Neurodermitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. September 2017
Startseite » Krankheiten » Neurodermitis

Neurodermitis oder atopische Dermatitis ist eine Entzündungserkrankung der Haut, bei der es zu chronischen und schubweisen Reaktionen kommt. Neurodermitis wird vor allem durch Umwelteinflüsse und Allergene ausgelöst. Typische Symptome sind trockene und schuppige Haut sowie starke Juckreize.

Inhaltsverzeichnis

Definition Neurodermitis

Neben dem Heuschnupfen und Asthma, gehört die Neurodermitis bzw. atopische Dermatitis zu den sogenannten atopischen Krankheiten. Hierbei kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems, welches sich mit der Bildung von Abwehrstoffen schon bei ungefährlichen Umwelteinflüssen zu einer allergieartigen Krankheit entwickelt.

Vor allem Pollen und Nahrungsmittel lösen dann bekannte Allergene aus. Weitere Bezeichnungen füe die Neurodermitis sind: Endogenes Ekzem, Neurodermitis atopica und Atopisches Ekzem.

Der Begriff Neurodermitis ist dem Griechischen entlehnt und bedeutet soviel wie "Nervenbedingte Hautentzündung". Der bezug zu einer nervlichen Ursache gilt jedoch als veraltet.

Ursachen

Wie bei anderen Allergien auch, ist die Ursache für Neurodermitis eine Überreaktion bzw. Abwehrreaktion des Immunsystems auf diverse Umweltstoffe. Vor allem Staub, Blütenpollen und verschiedene Nahrungsmittel gelten als Auslöser. Gelangen dieser Allergene in das Blut, versuchen die weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) diese Stoffe zu bekämpfen. In der Folge produziert der menschliche Körper Massen dieser Antikörper, owbohl die Allergene eigentlich keine Bedrohung für den Menschen darstellen.

Vor allem der Abwehrstoff Immunglobulin E (IgE) wirkt mit anderen Botenstoffen (Zytokinen) dann eine entzündliche Hautreaktion. Zusätzlich fördern weiße Blutlörperchen, wie T-Lymphozyten und der Botenstoff Histamin die Entzündungen an der Haut. Dier Prozess gilt auch als Ursache des starken Juckreizes bei einer Neurodermitis.

Weitere Ursachen einer Neurodermitis sind: Reibung und Kontakt mit Wolle, Nahrungsmittel, wie Milch, Weizenprodukte und Nüsse, Kälte und Hitze, sowie Infektionen. Auch psychische Belastungen und Überansrengung können eine Neurodermitis auslösen. Zumeist sind die Betroffenen durch erbliche bzw. genetische Vorbelastungen besonders gefährdet. Eltern, die bereits Neurodermitis haben, bekommen mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenso Kinder, die an dieser Erkrankung leiden werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Die Haut des Betroffenen zeigt sich bei Neurodermitis durch eine sehr empfindliche und trockene Haut, zudem Hautrötungen. Auf äußere Reize, ist sie besonders anfällig. Es kommt schnell zu Juckreizen. Typische Stellen sind meistens die Armbeugen, die Kniekehlen sowie die Hals- und Gesichtspartie.

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf einer Neurodermitis beginnt zumeist im Kleinkindalter. Dabei weist die Neurodermitis einen wiederkehrenden und chronischen Verlauf auf. Obwohl keine 100 prozentige Heilung möglich ist, kann man die Symptome bei frühzeitiger Diagnose und intensiver Therapie günstig behandeln. Es gibt dazu verschiedene Medikamente und Therapieansätze, mit denen sich ein einigermaßen normales Leben, trotz Neurodermitis, führen lässt.

Komplikationen

Aufgrund der Neurodermitis leiden die Betroffenen in der Regel an verschiedenen Hautbeschwerden. Diese ist in den meisten Fällen trocken und kann schuppen. Auch eine Rötung und Juckreiz treten bei dieser Krankheit auf und verringern die Lebensqualität des Patienten erheblich. In der Regel kann sich die Neurodermitis auch auf andere Körperregionen ausbreiten.

Die Betroffenen schämen sich dabei nicht selten für die Beschwerden und leiden damit an einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl und in einigen Fällen auch an Depressionen oder anderen psychischen Beschwerden. Auch ein allgemeines Krankheitsgefühl oder eine Abgeschlagenheit können durch die Neurodermitis auftreten und den Alltag erschweren. Bei Kindern kann es aufgrund der sichtbaren Symptome zu Mobbing oder zu Hänseleien kommen.

Weiterhin kommt es nicht selten zu Schmerzen, wenn die betroffenen Hautregionen im Alltag genutzt werden. Die Behandlung der Neurodermitis erfolgt in der Regel ohne Komplikationen mit Hilfe verschiedener Pflegemitte. Dabei kommt es relativ schnell zu einem Erfolg und die Beschwerden verschwinden in den meisten Fällen ohne Komplikationen. Die Lebenserwartung wird durch die Neurodermitis ebenso nicht beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Bei den ersten Anzeichen einer Neurodermitis sollte ein Arzt aufgesucht werden. Neurodermitis ist nicht lebensgefährlich, aber die Begleitsymptome können das Leben der Betroffenen zum Teil zur Qual werden lassen, sodass eine medizinische Therapie anzuraten ist.

Bisher setzt man in der Behandlung der Neurodermitis auf zwei Komponenten. Als erste Therapiemaßnahme gilt die Basistherapie, bei der es hauptsächlich um eine spezifische Behandlung bzw. Pflege der entzündeten Haut geht. Die vom Arzt verschriebenen Pflegemittel sollten dabei großräumig auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Hierbei geht es vor allem um eine gute Einfettung und Versorgung mich Feuchtigkeit für die Haut.

Daneben erfolgt zumeist eine Therapie durch Arzneimittel bzw. Medikamente. Dazu gehören vor allem Cremes, Salben und Emulsionen für die äußere Behandlung, sowie Infusionen und Tabletten für die innere Behandlung. Diese Form sollte allerdings nur bei schweren Fällen von Neurodermitis verwendet werden. Je früher mit der Therapie gegen Neurodermitis begonnen wird, desto besser und nachhaltiger lassen sie die Schübe der Ekrankung lindern bzw. hinauszögern.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Bücher über Neurodermitis

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: