Karies

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Karies bzw. Zahnfäule gehört, mit den typischen Ursachen der Zahnschmerzen und dunklen Verfärbungen der Zähne, zu den häufigsten Infektionserkrankungen in Europa. Karies wird dabei von Bakterien verursacht, die sich rund um die Zähne andiedeln und den Zahnschmelz angreifen. Besonders ungeputze Zähne, die zuckerhaltige Speisereste zwischen den Ecken haben, sind bei den Kariesbakterien besonders beliebt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Karies?

Die Zahnerkrankung Karies ist eine der häufigsten Erkrankungen in den industrialisierten Staaten. Fast jeder Mensch ist mindestens einmal im Leben von dieser Krankheit betroffen. Die oberen und hinteren Zähne sind deutlich häufiger von Karies betroffen; ebenfalls kommt es in einem bestimmten Alter vermehrt zum Ausbruch der Erkrankung. Besonders Kinder zwischen vier und elf Jahren sowie Männer und Frauen zwischen 55 und 65 Jahren erkranken oft an dieser Zahnkrankheit.

Grundsätzlich jedoch ist Karies eine Erkrankung, welche in jedem Alter auftreten und auch jeden Zahn betreffen kann. Eine ausreichende Mundhygiene und Zahnpflege kann bereits helfen, der Erkrankung Karies vorzubeugen. Die richtige Putztechnik ist hier ebenso wichtig wie das regelmäßige Auswechseln der Zahnbürste, nämlich mindestens alle drei Monate. Nach dem Zähneputzen sollte man es nicht versäumen, den Mund für mindestens 30 Sekunden mit einer Mundspülung zu spülen. Weiterhin sind natürlich regelmäßige Zahnarztbesuche sowie eine zahngesunde Ernährung, mit wenig Zucker, wichtig, damit Karies erst gar nicht auftritt.

Ursachen

Karies wird in den meisten Fällen ausgelöst von Bakterien, die sich auf den Zähnen ansiedeln und hier den Zahnschmelz beschädigen. Für die Entstehung von Karies sind aber weitaus mehr Faktoren verantwortlich. So spielt nicht nur die Zahnsubstanz eines Einzelnen eine entscheidende Rolle, auch die Ernährung kann verantwortlich sein für den Ausbruch der Erkrankung. Besonders zuckerhaltige Speisen begünstigen die Entstehung von Karies; diese in Verbindung mit Bakterien auf den Zähnen bieten beste Voraussetzungen für Karies, sich anzusiedeln.

Darüber hinaus können Menge und Zusammensetzung des menschlichen Speichels eine Rolle für die Entstehung von Karies spielen. Eine erhöhte Speichelmenge bewirkt einen besseren Abtransport der Speisen und gibt so schädlichen Bakterien weniger Chancen, sich auszubreiten.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Entwicklung von Karies bis zu den typischen Zahnschmerzen. Klicken, um zu vergrößern.

Wird die Erkrankung Karies nicht richtig behandelt, wird schlimmstenfalls nicht nur der Zahnschmelz angegriffen, sondern eventuell auch der Zahnnerv.

Dies kann im schlimmsten Fall zu einem Ausfall des betroffenen Zahnes führen. Im Anfangsstadium macht sich Karies meist durch helle oder auch bräunliche Stellen auf den Zähnen bemerkbar, den sogenannten Kariesflecken. Später können diese dunkel und sogar schwarz werden.

In diesem Stadium der Erkrankung ist die Karies bereits schmerzhaft; spätestens jetzt sollte schnellstmöglich ein Zahnarzt aufgesucht werden. Der Verlust oder die Lockerung von bereits vorhandenen Füllungen kann ein weiteres Indiz für eine bestehende Karies sein.

Eine Begleiterscheinung von Karies, die von vielen Patienten beobachtet wird, ist die Schmerzempfindlichkeit sowohl gegenüber heißen, kalten oder aber auch süßen Speisen.

Komplikationen

Karies entsteht, wenn die Mundhygiene vernachlässigt wird, sodass sich Bakterien in den Zahn hineinfressen. Der Zahn wird durch die Bakterien zersetzt, sodass ein Loch im Zahn entsteht. Natürlich ist dieses Bild mit verschiedenen Komplikationen verbunden, die ausschließlich durch eine ärztliche Behandlung beseitigt werden können. In vielen Fällen ruft Karies starke und langanhaltende Zahnschmerzen hervor, die nur durch einen Besuch beim Zahnarzt beseitigt werden können.

Wer dieses Krankheitsbild ohne jegliche Behandlung belässt, der setzt sich selber einem großen Risiko aus. Die Bakterien werden den Zahn dann weiterhin zersetzen, sodass die Schmerzen ebenfalls deutlich zunehmen werden. Nicht selten entsteht in diesem Zusammenhang auch eine Entzündung, die sich direkt unter dem Zahn bildet. Es kann sogar zur Entstehung eines Abszesses kommen.

Ein Abszess ist ein Hohlraum der mit Eiter gefüllt ist. Gelangen die darin befindlichen Bakterien in den menschlichen Blutkreislauf, dann besteht sogar die Gefahr einer Blutvergiftung. Im aller schlimmsten Fall droht akute Lebensgefahr, falls diese Komplikation ohne jegliche Behandlung bleibt.

Somit gilt: Auch Karies kann verschiedene Komplikationen hervorrufen, wenn der Gang zum Arzt auf die lange Bank geschoben wird. Nur durch eine ärztliche Behandlung können Komplikationen vermieden beziehungsweise frühzeitig erkannt und explizit behandelt werden.

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Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Karies richtet sich danach, wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist. Bei tieferen Zahndefekten wird die betroffene Stelle mit dem Bohrer behandelt und so die Karies entfernt. Hier wird meist eine örtliche Betäubung des Zahnnervs vorgenommen.

Eine in jüngster Zeit immer beliebter werdende Möglichkeit ist die sogenannte Lasertechnik; bei dieser verspürt der Patient keinerlei Schmerzen. Die durch das Bohren entstandenen Löcher werden mit speziellen Zahnfüllungen, meist mit Amalgam, verschlossen.

Der Zahnarzt erkennt eine Karies in der Regel bereits bei einem Blick in den Mund. Im Anfangsstadium geben Röntgenbilder ebenfalls Aufschlüsse. Ist die Karies bereits weiter fortgeschritten und der Zahnnerv in Mitleidenschaft gezogen, wird der behandelnde Arzt eine Wurzelfüllung anstreben.

Das können Sie selbst tun

Beim Verdacht auf Karies sollte zunächst ein Termin beim Zahnarzt vereinbart werden. Akute Schmerzen können bis zur Untersuchung durch Kühlung gelindert werden. Liegt tatsächlich eine Erkrankung des Zahnschmelzes vor, bleibt in der Regel nur eine medizinische Behandlung des Karies.

Begleitend dazu sollte auf eine gesteigerte Mundhygiene geachtet werden. Neben den üblichen Empfehlungen – die Zähne mindestens zweimal am Tag für drei Minuten sorgfältig putzen – bietet sich eine umfassende Zahnzwischenraumpflege an. Noch besser ist eine regelmäßige Zahnreinigung durch den Zahnarzt. Für Kinder bietet sich zudem eine Versiegelung der Zähne an.

Um eine Ausbreitung des Karies zu verhindern, sollte auch die Ernährung umgestellt werden: Obst und Gemüse statt Süßigkeiten, und Mineralwasser statt Limonade. Rauchern empfiehlt sich ein Rauchstopp, während Kaffee-Trinker auf ungesüßten Tee wechseln sollten. Ergänzend helfen verschiedene Hausmittel gegen den Karies. Bewährt hat sich etwa gemahlene Muskatnuss, die mit etwas Nelkenöl auf das Loch im Zahn aufgetragen wird und die Bakterien abtötet. Einen ähnlichen Effekt haben Salzwasser und Knoblauch. Gegen die Schmerzen helfen Nelkenöl und Anwendungen mit Anis oder Kamille.

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Quellen

  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Meyer-Lückel, H., et al.: Karies. Thieme, Stuttgart 2012
  • Meyer-Lückel, H., Paris, S., Ekstrand, K. (Hrsg.): Karies: Wissenschaft und Klinische Praxis. Thieme, Stuttgart 2012

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