Atembeschwerden

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Oktober 2017
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Es gibt viele Ursachen für akute und chronische Atembeschwerden. Die Behandlung dieses Symptoms gehört grundsätzlich in die Hand eines Arztes. Atembeschwerden können anfallartig oder auch permanent auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Atembeschwerden?

Als Atembeschwerden bezeichnet man die verschiedensten Störungen im Bereich der Mundhöhle, des Kehlkopfes und der Luftröhre. Diese Störungen können körperliche oder seelische Ursachen haben.

Die Symptomatik der Behinderung des Luftholens kann bei Kindern und Erwachsenen auftreten. Beim Einatmen wird der Körper permanent mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff versorgt, indem über die Lunge das Blut des Menschen mit diesem angereichert wird.

Beim Ausatmen entsorgt der Körper dagegen Abfallstoffe, vor allen Dingen Kohlendioxyd. Beide Vorgänge sind für die Funktion aller Organe und Zellen lebensnotwendig. Wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, so drohen gesundheitliche Defizite.

Ursachen

Die Gründe für Atembeschwerden sind sehr vielfältig. Schon eine Erkältung oder eine Grippe können zu Beeinträchtigungen bei der Atmung führen. Schwellungen an den Nasenschleimhäuten oder Entzündungen im Rachenraum und den Tonsillen erschweren das unbehinderte Luftholen. Bleiben diese bakteriellen oder viralen Infekte unbehandelt, so kann die Infektion sich bis auf die Lungen hin ausbreiten.

Die Folgen sind ernsthafte Erkrankungen wie Bronchitis oder gar Lungenentzündung. Ein weiterer häufiger Grund für Atembeschwerden ist das chronische Bronchialasthma, das zu den allergischen Erkrankungen gezählt wird. Kinder können an dem gefährlichen Krupp Husten erkranken, der akute Atemnot zur Folge haben kann.

Bestimmte Krankheiten des Herzens können, da sie Auswirkungen auf die Lunge haben, ebenfalls zu Atembeschwerden führen. So führt die Herzinsuffizienz zu einem chronischen Sauerstoffmangel, der die Patienten regelrecht nach Luft schnappen lässt.

Eine weitere Ursache von Atemnot ist das Verschlucken von Fremdkörpern oder das Verätzen der Atemwege. Seelische Ursachen können Atembeschwerden wie das Hyperventilieren zur Folge haben.

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Diagnose & Verlauf

Atembeschwerden sind Gefühle erschwerten Atmens. Oft werden sie auch als Atemnot und als Luftnot (Dyspnoe) bezeichnet. Die Hauptursachen sind in der Regel Lungen-, Atemwegs-, und Herzkrankheiten

Erkältungen sind für den Arzt meist leicht zu diagnostizieren. Der Patient hat einen geröteten Hals, geschwollene Rachenmandeln, er niest und ihm läuft die Nase. Er bekommt schlecht Luft und hat oft Fieber und Kopfschmerzen. Der Arzt wird den Hals und die Nasennebenhöhlen ausleuchten und einen Blick in die Ohren werfen. Dann wird er mit dem Stethoskop die Lunge abhören.

Allergisches Asthma ist eine chronische Krankheit und der Arzt wird einen Allergietest und eine Lungenfunktionsprüfung veranlassen. Krupphusten bei erkennt der Kinderarzt am bellenden Husten und der Atemnot.

Die Atembeschwerden des Herzkranken erkennt der Mediziner durch verschiedenene Untersuchungen wie das Elektrokardiogramm. Aber manchmal kann er die Diagnose schon bei der augenscheinlichen Untersuchung stellen, da alle Patienten mit Herzinsuffizienz einen bläulich verfärbten Teint haben.

Haben beispielsweise Kinder Fremdkörper verschluckt oder chemische Substanzen ihre Atemwege verätzt, muss die Diagnose sehr schnell und auf Verdacht hin gestellt werden.

Komplikationen

Als Komplikation von unbehandelten Atembeschwerden droht eine Einschränkung der Lungentätigkeit.

Die Aufgabe der Lunge ist es, sauerstoffarmes Blut aufzunehmen und sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf abzugeben. Ist die Atmung des Menschen gestört, kann die Lunge nicht effektiv arbeiten. In der Folge gelangt nicht genügend Sauerstoff in die Zellen der Organe. Diese Unterversorgung führt unbehandelt zu Schlafstörungen, Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen und zu Schäden an den inneren Organen.

Der Körper muss für das Atmen mehr Energie als vorgesehen aufbringen, dies kann zu Gewichtsabnahme führen. Es kommt zur Einschränkung physischer und psychischer Belastbarkeit. Das Herzkreislaufsystem wird übermäßig beansprucht. Durch die Mehrarbeit des Herzens besteht die Gefahr einer Überlastung dieses Organs.

Die kleinsten Blutgefäße – die Kapillaren – werden nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt und verkümmern. Die Folge sind Sensibilitätsstörungen z.B. an Fingern und Zehen sowie schlecht heilende Wunden. Kommt es zum Absterben kleinster Blutgefäße im Gehirn droht ein Schlaganfall. Als Folge einer Dyspnoe können chronische Lungenschäden auftreten, die die Atemnot weiter verstärken.

Unbehandelte Atembeschwerden können eine Überblähung der Lunge auslösen. Hierbei bilden sich Toträume – irreparable Schäden - im Organ, das Lungengewebe stirbt ab. Dies führt zu einer zunehmenden Verringerung des Lungenvolumens. Im schlimmsten Fall führt eine unbehandelte Dyspnoe zum Zusammenbruch des Herzkreislaufsystems und zum Tod durch Ersticken.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Atembeschwerden, die über mehrere Tage bestehen bleiben oder sich innerhalb relativ kurzer Zeit verschlimmern, sollten grundsätzlich von einem Arzt abgeklärt werden. Dies gilt vor allem dann, wenn Vorerkrankungen der Lunge oder des Herzkreislaufsystems bestehen oder die Beschwerden mit Begleitsymptomen einhergehen.

Fieber und Kopfschmerzen deuten auf eine schwerwiegende Grunderkrankung oder eine Allergie hin – ein Arztbesuch ist hier dringend erforderlich und sollte aufgrund des zügigen Verlaufs vieler Lungenerkrankungen rasch erfolgen. Kommen Schwindel und Gefühle der Benommenheit hinzu, liegt womöglich bereits ein Sauerstoffmangel vor. In diesem Fall sollte schnellstmöglich ein Notarzt alarmiert werden. Bei Bewusstlosigkeit, plötzlich auftretenden Schmerzen im Lungen- oder Brustbereich und Erstickungsgefühlen muss ebenfalls schnell gehandelt werden.

Womöglich liegt eine schwere Erkrankung wie etwa eine unbehandelte Lungenentzündung vor, die bei Nichtbehandlung zum Tod des Patienten führen kann. Werden Atembeschwerden unzureichend oder zu spät behandelt, kann es zu einer Überblähung der Lungen kommen. Dabei bilden sich Hohlräume innerhalb der Lungengewebes und führen zum Absterben des Gewebes und im Extremfall zu Organversagen.

Probleme beim Atmen sollten deshalb generell von einem Arzt abgeklärt werden. Besonders dann, wenn die Ursache nicht bekannt ist, es in Folge der Beschwerden zu einer raschen Verschlechterung des Gesundheitszustandes kommt oder der Körper durch eine vorherige Erkrankung bereits geschwächt ist.

Behandlung & Therapie

Atembeschwerden sind ein Symptom und der Arzt muss vor einer Behandlung die Ursache herausfinden. Bei der einfachen Erkältung helfen oft schon Hausmittel wie Tees, Minzextrakte oder homöopathische Arzneien. Eine schwerere Grippe behandelt der Mediziner oft mit Antibiotika, um die Ausbreitung der Bakterien auf Bronchien oder Lunge zu verhindern.

Bei akuter Bronchitis oder einer Lungenentzündung erfolgt die Behandlung oftmals im Krankenhaus, da diese lebensbedrohlich werden könnten. Die gefürchtetste Komplikation der Lungenentzündung ist der Pleuraerguss. Dabei füllen sich Teile der Lungen mit infektiöser Flüssigkeit. Der Patient wird mit Antibiotika, Sauerstoffzufuhr und Infusionen behandelt. In schweren Fällen muss die Lunge punktiert oder operiert werden.

Herzinsuffizienz erfordert eine komplexe medikamentöse Behandlung oder eine Operation. Viele der Patienten warten auf ein Spenderherz für eine Transplantation.

Beim Verschlucken von Fremdkörpern müssen schon die Eltern erste Hilfe leisten, um das Ersticken des Kindes zu verhindern. Vergiftungen und Verätzungen gehören sofort in die Hände eines Arztes.

Aussicht & Prognose

Atembeschwerden (Dyspnoe) sind oft Anzeichen ernsthafter Erkrankungen. Sie verursachen teilweise Panikzustände und Schmerzen. Deshalb ist eine möglichst frühzeitige Diagnostik notwendig. Sie sollte mit einem Notfallmanagement einhergehen. Eine präzise Diagnose der Dyspnoe ist von der Art und der Schwere der ursächlichen Erkrankung abhängig.

Durch eine massive Dyspnoe wird der Organismus einem ausgeprägten Sauerstoffmangel ausgesetzt. Dieser Mangel kann Organschädigungen und andere schwerwiegende Folgen generieren.

Minderschwere Atemprobleme sind oft mit Endzündungen verbunden. Sie müssen abgeklärt werden, bevor sich bedrohliche Zustände einstellen. Nach umfänglicher Beseitigung der entsprechenden Grunderkrankung verschwinden die Atemprobleme. Treten chronische Grunderkrankungen auf, ist mit einem kontinuierlichen Verlauf der Atembeschwerden zu rechnen.

Setzen die Atemprobleme während des Schlafs ein, können eine erschwerte Atmung oder ein Atemstillstand Auslöser sein. Atemaussetzer können über längere Zeiträume lebensbedrohlich werden, eine ärztliche Behandlung ist daher unverzichtbar. Bei erschwerten Atmungsverläufen sollten sowohl die Sauerstoffzufuhr als auch die individuelle Schlafposition überprüft werden. Bereits so können Atembeschwerden im Idealfall beseitigt werden.

Weil Atembeschwerden zu einer Unterversorgung des Organismus mit dem lebensnotwendigen Sauerstoff führen, können Herz und Lunge im unbehandelten Zustand geschädigt werden. Als Folge können Muskelprobleme und psychogene Krankheitsbilder wie Panikattacken und/oder Angstzustände auftreten.

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Vorbeugung

Vitamine und Aufenthalte an frischer Luft mindern die Erkältungsgefahr und gegen Grippe kann man sich impfen lassen. Rauchen schadet den Atemwegen nachhaltig. Kleinkinder lässt man niemals unbeaufsichtigt und man hält Putzmittel und andere Chemikalien immer unter Verschluss.

Das können Sie selbst tun

Leichte Atembeschwerden können mit verschiedenen Hausmitteln und Eigenmaßnahmen behandelt werden. Zunächst hilft Trinken, die initiale Atemnot zu lindern und den Rachenraum von Schleim und möglichen Fremdkörper zu befreien. Tee aus Minzblättern, Melisse, Gänsefingerkraut oder Lavendel ist besonders wirksam und macht die Atemwege zumindest kurzfristig wieder frei. Ähnlich wirksam sind Kamillendampfbäder, welche die Schleimhäute befeuchten und die Bronchien entspannen.

Alternativ können Betroffene unter anderem Nasenduschen oder Hustenlöser anwenden, um die Atembeschwerden zu lindern. Ein feuchter, warmer Umschlag entspannt die Atemmuskulatur und ist, ähnlich wie Dampfbäder, vor allem bei Asthma und ähnlichen Atemwegserkrankungen wirksam. Weiterhin kann ein gesunder Lebensstil dazu beitragen, die Atemwege und das Immunsystem zu stärken und Atemnot künftig zu vermeiden. Bei starken Atembeschwerden sollte die Atmung durch langsames, kontrolliertes Atmen entspannt werden.

Betroffene mit Atemnot sollten sich in die Torwart- oder Kutscherstellung begeben, um eine optimale Sauerstoffzufuhr der Atemwege zu garantieren. Lassen sich die Beschwerden dadurch nicht lindern und kommt es zu intensiver Atemnot, sollte ein Notarzt alarmiert werden. Auch bei regelmäßigen Problemen beim Atmen, denen durch Hausmittel und Eigenmaßnahmen nur bedingt beizukommen ist, empfiehlt sich der Gang zum Arzt.

Bücher über Atembeschwerden

Quellen

  • Benninghoff / Drenckhahn: Anatomie – Band 1. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2008
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme 2008
  • Zilles, K. et al.: Anatomie. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2010

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