Juckreize

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. August 2014
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Juckreiz, Jucken bzw. Pruritus ist ein Missempfinden in der Haut, welches für den Betroffenen unangenehm ist und oft zu kratzen oder scheuern verleitet. Meistens sind Juckreize jedoch harmlos, wenn auch sehr lästig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Pruritus?

Juckreize können lokalisierbar auf der Haut auftreten oder erstrecken sich undefinierbar über grössere Bereiche der Haut. Ist der Juckreiz genau lokal bestimmbar, wird er epikritischer Pruritus genannt.

Fühlt sich der Juckreiz jedoch eher schlecht lokalisierbar, so ist sein Fachbegriff der protopathischer Juckreiz. Von einem Prurigo ist die Rede, wenn der Juckreiz in Verbindung mit Veränderungen auf der Haut auftritt.

Ursachen für Juckreiz

Der Juckreiz dient der Funktion des Schutzes, ähnlich Schmerz, Kälte, Berührung oder Hitze. Er soll in erster Linie den Menschen auf Parasiten oder Fremdkörper auf und in der Haut aufmerksam machen, um diese dann entfernen zu können. Länger anhaltender, zumeist chronischer Juckreiz, sollte im Gegensatz zu eher kurz anhaltenden, akuten Juckreiz, immer als Symptom einer möglichen Krankheit angesehen werden.

Der Juckreiz selbst, wird durch körpereigene Wirkstoffe, wie Zytokine, Histamin oder Opioide ausgelöst und dann über die Nervenfasern weitergeleitet. Damit ist der Juckreiz ein am häufigsten erscheinende Symptom der Haut. Fast acht Prozent der Erwachsenen haben mit dem Juckreiz zu kämpfen.

Tritt der Juckreiz öfter oder langanhaltender auf, so kann von einer krankhaften Ursache ausgegangen werden. Dabei sind die Hautkrankheiten die häufigsten Auslöser. Der eher gut lokalisierbare Juckreiz steht jedoch oft in Zusammenhang mit Grundkrankheiten, wie Stoffwechselstörungen, Lebererkrankungen oder Infektionen durch bestimmte Erreger.

Krankheiten mit Juckreizen

Diagnose und Verlauf bei Juckreiz

Juckreiz kann auf vielfältige Ursachen zurückzuführen sein und dementsprechend einen unterschiedlichen Verlauf nehmen. Als Grundlage einer Diagnose erfragt der Arzt die Juckreizstärke, den Zeitpunkt, die Körperstellen und eine eventuelle Situationsabhängigkeit seines Auftretens, die Einnahme von Medikamenten sowie das Vorliegen von Allergien oder anderer Grunderkrankungen.

Bei der körperlichen Untersuchung prüft der Arzt das Vorliegen von Kratzspuren, farblichen Hautveränderungen und trockenen Hautstellen. Zudem sucht er nach Hinweisen auf Krankheitserreger, die sich durch einen Abstrich nachweisen lassen.

Durch Tastuntersuchung stellt der Arzt Auffälligkeiten von Milz, Leber oder Lymphknoten fest. Je nach vermuteter Ursache werden Stuhl-, Blut-, Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen, Computertomographien oder Darmspiegelungen durchgeführt.

Behandlung und Therapie von Juckreizen

Geht man mit dem Symptom des Juckreizes zum Arzt, wird man zunächst tiefgehend befragt. Dabei sind die Intensität und der lokalisierte Ort des Juckreizes sowie die Einnahme von Medikamenten die wichtigsten Fragen des Arztes, um eine Diagnose erstellen zu können. Desweiteren können auch bestehende Krankheiten oder Allergien eine Rolle spielen. Ausserdem könnte auch eine Ursache des Juckreizes durch bestimmte Situationen erfragt werden.

Ist die Befragung abgeschlossen, erfolgt eine Untersuchung am Körper. Der Arzt wird hierbei besonders auf farbliche Veränderungen, auffälligen Hautstellen und möglichen Erregern achten. Weiterhin werden Leber, Milz, Nieren und die Lymphknoten untersucht. Eine Stuhl- und Blutuntersuchung, sowie eine Ultraschall- und Röntgenuntersuchung gehört ebenso zur Standartdiagnostik. Werden Errger als Ursache vermutet, erfolgt ein Abstrich, um eine Erregerkultur anlegen zu können.

Erschliessen sich weitere Ursachen, ist sogar der Einsatz von Computertomographie, eine Dünndarmspiegelung und weiteren medizinischen Untersuchung möglich.

Eine Therapie des Juckreizes erfolgt in der Regel durch den Einsatz von wirkstofffreien Fettsalben. Ebenso sollte bei der Körperhygiene nur alkalifreie Seife benutzt werden. Lindernd wirken Lotionen mit Harnstoff, Gerbstoffen oder Menthol. Vom Arzt verschriebene Medikamente könnten Antihistaminika sein. Ist die Ursache des Juckreizes psychisch bedingt, werden oft Tranquilizer und Neuroleptika verschrieben. Ebenso haben sich Salben mit Cayennepfeffer bewährt. Auch UV-B Strahlen sind hilfreich bei starken Juckreizen.

Sind Krankheiten Ursache für den Juckreiz, so sind diese zunächst zu behandeln.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Angy kommentierte am 03.06.2013 um 20:48 Uhr

Meine Hämorriden wurden im Juni 2007 operativ entfernt. Nun sind sie seit ca. 1 Jahr wieder da und ich habe ein fast tägliches Jucken. Was kann ich noch tun, außer zu salben?