Narbe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2017
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Eine Narbe ist eine optische Hinterlassenschaft einer Wundheilung. Die meisten Narben entstehen im Zusammenhang mit Unfällen und Verletzungen. Vor allem Stürze und Schnittverletzungen können für größe Narben die Ursache sein. Je nachdem wie gut die Wunde desinfiziert wird, desto höher ist die Chance, keine größeren Narben zu behalten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Narbe?

Als Narbe wird eine alte Wunde bezeichnet, die zwar als geheilt gilt oder sich noch im Heilungsprozess befindet, aber dennoch sichtbare Spuren auf der Haut hinterlassen hat. Heilt die Wunde noch aus, ist die Narbe bzw. der Schorf blutrot und bildet eine kleine krustige Erhebung. Ältere Naben, beispielsweise Operationsnarben, bilden häufig hautfarbene Geschwülste, die noch deutlich an die Naht nach der OP erinnern. Bei einer verletzungsbedingten Narbe wäre der Wundverlauf noch recht deutlich zu erkennen.

Ursachen

Bei der primären Narbe handelt es sich zwar nicht um eine Narbe im medizinischen Sinn - im Volksmund wird sie allerdings als solche bezeichnet. Der rötliche Schorf besteht aus getrockneten Blutplättchen, die mit Fibrin zusammengehalten werden, um die Wunde zu verschließen. Erst im Anschluss an dieses Stadium findet die eigentliche Bildung der Narbe statt.

Die Narbe selbst besteht aus minderwertigem Gewebe, das entsteht, wenn das kollagene Netzwerk der Haut sowie die Lederhaut zerstört werden. Narbengewebe ist lose, denn es handelt sich zwar auch um Kollagen, das allerdings nicht verflochten ist, sondern parallel angeordnet in Erscheinung tritt.

Eine Narbe entwickelt sich als farblich unterschiedliches Gewebe vom Rest der Haut, da sich keine oder nur sehr wenige Melanozyten im Narbengewebe befinden.

Narben entstehen nicht nur an den sichtbaren Stellen der Haut, sondern beispielsweise nach einem Herzinfarkt auch am Herzmuskel. Die Muskelzellen sterben nach dem Infarkt ab und es bildet sich Narbengewebe - dadurch ist die Pumpleistung stark beeinträchtigt. An den Schleimhäuten entsteht wiederum kein Narbengewebe, weshalb die plastische Chirurgie vor allem auf solche Schnitte setzt.

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Behandlung & Therapie

Als Narbe wird eine alte Wunde bezeichnet, die zwar als geheilt gilt oder sich noch im Heilungsprozess befindet, aber dennoch sichtbare Spuren auf der Haut hinterlassen hat.

Eine Narbe kann man nicht behandeln, denn sie entsteht bei der Heilung einer entsprechenden Wunde von alleine - sie ist die einzige mögliche Form des dauerhaften Wundverschlusses. Allerdings kann man ihren Verlauf und ihr Aussehen beeinflussen, sodass die ästhetische Belastung für den Träger der Narbe weniger erheblich wird.

Eine gute Wundversorgung zur Verhinderung von Komplikationen oder Infektionen sorgt dafür, dass sich keine deutlich sichtbare Narbe bildet. Handelt es sich bei der Narbe um eine erhobene Geschwulst oder hat sie sich durch Komplikationen deformiert entwickelt, gibt es die Möglichkeit, sie operativ oder mittels Laserstrahlung zu entfernen - doch dabei können sich wieder neue Narben bilden. Bei Brandwunden werden über Monate und Jahre hinweg Kompressionsverbände eingesetzt, um die Narbenbildung unter Kontrolle zu halten.

Komplikationen

Eine Narbe ist ein minderwertiges, faserreiches Ersatzgewebe, das sich nach der Zerstörung des Netzwerkes der Haut bildet. Vor allem wenn die Narbe noch sehr frisch ist und sie sich im Heilungszustand befindet, muss eine Narbe gepflegt und sauber gehalten werden. Ansonsten können durchaus sehr ernst zunehmende Komplikationen auftreten, die tödlich enden können.

Wird eine frische Narbe nicht sauber gehalten, so kann sich das Gewebe sehr schnell entzünden. Im Frühstadium kann diese Komplikation durch die Einnahme von Antibiotika eingedämmt und beseitigt werden. Entzündet sich jedoch das Gewebe und auf die Einnahme von besagten Medikamenten wird verzichtet, so besteht die Gefahr einer Blutvergiftung. Das Gewebe droht zu verenden, sodass anschließende Gliedmaßen sogar amputiert werden müssen.

Schon bei den ersten Anzeichen einer Entzündung sollte daher ein Arzt aufgesucht werden. Spätestens wenn an der Narbe eine Eiterbildung zu erkennen ist, sollte dringend ein Arzt hinzugezogen werden. Narben die durch eine Naht verschlossen werden müssen, können sich im Wundheilungsprozess ebenfalls sehr schnell entzünden. Auch hier gilt: Verunreinigungen dringend vermeiden und die Wunde sauber halten. So wird der Heilungsprozess nicht gestört und es besteht keine Gefahr einer Entzündung.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Narbe benötigt nicht zwingend eine medizinische Behandlung und verheilt in vielen Fällen wieder von alleine. Ein Arzt sollte dann aufgesucht werden, wenn es durch die Narbe zu starken Schmerzen an der betroffenen Stelle kommt. Dabei kann sich der Schmerz von der Narbe aus in verschiedene Körperregionen ausbreiten. Ebenso sollte dann ein Arzt besucht werden, wenn die Narbe blutet oder eitrig ist. In diesen Fällen kann an der Narbe eine Entzündung entstehen, welche auf jeden Fall medizinisch behandelt werden muss. Leichte Schmerzen an einer Narbe gehören zu einem gewöhnlichen Symptom, allerdings verschwinden die Schmerzen schon nach wenigen Tagen. Sollte der Schmerz lange anhalten, so muss die Narbe von einem Doktor untersucht werden.

Nach einem Unfall oder bei akuten Schmerzen kann auch ein Notarzt gerufen oder ein Krankenhaus aufgesucht werden. Sollten die Beschwerden allerdings nur leicht auftreten, so kann auch ein Dermatologe helfen. Hierbei ist zu beachten, dass nicht alle Narben vollständig verheilen und manche für immer auf der Haut bleiben können.

Aussicht & Prognose

Bei einer Narbe müssen nicht zwangsläufig weitere Schwierigkeiten oder Komplikationen auftreten. Der weitere Verlauf der Heilung bei einer Narbe hängt stark von dem allgemeinen Zustand der betroffenen Person und der Narbe selbst ab. Eine Narbe verheilt in der Regel innerhalb von einigen Wochen oder Monaten. Ob und wie schnell die Narbe verheilt, hängt stark von ihrer Entstehung ab. Die meisten Narben verheilen allerdings innerhalb von nur wenigen Wochen.

Häufig tritt an der Narbe selbst ein Schmerz auf. Dieser Schmerz ist in den ersten Tagen nach der Entstehung der Narbe gewöhnlich, sollte aber mit der Zeit abklingen. Falls die Narbe auch nach einer längeren Zeit immer noch schmerzt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Auf der Narbe selbst kann es zu Entzündungen und Infektionen kommen, welche sich am kompletten Körper ausbreiten können. Daher ist eine hygienische Behandlung der Narbe extrem wichtig. Die Haut an der Narbe ist oft straff und trockne. Hier ist eine Behandlung mit Cremes zu empfehlen.

Falls eine Narbe nach einer Zeit wieder anfängt zu bluten, muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Hier kann es zu Folgeschäden kommen. Meistens verheilen Narben allerdings schon nach kurzer Zeit und führen nicht zu weiteren Beschwerden.

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Vorbeugung

Wenn eine Narbe bzw. Verletzung der Haut vorliegt, die auch die Lederhaut betrifft, sollte man darauf achten, die Wunde sauber und keimfrei zu halten und sie sachgemäß zu verbinden und zu desinfizieren. Auf diese Weise vermeidet man Komplikationen und Narben. Nach einer Operation sollte man die Wundversorgung dem Pflegepersonal im Krankenhaus überlassen, bei tieferen Schnitten kann man auch selbst dafür sorgen, dass sich die Wundheilung ohne Komplikationen gestaltet.

Wenn man im Krankenhaus war, um die Wunde versorgen zu lassen, sollte man sich genau erklären lassen, wie sie anschließend versorgt werden muss, da man dies dann meist selbst in die Hand nehmen muss. Das gilt auch für die Zeit nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, denn zu diesem Zeitpunkt sind Wunden durch einen operativen Eingriff häufig noch nicht abgeheilt.

Das können Sie selbst tun

In der Regel muss bei einer Narbe kein Arzt aufgesucht werden. Falls die Narbe nicht schmerzt und auch keine weiteren Komplikationen mit sich bringt, ist auch keine Behandlung zu Hause notwendig. Die Narbe kann allerdings mit verschiedenen Cremes und anderen Pflegemitteln eingecremt werden, um den Heilungsprozess der Haut zu beschleunigen. Es ist allerdings in vielen Fällen nicht auszuschließen, dass eine Narbe für immer am Körper bleiben und nicht mehr verheilen wird.

In den meisten Fällen führt eine Narbe allerdings zu keinen weiteren Komplikationen und muss nicht besonders behandelt werden. Die Pflegemittel sollten antiseptisch sein und der Narbe Feuchtigkeit und Fett spenden. Dadurch wird die Heilung beschleunigt. Sollte die Narbe allerdings schmerzen, bluten oder eitern, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. Hier kann es schnell zu einem Infekt oder einer Entzündung kommen.

Falls die Narbe noch relativ frisch ist, so sollte sie mit einem Pflaster oder mit einem Verband bedeckt werden. Damit wird verhindert, dass Schmutz und Keime auf die Narbe kommen und damit den Heilungsprozess verzögern. Eine Behandlung mit Medikamenten findet in der Regel nicht statt, nur in wenigen Fällen muss ein Antibiotikum eingenommen werden, um ein Infekt zu behandeln. Durch eine Narbenmassage können Schmerzen gelindert und die Haut entspannt werden.

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Quellen

  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Waldner-Nilsson, B.: Handrehabilitation I. Springer Medizin Verlag, Berlin 2008)

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