Impetigo contagiosa

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. Dezember 2017
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Die Impetigo contagiosa ist eine hochansteckende bakterielle Infektionserkrankung, die vor allem im Neugeborenen- und Kindesalter auftritt. Die Infektion kann aber prinzipiell in jeder Altersstufe auftreten. Synonyme sind Eiterflechte, Grindflechte, Borkenflechte oder Schleppe. Meistens sind Gesicht und Extremitäten betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Impetigo contagiosa?

Die Impetigo contagiosa zählt zu den bakteriellen Infektionen der Haut. Sie tritt häufig auf und ist hochansteckend. Auch wenn die Infektion jedes Alter betreffen kann, sind doch Kinder und Neugeborene am häufigsten betroffen.

Es gibt zwei Formen der Impetigo contagiosa, die unterschiedliche Bakterien als Ursache haben. Die kleinblasige Form wird von betahämolysierenden Streptokokken der Gruppe A ausgelöst. Erreger der großblasigen Form ist der Staphylococcus aureus.

Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage. Eine Infektionsgefahr besteht, solange offene, eitrige Hautstellen noch nicht abgeheilt sind. In dieser Zeit sind die Bläschen bzw. ihr Inhalt hochansteckend.

Ursachen

Die Impetigo contagiosa wird durch eine Schmierinfektion mit den genannten Bakterien übertragen. Die Bakterien befinden sich auch bei vielen gesunden Menschen im Nasen-Rachen-Raum.

Zur Erkrankung kommt es, wenn der Erreger durch aufgekratzte oder verletzte Haut in die Blutbahn eindringen und dort Gewebe zerstören kann. Daher sind zum Beispiel Kinder mit Neurodermitis, Windpocken oder Krätze besonders anfällig für die Impetigo contagiosa.

Die Bakterien werden durch direkten Kontakt oder verunreinigte Hände übertragen (Schmierinfektion). Sie überleben auch längere Zeit auf Gläsern oder anderen Gegenständen. Damit ist auch eine indirekte Übertragung möglich, wenn ein kontaminierter Gegenstand von mehreren Personen benutzt wird. Besonders leicht verbreitet sich die Infektion natürlich in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schule oder Kindergarten.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der Arzt kann eine Diagnose der Impetigo contagiosa anhand einer Blickdiagnose stellen, da der Ausschlag krankheitstypisch ist. Dazu ist auch ein Hautabstrich (auch Abstrich von Nasen- und Rachenraum) möglich, um den Erreger im Zweifelsfall nachweisen zu können. Differentialdiagnostisch schließt der Arzt eine Herpes simplex-Infektion aus.

Der Ausschlag bei der Impetigo contagiosa ist typisch. Der Patient zeigt goldgelbe, rot umrandete Krusten, die vor allem im Bereich von Mund und Nase und an den Händen auftreten.

Zunächst ist die Haut leicht gerötet und es bilden sich Bläschen, die mit Flüssigkeit oder Eiter gefüllt sind. Bei der kleinblasigen Form ist die Wand der Bläschen sehr dünn und platzt schnell. Dadurch bildet sich der krankheitstypische honiggelbe Schorf.

Bei der großblasigen Impetigo contagiosa kann der Patient auch Fieber entwickeln und Lymphknotenschwellungen aufzeigen. Die Flüssigkeit der Bläschen ist hochansteckend. Die Krustenbildung ist bei der kleinblasigen Form stärker als bei der großblasigen Impetigo contagiosa.

Schließlich fallen die Hautschuppen von selbst ab oder können mit der Hand entfernt werden. Bei konsequenter Therapie und Einhaltung hygienischer Bestimmungen heilt die Infektion in aller Regel ohne Folgen aus.

Während der Erkrankung kann es allerdings auch zu Komplikationen kommen. So kann der Patient eine postinfektiöse Glumeronephritis, eine Lymphadenitis oder eine regionäre Lymphangitis entwickeln.

Komplikationen

Durch die Impetigo contagiosa kommt es vor allem zu Beschwerden an den Extremitäten und im Gesicht des Patienten. Dabei bilden sich in den meisten Fällen Bläschen auf der Haut aus und der Betroffene leidet an einem starken Hautausschlag. Dieser Ausschlag kann jucken und es können auch Blasen ausbilden, die mit Eiter gefüllt sind.

Die Lebensqualität des Patienten wird durch die Impetigo contagiosa erheblich eingeschränkt und es kommt oft zu einem verringerten Selbstwertgefühl aufgrund der ästhetischen Einschränkungen. Nicht selten leiden die Betroffenen auch an Minderwertigkeitskomplexen und an Depressionen. Sie ziehen sich aus dem sozialen Leben zurück und leiden ebenso an einer starken Abgeschlagenheit.

Weiterhin kann es auch zur Schwellung der Lymphknoten und zur Ausbildung von Fieber kommen. Der Betroffene leidet ebenso an einer verringerten Belastbarkeit. Bei der Behandlung der Impetigo contagiosa kommt es zu keinen weiteren Einschränkungen oder Komplikationen.

Diese findet in der Regel mit Hilfe von Antibiotika statt und führt auch relativ schnell zu einem positiven Krankheitsverlauf. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Krankheit nicht eingeschränkt. Es können sich allerdings Narben in schwerwiegenden Fällen ausbilden.

Behandlung & Therapie

Wegen möglicher Folgeerkrankungen behandelt der Arzt eine Impetigo contagiosa in schwereren Fällen systemisch mit Antibiotika (Amoxicillin oder Flucoxacillin).

Für die betroffenen Hautstellen selbst verschreibt der Arzt ebenfalls antibiotikahaltige Salben wie z.B. Fusidinsäure, Mupirocin oder Retapamulin. Bäder und Umschläge mit desinfizierenden Lösungen sind ebenfalls hilfreich.

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Vorbeugung

Einer Ausbreitung kann man nur durch konsequente Einhaltung aller hygienischen Maßnahmen vorbeugen. Der Patient selbst sollte unter keinen Umständen an den hochinfektiösen Bläschen kratzen. Bei Kindern können die Eltern daher auch die Fingernägel möglichst kurz schneiden.

Regelmäßiges Händewaschen des Patienten und natürlich aller Kontaktpersonen ist unerlässlich. Alle Kleidungsstücke, die der Patient getragen hat und alle benutzten Handtücher und auch die Bettwäsche müssen bei 60° C gekocht werden.

Damit kann die Infektion eingedämmt und ein Ausbreiten verhindert werden. Um eine Infektion anderer Menschen zu vermeiden, darf der Patient Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten erst dann wieder besuchen, wenn die infizierten Hautstellen komplett abgeheilt sind. Das ist dann der Fall, wenn die Krusten komplett abgefallen sind.

Das können Sie selbst tun

Bei einer impegno contagiose ist auf jeden Fall eine ärztliche Behandlung erforderlich. Die medizinische Therapie kann durch einige Selbsthilfe-Maßnahmen und verschiedene Mittel aus dem Haushalt und der Natur unterstützt werden.

Die wichtigste Maßnahme besteht darin, die Krusten zweimal täglich abzulösen. Hierfür wird eine antiseptische Lösung benötigt, welche die Verkrustungen aufweicht und somit Verletzungen an der Haut verhindert. Anschließend kann die Wunde mit einer antiseptischen Salbe oder einem lokalen Antibiotikum versorgt und mit einem frischen Verband geschlossen werden. Bei der Entfernung der Krusten muss auf gründliche Hygiene geachtet werden, denn andernfalls können Entzündungen auftreten. Sind größere Hautareale betroffen, empfehlen sich desinfizierende Bäder mit Chinolinol oder Kaliumpermanganat. Bei chronischem Verlauf ist eine Behandlung mittels Antibiotika erforderlich.

Gegen den Juckreiz helfen sowohl medizinische Präparate als auch strikte Hygienemaßnahmen. Betroffene sollten sich häufig und gründlich die Hände waschen und nicht mit anderen Familienmitgliedern oder dem Partner baden. Außerdem sollten die Fingernägel regelmäßig geschnitten und die Handtücher nach der Benutzung heiß gewaschen werden. Betroffenen sollten sich für mindestens ein bis zwei Wochen krankschreiben lassen. Erst, wenn der Arzt Entwarnung gibt, darf wieder direkter Körperkontakt mit anderen Menschen aufgenommen werden.

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Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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