Konfrontationstherapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Eine Konfrontationstherapie ist eine bestimmte Vorgehensweise im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung, bei welcher der Patient mit angstauslösenden Situationen oder Faktoren direkt konfrontiert wird. Dies soll erreichen, dass die Angst abgebaut werden kann. Eine Konfrontationstherapie sollte nur unter fachkundiger Aufsicht stattfinden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Konfrontationstherapie?

Unter der Bezeichnung Konfrontationstherapie verstehen Experten einen Bestandteil einer psychotherapeutischen Behandlung, der etwa dann zum Einsatz kommt, wenn der Patient unter Angst- oder Zwangsstörungen leidet.

Besonders die Symptome von Angsterkrankungen werden meist durch einen oder mehrere Faktoren ausgelöst, was zu einer Panikattacke führen kann. Bei der Konfrontationstherapie wird der Patient gezielt mit genau diesem auslösenden Faktor konfrontiert (alternativ wird sie daher auch „Exposition“ genannt). Sie findet unter therapeutischer Aufsicht statt und soll ein Abschwächen oder gar vollständiges Abklingen der Ängste/Zwänge erreichen.

Eine Konfrontationstherapie ist keine eigenständige Therapie, wie der Name vielleicht vermuten lässt, sondern immer nur ein Teil einer umfassenderen Behandlung. Studien haben gezeigt, dass Therapeuten mit solchen Konfrontationsverfahren großer Erfolge bei Angstpatienten erzielen können.

Funktion, Wirkung & Ziele

Menschen, die unter einer Angststörung leiden, sind nicht selten in ihrem täglichen Leben eingeschränkt. Bestimmte Reize verursachen bei ihnen Angst- und Panikreaktionen von unterschiedlicher Heftigkeit.

Bei diesen Reizen kann es sich entweder um eher unspezifische Situationen (große Menschenmengen, enge Räume) oder sehr spezifische Auslöser (Spinnen) handeln. Je nach Schwere der Angststörung und der Wahrscheinlichkeit, auf den jeweiligen Auslöser zu treffen, leiden Angstpatienten unterschiedlich stark unter ihrer Erkrankung. Suchen sie deswegen einen Psychotherapeuten auf, kann dieser in Ansprache mit dem Patienten eine Konfrontationstherapie durchführen.

Im Verlauf dieser Intervention werden die betroffenen Personen gezielt dem auslösenden Reiz ausgesetzt; sie müssen sich also dem stellen, was ihnen am meisten Angst macht. Vorab findet ein ausführliches Gespräch statt, in dem der Therapeut den Patienten langsam auf das Bevorstehende vorbereitet. Das bedeutet, zunächst wird über den Reiz gesprochen und es werden beispielsweise entsprechende Bilder oder Videos angesehen. Jeder Schritt ist genau mit dem Patienten abgestimmt. Ein abruptes oder überraschendes Vorgehen des Therapeuten könnte die Angststörung noch verschlimmern.

Eine Konfrontationstherapie ist eine bestimmte Vorgehensweise im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung, bei welcher der Patient mit angstauslösenden Situationen oder Faktoren direkt konfrontiert wird.

Als letzter Schritt findet die direkte Konfrontation statt. Während der ganzen Zeit ist der Therapeut anwesend und wirkt positiv auf den Patienten ein. Die Konfrontationstherapie hat das Ziel, dem Betroffenen zu zeigen, dass seine Angst Grenzen hat. Angstpatienten glauben oftmals, ihre Angst könne sich bis in „Unendliche“ steigern und letztendlich zu ihrem Tod führen. Werden sie mit dem Auslöser konfrontiert, stellen sie nach einer Weile fest, dass die Angst nicht größer wird, sondern zunächst gleich bleibt und sich dann sogar abschwächt.

Experten sprechen dabei von einem „Verlernen“ der Angst, bei dem der Patient als letzte Konsequenz erkennt, dass seine Ängste unbegründet waren und er in Zukunft nicht mehr darunter leiden wird.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Eine Konfrontationstherapie erzielt statistisch gesehen oftmals gute Erfolge. Sie birgt allerdings auch einige Risiken für den Betroffenen. Wird die Exposition beispielsweise mittendrin abgebrochen, weil der Patient die Situation nicht ertragen kann, führt dies unter Umständen zu einer Verschlimmerung der Symptome.

Auch das Selbstbewusstsein kann erheblich darunter leiden, wenn die Konfrontationstherapie fehlschlägt. Schlimmstenfalls verstärkt sich die Angststörung als Konsequenz, und eine Behandlung wird dadurch deutlich erschwert. Es ist daher für den Erfolg der Therapie von großer Wichtigkeit, dass der Patient die Konfrontation bis zum Ende aushält. Nicht zuletzt hängt der Erfolg auch maßgeblich vom Therapeuten bzw. von der Beziehung zwischen Patient und Therapeut ab.

Die Angststörung kann nur mithilfe einer Konfrontationstherapie abgeschwächt bzw. beseitigt werden, wenn vorab bzw. begleitend eine umfassende Behandlung stattfindet. Auch die vorbereitenden Sitzungen sind dabei von großer Bedeutung. Ein Therapeut, der seinen Patienten nicht adäquat nicht auf die Konfrontation vorbereitet, geht Gefahr, die Angststörungen nur noch zu verstärken. Die Konfrontationstherapie sollte daher nur durchgeführt werden, wenn der Patient sich damit einverstanden erklärt und ein entsprechendes Vertrauensverhältnis zwischen beiden Parteien besteht.

Bücher über Ängste

Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Lieb, K., Frauenknecht, S., Brunnhuber, S.: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2015
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015

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