Logopädie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. November 2016
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Das Fachgebiet der Logopädie ist auf die Behandlung von Störungen der sprachlichen Kommunikation in Rede und Verständnis sowie von Schluckstörungen spezialisiert. Therapeuten der Logopädie kümmern sich in diesem Rahmen um die Prävention, Behandlung, Übung und Entwicklung der primären oralen Funktionen (Saugen, Schlucken und Kauen) im Wechselspiel zwischen Ohr, Stimme, Sprechen und Verstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Logopädie?

Die Logopädie (aus dem griechischen logo/ Rede und paideia/ Erziehung) konzentriert sich auf die empfängliche Sprache, die Fähigkeit gesprochene Worte aufzunehmen und zu verstehen sowie die expressive Sprache, die Fähigkeit, Worte zu benutzen, um sich auszudrücken.

Ebenso befasst sich die Logopädie mit der Mechanik der Formung von Worten, wie Artikulation, Tonhöhe oder Lautstärke. Erwachsene werden die Logopädie nach einem Schlaganfall oder traumatischen Unfall, die ihre Fähigkeit, sich sprachlich zu äußern, beanspruchen. Bei der Behandlung von Kindern verfolgt die Logopädie im Allgemeinen eher das Ziel, sprachliche Entwicklungsschwierigkeiten oder –rückstände auszugleichen.

Das Berufsbild des Spezialisten für Logopädie beinhaltet daher viele Übungen, um Zunge und Lippen zu stärken. Über entwicklungsfördernde Spiele zur Wortfindung oder zum Wortverständnis können sprachliche Fertigkeiten bis hin zur Befähigung zur Konversation stimuliert werden.

Behandlungen & Therapien

Der Fachbereich Logopädie wendet sich vor allem an Menschen, deren Schlucken, kognitiv-sprachliche Fähigkeiten oder Sprachkenntnisse von einem neurologischen Ereignis, einer Erkrankung, Schwächung oder möglicherweise im Zusammenhang mit einem zugrunde liegenden schwerwiegenden Krankheitsverlauf beeinflusst oder behindert wurden.

Dazu gehören Personen mit:

  • Schwierigkeiten in der Artikulation (z.B. Stottern, Lispeln)
  • Stimmproblemen, wie unangemessener Lautstärke oder einer rauen Stimme beispielsweise infolge von Stimmmissbrauch oder im Zusammenhang mit Krebs
  • kognitiv-kommunikativen Beeinträchtigungen des Redeflusses infolge der Einschränkung von Konzentrationsfähigkeit, Gedächtnisvermögen oder Befähigung zu abstraktem Denken sowie Problemlösungsvermögen durch einen Schlaganfall, Hirnverletzungen oder zugrunde Krankheitsprozessen
  • Aphasie oder Bewegungsstörungen
  • oropharyngealer Schwäche
Das Fachgebiet der Logopädie ist auf die Behandlung von Störungen der sprachlichen Kommunikation in Rede und Verständnis sowie von Schluckstörungen spezialisiert.

Das Behandlungsspektrum der Logopädie bietet eine breite Palette von Dienstleistungen, vor allem auf individueller Basis, aber auch als Unterstützung Familien oder Gruppen. In der Regel wird ein individueller Behandlungsplan, abgestimmt auf die Bedürfnisse des einzelnen Patienten erstellt. Gleichzeitig haben die Behandlungsansätze einen aufklärenden Charakter, um dem Patienten durch Aufklärung der Gemeinschaft eine vollständige Teilhabe an der sprachlichen Kommunikation zu ermöglichen.

Patienten mit Lippen- und Gaumenspalte oder Patienten im Wachkoma (Trachealkanülenmanagement) werden ebenfalls im Rahmen der Logopädie betreut. Das Behandlungsfeld der Logopädie erstreckt sich gleichfalls auf Patienten, die unter Verletzungen aufgrund von Komplikationen bei der Geburt oder der Nahrungsaufnahme, genetischen Erkrankungen, die sich negativ auf Sprech- und Sprachvermögen auswirken, ADHS, Autismus, Hörverlust, Alzheimer, Demenz oder Multiple Sklerose leiden.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

In der Logopädie werden zur Diagnose und Beurteilung des Redeflusses, von Sprache, Kognition und Schlucken neben nonformalen Einschätzungen auf Erfahrungsbasis körperliche Untersuchungen, technische Instrumente und standardisierte kognitiv - sprachliche Sprachtests angewandt.

Formal standardisierte Tests kommen in der Logopädie zum Einsatz, um die Fähigkeiten gegenüber Altersgenossen (Sprachscreening-Verfahren) oder die Auswirkungen von Hirnschäden, z.B. infolge eines Schlaganfalls, zu messen. Beim sogenannten Aachener Aphasie-Test (AAT) werden die sprachlichen Ebenen hauptsächlich durch das Verhalten bei Spontansprache überprüft und durch Tests beim Nachsprechen, Lesen und Schreiben oder im Sprachverständnis ergänzt.

Andere Testverfahren sind der Heidelberger Sprachentwicklungstest, der Psycholinguistische Entwicklungstest, Tests zur Überprüfung des Grammatikverständnisses oder verschiedene Intelligenztests. Sofern seitens vorangegangener Untersuchungen bei entsprechenden Fachärzten noch keine Erkenntnisse vorliegen, umfasst das Diagnoseverfahren der Logopädie eine Hörprüfung und in schwierigeren Fällen eine phoniatrisch–pädaudiologische Untersuchung.

Instrumentale Tests, wie beispielsweise der Einsatz eines Nasometers, prüfen physiologische oder anatomische Beeinträchtigungen. Die Logopädie bringt hier Untersuchungsverfahren wie die bildgebende Schluckdiagnostik über Röntgenuntersuchungen bis hin zu einer fiberendoskopischen Analyse des Schluckprozesses zum Einsatz. Die moderne Technologie ermöglicht feindiagnostische Untersuchungen, die Verfahren wie Stimmumfangsprofiluntersuchung, Stimmfeldmessung oder Signalanalyse umfasst.

Mit dem Göttinger Heiserkeits-Diagramm kann der Stimmschall exakt bestimmt werden. Motorische Tests in der Logopädie überprüfen Kraft, Koordination, Bewegungsbereich, Symmetrie und Geschwindigkeit der Hirnnerven. Bei komplexen Störungen der Sprachentwicklung oder beim Landau-Kleffner-Syndrom wird in der Logopädie ein Schlaf-EEG hinzugezogen.

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