Logopäde

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Die Sprache und die Kommunikationsfähigkeit stellen wesentliche Merkmale des Menschen dar. Umso schwieriger haben es diejenigen, die unter Störungen ihrer Sprache und Stimme leiden. Diese Menschen sind nicht nur in ihrer beruflichen und sozialen Existenz bedroht, sondern ebenfalls der Gefahr ausgesetzt, von ihrem sozialen Umfeld ausgegrenzt zu werden. Diesen Risiken kann häufig nur ein Besuch bei einem Logopäden entgegenwirken, welcher durch gezielte Behandlungen versucht, die Kommunikationsfähigkeit seiner Patienten zu verbessern.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Logopäde?

Ein Logopäde behandelt Menschen, welche unter Sprach-, Sprech-, Schluck- oder Stimmstörungen leiden. Seine Aufgabe ist es, die Kommunikationsfähigkeit dieser Menschen zu verbessern und ihnen die Integration in ihr soziales Umfeld zu erleichtern.

Um als Logopäde zu arbeiten, muss man in der Regel eine 3 Jahre andauernde Ausbildung an Berufsfachschulen für Logopädie absolvieren. Hier lernt der angehende Logopäde die zahlreichen Teilgebiete der Logopädie kennen, zu welchen unter anderem die Phonetik und die Linguistik zählen. Voraussetzungen für den Beruf des Logopäden sind eine geeignete Stimme, ein gutes Gehör, musische Begabung sowie Einfühlungsvermögen.

Beschäftigungsmöglichkeiten findet ein Logopäde zum einen in logopädischen Praxen, aber auch in diversen anderen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Institutionen zur Frühförderung. Zudem bestehen im Rahmen eines Studiums der Logopädie weitere Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Logopäden.

Behandlungen

Ein Logopäde behandelt in seiner Arbeit ein breites Spektrum an Krankheitsbildern. Zunächst stellen Schluckstörungen, welche die Prozesse der Nahrungsaufnahme- und Weiterleitung betreffen und häufig ihre Ursachen in neurologischen Erkrankungen haben, ein großes Behandlungsgebiet des Logopäden dar.

Ebenfalls behandelt der Logopäde häufig Parkinson-Patienten, die durch ihre Krankheit einen weniger beweglichen Sprechapparat besitzen, was zu einer monotonen und undeutlichen Artikulation führen kann. Auch Schlaganfallpatienten, welche überhaupt nicht mehr sprechen können oder unter einem gestörtem Redefluss leiden, werden vom Logopäden behandelt.

Bei Patienten im Kindesalter hat es der Logopäde häufig mit Sprachstörungen wie dem sogenannten Spät-Sprechen zu tun, welches Kinder, die mit 24 Monaten weniger als 50 Wörter beherrschen, betrifft. Um einer möglichen Sprachentwicklungsstörung entgegenzuwirken, ist eine frühe Diagnose hier von besonders großer Bedeutung.

Auch das Lispeln oder das Stottern, bei welchem geplante Wörter und Sätze gar nicht oder nur stockend geäußert werden können, zählen zum Behandlungsfeld eines Logopäden. Ebenfalls behandelt ein Logopäde Hörstörungen, welche häufig Auswirkungen auf die Sprachentwicklung haben können.

Diagnose- & Untersuchungsmethoden

Ein Logopäde behandelt Menschen, welche unter Sprach-, Sprech-, Schluck- oder Stimmstörungen leiden. Seine Aufgabe ist es, die Kommunikationsfähigkeit dieser Menschen zu verbessern.

Während einer Therapiesitzung testet der Logopäde zunächst Artikulation, Grammatik, Wortschatz sowie die Schreib- und Leseleistungen des Patienten.

Durch die weitere Untersuchung der Atem-, Stimm- und Schluckfunktionen wird nun unter Berücksichtigung eines ärztlichen Befundes eine geeignete Behandlungsmethode ausgewählt. So werden je nach Krankheitsbild ganz unterschiedliche Therapiemaßnahmen vom Logopäden durchgeführt.

Neben dem Ausführen von Atem- und Entspannungsübungen, unterstützt der Logopäde beispielsweise Schlaganfallpatienten bei der Rückgewinnung motorischer Kompetenzen und des Sprachgedächtnisses. Stotternden Patienten werden Techniken zur Verflüssigung des gestörten Sprechablaufs und zum Abbau der Störungsmechanismen vermittelt. Bei Kindern hingegen kann mittels Bildmaterial die Sprache trainiert werden.

Zudem bedient sich der Logopäde während der Sitzungen häufig an unterschiedlichen Gerätschaften wie Musikinstrumenten oder Geräuschdosen zur Förderung der auditiven Wahrnehmung. Auch Materialen wie Strohhalme oder Pustemühlen kommen zur Förderung der Mundmotorik zum Einsatz. Zum Verbessern der Feinmotorik werden Stifte und Fingerfarben als lautunterstützende Bewegungen eingesetzt, während Knete oder Sand zur Förderung der taktil-kinästhetischen Wahrnehmung genutzt werden können.

Ebenfalls arbeitet ein Logopäde bei kindlichen Patienten häufig mit Liedern, Reimen oder Geschichten, um durch spielerische Kommunikationsangebote das Kind in seinem sprachlichen Entwicklungsstand zu testen und entsprechend zu fördern.

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Worauf sollte der Patient achten?

Bei der Auswahl eines Logopäden müssen einige wichtige Punkte berücksichtigt werden. Zunächst sollte sich der Patient zuvor bei einem Arzt erkunden, ob wirklich eine logopädische Behandlung notwendig ist.

Falls dies der Fall sein sollte, wird dem Patienten vom Arzt eine Heilmittelverordnung ausgestellt. Die Kosten für diese ärztlich verordneten Behandlungen werden von der Krankenkasse übernommen. Ebenfalls ist es wichtig, dass der ausgewählte Logopäde für die jeweils zu behandelnde Krankheit spezialisiert ist.

Zudem sind die Behandlungen meist nur erfolgreich, wenn der ausgewählte Logopäde die Verbesserung der Sprachfähigkeiten individuell auf den Alltag des jeweiligen Patienten ausrichtet. Auch nach dem Einbeziehen von Bezugspersonen in die Behandlung sollte gefragt werden, denn diese können durch das Erlernen von Therapiemethoden dem Patienten im Alltag Hilfestützen anbieten.

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