Ekzem

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. Dezember 2017
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Ein Ekzem oder Dermatitis ist eine Hauterkrankung, die in verschiedenartigen Ausprägungen auftreten kann. Typische Anzeichen sind Schuppung, Nässen, Bläschenbildung und Krustenbildung der Haut. Die häufigsten Ursachen sind allergische Reaktionen auf bestimmte Stoffe und andere Hauterkrankungen oder Hautentzündungen. Aber auch mangelnde Hygiene kann zu Ekzemen führen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Ekzem

Das Ekzem ist eine Reaktion der Haut, die an eine Entzündung erinnert, allerdings nicht infektiös bedingt ist. Zunächst rötet sich dabei die Haut, bildet anschließend Bläschen und nässt. Das Abklingen der Krankheit ist von starker Schuppung der Haut und einer Krustenbildung gekennzeichnet. Zwar ist das Ekzem nicht infektiös bedingt, wird allerdings mit entzündlichen Reaktionen der Haut, die ähnlich verlaufen, unter dem moderneren Sammelbegriff Dermatitis zusammengefasst.

Ursachen

Das Krankheitsbild Ekzem wird in drei verschiedene Typen unterteilt. Das atopische Ekzem wird auch als Neurodermitis bezeichnet und ist in der Regel eine überempfindliche Reaktion der Haut. Die Ursachen für die Entstehung sind nicht vollständig geklärt. Es wird allerdings davon ausgegangen, dass die Symptome und Beschwerden entstehen, wenn der betroffene Patient eine genetische Disposition für das Ekzem hat und anschließend mit einem Auslöser in Berührung kommt.

Das allergische Kontaktekzem ist eine allergische Reaktion der Haut: Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass die Allergie nur durch die Ausbildung von Ekzemen auf der Haut zu erkennen ist. Eine Unverträglichkeit gegen Nickel kann solche Symptome hervorrufen, sobald der Patient mit dem Stoff in Berührung kommt. Das toxische Kontaktekzem hingegen beschreibt die Reaktion der Haut auf einen Stoff, der für den Menschen giftig oder schädlich ist. Die Ekzeme werden als Abwehrreaktion der Haut gebildet und gehören zum normalen Reaktionsbild bei Kontakt mit dem jeweiligen Stoff.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Obwohl es unterschiedliche Arten von Ekzemen mit verschiedenen Krankheitsbildern gibt, kommt es bei allen von ihnen zu typischen Ekzemreaktionen. Dabei handelt es sich um eine charakteristische Abfolge von Symptomen, die mehrere Stadien durchlaufen. Zu den typischen Leitsymptomen des Ekzems zählt der Juckreiz.

Weitere häufige Anzeichen der Ekzembildung sind Nässen, Schuppen sowie das Entstehen von Krusten auf der betroffenen Haut. Bei den Beschwerden ist zwischen einem akuten und einem chronischen Ekzem zu differenzieren. Bei einem akuten Ekzem zeigt sich zunächst eine Hautrötung. Darüber hinaus schwillt die Haut an und juckt. Normalerweise bilden sich die Beschwerden nach einigen Tagen wieder zurück.

Bei ausgeprägten Ekzemen zeigen sich im Anschluss an die Rötung Bläschen, die mit Flüssigkeit gefüllt sind. Schon kurz darauf platzen die Bläschen auf und es bilden sich Krusten, an die sich das Entstehen von Schuppen anschließt. Die Schuppenbildung gilt als Indiz für das Abheilen des Ekzems. Nicht selten tritt die Reihenfolge Rötung/Schwellung – Bläschenbildung – Krustenbildung – Schuppenbildung mehrere Male hintereinander auf.

Als typisches Merkmal eines chronischen Ekzems gilt das Entstehen einer hellen Hautrötung. Im weiteren Verlauf bilden sich Schwellungen, Bläschen oder Papeln. Oft leiden die Patienten auch unter Brennen und Juckreiz. Die Haut ist zumeist fortdauernd trocken und ständig gerötet. Weil sich der Patient durch den Juckreiz oft kratzt, drohen Begleiterscheinungen wie entzündete Knötchen und Kratzspuren. Oft kommt es auch zu Hautinfektionen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn das Ekzem nach zwei bis drei Tagen nicht zurückgeht, sollte ein Arzt konsultiert werden. Ekzeme, die große Hautflächen umfassen oder sich entzündet haben, bedürfen einer raschen Abklärung durch einen Mediziner. Selbiges gilt, wenn das Ekzem am Auge auftritt oder sich die Haut in Blasen ablöst. Beim Verdacht auf eine Neurodermitis sollte mit dem Hausarzt oder direkt mit einem Dermatologen gesprochen werden. Patienten, die an einer Hauterkrankung leiden, klären ungewöhnliche Hautveränderungen am besten direkt beim zuständigen Arzt ab.

Insbesondere Beschwerden, die sich auf keine andere Ursache zurückführen lassen und das Wohlbefinden erheblich beeinflussen, gilt es rasch abzuklären. Der Arzt wird in der Regel zunächst ein Gespräch mit dem Patienten führen und anschließend eine körperlichen Untersuchung durchführen. Ein einfaches Ekzem kann meist durch die Blickdiagnose erkannt und zielgerichtet behandelt werden. Bleibt die entzündliche Hauterkrankung allerdings unbehandelt, können sich weitere Komplikationen einstellen. Deshalb sollte bereits bei ersten Anzeichen eines Ekzems mit einem Arzt gesprochen werden.

Komplikationen

Durch ein Ekzem ist das Auftreten von zusätzlichen Komplikationen möglich. Dazu gehören in erster Linie Hautprobleme, die aufgrund des fortwährenden Juckreizes entstehen. Weil der Patient sich immer wieder an den betroffenen Stellen kratzt, hat dies oftmals eine Verschlimmerung des Juckreizes oder des Entzündungsprozesses zur Folge, was sich wiederum negativ auf die Heilungsfortschritte auswirkt.

Außerdem können die quälenden Beschwerden zu Schlafstörungen in der Nacht führen, wodurch kein erholsamer Schlaf möglich ist. Durch die Hautveränderungen wird nicht selten auch das äußere Erscheinungsbild des Patienten in Mitleidenschaft gezogen. In extremen Fällen lässt sich das Arbeitsleben mit den Folgeerscheinungen des Ekzems nicht mehr vereinbaren.

Werden am Arbeitsplatz aufgrund eines allergischen Kontaktekzems Sensibilisierungen auf Berufsstoffe festgestellt, die dort vorkommen, droht sogar eine Berufsunfähigkeit. Menschen, die unter einem Ekzem leiden, neigen außerdem zu weiteren Hautinfekten, die bis hin zu Impetigo reichen. Verantwortlich für die Hautinfekte sind zumeist Herpes-simplex-Viren oder Bakterien wie Staphylokokken. Durch das Aufkratzen der oberen Hautschicht können die Keime in die Haut eindringen.

Mitunter erleiden die Betroffenen auch eine Pilzinfektion. Besondere Vorsicht ist beim Auftreten von Beschwerden wie Herpesausschlag, Rötungen, Fieberbläschen sowie Bläschen, die mit Eiter gefüllt sind, geboten. Zeigen sich diese Symptome, muss rasch ein Arzt zu Rate gezogen werden. So drohen zum Beispiel bei einer Herpes-Infektion weitere Komplikationen wie Schwellungen an den Lymphknoten und hohes Fieber.

Behandlung & Therapie

Schematische Darstellung zur Anatomie der Haut sowie die Ursachen und Symptome bei allergischen Hautekzemen. Klicken, um zu vergrößern.

Die Behandlung erfolgt je nach Zustand des Ekzems und der Gesundheit der Haut. Im frühen Stadium eines Ekzems ist es ratsam, eine Salbe mit möglichst hohem Wasseranteil zu wählen. Die Haut verliert durch das Nässen und die Bläschenbildung Wasser und braucht daher neue Reserven, um den Heilungsprozess einleiten zu können. Befindet sich das Ekzem jedoch im späteren Stadium, in dem es eine schuppige Kruste bildet, wird eine fetthaltige Salbe verwendet, um der Haut bei der Regeneration gesunder Zellen zu helfen.

Kommt es am Ekzem nachträglich zu bakteriellen Infektionen, wird zusätzlich eine Salbe aufgetragen, die Antibiotika und antiseptische Stoffe enthält. Andernfalls reicht ein Produkt, das Glukokortikoide enthält, um einer Entzündung des Ekzems vorzubeugen. Nur in schweren Fällen werden Antibiotika oder andere heilende Stoffe in Tablettenform verabreicht, wenn das Ekzem nicht berührt werden soll.

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Vorbeugung

Menschen mit bekannten Allergien müssen sich künftig von dem jeweiligen Allergen fernhalten, um die Bildung eines Ekzems zu verhindern. Die meisten gefährlichen Stoffe lassen sich allerdings leicht meiden - wer beispielsweise eine Unverträglichkeit gegen Nickel hat, muss beim Kauf von Schmuck auf die verwendeten Materialien achten und gerade bei Modeschmuck aufpassen, denn dieser enthält häufig Nickel.

Beim Umgang mit Säuren oder Laugen, die bekanntlich gefährlich sind, muss auf die richtige Schutzkleidung geachtet werden, damit keine Unfälle passieren können. Ekzeme entstehen häufig durch Arbeitsunfälle in Betrieben, die mit solchen Stoffen arbeiten und in denen die Mitarbeiter direkt mit ihnen in Berührung kommen. Liegt hingegen ein atopisches Ekzem vor, sollte man durch den Arzt abklären lassen, wodurch es entstanden ist, um sich künftig von der Risikoquelle fern halten zu können, um die Bildung und Entstehung weiterer Ekzeme künftig vermeiden zu können.

Das können Sie selbst tun

Ein Ekzem geht oft mit starkem Juckreiz und durch das Kratzen blutiger Hautstellen einher. Der Arzt verschreibt bei nicht abklingenden Symptomen Kortison, welches aber aufgrund seiner radikalen Wirkung sehr umstritten ist. Daher fragen sich viele Betroffene, welche Mittel man selbst gegen das unangenehme Ekzem anwenden kann.

Eine Verhaltensweise, die vermieden sollte, ist ständiges unbewusstes Kratzen. Da dies vor allem im Schlaf schwierig ist, empfiehlt sich das Anlegen einer leichten Binde oder das Tragen von Handschuhen. Außerdem ist es besser, keine enge Kleidung zu tragen, die an der Haut reiben könnte. Wasser fühlt sich auf den wunden Körperstellen oft angenehm an, jedoch sollte übermäßiges Waschen vermieden werden, da das Wasser die Haut austrocknet und der Juckreiz nur verstärkt wird.

Es sollten Cremes mit einem hohen Fettgehalt, Vaseline oder Kochmargarine verwendet werden. Feuchtigkeitspendende Cremes eignen sich weniger. Wenn der Juckreiz nicht auszuhalten ist, kann ein in Milch getränkter Waschlappen auf die Haut gelegt werden.

Leiden Betroffene trotz spezieller Cremes oder einer ärztlichen Behandlung weiterhin an Ekzemen, sollten Lebens- und Ernährungsweise überprüft werden. Wahrscheinlich leiden Betroffene unter Nährstoffmangel, ernähren sich zu fettreich, konsumieren übermäßig Alkohol oder rauchen zu viel. All diese Dinge können die Haut beeinflussen und Hautirritationen sind oftmals ein Zeichen für einen kranken oder belasteten Darm.

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Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie. Springer Medizin Verlag, Berlin Heidelberg 2005
  • Sterry, W. (Hrsg.): Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2011

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