Lispeln

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 24. Oktober 2016
Symptomat.deKrankheiten Lispeln

Lispeln oder Sigmatismus ist der Ausdruck für eine weit verbreitete und bekannte Sprachstörung. Besonders bei Kindern tritt diese Erscheinung häufig auf. Besonderes Kennzeichen für das Lispeln ist die mangelhafte bzw. phonetisch abweichende Bildung der S- und Z-Laute beim Sprechen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lispeln?

Bei Kleinkindern kann Lispeln ein normales Phänomen sein. Oft ist Lispeln aber Ausdruck einer Sprachstörung des Betroffenen. Nach wissenschaftlicher Definition zählt das Lispeln zu den sogenannten Artikulationsstörungen. Der Begriff des Lispelns wird verwendet, um Schwierigkeiten eines Betroffenen bei der Bildung von Zischlauten (wie beispielsweise dem 's' oder dem 'z') zu beschreiben.

Beim Lispeln kann zwischen mehreren Formen unterschieden werden. Am weitesten verbreitet ist dabei eine Beeinträchtigung des Lautes 's'. Da die griechische Bezeichnung für diesen Buchstaben 'Sigma' lautet, wird die entsprechende Form des Lispelns auch Sigmatismus genannt. Menschen, die nicht von Lispeln in Form eines Sigmatismus betroffen sind, bilden das 's' in der Regel, während die Zunge hinter den Zähnen verbleibt.

Beim Lispeln wird das 's' dagegen gebildet, während sich die Zunge an oder zwischen den Vorderzähnen befindet. Betrifft das Lispeln die Bildung des Lautes 'sch' (im deutschen Sprachraum), spricht die Wissenschaft von Schetismus; 'Chitismus' benennt ein Lispeln, das die Bildung des Lautes 'ch' betrifft.

Ursachen

Ein Lispeln kann verschiedene Ursachen haben. Da Kinder im Rahmen ihrer Sprachentwicklung die Zischlaute in der Regel erst vergleichsweise spät erlernen, ist bei ihnen Lispeln ein verbreitetes Phänomen und wird daher meist noch nicht als Artikulationsstörung im engeren Sinne bezeichnet.

Allerdings kann sich bei einigen Kindern auch eine Hörstörung hinter einem auftretenden Lispeln verbergen; in der Folge ist eine korrekte Aussprache der Zischlaute nicht möglich. Lispeln kann bei Betroffenen außerdem verursacht bzw. begünstigt werden durch Fehlstellungen an Zähnen oder Kiefer (siehe Kieferfehlstellung).

Auch Störungen der Muskulatur im Bereich des Gesichts können zu auftretendem Lispeln führen. Mögliche weitere Ursachen des Lispelns sind nicht zuletzt auch Lähmungserscheinungen oder Tumore, die die Zunge bzw. die Mundhöhle betreffen.

Diagnose & Verlauf

Lispeln wird diagnostiziert aufgrund der charakteristisch fehlerhaften Lautbildung eines Betroffenen. Dabei wird Lispeln im Sinne einer medizinisch relevanten Artikulationsstörung bei Kindern in der Regel erst dann gestellt, wenn ein ausreichendes Stadium der Sprachentwicklung erreicht ist.

Besteht beim Betroffenen ein Verdacht auf krankhafte Prozesse, die dem Lispeln zugrunde liegen (wie etwa Störungen von Gehör oder Muskulatur), kann dies durch entsprechende diagnostische Schritte geprüft werden.

Welchen Verlauf ein Lispeln nimmt, ist je nach Betroffenem verschieden. Ein entwicklungsbedingtes Lispeln bei Kindern legt sich häufig spätestens nach deren Zahnwechsel. Besteht ein Lispeln allerdings weiterhin und/oder ist es sehr stark ausgeprägt, können im Verlauf evtl. eine Ursachendiagnostik und eine sprachtherapeutische Behandlung wichtig werden.

Behandlung & Therapie

Aufgrund der Bedeutung des Zahnwechsels für den Verlauf des Lispelns bei Kindern raten Fachleute häufig dazu, erst nach vollständiger Ausbildung der bleibenden Vorderzähne mit einer evtl. Behandlung des Lispelns zu beginnen.

Ob bei einem entsprechenden Kind oder auch einem Erwachsenen tatsächlich eine Therapie angestrebt wird, ist in der Regel in Rücksprache mit einem behandelnden Arzt zu besprechen. Bei Erwachsenen, die ihr Lispeln behandeln lassen möchten, besteht meist ein Leidensdruck aufgrund der vorliegenden Artikulationsstörung.

Ein häufig eingesetztes Verfahren zur Behandlung des Lispelns ist die logopädische (stimmheilkundliche) Therapie. Zu einer solchen Therapie zählt je nach Form, in der ein Lispeln auftritt, vor allem das Training einer korrekten Lautbildung. Aber auch medizinische und ggf. psychologische Beratungen zählen häufig zum Therapiekonzept bei Lispeln. Vor allem bei Kindern ist ein Lispeln meist erfolgreich zu behandeln.

Liegen einem Lispeln körperliche Faktoren zugrunde wie etwa Fehlstellungen im Mundraum, Verletzungen oder verschiedene Erkrankungen, die das Hör- und Sprachvermögen beeinträchtigen können, ist ein wichtiger Therapiebaustein die Behandlung dieser zugrunde liegenden Problematik. Häufig ergänzen sich in diesen Fällen Ursachenbehandlung und logopädische Therapie.




Vorbeugung

Vorgebeugt werden kann Lispeln auf verschiedene Weise. So können beispielsweise frühzeitige Hörtests bei Säuglingen das Risiko eines späteren Lispelns einschränken. Auch ein Behandeln etwaiger Fehlstellungen von Zähnen oder sonstiger gesundheitlicher Beeinträchtigungen, die ein Lispeln begünstigen können, wirkt oft vorbeugend. Einem Lispeln beim Kind entgegenwirken kann außerdem eine deutliche Aussprache der Bezugspersonen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Habel kommentierte am 30.08.2013 um 13:54 Uhr

Ihre eingerichtete Seite ist sehr informativ, übersichtlich und hilfreich. Auch nach meiner Erfahrung sollte beim Thema Lispeln abgewartet werden, meist bis zum Zahnwechsel, in Einzelfällen sollte eine Vorstellung beim Logopäden stattfinden.

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