Narbe

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Eine Narbe ist eine optische Hinterlassenschaft einer Wundheilung. Die meisten Narben entstehen im Zusammenhang mit Unfällen und Verletzungen. Vor allem Stürze und Schnittverletzungen können für größe Narben die Ursache sein. Je nachdem wie gut die Wunde desinfiziert wird, desto höher ist die Chance, keine größeren Narben zu behalten.

Inhaltsverzeichnis

Definition Narbe

Als Narbe wird eine alte Wunde bezeichnet, die zwar als geheilt gilt oder sich noch im Heilungsprozess befindet, aber dennoch sichtbare Spuren auf der Haut hinterlassen hat. Heilt die Wunde noch aus, ist die Narbe bzw. der Schorf blutrot und bildet eine kleine krustige Erhebung. Ältere Naben, beispielsweise Operationsnarben, bilden häufig hautfarbene Geschwülste, die noch deutlich an die Naht nach der OP erinnern. Bei einer verletzungsbedingten Narbe wäre der Wundverlauf noch recht deutlich zu erkennen.

Ursachen für Narben

Bei der primären Narbe handelt es sich zwar nicht um eine Narbe im medizinischen Sinn - im Volksmund wird sie allerdings als solche bezeichnet. Der rötliche Schorf besteht aus getrockneten Blutplättchen, die mit Fibrin zusammengehalten werden, um die Wunde zu verschließen. Erst im Anschluss an dieses Stadium findet die eigentliche Bildung der Narbe statt.

Die Narbe selbst besteht aus minderwertigem Gewebe, das entsteht, wenn das kollagene Netzwerk der Haut sowie die Lederhaut zerstört werden. Narbengewebe ist lose, denn es handelt sich zwar auch um Kollagen, das allerdings nicht verflochten ist, sondern parallel angeordnet in Erscheinung tritt. Eine Narbe entwickelt sich als farblich unterschiedliches Gewebe vom Rest der Haut, da sich keine oder nur sehr wenige Melanozyten im Narbengewebe befinden.

Narben entstehen nicht nur an den sichtbaren Stellen der Haut, sondern beispielsweise nach einem Herzinfarkt auch am Herzmuskel. Die Muskelzellen sterben nach dem Infarkt ab und es bildet sich Narbengewebe - dadurch ist die Pumpleistung stark beeinträchtigt. An den Schleimhäuten entsteht wiederum kein Narbengewebe, weshalb die plastische Chirurgie vor allem auf solche Schnitte setzt.

Behandlung von Narben

Eine Narbe kann man nicht behandeln, denn sie entsteht bei der Heilung einer entsprechenden Wunde von alleine - sie ist die einzige mögliche Form des dauerhaften Wundverschlusses. Allerdings kann man ihren Verlauf und ihr Aussehen beeinflussen, sodass die ästhetische Belastung für den Träger der Narbe weniger erheblich wird.

Eine gute Wundversorgung zur Verhinderung von Komplikationen oder Infektionen sorgt dafür, dass sich keine deutlich sichtbare Narbe bildet. Handelt es sich bei der Narbe um eine erhobene Geschwulst oder hat sie sich durch Komplikationen deformiert entwickelt, gibt es die Möglichkeit, sie operativ oder mittels Laserstrahlung zu entfernen - doch dabei können sich wieder neue Narben bilden. Bei Brandwunden werden über Monate und Jahre hinweg Kompressionsverbände eingesetzt, um die Narbenbildung unter Kontrolle zu halten.

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Vorbeugung von Narben

Wenn eine Narbe bzw. Verletzung der Haut vorliegt, die auch die Lederhaut betrifft, sollte man darauf achten, die Wunde sauber und keimfrei zu halten und sie sachgemäß zu verbinden und zu desinfizieren. Auf diese Weise vermeidet man Komplikationen und Narben. Nach einer Operation sollte man die Wundversorgung dem Pflegepersonal im Krankenhaus überlassen, bei tieferen Schnitten kann man auch selbst dafür sorgen, dass sich die Wundheilung ohne Komplikationen gestaltet.

Wenn man im Krankenhaus war, um die Wunde versorgen zu lassen, sollte man sich genau erklären lassen, wie sie anschließend versorgt werden muss, da man dies dann meist selbst in die Hand nehmen muss. Das gilt auch für die Zeit nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, denn zu diesem Zeitpunkt sind Wunden durch einen operativen Eingriff häufig noch nicht abgeheilt.

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