Migräne

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. August 2017
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Migräne ist eine Krankheit, bei der vor allem ein starker Kopfschmerz im Mittelpunkt des Leidens und der Symptomatik steht. Begleitet wird Migräne häufig von Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Lärmscheu.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Migräne?

Die Definition für Migräne kann am besten als zumeist einseitige Kopfschmerzen mit immer wiederkehrenden Anfällen bezeichnen, bei denen als Begleitsymptome häufig Erbrechen und Übelkeit hinzukommen.

Von Betroffenen wird die Migräne oftmals als eine Art schmerzhafte Aura wahrgenommen, die von neurologischen Symptomen gekennzeichnet ist.

Dazu gehören vor allem: Schwarzwerden vor den Augen, Schwindel, Lähmungswahrnehmungen, Sprachstörungen, Sehstörungen und gestörte Geruchs- und Geschmacksinne.

Ursachen

Die Ursachen für Migräne sind noch nicht restlos erforscht. Man vermutet aber, dass vor allem familiäre bzw. genetische Gründe hinter dieser Krankheit stecken. Vor allem die Nervenerregbarkeit spielt in diesem Zusammenhang wohl eine zentrale Rolle. Als überholt gilt die These, dass eine mangelnde Durchblutung des Gehirns (Ischämie) für die Migräne verantwortlich ist. Es ist jedoch möglich, dass z.B. ein eingeklemmter Gesichtsnerv für schmerzhafte Kopfschmerzen sorgen kann.

Heutzutage geht man jedoch davon aus, dass der Neurotransmitter Serotonin für die Entwicklung von Migräne eine Hauptrolle spielt. Dabei ist das Serotonin ein Stoff, der für die Erregung einer Nervenzelle fungiert. Neurotransmitter haben so entweder eine hemmende oder reizende Wirkungs auf das menschliche Empfinden bzw. Nervenkonstrukt. Bei Migräne sind wahrscheinlich die Serotoninwerte nicht mehr im Gleichgewicht, sodass es zu einer Störung der Nerven bzw. Erregbarkeit kommt.

Der markante Kopfschmerz ist hierbei auf eine Erregung der Nervenfasern in der Hirnrinde zurückzuführen. Dabei kann sich eine schmerzhafte, pulsierende oder stechende Welle des Schmerzes ausbreiten. Weitere Ursachen können auch Schlafmangel, Stress, grelles Licht, Überlastung, Rauchen, Alkohol und hormonelle Störungen sein.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Der Verlauf einer Migräne gestaltet sich in fünf Phasen:

Infogramm zu den Ursachen und Symptomen bei Migräne und Kopfschmerzen. Bild anklicken, um zu vergrößern.
  • Auraphase: Wie der Name selbst zutreffend beschreibt entsteht in der Auraphase eine Art Aura, die vor allem von Sehstörungen und anderen neuronal-visuellen Auffälligkeiten gekennzeichnet ist.
  • Kopfschmerzphase: Hier treten die typischen, bohrenden, pochenden, pulsierenden oder stechenden Kopfschmerzen auf. Dennoch kann der Schmerz bei den Betroffenen an unterschiedlichen Stellen auftreten. Bei den meisten Patienten tritt der Kopfschmerz besonders an der Stirn auf. Begleit wird diese Phase von Lichtempfindlichkeit, Lärmempfindlichkeit, Übelkeit und teilweise auch Erbrechen. Dabei leiden manche Betroffene so stark, dass sie nur in abgedunkelten, stillen Zimmern, bewegungslos ruhen bzw. liegen können. Die Dauer der Kopfschmerzphase beträgt in der Regel 4 bis 70 Stunden.
  • Rückbildungsphase: In dieser Phase der Migräne nehmen die Schmerzen und Symptome wieder ab. Die Betroffenen fühlen sich zugleich schlapp, müde und ausgelaugt.
  • Erholungsphase: Am Ende des Migräneverlaufs setzt dann die Erholungsphase ein, die bis zu zwei Tagen benötigt. Erst dann sind der Migräneanfall und die Kopfschmerzen komplett verschwunden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: G43 Migräne) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Eine Migräne kann von verschiedenen Komplikationen begleitet werden. Zu den gefürchteten Langzeitfolgen zählt in erster Linie die chronische Migräne. Ärzte sprechen von einer chronischen Form, wenn sich an mindestens 15 Tagen im Monat Migränebeschwerden zeigen. Dabei spielt die Länge der Schmerzen keine Rolle. Gehäufte Anfälle treten zumeist bei einer Migräne ohne Aura auf.

Ebenfalls zu den Migränekomplikationen zählt der sogenannte Status migraenosus. Bei dieser Migräneform halten die Beschwerden trotz einer medizinischen Behandlung länger als 72 Stunden an. Darüber hinaus kommt es zu häufigem Erbrechen, wodurch wiederum die Gefahr einer Dehydratation (Austrocknung) besteht.

Mitunter bricht sogar der Kreislauf der Betroffenen zusammen, sodass eine stationäre Therapie in einem Krankenhaus erforderlich ist. Bis ein Status migraenosus auftritt, dauert es oft viele Jahre, in denen es immer wieder zu Migräneanfällen kommt und zahlreiche Medikamente verabreicht werden.

Eine weitere Folgeerscheinung stellt der migränöse Infarkt dar, bei dem es sich um einen Hirninfarkt handelt. Er wird von einer Aura begleitet, die über eine Stunde anhält. Zu den seltenen Komplikationen der Migräne gehört die persistierende Aura. Dabei dauern die Aurasymptome länger als eine Woche an.

Ein Hirninfarkt lässt sich dabei jedoch nicht nachweisen. In den meisten Fällen treten die Aurasymptome beidseitig auf. Eine dauerhafte Hirnschädigung ist durch die persistierende Aura im Gegensatz zum migränösen Infarkt nicht zu befürchten.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung bzw. Therapie von Migräne zieht sich zumeist über Jahre hin. Oftmals ist eine komplette Heilung nicht möglich oder steht nicht zur Aussicht. Bisher setzt man zur Migränebehandlung vor allem auf Medikamente und andere Therapiemaßnahmen. Dabei geht es hauptsächlich um eine Linderung der Kopfschmerzen und anderer Symptome oder Migräne.

Selbstständig kann man eine Minderung der Kopfschmerzen vor allem durch kalte Kompressen, Migränebrille, viel Schlaf, wenig Stress, Rückzug von Lärm und grellem Licht erreichen. Ebenso sollte diverse Lebensmittel gemieden werden. Migräneauslösende Nahrungsmittel können Alkohol, Käse, Glutamat und Schokolade sein. Weiterhin sollte therapeutische Maßnahmen zur Stressbewältigung erlernt und angwandt werden. Autogenes Training und Progressive Muskelrelaxion haben sich hierbei als vielversprechend erwiesen.

Schmerzmittel sollten nur in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden. Dazu zählen z.B. Antiemetikum gegen Übelkeit und Analgetika (z.B. Paracetamol, Ibuprofen) gegen die Schmerzen. Bei leichten Kopfschmerzen hilft manchmal auch ein starker Kaffee, da Koffein schmerzlösend sein kann.

Vorbeugung

Migräne kann man nur schwer vorbeugen. Dennoch zählen hier ein Leben ohne Stress, viel Bewegung oder Sport in der Natur bzw. an der frischen Luft zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen. Ebenso sollte auf eine gesunde Ernährung mit ausreichenden Mineralien und Spurenelementen geachtet werden. Rauchen und Alkohol sind für Migränepatienten tabu. Autogenes Training kann bei manchen Betroffenen gut gegen Stress und somit auch gegenMigräne vorbeugen.

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Quellen

  • Berlit, P.: Basiswissen Neurologie. Springer, Berlin 2007
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Trautmann, A., Kleine-Trebbe, J.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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