Agoraphobie
Unter einer Agoraphobie versteht der Mediziner einer psychische Störung bzw. Phobie. Der Betroffene fürchtet sich aus einer Alltagssituation (z.B. in der S-Bahn oder beim Frisör) nicht flüchten zu können. Diese Angstsituation mündet dann meist in eine Panikattacke.
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Definition Agoraphobie
Betroffene, die unter einer Agoraphobie leiden, übertragen ihre Angstzustände in normale Lebenssituationen. Sie überschätzen jedoch die Gefahr einer Situation und haben daher Angst, sich an bestimmte Orte mit einer Menschenansammlung zu begeben. Letztlich kann dieses übersteigerte Angstgefühl dazu führen, dass sie die eigene Wohnung nicht mehr verlassen.
Ursachen für Agoraphobie
Der Tod eines sehr nahestehenden Menschen, Konflikte in einer Partnerschaft, die Scheidung von dem Ehepartner, Mobbing auf der Arbeitsstelle, berufliche Überlastung oder eine Kündigung können auslösende Umstände zu einer Agoraphobie sein.
Dass jeder Mensch anders bei Stress oder in belastenden Lebenssituationen reagiert, ist teilweise genetisch bedingt, andererseits aber auch eine Folge der Verhaltensweisen, die in der Kindheit erlernt wurden.
Jeder Mensch hat seine persönlichen Schwachstellen und reagiert anders bei seelischen Verletzungen, Verwundungen oder im Stress.
Diagnose und Verlauf bei Agoraphobie
Bei einer Agoraphobie zeigen sich psychische und physische Reaktionen bei dem Betroffenen. Viele Ängste bestimmen sein Denken, sein Gefühl und seine Verhaltensweisen. Dies äußert sich darin, dass er ständig fürchtet, ihm könne etwas Schlimmes passieren oder er könne alleine und hilflos oder gar in Lebensgefahr sein.
Komme ich hier lebendig wieder heraus? Was ist, wenn ich einen Herzinfarkt bekomme? Das kann ich alleine nicht schaffen! Ich halte es nicht mehr aus! Was ist, wenn ich keine Luft mehr bekomme oder ohnmächtig werde? - Ohnmachtsgefühle dieser Art führen zu einem hohen Blutdruck und die Muskulatur im Körper verspannt sich.
Dies führt zu körperlichen Reaktionen, die wiederum erneut Angst auslösen. Schweißausbrüche, ein trockener Mund, Zittern, starkes Herzklopfen oder ein schneller und unregelmäßiger Herzschlag, Atemnot, Übelkeit und Erbrechen, Harn- und Stuhldrang, Schwindel und Benommenheit sind einige mögliche physische Symptome bei einer Agoraphobie.
Weil sich der Betroffene vor diesen körperlichen Reaktionen fürchtet, beginnt er bestimmte Situationen oder Orte zu meiden. Er geht nicht mehr auf öffentliche Plätze, in Kaufhäuser, in Supermärkte, in Gasthäuser oder Hotels, in Kinos oder Theaterveranstaltungen. Er vermeidet es, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren oder Fernreisen mit dem Flugzeug oder der Bahn zu unternehmen.
Wer unter einer Agoraphobie leidet, erlebt seine Symptome anfangs phasenweise. Zunehmend wird er allerdings unsicherer und glaubt, dass er tatsächlich von einer schweren organischen Krankheit betroffen ist. Bleibt eine Agoraphobie unbehandelt, ist der weitere psychische Verlauf ungünstig.
Behandlung von Agoraphobie
Sollte ein Suchtverhalten in Bezug auf Alkohol oder Medikamente beim Betroffenen entstanden sein, um Angstsituationen auszuhalten, muss auch dieses therapeutisch behandelt werden.
Zur therapeutischen Behandlung der Agoraphobie bieten sich praktisch zwei Wege an:
Bei der systematischen Desensibilisierung versucht der Therapeut dem Betroffenen schrittweise zu helfen. Zuerst werden bei einer Gesprächstherapie individuelle Bewältigungsstrategien erarbeitet. Dabei kann es hilfreich sein, ein Entspannungsverfahren zu erlernen, das nachfolgend bei den praktischen Konfrontationsübungen bzw. Desensibilisierungstherapie unterstützend praktiziert wird.
Zusätzlich könnte eine Imaginations-Therapie den Betroffenen individuell vorbereiten. Weiterhin könnten durch Hypnosetherapie starke Blockaden gelöst werden. Der konkreten Angstsituation sollte der Betroffene sich danach schrittweise gemeinsam mit seinem Therapeuten stellen, bis er gelernt hat, dass es unrealistisch ist, diese Angst zu haben oder dass er erfahren hat, wie er mit dieser Angst in dieser Situation positiv umgehen kann.
Die andere Möglichkeit zur Behandlung wird "Flooding" genannt. Dabei wagt es der Betroffene, sich freiwillig zuerst seiner schwierigsten Angstsituation zu stellen, während der Therapeut beobachtend im Hintergrund bleibt.
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Vorbeugung von Agoraphobie
Die erlernten Entspannungsverfahren und Verhaltensstrategien mit individuellen positiven Affirmationen helfen dem Betroffenen außerdem, akuten Angstzuständen einer Agoraphobie vorzubeugen.
Bücher über Agoraphobie
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