Insektengiftallergie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. Oktober 2017
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Eine Insektengiftallergie oder Insektenallergie oder manchmal auch Wespenallergie wird zumeist im Sommer, Spätsommer und manchmal auch noch (bei warmen Temperaturen) im Herbst von den verschiedensten Insekten durch Stiche ausgelöst. Nicht jeder Mensch ist von Natur aus gegen diese Insektenstiche allergisch. Wer es jedoch ist, setzt sich einem Gesundheitsrisiko aus. Da das Wespengift oder Bienengift bei manchen Allergikern lebensbedrohliche Symptome und Beschwerden hervorrufen kann, sollte man rechtzeitig beim Arzt einen Allergietest machen, um sich gegebenenfalls durch vorbeugende Maßnahmen gegen eine Insektengiftallergie schützen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Insektengiftallergie?

Bei einer Insektengiftallergie reagieren die betreffenden Personen allergisch auf den Stich einer Hummel, einer Wespe, einer Bienee, einer Hornisse oder anderen ähnlichen Insekten. Fühlt sich eines der genannten Insekten bedroht, so verteidigen sich die Tiere mit ihrem Stachel, wobei das jeweilige Insektengift unter die Haut injiziert und im ungünstigen Fall eine Insektengiftallergie auslösen kann.

Des Weiteren gibt es auch Menschen, die bei einem Ameisenbiss eine Insektengiftallergie entwickeln. Eine Insektengiftallergie ist eine Überreaktion auf die in dem Gift enthaltenen Inhaltsstoffe. Für normale Menschen ist ein Stich der einheimischen Insekten in der Regel harmlos. Normalerweise macht sich eine Insektengiftallergie erst bei einem wiederholten Stich bemerkbar.

Ursachen

Die Ursache für die Insektengiftallergie ist der Stich durch ein giftiges Insekt. Menschen, die an einer Insektengiftallergie leiden, reagieren in erster Linie auf das Gift von Wespen und Bienen allergisch. Die Stiche von der Großen Knotenameise und von Hummeln rufen hingegen weit seltener eine entsprechende Insektengiftallergie aus. Bei den Honigbienen sind nur die Weibchen dazu in der Lage, durch einen Stich eine Insektengiftallergie hervorzurufen.

Anders als bei den meisten übrigen Allergieformen, spielt bei der Ausbildung einer Insektengiftallergie die genetische Veranlagung vermutlich keine allzu große Rolle. Verantwortlich für die allergische Reaktion sind diverse, im Gift enthaltene Inhaltsstoffe, die von Insektenart zu Insektenart variieren. Es gibt jedoch sehr viele Menschen, die sowohl auf Bienen- als auch auf Wespenstiche überempfindlich reagieren, da zwei für die Insektengiftallergie verantwortliche Substanzen in den Giften beider Insektenarten vorkommen.

Hornissengift besitzt in etwa die gleiche allergene Zusammensetzung wie Wespengift. Da Hornissen jedoch weitaus weniger häufig zustechen, ist diesbezüglich auch eine Insektengiftallergie sehr viel seltener.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Der Pricktest ist ein Allergietest, um z.B. allergische Reaktion gegenüber Pollen oder Insektengift zu prüfen. Hierbei werden mögliche allergische Substanzen auf die Haut aufgetropft und diese anschließend mit einer Lanzette leicht angestochen. Nach 20 Minuten werden die Hautrötung und die Quaddelgröße beurteilt.

Bei der Insektengiftallergie unterscheidet man hinsichtlich des Krankheitsverlaufs fünf verschiedene Grade. Beim Grad 0 tritt eine lokale Schwellung auf, die größer als die Fläche einer Hand ist. Die Insektengiftallergie vom Grad I äußert sich in einer leichten Allgemeinreaktion, üblicherweise in einer generalisierten Nesselsucht, mit Übelkeit, Angstzuständen und Juckreiz. Bei der Insektengiftallergie Grad II können die von Grad I bekannten Symptome auftreten sowie eine Lippenschwellung, Atemnot, Bauchschmerzen, Erbrechen, Übelkeit, Durchfall, Schwindel und ein Engegefühl im Brustkorb.

Beim Grad III der Insektengiftallergie sind schwere Allgemeinreaktionen zu erwarten. Neben den Symptomen von Grad II können des Weiteren Schluckbeschwerden, eine undeutliche Sprache, ein Schwächegefühl, Benommenheit, Heiserkeit und Todesangst die Folgen der Insektengiftallergie sein. Die schwerste Verlaufsform der Insektengiftallergie ist die Schockreaktion mit einer zusätzlichen Blaufärbung der Lippen, einem unvermeidbaren Urin- oder Stuhlabgang, Bewusstlosigkeit, Blutdruckabfall und einem Kollaps (Anaphylaktischer Schock). Bis zu 20 Personen sterben im Jahr allein in Deutschland an den Ursachen einer Insektengiftallergie.

Komplikationen

Eine Insektengiftallergie kann im schlimmsten Fall zum Tode führen, wenn diese stark ausgeprägt ist und nach dem Insektenstich keine medizinische Behandlung erfolgt. Falls der Kontakt mit Insekten vermieden wird, führt die Insektengiftallergie allerdings zu keinen weiteren Beschwerden oder Komplikationen. Sollte es zu einem Stich kommen, so leiden die Patienten in den meisten Fällen an verschiedenen Symptomen.

Es kommt zu Schwellungen und zu brennenden Schmerzen an der Einstichstelle. Ebenso treten Juckreize auf und der Betroffene kann an einer Atemnot leiden. Nicht selten tritt dabei auch ein Kreislaufschock auf und der Betroffene kann das Bewusstsein verlieren. Die Betroffenen leiden dabei oft an Schwindel und Angst, wobei es nicht selten zu Panikattacken kommt. Es kommt zu einem Engegefühl im Brustkorb und oft zu Schmerzen im Bauch.

Nach einem Insektenstich sollte aus diesem Grund auf jeden Fall eine Behandlung erfolgen, damit es nicht zu irreversiblen Folgeschäden kommt. Die Behandlung selbst erfolgt dabei mit Hilfe von Medikamenten und führt nicht zu weiteren Beschwerden oder Komplikationen. Bei einer frühzeitigen Behandlung wird auch die Lebenserwartung des Betroffenen durch die Insektengiftallergie nicht beeinflusst.

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Behandlung & Therapie

Die Insektengiftallergie lässt sich anhand eines Blut- und Hauttestes diagnostizieren. Kommt es nach einem Insektenstich zu den erwähnten Symptomen, so sollte unverzüglich ein Allergologe zu Rate gezogen werden, da eine Insektengiftallergie unter Umständen tödlich enden kann. Ist eine Insektengiftallergie bekannt, so sollte der Betroffene in seinem eigenen Interesse stets ein flüssiges Kortison-Präparat, ein flüssiges Antihistaminikum und Adrenalin als Fertigspritze oder als Spray bei sich führen.

Des Weiteren kann eine Insektengiftallergie durch eine Immuntherapie behandelt werden. Eine solche Hyposensibilisierung bei einer Insektengiftallergie erstreckt sich im Regelfall über drei bis fünf Jahre. Die Erfolgsquote liegt bei etwa 90 Prozent. Im Rahmen einer Schnell-Immuntherapie kann eine gewünschte Hyposensibilisierung allerdings bereits nach einigen Tagen oder Wochen erreicht werden. Eine solche Schnellmethode bedarf allerdings der ständigen Überwachung durch einen Allergologen, da hierbei das Risiko für einen anaphylaktischen Schock bei einer Insektenstichallergie sehr hoch ist.

Das können Sie selbst tun

Mit einer Insektengiftallergie sollte zunächst zum Arzt gegangen werden. Der Mediziner wird die Allergie zunächst diagnostizieren und dem Betroffenen anschließend einen Allergie-Ausweis ausstellen. Dieser sollte immer getragen werden – ebenso das Notfallset mit Cortison, Adrenalin und Co. In erster Linie sollte jedoch versucht werden, den Kontakt mit Insekten zu meiden.

Patienten, die aufgrund ihres Berufs oder ihrer Lebensumstände einem erhöhten Insektenstich-Risiko ausgesetzt sind, empfiehlt sich eine Hyposensibilisierung. Bei Spaziergängen im Freien gilt es „verführerische“ Orte für Wespen, Bienen und Co. zu meiden. Außerdem sollten lange, helle, eng anliegende Kleidung und geschlossene Schuhe getragen werden. Zu Hause wird am besten ein Insektenschutzgitter installiert. Spezielle Duftstoffe aus der Apotheke, die die Insekten vertreiben, können an den Türen und Fenstern platziert werden.

Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einmal zu einem Insektenstich kommen, muss sofort erste Hilfe geleistet werden. Zunächst muss der Stachel entfernt werden, danach sollte die Einstichstelle gekühlt und abgedeckt werden. Wer eine schwere Allergie hat, sollte den Notarzt rufen und die mitgebrachten Notfall-Medikamente anwenden. Weitere hilfreiche Tipps bietet der Deutsche Allergie- und Asthmaverbund e.V.

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Quellen

  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg 2005
  • Plewig, G. et al.: Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Heidelberg 2012
  • Trautmann, A., Kleine-Trebbe, J.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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