Augenkrankheiten

Letzte Aktualisierung am 27. Mai 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Augenkrankheiten können sämtliche Bestandteile des Sehorgans betreffen und haben verschiedene Ursachen wie Umweltreize, Alter oder Krankheiten. Symptome können unter anderem juckende, rötende und geschwollene Augen sein. Der zuständige Facharzt, der Ophthalmologe, kann im Ernstfall operativ eingreifen oder Linse und Hirnhaut durch künstliche Implantate ersetzen. Manchen Augenkrankheiten kann unter Umständen mit Vitamin D vorgebeugt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Augenkrankheiten?

Augenkrankheiten sind Erkrankungen des Sehorgans, das sich aus dem Augenapfel, der Sehbahn und aus Anhangsgebilden, also dem Tränenapparat, den Muskeln, den Lidern und der Bindehaut zusammensetzt.

Die Erkrankungen der Augen werden von einem Spezialisten, dem Augenarzt, festgestellt. Die häufigsten Erkrankungen des Sehorgans sind der grüne Star (Glaukom), der graue Star (Katarakt), die Hornhautentzündung (Keratitis) und die Bindehautentzündung (Konjunktivitis).

Eine Erkrankung der Lider ist eher selten. Weitsichtigkeit und Kurzsichtigkeit sind nicht als Erkrankungen der Augen definiert. Manche der oben erwähnten Erkrankungen haben einen schmerzlosen Ablauf, wie zum Beispiel der graue Star, andere sind schmerzhaft, wie die Hornhautentzündung. Einige Augenkrankheiten sind angeboren, andere entstehen als Reaktion auf Reize aus der Umwelt. Natürlich gibt es auch altersbedingte Augenkrankheiten.

Ursachen

Das Auge ist ein besonders empfindliches Organ. Einige Augenerkrankungen werden von Reizen der Umwelt verursacht, die schließlich zur Entzündung führen.

Die Entstehung mancher Erkrankungen des Sehorgans sind unbekannt, wie zum Beispiel die des grauen Stars. Augenbeschwerden sind bei manchen Erkrankungen schmerzhaft, bei anderen schmerzfrei. Symptome einer Augenerkrankung können unterschiedlich sein, je nach Art der Erkrankung. Mögliche Symptome bei den Augenerkrankungen sind Juckreiz, Rötung, Schwellungen, Sehstörungen und Blutungen. Meistens beeinträchtigt eine Augenerkrankung die Sehschärfe, es kommt also zu Sehstörungen. Der Augenarzt (Ophthalmologe) stellt die Diagnose einer Augenerkrankung. Sein wichtigstes Untersuchungsgerät ist die Spaltlampe. Die Untersuchung mit der Spaltlampe ermöglicht dem Arzt eine Einsicht ins Augeninnere und ist völlig schmerzfrei.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Augenkrankheiten äußern sich durch verschiedene Symptome. Bei einer entzündlichen Erkrankung wie der häufig vorkommenden Bindehautentzündung sind die Augen gerötet, jucken, brennen und tränen. Die Augenlider sind geschwollen, oft besteht ein Fremdkörpergefühl im Auge. Im fortgeschrittenen Stadium können morgens die Lider durch eitriges Sekret verklebt sein.

Ein kleiner als Gerstenkorn bezeichneter Abszess am Augenlid kann neben einer Schwellung des Augenlids starke Schmerzen auslösen. Liegt eine Entzündung der Hornhaut (Keratitis) vor, ist zusätzlich zu den vorgenannten Beschwerden das Sehvermögen massiv eingeschränkt. Bei altersbedingten Augenerkrankungen steht das Nachlassen der Sehfähigkeit im Vordergrund, nur selten treten Schmerzen auf.

Hinweise auf einen Grauen Star (Katarakt) können das Sehen von Doppelbildern, zunehmende Kurzsichtigkeit, eine Minderung der Sehschärfe und Schleier vor den Augen sein. Beim Fortschreiten der Erkrankung trübt sich die Augenlinse sichtbar ein. Verschwommenes und unscharfes Sehen in Kombination mit Ausfällen des Gesichtsfelds können Anzeichen einer altersbedingten Makuladegeneration sein.

Linien werden dabei wellenförmig verzerrt gesehen, Kontraste in der Umgebung können zunehmend schlechter wahrgenommen werden. Grüner Star (Glaukom) verursacht lange Zeit keine Beschwerden, gelegentlich werden um Lichtquellen farbige Ringe gesehen. Gesichtsfeldausfälle treten erst im weiteren Verlauf der Erkrankung auf. Ein rotes, druckempfindliches Auge mit starrer Pupille und starke Augen- und Kopfschmerzen deuten auf einen akuten Glaukomanfall hin.

Diagnose & Verlauf

Abhängig von der Augenkrankheit kann der behandelnde Arzt örtlich anwendbare Medikamente (Augentropfen, -salbe, -gel oder Injektion) verschreiben, die zur Heilung beitragen. Außerdem kann er bei ernsteren Augenerkrankungen operativ tätig werden.

Eine Operation ist kommt in Frage, wenn an die Linse, Hornhaut, Netzhaut oder an den Glaskörper eingegriffen werden muss, um die klare Sehkraft wiederherzustellen. Ebenfalls können die Augenmuskeln, die Lider und der Tränenapparat operiert werden. Auch zur Entfernung von Fremdkörpern und erkrankten Geweben wird eine operative Behandlung durchgeführt. Dank der modernen Technik ist es möglich, die Linse bei einer Erkrankung zu entfernen und durch eine Kunstlinse zu ersetzen.

Dies passiert zum Beispiel bei Operationen von grauem Star. Ähnlich wie bei der Transplantation einer Kunstlinse kann der Arzt eine Hornhaut einsetzen. Ein operativer Eingriff wird mit Hilfe von Lasergeräten durchgeführt, außerdem ist es unvermeidlich, dass der behandelnde Arzt das Sehorgan mit einem Schnitt öffnet.

Komplikationen

In der Regel hängen der weitere Verlauf und die Komplikationen, die bei Augenkrankheiten auftreten sehr stark von der Krankheit selbst und dem bisherigen Krankheitsverlauf des Patienten ab. Es ist daher nicht möglich, universelle Voraussagen bezüglich dieser Krankheiten zu treffen. Im schlimmsten Falle führen Augenkrankheiten zum Verlust der Sehmöglichkeit oder zu einer schwächeren Sehstärke, sodass das Tragen von Sehhilfen für den Patienten notwendig wird.

Augenkrankheiten können zwar relativ gut behandelt werden, führen allerdings nicht wieder zu einer gewöhnlichen Sehstärke, da diese Krankheiten nicht reversibel sind. Entzündungen im Auge können gut mit Augentropfen und Medikamenten behandelt werden und führen nicht zu weiteren Komplikationen. Vor allem im höheren Alter treten immer mehr Augenkrankheiten auf.

Diese können die Sehstärke negativ beeinflussen und damit den Alltag des Patienten erschweren. Der komplette Verlust der Sehstärke tritt nur seltenen auf und ist oft schon angeboren. Er kann allerdings nicht behandelt werden. Komplikationen treten vor allem dann auf, wenn die Augenkrankheiten nicht rechtzeitig durch einen Augenarzt behandelt werden.

Hier können sich die Symptome verstärken und Entzündungen ausbilden, welche nur erschwert zu behandeln sind. Bei jungen Menschen treten Augenkrankheiten relativ selten auf.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Augenkrankheiten müssen nicht immer von einem Arzt behandelt werden. Viele Beschwerden treten nur temporär auf und sollten nach einigen Tagen von selbst zurückgehen. Bleibt eine Augenkrankheit allerdings länger als eine Woche bestehen, sollte damit zum Hausarzt gegangen werden. Schwere Symptome wie Augenschmerzen, Schwellungen und eine eingeschränkte Sehkraft werden am besten direkt abgeklärt.

Vor allem ältere Personen und Menschen mit einer Vorerkrankung der Augen sollten bei ungewöhnlichen Beschwerden zügig mit einem Arzt sprechen. Der Mediziner wird das ursächliche Leiden diagnostizieren und kann anschließend eine geeignete Behandlung vorschlagen. Bleibt ein Augenleiden allerdings unbehandelt, können weitere Komplikationen auftreten. Wenn die Sehkraft stark nachlässt, sich Ekzeme bilden oder Begleiterscheinungen wie Kopfschmerzen und Schwindel auftreten, muss spätestens zum Arzt gegangen werden. Menschen, die beruflich auf ihre Sehkraft angewiesen sind, sollten bei ersten Anzeichen einer Augenkrankheit einen Fachmann konsultieren. Bei einer erhöhten Unfallgefahr darf alleine aus Gründen des Versicherungsschutzes nicht mehr mit der Diagnose gewartet werden.

Behandlung & Therapie

Vor allem altersbedingte Augenerkrankungen hängen mit anderen schwerwiegenden Erkrankungen des Organismus zusammen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus, hohem Blutdruck und Übergewicht.

Der hohe Blutdruck kann die kleinen Adern der Retina beeinträchtigen. Ein hoher Blutzuckerspiegel sorgt dafür, dass die Linse Flüssigkeit verliert. Fette Speisen begünstigen die Altersbedingte Makuladegeneration. Auch Pilze, Viren, Bakterien, chemische Substanzen und Strahlen wirken sich auf die Bindehaut aus.

Die Augen reagieren auf diese Reize mit Schwellung, Rötung, Juckreiz, verklebten Lidern und Sehbeeinträchtigungen, die aber in der Regel nicht schwerwiegend sind. Rauchen und langes Starren auf einen Bildschirm zählen ebenfalls zu den Risikofaktoren für Augenerkrankungen.

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Aussicht & Prognose

Augenkrankheiten können sehr vielseitig sein, sodass eine explizite Prognose und Aussicht nur sehr schwer vorherzusagen ist.

Die häufigste Augenkrankheit ist eine Entzündung im Auge. Durch Bakterien und Viren wird eine Entzündung hervorgerufen, die unter Umständen auch mit der Bildung von Eiterflüssigkeit verbunden ist. Bleibt eine eitrige Entzündung im Auge unbehandelt, so ist die Aussicht und Prognose auf eine schnelle Heilung nicht sehr gut. In einem solchen Fall ist mit einer erhöhten Produktion von Eiterflüssigkeit zu rechnen. Auch die Schmerzen im und am Auge werden erheblich zunehmen, sodass ein Arztbesuch unumgänglich wird. Wenn frühzeitig ein Arzt aufgesucht wird, dann ist mit einer schnellen und zeitnahen Besserung zu rechnen. Durch entsprechende Medikamente kann die bestehende Entzündung schnell gelindert und bekämpft werden. Somit sieht die Aussicht und Prognose auf eine schnelle und unkomplizierte Heilung sehr gut aus.

Falls sich ein Fremdkörper im Auge befindet, so ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen. Wer darauf verzichtet, der muss mit einer negativen Aussicht und Prognose rechnen. Das Auge kann in so einem Fall bleibende Schäden beibehalten. Somit gilt: Wer bei Augenkrankheiten die eigene Aussicht und Prognose auf Heilung positiv beeinflussen möchte, der sollte auf einen Besuch beim Arzt nicht verzichten.

Vorbeugung

Jahrelang hieß es, dass Vitamin A der Vitalstoff für gesunde Augen ist. Heute finden Wissenschaftler das Vitamin D viel effizienter bei der Vorbeugung von altersbedingten Augenkrankheiten.

Das bedeutet, dass Sonnenlicht und somit der häufige Aufenthalt an der frischen Luft unter anderem auch altersbedingte Augenkrankheiten vorbeugen kann. Außerdem schützen tierische Omega-3-Fettsäuren die Hornhaut. Da viele Augenkrankheiten mit anderen Erkrankungen, vor allem mit Diabetes mellitus, hohem Blutdruck und Übergewicht zusammenhängen, ist eine gesunde Lebensweise auch bei Augenkrankheiten eine verlässliche Vorbeugungsmethode.

Der Verzicht auf Zigaretten und auf andauerndes Fernsehen bzw. lange Computerbenutzung begünstigt ebenfalls die Vorbeugung der Erkrankungen der Augen.

Die Nachsorge von Augenkrankheiten hängt in ihrer genauen Ausprägung von Art und Stärke der Erkrankung ab. In der Regel ist der Augenarzt, der dem Patienten die konkreten Handlungsempfehlungen gibt und auch die Dauer ihrer Anwendung vorgibt. Der Erfolg der Maßnahmen beziehungsweise der vorausgegangenen Therapie wird unter Umständen in mehreren Nachsorgekontrollen noch einmal überprüft. Es gibt einige Verhaltensmaßnahmen, die für den Patienten im Rahmen der Nachsorge bei Augenerkrankungen häufig besonders wichtig sind. Diese werden im Folgenden in kompakter Form geschildert.

Nachsorge

Die Nachsorge von Augenkrankheiten hängt in ihrer genauen Ausprägung von Art und Stärke der Erkrankung ab. In der Regel ist der Augenarzt, der dem Patienten die konkreten Handlungsempfehlungen gibt und auch die Dauer ihrer Anwendung vorgibt. Der Erfolg der Maßnahmen beziehungsweise der vorausgegangenen Therapie wird unter Umständen in mehreren Nachsorgekontrollen noch einmal überprüft.

Es gibt einige Verhaltensmaßnahmen, die für den Patienten im Rahmen der Nachsorge bei Augenerkrankungen häufig besonders wichtig sind. Diese werden im Folgenden in kompakter Form geschildert. Eine Reizung der Augen ist nach jeder Augenerkrankung zu vermeiden und damit nicht nur Nachsorge, sondern oft auch Vorsorge im Hinblick auf einen möglichen Rückfall.

Das bedeutet für den Patienten zum Beispiel, die Augen durch eine geeignete Brille vor grellem Sonnenlicht zu schützen, auf das Tragen von Kontaktlinsen zu verzichten und Maßnahmen zur Augenbefeuchtung durchzuführen, wenn diese vom Arzt empfohlen sind. Auch die Pflege im Alltag kann sich in der Nachsorge ändern. Scharfe Reiniger für das Gesicht, insbesondere mit Alkohol, sind nicht geeignet.

Das Gleiche gilt für Schminke im Augenbereich. Beim Shampoonieren von Haaren ist darauf zu achten, damit Tenside nicht ins Auge rinnen. Vorsicht ist auch beim Solarium geboten, da es die Kombination aus Licht und Austrocknung der Augen durch das Gebläse mit sich bringt.

Das können Sie selbst tun

Augenkrankheiten führen häufig zu starken Einschränkungen im Alltag und bei der Arbeit. Bei Beschwerden jeder Art ist der erste Schritt, die Augen zu schonen. Dafür sollten Tätigkeiten, die ein hohes Maß an Konzentration für die Augen erfordern, weitgehend reduziert werden. Dazu zählt neben dem Lesen auch die Arbeit am Computerbildschirm oder die längere Verwendung von Tablets und Smartphones.

Sind die Augen durch die Erkrankung erst einmal gereizt, sollten zusätzliche Reizungen wie helle Lichteinstrahlung und weitere Umwelteinflüsse wie Rauch und Staub vermieden werden. Dem Drang, die Augen zu Reiben, sollte nicht nachgegeben werden, da sich die Erkrankung so weiter ausbreiten kann. Sofern nur ein Auge betroffen ist, wird durch die wiederholte Reibung der Augen die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Infektion auf das gesunde Auge übergeht. Daher sollten auch bei tränenden Augen Papiertaschentücher nur einmalig verwendet und dann entsorgt werden.

Unabhängig von der Art der Beschwerden sollten Augenkrankheiten grundsätzlich immer schnellstmöglich ärztlich abgeklärt werden. Sollten die Symptome sich nicht im Laufe eines Tages bessern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bis dahin kann auch der Gang zur Apotheke zunächst helfen. Von der Selbstbehandlung der Krankheit mit Hilfe von Hausmitteln und Drogerieprodukten ist bei unbekannter Ursache aber ausdrücklich abzuraten.

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Dahlmann, C., Patzelt, J.: Basics Augenheilkunde. Urban & Fischer, München 2014
  • Kaufmann, H., Steffen, H. (Hrsg.): Strabismus. Thieme, Stuttgart 2012

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