Leberzirrhose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. Oktober 2017
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Leberzirrhose oder Leberschrumpfung ist eine chronisch-progrediente Erkrankung der Leber. Man spricht auch von einer Zerstörung der Leber die zumeist ganzheitlich betroffen ist. Dabei werden im Besonderen die Leberläppchen zerstört und zu Bindegewebe umgewandelt. Weiterhin kann eine Leberzirrhose ein Endstadium anderer Lebererkranungen sein. Zumeist sind Männer zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr betroffen. Bei Frauen kommt diese Krankheit seltener vor, da diese statistisch gesehen weniger zu Alkoholmissbrauch tendieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Leberzirrhose?

Leberzirrhose ist eine Erkrankung der Leber. Dabei sind vor allem die Gefäße und das Gewebe der Leber nachhaltig zerstört. Hauptsächlich kommt es bei einer Leberzirrhose zu einer Schrumpfung der Leber. Außerdem verhätet sich das Organ zusehens. Das Bindegewebe der Leber verändert sich bei einer Leberzirrhose im Verlauf in eine narbige Struktur.

Durch diese Zerstörung der Leber, die auch als Schrumpfleber bekannt ist, kann es zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen. Medizinisch kann man die Leber bei einer Leberzirrhose in drei Formen unterscheiden. Es gibt eine großknotige Leber, eine kleinknotige Leber und eine Mischform aus den ersten beiden. Tritt ein übermäßiger Alkoholkonsum auf, so entsteht oft eine kleinknotige Leber, wohingegen eine großknotige Leber eher bei einer Hepatitiserkrankung in Erscheinung treten kann.

Ursachen

Bei einer Leberzirrhose werden die Leberläppchen narbig und zu Bindegewebe umgewandelt. Diesen Vorgang nennt man Fibrose. Dadurch wird die Funktion der Leber extrem gestört. Die Leber wird nun hart und knotig. Schließlich schrumpft sie endgültig. Daraus resultiert anschließend eine mangelhafte Durchblutung der Leber, die zu einem Pfortaderhochdruck frühren kann. Allgemein bekannte Ursachen für eine Leberzirrhose sind:

  • Alkoholmissbrauch, 1/2 aller Fälle
  • Hepatitis, B, C, D, 1/4 aller Fälle
  • Erkrankung des Eisen-, Kupfer- oder Fettstoffwechsels
  • Gallenwegserkrankungen mit Gallenstau
  • kardiovaskuläre Krankheiten, z.B. Stauungsleber bei chronischer Rechtsherzinsuffizienz
  • Gifte oder Medikamente

Eine Leberzirrhose ist die Folge verschiedener Lebererkrankungen, denen die unterschiedlichsten Ursachen zugrunde liegen. Mit über 60 Prozent sind die meisten aller Fälle von Leberzirrhose in Deutschland auf Alkoholmissbrauch zurückzuführen. Bei 20-30 Prozent aller Betroffenen verursacht eine Hepatitis B, Hepatitis C oder Hepatitis D die Leberzirrhose.

Zu den selteneren Ursachen einer Leberzirrhose gehören diverse erbliche Stoffwechselkrankheiten. Ebenso können auch tropische Krankheiten, Cholera, Medikamente und Chemiekalien als Ursache in Betracht kommen.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Die Symptome der Leberzirrhose können auch auf Gallenblasenentzündung oder Gallensteine hindeuten. Weiterhin sind auch Gastritiserkrankungen auszuschließen. Im weiteren verlauf einer Leberzirrhose kann es auch zu Leberkrebs kommen, sodass auch auf diese Krankheit einzugehen ist.

Insgesamt ist die Leberzirrhose aber abhänig von der Ursache der Erkrankung. Auf jeden Fall sollte Leberzirrhose nicht selbst therapiert werden, sondern von einem ausgebildeten Mediziner. Besonders wenn die Leberzirrhose rechtzeitig erkannt wird, lassen sich gravierende Komplikationen vermeiden. Sind die Schäden jedoch erst einmal irreversibel vorhanden, so ist eine vollständige Genesung nicht mehr möglich.

Bleibt die Leberzirrhose ohne Behandlung, so wird ihre Funktion mit hoher Wahrscheinlichkeit immer weiter verringert, was zu einem Verlust von Lebensqualität oder gar zum Tod führen kann. Hierbei können dann folgende Komplikationen und Schädigungen auftreten: Wasseransammlung im Bauch, Stoffwechselstörungen, innere Blutung im Magen, Speiseröhre oder Darm, sowie Hirnerkrankungen aufgrund von mangelnder Entgiftung des Körpers durch die Leber.

Komplikationen

Eine Leberzirrhose kann verschiedene Komplikationen auslösen. So werden nur noch Teile in der Leber entgiftet, was wiederum gravierende Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat. Eine der häufigsten Folgeerscheinungen der Leberzirrhose stellt die hepatische Enzephalopathie dar.

Weil toxische Abbauprodukte, die dem Eiweißstoffwechsel entstammen, im Blut verbleiben, kommt es zu einer Schädigung des Gehirns. Zunächst bleibt die Enzephalopathie meist ohne Symptome. Im weiteren Verlauf treten zumeist Stimmungsschwankungen, Konzentrationsprobleme, verlängerte Reaktionszeiten, Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen, krankhafte Müdigkeit sowie der Verlust des Bewusstseins auf. Schließlich droht ein Leberausfallkoma.

Zu den weiteren Komplikationen zählt die Bauchwassersucht (Aszites). Dabei sammelt sich in der Bauchhöhle Flüssigkeit an und der Erkrankte leidet unter Beschwerden wie Atemproblemen und Bauchschmerzen. Kommt es zu Nierenversagen oder einer Infektion des Bauchfells (Peritonitis), können die Komplikationen lebensbedrohliche Folgen haben.

Als bedenklich gilt zudem die portale Hypertension (Pfortaderhochdruck). Bei dieser Folgeerscheinung der Leberzirrhose staut sich das Blut vor dem vernarbten Leberbereich, was wiederum zum Anstieg des Pfortaderdrucks führt. Dadurch bilden sich neue Blutgefäße wie Krampfadern, die Blutungen aus Hämorrhoiden oder aus Ösophagusvarizen in der Speiseröhre auslösen. Letztere gelten als lebensgefährlich.

Durch die Leberzirrhose steigt auch das Risiko von Leberkrebs an. Besonders betroffen davon sind Personen, bei denen die Lebererkrankung aus einer Hämochromatose oder einer chronischen Hepatitis B hervorgeht.

Behandlung & Therapie

Zunächst wird die Ursache für eine Leberzirrhose beim Arzt untersucht. Zumeist sind diese ein erhöhter Alkohlkonsum oder eine Hepatitis-Infektion. Daher sind hier zuerst diese Ursachen zu bekämpfen. Alkohol oder andere giftige Stoffe sind sofort zu meiden. Bei Hepatitis ist diese zuerst zu behandeln. Die Schäden, die durch eine Leberzirrhose entstanden sind, sind nicht mehr zu heilen.

Dennoch kann eine rechtzeitige Behandlung weitere Komplikationen und Beschwerden lindern. Je nach Ursache kann eine medikamentöse Therapie, z.B. durch harntreibende Medikamente oder eine Transplantation der Leber bei alkoholkranken Patienten erfolgreich sein.

Vorbeugung

Der Verzicht auf Alkohol ist bisher die beste Vorbeugung gegen Leberzirrhose. Weiterhin kann eine Impfung gegen Hepatitis vorbeugend wirken. Auch der Schutz vor diversen Giften, wie Lösungsmitteln, sollte primär Gegenstand jeder Verbeugungsmaßnamhem sein. Allgemeine Hygieneregeln können ebenso vor Ursachen einer Leberzirrhose schützen.

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Das können Sie selbst tun

Eine Leberzirrhose ist eine sehr ernsthafte Erkrankung, die keinesfalls selbst behandelt werden darf. Da die durch eine Zirrhose entstandenen Schäden an der Leber in der Regel irreversibel sind, sollte beim Auftreten bestimmter Symptome zeitnah ein Arzt konsultiert werden. Eine beginnende Leberzirrhose kann sich durch eine Reihe verschiedener Symptome ankündigen, wobei das Organ selbst aber nicht schmerzt. Anzeichen können zum Beispiel Appetitlosigkeit, Übelkeit, Potenzprobleme und Gelbsucht sein.

Da eine Leberzirrhose in etwa der Hälfte der Fälle auf übermäßigen Alkoholkonsum und in etwa 20 Prozent der Fälle auf eine meist nicht richtig behandelte oder verschleppte Hepatitis zurückzuführen ist, kann der Patient auch selbst dazu beitragen seinen Gesundheitszustand zu verbessern. Sobald eine alkoholbedingte Leberzirrhose festgestellt wird, muss der Betroffene seinen Alkoholkonsum sofort einstellen oder zumindest drastisch reduzieren. Da die Mehrheit der Patienten alkoholabhängig ist, reicht die Unterstützung eines Arztes dazu in der Regel nicht aus. Betroffene machen am besten eine Entziehungskur und beginnen anschließend eine Psychotherapie, um einen Rückfall zu vermeiden. Vielen Betroffenen hilft auch die Mitgliedschaft in einer Selbsthilfegruppe. Für Alkoholkranke gibt es in fast jeder größeren Stadt sowie im Internet entsprechende Hilfsangebote, die kostenlos sind.

Sofern die Leberzirrhose auf eine Hepatitis zurückzuführen ist, muss diese Grunderkrankung unbedingt austherapiert werden. Der Betroffene befolgt am besten alle Anordnungen des behandelnden Arztes. Darüber hinaus kann er die Therapie durch eine gesunde Lebensweise, insbesondere durch den Verzicht auf Alkohol und Zigaretten sowie fettes Essen, unterstützen.

Bücher über Leberzirrhose

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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