Pricktest

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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Der Pricktest dient zum Nachweis einer allergischen Disposition auf unterschiedliche Substanzen. Er wird als Hauttest in der Regel auf beiden Unterarmen oder auf dem Rücken durchgeführt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Pricktest?

Der Pricktest verdankt seinen Namen dem englischen Begriff Prick, was übersetzt Stachel bedeutet. Der Pricktest ist ein allergisches Diagnostikum und heute aus dem medizinischen Alltag in allergologischen Praxen nicht mehr wegzudenken. Die Durchführung gilt als einfach, standardisiert und relativ risikoarm für den Patienten.

Gemessen wird beim Pricktest das Auftreten einer Allergiereaktion der Haut vom sogenannten Soforttyp. Durch das in die Oberhaut eingebrachte Allergen kommt es bei allergischer Disposition innerhalb weniger Minuten zu Hautreaktionen, deren Art und Ausdehnung unmittelbar Rückschlüsse auf Allergien zulassen.

Der Pricktest ist auch als Diagnostikum von der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie bei berufs- oder rentenrechtlichen Fragestellungen, die in Zusammenhang mit einer allergischen Erkrankung stehen, zugelassen. Der Pricktest hat also eine hohe diagnostische Aussagekraft im Hinblick auf Erstdiagnose oder Verlaufskontrolle von Allergien. Für den Pricktest werden nur standardisierte und zertifizierte Allergenlösungen eingesetzt, die bestimmten Qualitätskontrollen unterstehen und genau nach Vorschrift des Herstellers angewendet werden müssen. Der Pricktest kann nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bereits bei Säuglingen oder Kleinkindern zum Einsatz kommen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Um eine Neigung zu Allergien nachzuweisen, werden die Testlösungen in der Regel auf beide Unterarme des Patienten aufgetragen, dies geschieht in Tropfenform. Denn die Testlösungen befinden sich gebrauchsfertig in kleinen Glasfläschchen mit Tropfpipette. Angebrochene Lösungen können nach Herstellerangaben bis zu 6 Monate ohne Qualitätsverlust im Kühlschrank gelagert werden. Welche Lösungen aufgetragen werden, hängt von der Verdachtsdiagnose des Arztes ab. Pricktestlösungen sind als Einzel- oder Kombiallergene erhältlich.

Bei den Kombiallergenen sind meist mehrere spezifische Allergene in einer Testlösung zusammengefasst, beispielsweise Frühblüher-, oder Mittelblüherallergene. Reagiert der Patient auf ein solches Allergengemisch, dann können zur endgültigen Differenzierung die jeweiligen Einzelallergene separat auf die Haut aufgetragen werden. Wichtig ist, dass alle Hautareale, die mit dem Allergen benetzt werden, beschriftet sind, um so später die allergischen Reaktionen den jeweiligen Allergenen zweifelsfrei zuordnen zu können. Bei Nichtbeachtung kann es zu Fehldiagnosen kommen.

Der Pricktest dient zum Nachweis einer allergischen Disposition auf unterschiedliche Substanzen. Er wird als Hauttest in der Regel auf beiden Unterarmen oder auf dem Rücken durchgeführt.

Das Einbringen der Lösungen geschieht mittels feiner Nadeln, auch Pricktestlanzetten genannt. Diese feinen Stichwerkzeuge wurden eigens für den Pricktest als eine Form des Intrakutantests entwickelt. Durch die Epidermis wird die Testlösung dann an jeder Stelle in die Cutis eingebracht. Ein tieferer Stichkanal ist weder erwünscht, noch erforderlich.

Durch die Verletzung feiner Gefäße kann es mitunter zu Blutungen kommen, die jedoch auf die Diagnose keinen Einfluss haben. Die Stichlanzette ist für jedes Allergen zu wechseln, damit es nicht zu einer Vermischung der Allergenlösungen kommt, der Test wäre ansonsten nicht verwertbar. Hauptindikationen für die Durchführung eines Pricktests sind Nahrungsmittelallergien, Verdacht auf Allergie gegen Hausstaubmilben, Asthma und Heuschnupfen. Nach erfolgreicher Applikation der Allergene ist eine Inkubationszeit von 15 Minuten einzuhalten, erst danach kann die Auswertung erfolgen.

Die Bewertung erfolgt durch die schriftliche Dokumentation der Hautreaktion in den einzelnen Allergenfeldern. Es können typische allergische Symptome wie Rötung, Juckreiz und Quaddelbildung auftreten. Diese Hauterscheinungen können einzeln oder in Kombination auftreten. Jede noch so kleine Hautreaktion ist dabei ein Indiz für eine allergische Disposition gegen das getestete Allergen. Obwohl der Pricktest als Diagnostikum wichtig ist, wird eine Allergiediagnose aber immer im Zusammenhang mit der Anamnese und anderen relevanten Befunden gestellt.

Damit der Test gültig ist und verwertet werden kann, muss bei jedem Pricktest eine Positiv-, und Negativkontrolle mitgeführt werden. Im Testfeld für die Positivkontrolle wird eine verdünnte Histaminlösung aufgetragen, im Testfeld der Negativkontrolle reine, sterile physiologische Kochsalzlösung ohne Allergenzusatz. Der Test ist nur verwertbar, wenn im Testfeld der Histaminkontrolle eine Hautreaktion zu sehen ist und im Testfeld der Negativkontrolle keinerlei Reaktion festgestellt werden kann.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Aufgrund der Risiken und Gefahren sollte ein Pricktest ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht und der Bereithaltung eines sogenannten Notfallkoffers durchgeführt werden. Der Notfallkoffer enthält alle Gegenstände und Medikamente, die im Ernstfall schnell und effektiv am Patienten eingesetzt werden können.

Bei Patienten mit erhöhter Schmerzempfindlichkeit oder Nadelphobie kann der Pricktest nicht durchgeführt werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist die Durchführung häufig erschwert, da es den Kindern nicht immer leicht fällt, den Arm eine Weile ruhig zu halten oder kaum zu bewegen. Der Pricktest kann schwere Hautreaktionen in Form von Quaddelbildung mit Ausläufern, sogenannten Pseudopodien, verursachen.

Nach Auswertung des Tests können die Hautareale mit einem Antihistaminikum in Salbenform behandelt werden, was zu einem raschen Abklingen der Quaddelbildung und Rötungen führt. In seltenen Fällen kann es auch zu ausgedehnten Kreislaufreaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen. Der Patient muss dann umgehend als Notfall ärztlich versorgt werden. In diesen seltenen Fällen kommt es nach der Einbringung des Antigens schnell zur Ausprägung von Symptomen, die eine Kreislaufbeteiligung vermuten lassen.

Zu dieser Schocksymptomatik gehören beispielsweise Blutdruckabfall, Erbrechen, Schwindel, Atemnot oder plötzlich einsetzende schwere Kopfschmerzen. Bei der Durchführung des Pricktests ist ebenfalls darauf zu achten, dass bestimmte Medikamente wie Immunsuppressiva das Testergebnis im Sinne eines falsch negativ Testergebnisses verfälschen können. Andererseits kann eine entzündete, geschädigte oder sonst wie gereizte Haut ein falsch positives Testergebnis zur Folge haben.

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