Zähneknirschen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Zähneknirschen, oder auch Bruxismus, bezeichnet das Aufeinanderpressen beziehungsweise Knirschen der Zähne durch eine Überaktivität der Kaumuskulatur. Zähneknirschen tritt überwiegend nachts auf und ist meistens auf Stress und psychische Überlastungen zurückzuführen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zähneknirschen?

Unter Zähneknirschen versteht man das Knirschen oder Pressen der Zähne trotz leerem Mundraum. Das bedeutet, das Knirschen dient nicht der Nahrungszerkleinerung, sondern ist eine unbewusste Bewegung der Kaumuskulatur.

Durch die hohen Kräfte, mit denen die Kaumuskulatur die Zähne aufeinander pressen kann, entstehen langfristig Schäden und Verschleißerscheinungen an den Zähnen und Kiefergelenken. Daneben kommt es zu Verspannungen im Hals- und Kieferbereich, die letztlich auch Kopfschmerzen oder Tinnitus auslösen können.

Das Zähneknirschen tritt meistens nachts während des Schlafes auf. Aber auch tagsüber kann es zu unbewusstem Zähneknirschen kommen, etwa in Phasen großer Anspannung oder großer Konzentration.

Ursachen

Die Ursachen des Zähneknirschens liegen zumeist in psychischer Anspannung, Leistungsdruck und Stress beziehungsweise in Situationen begründet, in denen der Betroffene sprichwörtlich „zähneknirschend“ vieles hinnimmt. Da der Körper Stress vor allem im Schlaf verarbeitet, ist das Zähneknirschen in der Nacht besonders ausgeprägt.

In selteneren Fällen können aber auch Fehlstellungen der Zähne oder schlecht angepasste Zahnprothesen der Grund für Zähneknirschen sein. Im Kindesalter ist ein Zähneknirschen oft auf einen natürlichen Vorgang zurückzuführen. Bei diesem schleifen Kinder ihre Milchzähne plan und passen somit die Kauflächen der Zähne im Ober- und Unterkiefer aneinander an.

Dieser Vorgang ist nicht als krankhaft anzusehen und sollte sich spätestens mit dem Zahnwechsel von selbst einstellen. Dennoch sollte auch bei Kindern das Zähneknirschen beobachtet werden, um eine chronische Abnutzung des Zahnapparates zu verhindern.

Diagnose & Verlauf

Eine Beißschiene oder Aufbissschiene ist eine individuell angefertigte Kunststoffauflage zur Behandlung von Fehlbelastungen der Zähne (zum Beispiel Zähneknirschen in der Nacht)

Das Zähneknirschen oder Zähnepressen ist ein unbewusster Vorgang, den der Betroffene selbst nicht wahrnehmen kann. Häufig wird der Lebenspartner auf die Knirschgeräusche in der Nacht aufmerksam. Der Zahnarzt kann das Zähneknirschen anhand von typischen Abnutzungsspuren an den Zähnen erkennen.

Ebenfalls kann durch Ertasten eine vergrößerte beziehungsweise verspannte und verhärtete Kaumuskulatur festgestellt werden. Im Gespräch zwischen Arzt und Patient werden bei Verdacht auf Zähneknirschen auch weitere Symptomatiken wie Kopfschmerzen, Schwindel und Tinnitus abgeklärt. Durch den enormen Druck, der beim Zähneknirschen aufgebracht wird, kann der Zahn bei fehlender Behandlung bis zum Zahnbein abgeschliffen werden.

Dieses ist weitaus weicher als der über dem Zahnbein liegende Zahnschmelz und deshalb viel anfälliger für Karies. Ein unbehandeltes Zähneknirschen führt damit langfristig zur Schädigung der Zahn- und Gebissstruktur insgesamt. Wird das Zähneknirschen jedoch erkannt und behandelt, hat der Patient keinerlei gesundheitliche Einschränkungen zu befürchten.

Komplikationen

Ständiges Zähneknirschen kann gesundheitliche Folgeerscheinungen und ernste Komplikationen hervorrufen. Zunächst führt Bruxismus zu einer Abnahme der Zahnsubstanz, was meist mit Riefen (feine Rillen) oder Zahnsprüngen (Risse in der Zahnhartsubstanz) einhergeht. Eine solche Abnutzung der Zähne ruft freiliegende Dentin-Stellen und mitunter auch Nervenschmerzen hervor.

Im Bereich des Zahnfleisches kann Zähneknirschen zu einem Rückgang des Gewebes und daraus resultierend zu einer Zahnfleischentzündung führen. Daraus entwickelt sich häufig eine Parodontitis, die wiederum das Risiko für Kieferknochenabbau, eine Lockerung der Zähne oder Zahnverlust erhöht. Belastet werden durch Broxismus auch die Kiefermuskeln und das Kiefergelenk.

Dies kann zu verschiedenen Komplikationen wie chronischen Rückenschmerzen oder einer craniomandibulären Dysfunktion führen. Langfristig hat ein Bruxismus auch Auswirkungen auf das körperliche und seelische Empfinden. Das ständige Reiben und Pressen der Zähne verschlechtert die Schlafqualität – Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen sind die Folge. Auch chronische Kopfschmerzen, Migräne und Depressionen können entstehen.

Bei der Behandlung von Zähneknirschen mittels Knirscherschiene kann der Knirschreiz unter Umständen noch verstärkt werden, insbesondere bei schlecht eingestellten Schienen. Davon ab können die verordneten Beruhigungsmittel sowie alternative Wirkstoffe aus der Homöopathie verschiedene Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen.

Behandlung & Therapie

Als ursächliche Behandlung gehört Stressabbau zu den wesentlichen Therapien bei Zähneknirschen. Hier können autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Yoga eine hilfreiche Stütze sein. Auch das Gespräch mit einem Psychologen kann helfen.

Daneben kann der Zahnarzt eine Beißschiene verschreiben. Diese besteht aus Kunststoff und wird während des Schlafes in den Mundraum eingesetzt. Die Zähne werden dabei durch eine Art Schützschicht getrennt, wodurch es trotz des nächtlichen Knirschens zu keinen Abnutzungserscheinungen der Zähne mehr kommen kann. Wärme und Massagen können zudem eine Entspannung der Muskulatur erreichen.

Eine erfolgreiche Behandlung des Zähneknirschens kann nur dann stattfinden, wenn sich der Patient dieses bewusst macht und auch tagsüber darauf achtet, ob und in welchen Situationen er die Zähne aufeinander presst. Dabei ist das Ziel das akute Pressen zu stoppen und langfristig die Stresssituation zu vermeiden.

Liegt das Zähneknirschen in einer Fehlstellung begründet, helfen gymnastische Übungen für den Kieferbereich, die Kiefer wieder in eine korrekte Haltung zurückzuführen. Außerdem empiehlt sich unter Umständen eine weitere Behandlung beim Kieferorthopäden. Schlecht sitzende Prothesen müssen in jedem Fall von einem Zahnarzt angepasst werden.

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Vorbeugung

Zähneknirschen kann durch Stressvermeidung vorgebeugt werden. Die Anwendung verschiedener Entspannungstechniken und ein Bewusstwerden über die eigene Lebenssituation sind dabei maßgeblich. Belastende Faktoren im Leben sollten soweit wie möglich beseitigt und positive Einflüsse gestärkt werden. Prinzipiell geht es dabei um ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Anspannung und Entspannung sowie einen bewussten Umgang mit Stresssituationen.

Bücher über Zähneknirschen

Quellen

  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Ott, R., Vollmer, H.P., Krug, W.: Klinik- und Praxisführer Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Weber, T.: Memorix Zahnmedizin. Thieme, Stuttgart 2016

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