichkeit sehr stark ein.
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Definition Autismus
Der frühkindliche Autismus, das sogenannten Kanner-Syndrom, ist eine der bekanntesten Formen. Wird im Alltag vom Autismus gesprochen, ist in der Regel diese Form des Autismus gemeint.
Dagegen stellt das Asperger-Syndrom sowie der Atypische Autismus eine mildere autistische Störung dar. Das Rett-Syndrom ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung mit autistischen Zügen. Indes ist das Spektrum der möglichen Autismus-Störungen sehr breit.
Jedoch haben alle Störungen eins gemeinsam, nämlich dass bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, wie zum Beispiel Schwierigkeiten beim Eingehen von Beziehungen mit Menschen, eine beeinträchtigte Sprachentwicklung sowie eingeschränkte Aktivitäten und Interessen und ein sich immer wiederholendes und stereotypes Verhaltensmuster bei Menschen mit Autismus gleich sind.
Ursachen für Autismus
Weitere Hinweise auf eine genetische Ursache liefern die sogenannten Zwillingsstudien. Zeigt ein Zwillingskind autistische Symptome, entwickelt auch das andere Zwillingskind überdurchschnittlich häufig autistische Symptome. Zudem zeigen auch gesunde Geschwister von autistischen Menschen oft autistische Auffälligkeiten. Im Vergleich zu anderen Kindern verläuft die geistige und sprachliche Entwicklung meist eingeschränkt.
Es wird vermutet, dass vier bis zehn Genfaktoren an der Autismusentstehung beteiligt sind. Dies erklärt auch die unterschiedlichen Formen des Autismus. So gelang es beispielsweise beim Rett-Syndrom, welches nur Mädchen betrifft, die genetische Ursache herauszufinden, denn bei den Mädchen ist das Gen MeCP2 auf dem X-Chromosom verändert.
Symptome und Diagnose bei Autismus
Der Autismus äußert sich durch unterschiedliche Symptome, die nicht bei allen Autisten gleichermaßen auftreten. So beginnt das Kanner-Syndrom beispielsweise schon im Säuglingsalter und beim Asberger-Syndrom zeigen sich die Symptome erst im Kindergarten- oder Grundschulalter. Zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 4. Lebensjahr beginnt das Rett-Syndrom, wobei hier Symptome einer schweren Entwicklungsstörung auftreten.
Beim Autismus gibt es keinen einheitlichen Verlauf. Zudem hängt es immer davon ab, welche Form des Autismus vorliegt und wie stark diese ausgeprägt ist. Beispielsweise können Menschen mit dem Asperger-Syndrom im Erwachsenenalter häufig ihren Alltag gestalten und sogar einen Beruf ausüben. Dagegen benötigen Menschen mit dem Rett-Syndrom enorme Unterstützung bei ihrer Lebensführung.
Hinzu kommt, dass es bei dem Rett-Syndrom einen fortschreitenden Verlauf gibt und Betroffene im Laufe ihres Lebens zunehmend pflegebedürftig werden. Häufig leben autistische Menschen mit einer zurückgebliebenen geistigen Entwicklung in einer sozialen Einrichtung.
Diagnose von Autismus
Eine Autismus-Diagnose zu stellen, ist nicht ganz leicht, denn nicht jedes Baby, das sich für seine Umwelt nicht interessiert, ist auch gleich autistisch. Auch einige Kinder im Kindergarten oder in der Schule möchten für sich sein, ohne dass gleich ein Autismus vorliegt.
So können beispielsweise auch Angststörungen für ein solches Verhalten ursächlich sein. Besteht der Verdacht, wird in der Regel ein Kinder- und Jugendpsychiater die Eltern nach den typischen Verhaltensweisen des Kindes befragen. Des Weiteren existieren vorgefertigte Fragebögen zur Diagnosestellung. Ein sorgfältiges Beobachten des Kindes ist ebenfalls für die Diagnosestellung nützlich.
Alles zusammen hilft dem Arzt, sich ein sehr umfassendes Bild zu machen. Auch andere Erkrankungen, wie zum Beispiel Psychosen oder Intelligenzminderungen sollten ausgeschlossen werden. Untersuchungen in den Bereichen Wahrnehmung, Motorik, Sozialverhalten, Intelligenz und Sprache können genauere Informationen über die Schwächen und Stärken des Kindes geben.
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Behandlung von Autismus
Die Therapie verfolgt die Ziele, der Hilfe und Unterstützung sowie die sich wiederholenden stereotypen Verhaltensweisen abzubauen. Dies versuchen Pädagogen, Psychiater und Psychologen mit unterschiedlichen Methoden. Des Weiteren sollte auch die pflegende Familie des Betroffenen durch diverse staatliche Einrichtungen unterstützt werden.
Eine zuverlässige und wirksame medikamentöse Therapie zur Behandlung des Autismus existiert bis heute nicht. Es können allerdings Neuroleptika oder Benzodiazepine zum Einsatz kommen, die dabei helfen sollen, starke Spannungszustände oder selbstverletzendes Verhalten zu begrenzen. Einige Autisten leiden an epileptischen Anfällen, die ebenfalls medikamentös behandelt werden können.
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