Blase (Bulla, Hautblase)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. Oktober 2017
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Fast jeder Mensch kennt Hautblasen durch leichte Verbrennungen oder nach dem Tragen von neuen Schuhen. Wenn man die Ursachen für das Entstehen einer Hautblase kennt, lässt sie sich leicht behandeln und in vielen Fällen sogar im Vorfeld vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hautblase?

Eine Hautblase, auch Bulla genannt, ist eine krankhafte Hautveränderung, bei der sich aufgrund einer Hautreizung Flüssigkeit ansammelt und den Hautbereich sichtbar nach außen wölbt.

Damit gehören Hautblasen in der Dermatologie zu den sogenannten Effloreszenzen. Sind Blasen wenigsten 5 mm groß werden sie als Hautblasen oder Bullae bezeichnet. Kleinere Flüssigkeitsansammlungen heißen in der Dermatologie Bläschen oder Vesicula.

In der Medizin werden drei Arten von Hautblasen unterschieden. Subkorneale Blasen sind solche, die unter der Hornschicht liegen, intraepidermale Blasen liegen in der sogenannten Oberhaut und unter der Lederhaut liegende Blasen werden als subdermal bezeichnet.

Ursachen

Blasen entstehen infolge von übermäßiger Hautreizung. Eine besonders typische Ursache für eine Hautblase sind Reibungen, beispielsweise durch Schuhwerk, das nicht richtig passt oder zu feucht ist.

Durch die Reibung entsteht Hitze, die die Haut verbrennt. Doch auch nach jeder anderen Art der Verbrennung zweiten Grades entstehen Hautblasen. Dies gilt nicht nur für physikalische Hitzequellen, wie Sonne, Feuer oder ähnliches.

Ursachen für Hautblasen können durchaus auch chemischer Natur sein. Neben Verbrennungen können Bullae auch durch Erfrierungen zweiten Grades oder Infektionen entstehen. Üblicherweise entsteht eine Blase nicht sofort, sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum, manchmal erst nach einigen Stunden.

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Diagnose & Verlauf

Eine Hautblase, auch Bulla genannt, ist eine krankhafte Hautveränderung, bei der sich aufgrund einer Hautreizung Flüssigkeit ansammelt und den Hautbereich sichtbar nach außen wölbt.

Eine Hautblase ist zwar schmerzhaft, solang sie vergleichsweise kleine Hautbereiche betrifft, gesundheitlich in der Regel aber unbedenklich. Eine Behandlung durch einen Arzt ist daher normalerweise nicht erforderlich.

Da sich das Auftreten einer Blase schon im Vorfeld durch Schmerzen ankündigt, kann die Ursache für die Hautreizung in vielen Fällen beseitigt und das Entstehen der Blase verhindert werden. Wenn sich eine Blase nicht mehr verhindern lässt, lösen sich die obersten Hautschichten ab und es kommt zur Einlagerung von proteinarmer Gewebeflüssigkeit.

Werden bei Blasen direkt Maßnahmen wie Kühlen oder Salben ergriffen, kann Einfluss auf ihre Entstehung und ihre spätere Größe genommen werden. Ist eine Blase erst einmal entstanden, braucht sie Zeit bis sie wieder verschwindet. In der Regel hat sich die Haut nach ein paar Tagen erholt. Aufgeplatzte Hautblasen brauchen in der Regel etwas länger bis sie verheilt sind. Dennoch bilden sich Hautblasen in der Regel vollständig zurück und hinterlassen keine Narben.

Komplikationen

Eine Hautblase ist meistens harmlos und platzt von alleine auf. Wer darauf nicht wartet und sie zu Hause selbst öffnet, setzt sich damit jedoch dem Risiko einer Infektion aus. Diese Komplikation tritt dann auf, wenn nicht mit sterilem Besteck gearbeitet wurde - das wiederum ist zu Hause nicht ganz einfach zu bewerkstelligen. Abkochen des Werkzeugs in Salzwasser oder Aussetzung einer ausreichend hohen Hitzequelle können Keime abtöten, doch wenn dies nicht gründlich geschieht, werden die Keime bei der Eröffnung der Bulla genau dorthin gesetzt, wo sie es besonders leicht haben, Infektionen auszulösen.

Die eröffnete Blase infiziert sich und da die betroffene Stelle sowieso bereits geschwächt ist, sind solche Infektionen meist nicht nach kurzer Zeit von allein wieder abgeklungen. Wenn die Hautblase an einer ungünstigen Stelle sitzt, die normalerweise belastet werden muss, kann das ebenfalls zu Komplikationen führen. Besonders häufig sind Blasen am Fuß, sie entstehen genau an den Belastungsstellen.

Wird die Hautblase nicht eröffnet, kann der Betroffene unter Umständen nicht mehr richtig auftreten und riskiert Verspannungen und Fehlbelastungen der Muskeln, die er zur ersatzweisen Bewegung beansprucht. Da diese Muskeln dafür nicht gemacht sind, reagieren sie mit Schmerzen und anschließender Überlastung. Um diese Art von Komplikation zu vermeiden, gilt eine ärztliche Eröffnung der Blase oft als besser.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Blasenbildung an der Hand und am Arm nach dem Übergießen mit kochendem Wasser nach einem Unfall.

Personen, die Hautveränderungen mit Blasen feststellen, sollten immer einen Arzt (z.B. Hautarzt) konsultieren. Es könnte eine bakterielle oder virale Hautinfektion, eine Autoimmunerkrankung oder eine Lebensmittelallergie dahinter stecken. Immunschwächende Hauterkrankungen, die mit Blasenbildung einhergehen, werden bullöse Dermatosen genannt und sind sehr selten.

Bei bullösen Dermatosen bildet der Organismus Antikörper gegen Zellbestandteile der eigenen Haut. Dadurch löst sich die oberste Hautschicht und es entstehen kleine oder große Blasen. Die Antikörper greifen massiv in die Hautstabilität ein, zerstören nicht nur die Oberhaut, sondern auch tiefer liegende Hautschichten. Es gibt mehrere Erkrankungen, die zur Gruppe der blasenbildenden Dermatosen zählen. Sie alle ähneln sich. Wenn sich eine Blase innerhalb gesunden Gewebes seitlich verschieben lässt, weist das auf eine bestimmte Autoimmunerkrankung hin.

Der Arzt testet auf Antikörper (Immunfluoreszenz), die in den Hautzellen und im Blut nachgewiesen werden können. Entstanden die Blasen aufgrund einer bakteriellen Infektion, ist die Behandlung mit Antibiotika ratsam. Durch Sonne oder Kälte kann die Haut so stark geschädigt werden, dass sich mit Flüssigkeit gefüllte Blasen bilden. Eine verbreitete, durch Viren verursachte, bläschenbildende Hauterkrankung ist Herpes simplex Typ 1. Sie tritt vorrangig an den Lippen auf und kann sehr schmerzhaft sein. Herpes simplex Typ 2 zeigt sich im Genitalbereich und wird ebenfalls durch Viren verursacht.

Behandlung & Therapie

Viele Menschen neigen dazu eine Blase aufzustechen. Es ist aber besser, die Blase so zu lassen wie sie ist. Die Haut der Blase, die sich über die Wunde spannt, schützt diese vor dem Eindringen von Bakterien.

Mit fortlaufendem Heilungsprozess bildet sich auch die Blase wieder zurück. Der Heilungsprozess kann mit diversen Salben aus der Apotheke beschleunigt werden. Wer sich dennoch dafür entscheidet, eine Blase aufzustechen, sollte dafür einen spitzen und vor allem sterilen Gegenstand wählen. Das Aufstechen einer Blase kann notwendig werden, wenn sich die Blase beispielsweise unter der Fußsohle oder an anderen Körperstellen befindet, an denen eine Blase nicht in Ruhe ausheilen kann.

Nachdem das Wundwasser aus der aufgestochenen Blase abgelaufen ist, wird ein Blasenpflaster über die Wunde geklebt, das die Funktion der Blasenhaut übernimmt und die Wunde vor möglichen Infektionen schützt. In manchen Fällen können die Hautblasen auch von selbst aufplatzen. Auch das ist nicht untypisch und erfordert in der Regel keine Behandlung durch einen ausgebildeten Mediziner.

Problematisch kann es jedoch werden, wenn sich die Wunde entzündet. Platzen Blasen auf, geben sie den Blick auf die Lederhaut frei. Im Vergleich zur Oberhaut ist die Lederhaut sehr viel heller und rötlicher und gibt Wundwasser ab. Dieses ist der ideale Nährboden für Bakterien aller Art, die durch die ungeschützte und offen liegende Wunde leichten Zugang haben. Infiziert sich die Wunde, muss ein Arzt aufgesucht werden, der die Wunde medizinisch versorgt.

Aussicht & Prognose

Die Aussichten für den weiteren Verlauf einer Blase sind je nach Ursache unterschiedlich. Blasen, die durch mechanische Belastung entstehen, bilden sich in der Regel mit der Zeit von selbst wieder zurück und heilen ohne Narbenbildung ab. Dennoch können auch Entzündungen entstehen, besonders wenn die Außenhaut der Blase geschädigt ist. Werden die Blasen frühzeitig erkannt, sind sie normalerweise gut mit medikamentösen Salben behandelbar.

Narben können meist nur dann zurückbleiben, wenn Blasen durch intensive Strahleneinwirkung, Verbrennung oder Erfrierung entstehen. Falls Allergien Auslöser sind, hängt der Verlauf von der Stärke der allergischen Reaktion ab. Da Allergien meist ein Leben lang bestehen bleiben, kann das erneute Auftreten der Blasen in diesem Fall nur durch die zukünftige Vermeidung des Kontakts zu dem allergenen Stoff verhindert werden.

Auch wenn Autoimmunkrankheiten Blasenbildung verursachen, fällt die Prognose, je nach Ausmaß der Immunantwort, sehr unterschiedlich aus. Die Behandlung ist unerlässlich, da diese Krankheiten unbehandelt bis zum Tod führen können. Meist werden als Therapie Medikamente eingesetzt, die jene Immunaktivität dämmen, die Symptome wie Blasenbildung hervorrufen. Diese Immunsuppressiva müssen in der Regel lebenslang eingenommen werden, da die zugrunde liegende Autoimmunkrankheit normalerweise nicht vollständig heilbar ist.

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Vorbeugung

Bevor eine Blase entsteht, schmerzt die betroffene Stelle bereits. Bei Blasen, die aufgrund von mechanischen Reibungen entstehen, können Hautblasen vermieden werden, wenn der Umstand, der zur Reibung führt, direkt beseitigt wird.

Auch bei Blasen durch Verbrennungen kann eine Blase verhindert oder zumindest die Größe der Blase verringert werden, indem die betroffene Stelle direkt ausgiebig gekühlt wird. Blasenpflaster eignen sich außerdem nicht nur zur Behandlung von Blasen, sondern auch zur Vorbeugung. Der Blasenbildung kann aber auch vollständig vorgebeugt werden, indem die Ursachen für Hautblasen gemieden werden.

In vielen Fällen reicht es schon aus ein paar alltägliche Dinge zu ändern. So sollte immer nur passendes Schuhwerk mit synthetischen und ebenfalls gut sitzenden Socken getragen werden. Socken sollten zudem regelmäßig gewechselt werden, um Feuchtigkeit im Schuh zu vermeiden. Wer absehen kann, dass durch Wanderungen oder Läufe die Belastung für die Füße erhöht wird, sollte diese langsam an diese Belastung gewöhnen, um Hautblasen vorzubeugen.

Um Feuchtigkeit durch Schwitzen zu verringern, gibt es in der Apotheke außerdem sogenannte Antihidrotika, die auf Bereiche der Haut aufgetragen werden können und so die Abgabe von Schweiß reduzieren. Wer mit Feuer oder heißen Gegenständen hantiert, sollte Schutzkleidung tragen und sich besonders vorsichtig in der Nähe der Hitzequellen verhalten. Im Haushalt reichen oft schon Ofenhandschuhe oder dergleichen aus, um kleinere Verbrennungen zu vermeiden.

Das können Sie selbst tun

Alltags- und Selbsthilfe ist beim Auftreten von Hautblasen in der Regel sehr gut möglich. Falls sich die Hautblase aufgrund neuen Schuhwerks am Fuß bildet, können bereits im Vorfeld vorbeugende Maßnahmen getroffen werden. Beispielsweise kündigt sich die Entstehung einer Blase am Fuß durch Schmerzen an der betreffenden Stelle an, und es zeigen sich Hautrötungen. Eine vorbeugende Maßnahme besteht darin, ein Pflaster mit weicher Polsterung auf die gerötete Stelle aufzukleben oder eine kleine Polsterung im Schuh selbst anzubringen. Besser als ein normales Wundpflaster sind spezielle Blasenpflaster geeignet. Sie sind besonders für Druckentlastung, Schmerzlinderung und sterile Abdeckung konzipiert.

Falls nach einer Verbrühung durch heißes oder kochendes Wasser die Bildung von Hautblasen zu erwarten ist, hilft eine Kühlung der verbrühten Haut, um die Entzündungsreaktionen, die vom Immunsystem eingeleitet werden, in Grenzen zu halten. Bestehende Hautblasen, die nicht mehr im Vorfeld verhindert werden können, sollten nach Möglichkeit Gelegenheit zur selbständigen Ausheilung bekommen, ohne sie zu öffnen. Falls die Blase sehr stört, kann sie auch mit einem spitzen Gegenstand, etwa einer Nähnadel, vorsichtig geöffnet werden. Es empfiehlt sich, die Nadelspitze vorher durch Alkohol oder durch Erhitzen in der Feuerzeugflamme zu sterilisieren, weil die Gewebsflüssigkeit in der Blase einen idealen Nährboden für viele pathogene Keime darstellt.

Bücher über Hornhaut & Blasen

Quellen

  • Achenbach, R.: Der große TRIAS-Ratgeber Haut, Haare, Nägel. Thieme, Stuttgart 2001
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Müller-Wohlfahrt, H., Montag, H.: Verletzt – was tun? Hilfe zur Selbsthilfe bei Sportverletzungen! wero press, Freiburg 2006

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