Epidermis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Die Epidermis (Oberhaut) bildet als äußerste Hautschicht die Grenze zwischen Körper und Außenwelt. Sie dient vorrangig als Schutzschild gegen eindringende, krankheitserregende Organismen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Epidermis?

Der Begriff Epidermis leitet sich vom griechischen Wort epi (über) und dermis (Haut) ab, und bezeichnet die äußerste Hautschicht bei Wirbeltieren. Die Ausführungsgänge der Schweiß- und Talgdrüsen enden in dieser oberflächlichen Schicht der Haut.

Deren Sekretion ist verantwortlich für die Befeuchtung und Einfettung der Haut. Die Epidermis enthält keine Nerven und Gefäße, weshalb Verletzungen in dieser Hautschicht weder schmerzen noch bluten. Die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt durch die feinen Blutgefäße der darunter liegenden Hautschicht, der Dermis (Lederhaut).

Die Epidermis ist jene Hautschicht, die durch kosmetische Produkte beeinflusst werden kann. Der Effekt einzelner Produkte kann je nach Eigenschaft durchblutungsfördernd, aufpolsternd oder zellschützend wirken.

Anatomie & Aufbau

Anatomisch unterteilt sich die Epidermis von innen nach außen in folgende fünf Schichten:

  • Basalschicht (Stratum basale)
  • Stachelzellschicht (Stratum spinosum)
  • Körnerschicht (Stratum granolosum)
  • Glanzschicht (Stratum lucidum)
  • Hornschicht (Stratum corneum)

Zum Großteil (etwa 90%) besteht die Epidermis aus sogenannten Keratinozyten - hornbildenden Zellen. Dieser Zelltypus produziert Keratin und differenziert sich während des Verhornungsprozesses von Basalzellen in der tiefsten bis zu flachen, kernlosen Hornzellen in der äußersten Schicht der Epidermis. Dieser Vorgang nimmt etwa 4 Wochen in Anspruch - somit erneuert sich die Epidermis im Monatsrhythmus.

In der obersten Schicht angekommen, werden die Zellen dann wieder nach und nach zerstört und schilfern sich als feine Hautschüppchen durch Berührung oder Waschen von der Haut ab. Beim Wundverschluss werden ausgehend von der Basalschicht neue Hautzellen gebildet, welche anschließend langsam über die heilende Wunde wandern. Den Zusammenhalt zwischen den einzelnen Keratinozyten bilden die Desmosen (zelluläre Haftstrukturen). Sie sorgen für eine Stabilisierung des Zellverbundes gegenüber Scher- und Zugkräften.

Funktion & Aufgaben

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der Epidermis. Klicken, um zu vergrößern.

Die Epidermis bildet als äußerste Hautschicht die unmittelbare Schutzhülle gegen die Umwelt. Durch den dichten Verbund der Zellen in dieser Schicht stehen Mikroorganismen vor einer üblicherweise unüberwindbaren Barriere.

Eingebettet in der Epidermis liegen zudem die Melanozyten. Diese Zellen produzieren das Pigment Melanin, welches unserer Haut Farbe gibt und bei gefährlicher UV-Strahlung das Eindringen in tiefere Hautschichten verhindert. Dadurch werden die Zellen vor Verbrennung und Veränderung der DNA geschützt.

Zusätzlich verfügt die Epidermis über folgende Funktion: Durch eine ausgeprägtere Verhornung kann sie sich stärkeren mechanischen Belastungen anpassen. Dies resultiert in einer sehr variablen Dicke der Epidermis. Im Bereich der Fußsohle beispielsweise ist die Epidermis bis zu 2 mm dick, während sie im Bereich der Augenlider nur etwa 0,05 mm misst.

Auch in der Pflanzenwelt verfügen Blätter über eine Epidermis. Sie bilden auch hier das Abschlussgewebe nach außen und sind ebenfalls für den Schutz des darunterliegenden Pflanzengewebes verantwortlich.

Krankheiten & Beschwerden

Der Begriff Epidermolysis bullosa umschreibt eine Gruppe von vererbbaren Hautkrankheiten, die sich im Wesentlichen durch die Fragilität der Epidermis kennzeichnen.

Aufgrund einer Schwäche des Bindegewebes zwischen Epidermis und der darunterliegenden Dermis kommt es als Reaktion auf geringfügige mechanische Belastungen zur Ausbildung von Blasen an der Haut. Diese können äußerst schmerzvoll sein und auch an den Schleimhäuten im Körperinneren auftreten (beispielsweise im Mundbereich). Je nach Typ schwanken die Auswirkungen der Erkrankung von geringen Beeinträchtigungen bis hin zu schwerer Invalidität oder sogar bis zum Tod des Kindes.

Die Impetigo contagiosa (lateinisch impetere=angreifen, contagiosus=ansteckend) ist eine hochentzündliche, eitrige Entzündung der Epidermis. Am häufigsten tritt diese Erkrankung bei Neugeborenen und Kindern auf. Synonyme für diesen Begriff sind "Eiterflechte", "Grindflechte" oder "Schleppeiter".

Grundsätzlich wird zwischen einer klein- und großblasigen Variante unterschieden - beide Formen haben ihren Anfang vorwiegend im Gesicht. Hier bilden sich rote Flecken, welche rasch in mit wasserartiger Flüssigkeit gefüllte Bläschen übergehen. Nach der Eintrocknung bilden sich charakteristische gelbe Krusten. Die Therapie erfolgt mit einer lokalen Antibiotikaanwendung.

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