Stoffwechselstörung

Letzte Aktualisierung am 28. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Unser Körper wird geprägt und gesteuert vom Stoffwechsel. Dieser regelt die verschiedenen Kreisläufe, die jeder Körper Tag für Tag durchläuft. Essen, Verdauen, Ausscheiden und auch Schlafen und Wachsein sind nur zwei von unzählig vielen Beispielen, die letztendlich auf den Stoffwechsel zurückzuführen sind. Sie sind aber auch lebenswichtig, weshalb eine Stoffwechselstörung bzw. die verschiedenen Stoffwechselerkrankungen schnell drastisch enden können.

Inhaltsverzeichnis

Definition Stoffwechselstörung

Was genau ist eine Stoffwechselstörung? Diese Frage stellen sich viele Betroffene oder Interessierte, wenn sie das erste Mal mit der Diagnose Stoffwechselstörung konfrontiert werden.

Die meisten Menschen kennen dabei den Begriff, nicht aber die tatsächliche Definition. Unter einer Stoffwechselstörung oder Stoffwechselerkrankung versteht man grundlegend eine krankhafte Veränderung der Stoffwechselvorgänge des menschlichen Körpers. Denn auch wenn nicht jeder Stoffwechsel gleich dem anderen ist, gibt es trotz aller normalen und unbedenklichen Abweichungen dennoch auch krankhafte Fälle.

Beispielhaft hierfür sind Gicht, Diabetes mellitus und auch Schilddrüsenunter- und -überfunktionen. Auch hierbei handelt es sich um Stoffwechselstörungen – jedoch weisen alle ein anderes Krankheitsbild auf.

Ursachen

Stoffwechselstörungen können ungemein viele Ursachen haben. Allerdings sind die meisten und bekanntesten Gründe nach wie vor auf genetische Faktoren zurückzuführen. Das bedeutet, dass viele Fälle von Stoffwechselstörungen sozusagen innerhalb einer Familie vererbt werden.

Sehr oft tritt eine genetische Weitergabe bei Krankheiten wie Gicht und auch bei Schilddrüsenfehlfunktionen auf. Wieder andere Stoffwechselstörungen können hingegen körperliche Ursachen haben, die sozusagen „selbst verschuldet“ sind.

Starke und langzeitige Fettleibigkeit, eine sehr ungesunde und einseitige Ernährung und starker Alkohol-, Medikamente- oder Tabakgenuss können den gesunden und natürlichen Stoffwechsel verändern.

Ähnlich sieht es bei einem unnatürlichen Schlafrhythmus auf lange Sicht aus. Auch hier könnte der Biorhythmus des Körpers mit einer Stoffwechselstörung reagieren.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Stoffwechselstörungen können sich durch eine Reihe von Symptomen und Beschwerden äußern, abhängig von der Art und Ausprägung der Störung. Zu den möglichen Anzeichen einer Stoffwechselstörung zählen brennende Schmerzen in den Händen und Füßen, oft verbunden mit einem unangenehmen Kribbeln und Sensibilitätsstörungen. Außerdem können sich Fieberschübe, Schüttelfrost, Müdigkeit und Abgeschlagenheit einstellen.

Ebenso Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Blähungen, Bauchschmerzen und Sodbrennen. Weiterhin kann sich eine Störung des Stoffwechsels durch akute Herz-Kreislauf-Beschwerden bemerkbar machen. Diabetes-Patienten etwa, leiden dann an einem plötzlichen Blutdruckabfall und Schwindel.

Gicht äußert sich durch Krämpfe in den Zehen und Fingern, starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Eine Schilddrüsenunterfunktion führt zu Haarausfall, Schlafstörungen, Gewichtsverlust und Antriebslosigkeit. Eine Schilddrüsenüberfunktion ruft Unruhe und Nervosität, Herz-Kreislauf-Beschwerden (etwa Herzklopfen und Tachykardie) hervor, ebenso starken Durst und Durchfall.

Mukoviszidose ist mit Störungen der Atemwege verbunden: Atemnot, Husten, Verschleimungen und wiederkehrende Infekte sowie Lungenentzündungen. Die Symptome werden in der Regel mit zunehmendem Lebensalter stärker. Aufgrund der Vielzahl der möglichen Stoffwechselstörungen kann kein eindeutiges Symptombild definiert werden. Allerdings treten bestimmte Anzeichen wie Magen-Darm-Beschwerden oder Störungen des Kreislaufs bei den meisten Störungen auf, wodurch eine eindeutige Diagnose möglich ist.

Diagnose & Verlauf

Kaum eine andere übergreifende Krankheit hat so viele verschiedene Gesichter wie eine Stoffwechselstörung. Sie kann jedes Organ im Körper betreffen, vom Herzen über die Schilddrüse und die Leber bis hin zum Gehirn. Und natürlich zeigt sich jeder Fall einer Stoffwechselstörung gänzlich unterschiedlich.

Zum einen können Überfunktionen und Unterfunktionen einzelner Organe auftreten. Oftmals sind zum anderen aber auch mehrere Organe betroffen, was die Symptome wieder abändern kann. Stoffwechselstörungen zeigen sich jedoch häufig durch ein starkes körperliches Unwohlsein, durch Schlafstörungen, durch Stimmungsschwankungen und durch sehr drastischen Gewichtsverlust oder eine sehr starke Gewichtszunahme in unnatürlich kurzer Zeit.

Es können aber ebenso krankhafte Veränderungen der Haut und Haarausfall auftreten. Deshalb ist es ungemein wichtig, bei unerklärlichen Beschwerden so schnell wie möglich einen Facharzt aufzusuchen.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: E70-E90 Stoffwechselstörungen) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Eine Stoffwechselstörung ist mit verschiedenen Komplikationen verbunden, die natürlich auch in unterschiedlichen Schweregraden auftreten können. Bei einer solchen Funktionsstörung sind meist lebenswichtige Organe in dessen Funktion stark beeinträchtigt, sodass es zu diversen Komplikationen kommt. Zahlreiche betroffene Personen die an einer Stoffwechselstörung leiden, weisen ein starkes Übergewicht auf.

Selbst wenn auf eine ausgewogene Ernährung geachtet wird, können aufgenommene Nährstoffe aufgrund der Stoffwechselstörung nicht richtig abgebaut und verwertet werden. Es kommt zu einem erheblichen Übergewicht, sodass die betroffene Person auch im Alltag sehr stark eingeschränkt sein wird. Wird hingegen zu wenig Nahrung aufgenommen, kann es in Verbindung mit einer Stoffwechselstörung auch zu Mangelerscheinungen kommen.

Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und ein allgemeines Unwohlsein sind nur einige Komplikationen, die in diesem Zusammenhang auftreten können. Probleme mit dem Blutdruck sind ebenfalls häufige Komplikationen, mit denen Personen zu kämpfen haben, die an einer Stoffwechselstörung leiden. Wer sich frühzeitig in ärztliche Behandlung begibt, der kann mögliche Komplikationen vermeiden beziehungsweise diese deutlich angenehmer und erträglicher gestalten. Wer allerdings auf eine solche Behandlung verzichtet, muss mit erheblichen Komplikationen rechnen, die sich mit der Zeit deutlich verschlimmern können.

Behandlung & Therapie

Die beste Anlaufstelle ist der behandelnde Hausarzt, der die ersten Untersuchungen einleiten kann. Viele Stoffwechselstörungen kann dieser auch sofort behandeln, bei anderen wird er den Patienten an einen Endokrinologen überweisen müssen.

Wichtig ist aber, dass die Stoffwechselstörung so schnell wie möglich erkannt und behandelt wird. Denn obwohl nicht alle Stoffwechselstörungen wirklich von besorgniserregender Natur sind, können manche wenige sogar tödlich enden. So oder so sieht eine erfolgreiche Behandlung vor, dass die genaue Ursache der Stoffwechselstörung gefunden und gemeinsam mit den Symptomen behandelt wird.

Meistens erfolgt dies durch den Einsatz von geeigneten Medikamenten. Manche Stoffwechselstörungen sind gänzlich heilbar, andere müssen ein Leben lang behandelt und beobachtet werden – wie Diabetes, Gicht und auch Fehlfunktionen der Schilddrüse.

In jedem Fall erfordert die Behandlung aber etwas Zeit. Denn die Medikamente wirken nicht sofort und nur auf längere Sicht auf den Körper ein. Und: Oftmals ist auch eine Umstellung der Lebensführung von Nöten, um eine erfolgreiche Behandlung zu erzielen.

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Vorbeugung

Stoffwechselstörungen lassen sich nur sehr bedingt vorbeugen. Hier kommt es, wie bereits erwähnt, immer auch auf das genetische Erbgut an. Gehört man zu einer Risikogruppe, sollte man sich regelmäßig untersuchen lassen. Ansonsten kann man Stoffwechselstörungen durch eine gesunde Lebensweise recht gut vermeiden und im Zaum halten. Dazu zählen eine gesunde Ernährung, ein gesundes Gewicht, ein guter Umgang mit Stress und ein bestmöglicher Verzicht auf zu große Mengen Alkohol, Medikamente und Tabak.

Bücher über den Stoffwechsel

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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