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Schilddrüsenüberfunktion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. März 2014
Symptomat.deKrankheiten Schilddrüsenüberfunktion

Eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) ist eine Störung der Funktion der Schilddrüse. Dabei kommt es aufgrund von diversen Ursachen zu einer erhöhten Bildung von Hormonen in der Schilddrüse. Diese Überversorgung durch die Hormone führt dann im Verlauf zu Beschwerden und Symptomen. Typisch für eine Schilddrüsenüberfunktion sind demnach Gewichtsabnahme, Haarausfall und starkes Schwitzen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Mit der Bezeichnung Schilddrüsenüberfunktion wird eine hohe Zentralisation von Schilddrüsenhormonen im Körper bezeichnet. Die wichtigste Hormondrüse im menschlichen Körper ist die Schilddrüse. Neben den Schilddrüsenhormonen Thyroxin und Trijodthyronin produziert sie ebenfalls Calcitonin.

Alle Schilddrüsenhormone sind jodhaltig und wirken zudem in fast allen körperlichen Zellen. Der Energiestoffwechsel wird durch diese Schilddrüsenhormone angeregt. Bildet die Schilddrüse vermehrt die Hormone Thyroxin und Trijodthyronin, erfolgt eine überschießende Hormonwirkung an den einzelnen Organen.

Die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) kann hier nicht mehr regulierend eingreifen. In diesem Fall wird von einer Schilddrüsenüberfunktion bzw. Hyperthyreose gesprochen.

Ursachen für Schilddrüsenüberfunktion

Die Formen der Schilddrüsenüberfunktion haben in der Regel unterschiedliche Ursachen. Bei der Autoimmunerkrankung bildet das Immunsystem fälschlicherweise Antikörper, die zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen. Diese Autoimmunerkrankung wird in medizinischen Kreisen als Morbus Basedow bezeichnet. Frauen sind hierbei häufiger betroffen als Männer. Die genauen Ursachen dieser Schilddrüsenüberfunktion sind nicht bekannt. Jedoch wird vermutet, dass diese Form der Schilddrüsenüberfunktion vererbt werden kann.

Als weitere Form der Schilddrüsenüberfunktion ist die autonome Hyperthyreose zu nennen. Einer der häufigsten Gründe für diese Schilddrüsenüberfunktion ist ein Jodmangel. Dieser Mangel führt zu einer Vergrößerung der Schilddrüse und oft treten hier knotige Veränderungen auf, die Hormone ohne jegliche Kontrolle entstehen lassen. Bei dieser Art der Schilddrüsenüberfunktion kommt es also zu einer Verselbstständigung der Hormonproduktion. Die Steuerung und Kontrolle der Hirnanhangsdrüse entfällt hier.

Die eher seltenen Ursachen einer Schilddrüsenüberfunktion können zum Beispiel die Entzündung der Schilddrüse oder Tumore an der Hirnanhangsdrüse sein. Ebenso sind Unempfindlichkeiten gegen Schilddrüsenhormone oder die Einnahme von jodhaltigen Medikamenten die Schilddrüsenüberfunktion verursachen.

Morbus Basedow

Morbus Basedow ist eine Autoimmunerkrankung. Besonder auffällig sind hierbei die hervortretenden Augen, Herzrasen und eine vergrößerte Schilddrüse. Gründe für diese Autoimmunerkrankung sind vor allem genetische Ursachen, Infektionen durch Viren und äußere Einflüsse (z.B. Umweltbedingungen, Nahrung).

Warum die Schilddrüse aber vermehrt Hormone produziert ist noch nicht so genau erforscht. Man weiss bisher nur, dass Autoantikörper gebildet werden, die die Horme der Schilddrüse nachzuahmen versuchen.

Schilddrüsenautonomie

Eine gesunde Schilddrüse wird zu ihrer Hormonbildung vom Gehirn gesteuert. Bei einer Schilddrüsenautonomie findet diese Steuerung nicht mehr statt und die Schilddrüse verwaltet sich sozusagen selbstständig. Die häufigste Ursache dafür ist wiederum der Jodmangel. Nicht immer ist jedoch die ganze Schilddrüse davon betroffen. Auch einzelne Areale können von einer Schilddrüsenautonomie betroffen sein.

Typische Symptome und Anzeichen bei Schilddrüsenüberfunktion

Krankheitsverlauf Schilddrüsenüberfunktion

Der Verlauf ist abhängig von den Ursachen der Schilddrüsenüberfunktion. Morbus Basedow bildet sich meist selbst wieder zurück, kann aber auch nach einigen Jahren wieder erneut auftreten. Dennoch sollte in jedem Fall der Arzt konsultiert werden.

Die Schilddrüsenautonomie bildet sich nicht zurück und die Schilddrüse vergrössert sich immer mehr. Da hierbei eine lebensbedrohliche Situation entstehen kann ist eine soforte medizinische Behandlung notwendig.

Behandlung und Therapie von Schilddrüsenüberfunktion

Infogramm zur Anatomie und Lage der Schilddrüse, sowie die Symptome bei Schilddrüsenüber- und Unterfunktion. Bild anklicken, um zu vergrößern.

In der Regel werden bei einer möglichen Schilddrüsenüberfunktion die Hormone im Blut bestimmt. Eine spätere Behandlung wird dann mit Medikamenten, die die vermehrte Hormomnbildung hemmen soll. Nicht selten wird auch eine Operation durchgeführt, bei der die Schilddrüse verkleinert wird und somit weniger Hormone gebildetet werden können. Auch eine Radiojodtherapie hat gute Erfolge gezeigt.

Je nach Form und Stärke der Schilddrüsenüberfunktion existieren verschiedene Behandlungsansätze. In der Regel sind alle Therapien gegen eine Schilddrüsenüberfunktion gut verträglich und bessern die entstehenden Symptome der Schilddrüsenüberfunktion wirkungsvoll. Durch die Gabe von Medikamenten, wie zum Beispiel Thyreostatika kann die übermäßige Schilddrüsenhormonproduktion gehemmt werden.

Durch Einnehmen der Thyreostatika bei einer Schilddrüsenüberfunktion beruhigt sich die Schilddrüsenfunktion und es kommt zu einer leichten Gewichtszunahme, die durch die Schilddrüsenüberfunktion verhindert war. In einigen Fällen werden dem Patienten bei einer Schilddrüsenüberfunktion Betablocker verordnet. Diese sollen unangenehme Symptome, wie zum Beispiel Zittern, Herzrasen, Ängste, etc. unterdrücken. In etwa ein bis zwei Monaten kann sich der Stoffwechsel normalisieren. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen bzw. Überprüfung der Schilddrüsenwerte sind sinnvoll.

Bei einer schweren Schilddrüsenüberfunktion oder im Falle einer nicht vorhandenen Wirkung der Thyreostatika können Bestrahlungen, Radiojodtherapien oder sogar Operationen notwendig sein. Bei der Radiojodtherapie erhält der Patient individuell dosiert eine Radiojod-Gelatinekapsel. Durch die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit bleibt das Radiojod länger im Körper.

Wird bei einer Schilddrüsenüberfunktion die Radiojodtherapie angewendet, existieren hierfür spezielle Zentren oder Praxen, die diese Art der Therapie ausführen. In ganz besonders schweren Fällen einer Schilddrüsenüberfunktion kann ein operativer Eingriff empfohlen werden. Hier wird dann von einer Schilddrüsenresektion gesprochen. Kommt es bei einer Schilddrüsenüberfunktion zu einem operativen Eingriff, wird die Schilddrüse zum Teil oder ganz entfernt.

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Vorbeugung gegen Schilddrüsenüberfunktion

Die Ursachen für eine Schilddrüsenüberfunktion sind nicht vorhersehbar. Daher sind vorbeugende Maßnahmen prinzipiell nicht vorhanden. Liegen die Ursachen der Überfunktion in einer Überdosierung durch Jod oder anderen Hormonen, sollte hier die genaue Menge überprüft und angepasst werden.

Da die Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) unterschiedliche Ursachen haben kann, gibt es nur begrenzt wirksame Maßnahmen zum Vorbeugen einer solchen Funktionsstörung.

Eine ausreichende Jodversorgung kann zur Vorbeugung einer Schilddrüsenüberfunktion sinnvoll sein. In der Regel ist dies die beste Prävention gegen Knotenbildungen oder dem hohen Schilddrüsenwachstum. Im Falle der Schilddrüsenüberfunktion Morbus Basedow existiert keine ausreichende Prävention.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Andrea kommentierte am 12.10.2011 um 08:56 Uhr

Ich habe seid einiger Zeit Hezrasen, zitternde Hände bzw. am ganzen Körper innerliche Unruhe und ich schwitze viel. Meine Schilddrüse wurde per Ultraschall untersucht. Auch mein Blut (T-Werte?) wurde untersucht. Es ist alles in Ordnung. Kann ich davon ausgehen, dass es nun nicht die Schilddrüse ist? Ich war bei zwei verschiedenen Ärzten. Beide sagen das Gleiche. Über eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

Tatterlise kommentierte am 07.12.2011 um 06:28 Uhr

Hallo Andrea,
ich hatte die gleichen Symptome. Die Ärzte meinten es sei alles in Ordnung. Zusatzstoff-Unverträglichkeit mit Vitaminmangel habe ich nun herausgefunden. Schau mal auf meinen Kommentar beim Thema "Zittern" - sonst muss ichs nochmal schreiben.
Ob mit Deiner Schilddrüse alles in Ordnung ist, kann ich nicht beurteilen. Meine ist angeblich in gutem Zustand, dennoch wollte ich die Symptome los werden. LG Tatterlise

Sandy kommentierte am 21.07.2012 um 05:12 Uhr

Hallo, ich bin 25 Jahre jung und bei mir wurde Schilddrüsenüberfunktion vor kurzem festgestellt.
Die Symptome bei mir waren: Zittern, meine Augen wurden größer oder besser gesagt sahen bald so aus, als würden sie gleich raus fallen, und ich habe komischerweise nicht abgenommen, sondern zugenommen. Haarausfall hab ich schon längere Zeit, also denke nicht, dass es sich jetzt verschlimmert hat mit dem Haarausfall. Ich muss jetzt Tabletten nehmen, bei denen die Zunahme erwünscht ist steht da drin, also werd ich jetzt noch dicker. Überall steht Abnehmen, nur ich hab zugenommen, versteh ich nicht!? Und deshalb schau ich schon überall nach, was ich noch selbst für tun kann, damit das endlich besser wird und ich die Tabletten nicht mehr brauche, aber hier steht so viel, dass ich nun überhaupt nicht weiß, was wirklich gut und nicht gut ist. Kann mir da jemand helfen?

Dani kommentierte am 02.01.2013 um 11:52 Uhr

Ich habe schon seit meiner Geburt ein Problem damit zuzunehmen. Egal wie viel ich auch esse, ich nehme kein Gramm zu. Nun ist es seit ca. 2 Monaten so, dass es mir von einem Moment auf den Anderen auf einmal total warm wird, bekomme totale innere Unruhe, Herzrasen und fange an zu zittern am ganzen Körper.
Mein Hausarzt meint, dass ich nichts mit der Schilddrüse hätte, das könne er an meinen Blutbildern sehen. Widerum war ich gestern zum zweiten Mal im Krankenhaus, weil ich nun auch seit Sonntag (heute ist Mittwoch) nichts mehr essen kann. Die haben mir nur eine NaCl-Infusion gegeben und irgendwas zusammengepunschtes Schmerzmittel und irgendwas gegen Spuckreiz. Also bin ich wieder ohne Ergebnis aus dem Krankenhaus raus.
Hat vielleicht von euch einer ne Ahnung, was das sein könnte? Ich weiß nicht mehr weiter und fühle mich immer unsicherer in meiner Haut :-(