Sprachstörungen
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Friedrich (Facharzt für Innere Medizin)Anzeige
Sprachstörungen, Sprachfehler und Sprechstörungen können sowohl angeboren als auch durch eine benachteiligte und unterenwtickelte Sprachentwicklung bei Kindern auftreten. Typische Sprachstörungen hierfür sind Stottern, Lispeln und Stammeln. Aber auch durch Unfälle und Krankheiten kann es im Laufe des Lebens zu einer Rückbildung der Sprache und des Sprechens kommen. Typische Krankheiten, die Sprachstörungen als Symptom haben, sind Schlaganfall und Demenz. Sprachstörungen dieser Art nennt man auch Aphasie.
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Definition Sprachstörung
Andererseits können Sprachstörungen auch schon vor Ausbildung der Sprachentwicklung entstehen. Beim Autismus vom Kanner-Typ - einer tiefgreifender Entwicklungs- und Sprachstörung, die sich meist vor dem 3. Lebensjahr herausbildet – bestehen neben der Sprachstörung meist auch schwere Kontaktstörungen und eine geistige Behinderung, verbunden mit Aggressivität und Selbstverstümmelung.
Eine weitere Form ist das Asperer-Syndrom - eine Autismusform, die auch im Erwachsenenalter auftreten kann. Des Weiteren gibt es eine nicht altersgerechte Ausbildung der Sprache, was als Sprachentwicklungsstörung bezeichnet wird. Diese lässt sich in Dyslalie (Stammeln durch Störung des Lautgebrauchs), Dysgrammatismus (Unfähigkeit, Sätze richtig grammatikalisch aufzubauen) und Sprachverständnisstörungen gliedern.
Zuletzt gibt es noch die Taubstummheit, eine Unfähigkeit zu hören und sich dabei sprachlich ausdrücken zu können. Sprachstörungen sind von, Stimmstörungen oder Legasthenie abzugrenzen.
Ursachen für Sprachstörung
Eine Sprachstörung kann durch eine verzögerte Sprachentwicklung, zentral durch eine frühkindliche Hirnschädigung, eine Schädigung der Sprachregion oder eine Taubstummheit bedingt sein.
Die Aphasie ist eine zentrale Sprachstörung, die durch Schädigung der Sprachregion nach Schlaganfällen, bei unzureichender Blutversorgung des Gehirns, Schädelhirntrauma, Hirntumoren, Hirnatrophie oder Enzephalopathien entstehen kann. Je nach Schweregrad und Lokalisation können auch sprachabhängige Leistungen wie Lesen, Schreiben und/oder Rechnen beeinträchtigt sein.
Am häufigsten kommen die motorische (Broca-Aphasie) oder die sensorische Aphasie (Wernicke-Aphasie) vor. Der häufigste Grund von Aphasien bei Kindern ist ein Schädel-Hirn-Trauma infolge eines Verkehrs-, Sport- oder Spielunfalls. Die Taubstummheit ist Folge einer angeborenen oder erworbenen Gehörlosigkeit, wobei der Sprachapparat erhalten ist.
Krankheiten mit Sprachstörungen
Behandlung und Vorbeugung von Sprachstörungen
Je früher die Therapie von Sprachstörungen und Sprachentwicklungsstörungen beginnt, umso erfolgreicher verläuft sie und umso schneller kann die Therapie Früchte tragen. Unter Berücksichtigung der individuellen Ursache sollte eine logopädische und sprachheilpädagogische Behandlung erfolgen. Vorbeugend wirken Veränderungen bei soziokulturell und umweltassoziiert bzw. psychisch verursachter Sprachentwicklungsstörung. Durch Vermeidung der Reize, die Zunahme des familiären Rückhaltes oder einer Fremdanregung können diese vermindert werden.
Vor einer Aphasie kann man sich nicht direkt schützen, allerdings können die kardiovaskulären Risikofaktoren, die eine Arteriosklerose fördern, gesenkt werden – beispielsweise Einstellung des Nikotinkonsums. Die Behandlung einer Taubstummheit ist erfolgsversprechend. Kann man die Gehörlosigkeit durch Hörgeräte beseitigen, kann ein gezieltes Sprachtraining erfolgen.
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Bücher über Sprachstörung
Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2012; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2012, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.
Von Dr. med. Albrecht Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin).
Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Sprachstörungen?
Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern
mamma kommentierte am 03.01.2013 um 14:25 Uhr
Unser Sohn spricht max. 20 Worte, ist 4 Jahre alt und leidet an einem Markerchromosom 2. Nun besteht der Verdacht auf eine Aphasie. Was würden Sie uns empfehlen?
Karl-Heinz kommentierte am 19.02.2013 um 18:29 Uhr
Hier ein Hilferuf einer verzweifelten Bekannten:
Alter: 79 Jahre
Problem: Seit ca. 3 Jahren zunehmende Sprechschwierigkeiten – Wörter kommen immer langsamer. Das Ergebnis ist aber immer perfekt – im Stil wie auch inhaltlich.
Alle neurologischen Untersuchungen (EEG, CT u. Kernspintomographie/PET) gaben zur Ursache keine Anhaltspunke. Alle Werte waren einwandfrei. Auch die Logopädie hatte keinen Erfolg. 2 Neurologen haben den tragischen Fall aufgegeben. Die Schilddrüsenwerte sind einwandfrei.
Die Bekannte hat eine ungewöhnliche Selbstdisziplin, überwindet - manchmal mit letzten Kräften - die immer größer werdenden Sprechschwierigkeiten, pflegt also den Sprechkontakt, wenngleich die seelische Belastung immer mehr zunimmt. Eine psychlogische Betreuung hilft ihr dabei, das harte Schicksal besser tragen zu können.
Auf evtl. psychische Ursachen angesprochen, lässt sich hier eine ideale Biographie feststellen:
Promovierte Akademikerin, vorzügliche Familie (3 Kinder; 7 Enkel) und glückliche Ehejahre.
Vielleicht lässt sich hier über Erfahrungsaustausch doch noch ein Weg finden, der meiner verzweifelten Bekannten weiter helfen könnte.
Auf jeden Fall jetzt schon mal meinen Dank im Voraus für Ihre Stellungnahme und freundliche Grüße Karl – Heinz
Elfi kommentierte am 10.03.2013 um 09:49 Uhr
Seit vorigem Jahr kann ich nicht mehr richtig sprechen. Es wurde bei mir eine ALS-Krankheit festgestellt. Zugleich wurde mir wiederum auch gesagt, dass es an einer Durchblutungsstörung im Gehirn liegt. Nun hätte ich gerne gewusst, ob dies stimmt, denn ich leide auch seit 10 Jahren an der Schaufensterkrankheit.

