Progressive Muskelentspannung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. November 2016
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In unserer heutigen Zeit sind Stress und Anspannung an der Tagesordnung. Oft geschieht es unwillkürlich, dass sich Muskeln im Körper anspannen, ohne dass wir es merken. Der amerikanische Arzt und Physiologe Edmund Jacobson erkannte Ende des 19. Jahrhunderts erstmals Zusammenhänge zwischen chronischen Muskelverspannungen und den meisten Erkrankungen. Daraus wurde später die progressive Muskelentspannung, oft auch progressive Muskelrelaxation nach Jacobson genannt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist progressive Muskelentspannung?

Die progressive Muskelentspannung, auch progressive Muskelrelaxation genannt, ist ein Verfahren, das durch bewusstes Anspannen und anschließendes Entspannen bestimmter Muskelgruppen nacheinander eine tiefe Entspannung im Körper herbeiführt.

Jacobson hatte erkannt, dass nicht nur seelische Verspannungen zu körperlichen Anspannungen führen, sondern erkannte und wies auch nach, dass es auch umgekehrt funktioniert, dass entspannte Muskeln zur seelischen Entspannung beitragen.

Mit der progressiven Muskelentspannung entwickelte er ein Verfahren, das heute mit zu den wichtigsten Entspannungsmethoden gehört und leicht erlernbar ist.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die progressive Muskelentspannung nach Jacobson ist eine der bekanntesten Methoden, um Stress vorzubeugen und abzubauen. Darüber hinaus sensibilisiert dieses Verfahren den Körper, schneller Anspannungen wahrzunehmen und ihnen entgegenzuwirken.

Progressive Muskelentspannung findet überall Anwendung, wo es um die Linderung von Stresssymptomen geht. Häufig wird sie im Rahmen einer Verhaltenstherapie oder einer Schmerztherapie eingesetzt.

Mit der progressiven Muskelentspannung (PME) können u. a. die folgenden Beschwerden behandelt oder gelindert werden:

Auch in der Geburtsvorbereitung findet die progressive Muskelentspannung Anwendung, darüber hinaus bei nächtlichem Zähneknirschen, das schmerzhafte Kieferprobleme verursachen kann, Stottern, im Prinzip alle gesundheitlichen Probleme, bei denen Stress eine Rolle spielt.

Die progressive Muskelentspannung, auch progressive Muskelrelaxation genannt, ist ein Verfahren, das durch bewusstes Anspannen und anschließendes Entspannen bestimmter Muskelgruppen nacheinander eine tiefe Entspannung im Körper herbeiführt.

Das Prinzip der progressiven Muskelentspannung ist leicht zu erlernen und wird an den meisten Volkshochschulen als Kurs angeboten. Zunächst werden bestimmte Muskelgruppen angespannt, die Anspannung dann einen kurzen Moment gehalten und anschließend wieder entspannt. Durch die Anspannung vor der Entspannung spürt der Körper besser die wohltuende Wirkung der Entspannung. Nacheinander werden 16 Muskelgruppen zunächst angespannt und im Anschluss wieder entspannt.

Die Übungen können wahlweise im Liegen oder Sitzen ausgeführt werden. Je intensiver die Muskelgruppen vorher angespannt wurden, desto spürbarer ist hinterher die Entspannung. Wenn man die Übungen regelmäßig durchführt, entwickelt man ein besonderes Gespür für das Zusammenspiel zwischen Anspannung und Entspannung. Wichtig für den Erfolg ist das regelmäßige Üben. Manche Krankenkassen übernehmen bereits die Kosten für Kurse.

Das primäre Ziel der progressiven Muskelentspannung ist eine gesundheitliche Vorsorge jeglicher Art. Sie soll erreichen, dass der Körper in der Lage ist, ein ausgewogenes Verhältnis von Anspannung und Entspannung zu entwickeln und eine größere Gelassenheit. Regelmäßige Übungen stärken das Wohlbefinden und führen zu einer sensibleren Körperwahrnehmung, so dass man stressbedingte Verspannungen besser erkennen und rechtzeitig Abhilfe schaffen kann.

Zusätzlich wird durch die Übungen die Konzentrationsfähigkeit verbessert. Die progressive Muskelentspannung gibt den Übenden das Gefühl, selbst in der Lage zu sein, Stress und Anspannung wieder abzubauen und aus eigenem Antrieb etwas für die Gesundheitsvorsorge zu tun.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Auch wenn die progressive Muskelentspannung nach Jacobson eine tolle und leicht zu erlernende Entspannungsmethode ist, um Stress abzubauen, kann man sie doch nicht uneingeschränkt jedem Menschen empfehlen.

Bei Menschen, die unter Herzproblemen leiden, unter unkontrollierbarem Bluthochdruck, Psychosen oder Nervenerkrankungen ist Vorsicht geboten. Auch bei Menschen, die zwanghaft, hypochondrisch oder paranoid veranlagt sind, kann die Methode das Gegenteil bewirken von dem, was eigentlich beabsichtigt ist. Hypochondrisch veranlagte Menschen hören ohnehin ständig in sich hinein, deshalb würde die progressive Muskelentspannung kontraproduktiv wirken.

Auch bei Angstzuständen ist besondere Vorsicht geboten. Bei Kopfschmerzen hilft sie zwar allgemein sehr gut, aber bei schlimmer Migräne sollte man sie eher mit Vorsicht anwenden. Bei empfindlichen Menschen kann der Blutdruck absinken oder sie können hyperventilieren. Ein bestehendes Asthma kann sich während der Übungen verstärken.

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