Koronare Herzkrankheit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. September 2017
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Koronare Herzkrankheit (KHK), Chronische Durchblutungsstörungen des Herzmuskels oder Chronische ischämische Herzkrankheit ist einer Herzerkrankung, die durch Arterienverkalkung und Durchblutungsstörungen im Herzmuskel ausgelöst wird. Dabei kommt es in der Folge zu einer Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff, sodass wichtige Funktionen des Herz-Kreislaufes nicht mehr erfüllt werden können. So gesehen kann die koronare Herzkrankheit zu Angina pectoris oder Herzinfarkt führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Koronare Herzkrankheit?

Die koronare Herzkrankheit, kurz KHK, ist eine Herzkreislauferkrankung und wird als isshämisch bezeichnet. Es geht im Großen und Ganzen um eine Verengung der Herzkranzgefäße, infolge zeigt sich eine Unterversorgung der des Herzmuskels. Dies zieht bei Nichtbehandlung unweigerlich bei einer koronaren Herzkrankheit einen Infarkt des Herzens nach sich. Es handelt sich um eine ernst zu nehmende Erkrankung, die in den meisten Fällen in Deutschland als Todesursache anzusehen ist.

Ursachen

Zu den Ursachen von koronaren Herzerkrankungen gehört die Arteriosklerose, eine Verkalkungsart der Arterien. Die Innenwände der Gefäße werden durch fettbeladenes Material verengt, in denen später der lebensbedrohliche Kalk ablagert. Durch die Verengung der Blutgefäße kann das Blut nicht zirkulieren, es kommt als Folge zum Absterben von Gewebepartikeln.

Dieser Zustand wird als Arteriosklerose bezeichnet, der sich allerdings auch auf alle Gefäße ausbreiten kann. Wenn dies geschieht und die Herzgefäße betroffen sind, sprechen die Experten von einer koronaren Herzerkrankung. Menschen, die starke Raucher sind, sind auch sehr gefährdet, an einer koronaren Herzerkrankung zu erkranken. Dies trifft auch auf Personen zu die sich fettreich ernähren unter hohem Blutdruck leiden und unter ständigem Stress stehen.

Weitere Ursachen für eine koronare Herzerkrankung sind in dem Krankheitsbild Adipositas (Übergewicht) zu sehen. Bei diesem Beschwerdebild sind nicht selten die Cholesterinwerte der Patienten deutlich erhöht und sie leiden unter einer effizienten Störung des Fettstoffwechsels. Ursachen für koronare Herzerkrankungen können auch zu hohe Zuckerwerte sein, wie sie beim Diabetes mellitus auftreten.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Der Verlauf einer koronaren Herzerkrankung ist immer chronisch, denn durch die weit fortgeschrittene Arteriosklerose tritt eine langsam fortschreitende Verschlechterung des Krankheitsbildes auf. Im gleichen Zuge singt in den meisten Fällen auch die Lebensqualität der betroffenen Patienten. Die ersten Anzeichen einer koronaren Herzerkrankung sind gar nicht so leicht erkennbar, denn die Krankheit geht schleichend voran.

Augenscheinlich sind bei Anstrengungen nur eine Kurzatmigkeit, die aufgrund der Unterversorgung mit Blut des Herzens zustande kommt. Die Patienten verspüren ein Engegefühl in der Herzgegend, Experten sprechen hier in diesem Fall von einer Angina pectoris.

Komplikationen

Die koronare Herzkrankheit (KHK) kann schwerwiegende Komplikationen zur Folge haben. Zu den frühen Auswirkungen zählt die Instabilität des Herzens, die mit Herzrhythmusstörungen einhergeht. Eine besonders schwerwiegende Komplikation der KHK stellt der akute Herzinfarkt dar. Grund dafür ist die Einengung von Herzkranzgefäßen innerhalb der Gefäßwand aufgrund von Plaquebildung.

Kommt es zu einem abrupten Aufreißen der Plaque, setzt sich die Blutgerinnung örtlich in Gang, was zum Anlagern der Plaques führt. Danach dauert es nicht mehr lange, bis das betroffene Herzkranzgefäß verschlossen wird. An den Anteilen, deren Versorgung bislang durch dieses Herzkranzgefäß stattfand, tritt ein Sauerstoffmangel auf, was von Ärzten als akute Koronarinsuffizienz bezeichnet wird.

Bemerkbar macht sich ein akuter Herzinfarkt in der Regel durch Schweißausbrüche, Atemnot, Übelkeit sowie ein Gefühl von Todesangst. In einem solchen Fall muss umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden, das über ein Herzkatheterlabor verfügt. Zu den schweren Auswirkungen der KHK gehört außerdem das Kammerflimmern. Dieses zeigt sich bei circa 80 Prozent aller Menschen, die aufgrund eines Herzstillstands bei einem Herzinfarkt versterben. Das Risiko dieser Komplikation ist besonders in den ersten Stunden des Infarkts ausgeprägt.

Eine später auftretende Folgeerscheinung der koronaren Herzkrankheit stellt die Herzruptur dar, bei der es zum Durchbruch der Herzmuskelwand kommt. Dabei zeigt sich innerhalb des Herzbeutels ein Bluterguss.

Behandlung & Therapie

Man kann die Koronare Herzkrankheit medikamentös oder operativ therapieren. Dies entscheiden grundsätzlich die Ärzte nachdem der Krankheitsverlauf und der Krankheitsstand eindeutig festgestellt worden sind.

Die Schwere der koronaren Herzerkrankung spielt die übergeordnete Rolle. Bei einer medikamentösen Therapieform werden Mittel wie Clopidogrel, Betablocker, ACE-Hemmer, Statine und selbstverständlich auch Acetylsalicylsäure zum Einsatz gebracht, die einzig und allein das Ziel haben, die Cholesterinwerte zu senken. Eine bestehende Angina pectoris wird mit einem Nitroglyzerinspray behandelt.

Die operative Therapie hat das Ziel der Verbesserung der Durchblutung des Herzmuskels herbeizuführen. Hierzu setzen die Ärzte in der Regel einen Bypass. Es kann auch eine Koronarangioplastie mit anschließendem Einsatz eines Koronarstent als Therapie durchgeführt werden. Dieses medizinische Implantat eignet sich insbesondere zur Erweiterung von kleinen Verengungen der Gefäße.

Auf diese ganz spezielle Art und Weise wird der zu erwartende neue Verschluss der Blutgefäße effizient verhindert. Diese Stents gibt es nicht nur als stützende Stents sondern auch als Koronarstents die Wirkstoffe abgeben, die einen Verschluss der Blutgefäße noch zusätzlich verringern oder sogar verhindern können.

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Vorbeugung

Wie kann man das Risiko einer koronaren Herzkrankheit reduzieren bzw. vorbeugen? Mit Hilfe folgender Punkte kann das Risiko eines Herzinfarkts und anderer Herzerkrankungen deutlich gesenkt werden:

1. Man sollte regelmäßig seinen Blutdruck messen (lassen). Insbesondere Erwachsene ab einem Alter von 40 Jahren sollten mindestens einmal jährlich ihren Blutdruck überprüfen lassen, Ein zu hoher Blutdruck belastet das Herz. Werte unter 130 zu 80 gelten als gut.

2. Man sollte sich gesund ernähren. Eine bewusste und gesunde Ernährung verringert das Risiko eines Herzinfarktes. Auf gesättigte Fettsäuren vor allem in tierischen Produkten wie Butter, ahne, Schweinefleisch u. a. sollte verzichtet werden, da diese den Cholesterinspiegel im Blut ansteigen lassen.

3. Man sollte ausreichend Sport treiben. Insbesondere leichte Sportarten der Ausdauer wie Nordic Walking, Radfahren oder auch Schwimmen verringern das Infarkt-Risiko.

4. Sofern man übergewichtig ist, sollte man dieses Übergewicht senken. Bereits 10 Kilo zu viel haben eine negative Auswirkung auf unsere Gesundheit, sowohl der Blutdruck als auch die Blutfettwerte erhöhen sich.

5. Man sollte sich selbst ein Rauchverbot erteilen. Bereits sechs Zigaretten pro Tag verdoppeln das Risiko eines Herzinfarktes, also Finger weg davon!

6. Man sollte zudem Stress möglichst vermeiden. Im Grunde hält der Körper Stresssituationen durchaus stand, dennoch sollte man es hier nicht übertreiben, da diese zu Bluthochdruck führen können.

Das können Sie selbst tun

Neben der medikamentösen Behandlung trägt ein gesunder Lebensstil maßgeblich dazu bei, trotz einer koronaren Herzerkrankung die Lebensqualität lange Zeit aufrechtzuerhalten.

Die Ernährung sollte abwechslungsreich und vielseitig sein, ballaststoffreiche Kost mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist fett- und kohlehydratreichen Speisen vorzuziehen. Ungesättigte Fettsäuren wirken sich günstiger auf die Blutfettwerte aus als gesättigte, die in frittierten Lebensmitteln und Fleischprodukten vorkommen. Gute Beispiele für die Zubereitung gesunder Mahlzeiten liefert die mediterrane Küche, bei der tierische Fette durch pflanzliche Öle und Salz durch Gewürze ersetzt werden.

Wichtig ist auch, Risikofaktoren abzubauen: Ein völliger Verzicht auf Nikotin kann die Lebenserwartung deutlich erhöhen, Alkohol sollte nur in Maßen genossen werden. Körperliche Aktivitäten helfen, Übergewicht abzubauen, verbessern die Kondition und verhelfen zu einem positiven Lebensgefühl. Ideal sind Ausdauersportarten wie Radfahren, Joggen oder Schwimmen, auch schnelles Spazierengehen wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus. Mehrere kurze Einheiten pro Woche sind dabei effektiver und schonender als eine lange, die Intensität muss an die eigene Leistungsfähigkeit angepasst sein. Im Zweifelsfall ist es empfehlenswert, gemeinsam mit dem behandelnden Arzt einen Trainingsplan zu erstellen.

Stress und Hektik schaden dem Herzen, im Alltag sollte deshalb ausreichend Platz für Erholung und Entspannung sein. Auch die Pflege sozialer Kontakte fördert das Wohlbefinden.

Bücher über Koronare Herzkrankheit

Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Roskamm, H., et al.: Herzkrankheiten. Springer, Heidelberg 2004

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