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Gesichtsfeldausfall

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. März 2014
Symptomat.deSymptome Gesichtsfeldausfall

Bei einem Gesichtsfeldausfall (Hemianopsie) liegt eine Einschränkung des räumlichen Sehvermögens vor. Das Gesichtsfeld ist derjenige Bereich, der beim Sehen erkannt wird, wenn die unbewegten Augen nach vorne gerichtet sind.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Gesichtsfeldausfall?

Bei einem Gesichtsfeldausfall ist das normale Sehen eingeschränkt. Für das normale Gesichtsfeld sind ein scharfes Sehen im mittleren Bereich und eher unscharfe Konturen am linken und rechten Rand charakteristisch. In den Randbereichen können allerdings Bewegungen noch wahrgenommen werden.

Gesichtsfeldausfälle können einseitig vorliegen (monokulare Hemianopsie) oder beide Augen betreffen (binokulare Hemianopsie). Außerdem gibt es Gesichtsfeldausfälle, die das Sehvermögen im Nahbereich einschränken („zentrale“ Hemianopsien) und solche, die die Fernsicht tangieren (periphere Hemianopsien).

Das gesunde Fernsicht-Gesichtsfeld ermöglicht ein schläfenseitiges Sehvermögen bis über 90 Grad nach links und rechts, bis zu 70 Grad nach unten und oben sowie in Richtung Nase bis 60 Grad. Im Laufe des Lebens verschlechtert sich das Gesichtsfeld im Zuge des normalen Alterungsprozesses. Das Gesichtsfeld kann aber auch aufgrund von Gewöhnungsfaktoren individuell unterschiedlich ausgeprägt sein. Ferner beeinflussen Farbe, Helligkeit und Größe der betrachteten Objekte das Gesichtsfeld.

Wird ein inselförmiger Bereich innerhalb des Gesichtsfeldes nicht mehr erkannt, liegt ein sog. „Skotom“ vor. Bei einem „konzentrischen“ Teilausfall des Gesichtsfeldes sind die äußeren Sehbereiche eingeschränkt. Bei Metamorphopsien liegen Bildverzerrungen vor. Bei einer Hemianopsie fällt das Gesichtsfeld links- oder rechtshalbseitig aus. Ferner besteht die Möglichkeit einer Quadrantenanopsie, bei der ein Viertel des Sehbereiches von einem Gesichtsfeldausfall betroffen ist (Quadrantenausfall).

Ursachen für Gesichtsfeldausfall

Ein Gesichtsfeldausfall kann als Folge von Erkrankungen des Auges oder des Gehirns auftreten. Zu den möglichen, zu einer Hermianopsie führenden Erkrankungen gehören krankhafte Veränderungen der Sehbahn, der Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum), der Sehnervenbahnen und der in Sehrinde und Gehirn befindlichen Sehzentren.

Bei einer Retinopathie liegt eine Schädigung der Netzhaut vor. Die altersbedingt zumeist erst ab dem 60. Lebensjahr eintretende Makuladegeneration führt nur zu einer Beeinträchtigung des zentralen Sehvermögens. Der Katarakt (grauer Star), der unbehandelt bis zur Erblindung führen kann, entsteht durch Trübung der Augenlinse. Das Glaukom (grüner Star) beruht auf einer Erhöhung des Augeninnendrucks, wodurch der Sehnerv geschädigt werden kann.

Augen- und Kopfverletzungen aller Art sowie Migräneanfälle können ebenfalls zu einem Gesichtsfeldausfall führen. Eine Hermianopsie kann durch Hirnblutungen, durch einen Schlaganfall (Apoplex) oder durch die Erweiterung eines arteriellen Blutgefäßes (Aneurysma) im Gehirn ausgelöst werden. Ferner können Tumore im Gehirn einen Gesichtsfeldausfall herbeiführen.

Diagnose und Verlauf bei Gesichtsfeldausfall

Ein Gesichtsfeldausfall wird durch einen Neurologen oder einen Augenarzt diagnostiziert. Bei der sog. Perimetrie (Gesichtsfeld-Untersuchung) sieht der Patient konzentriert mit einem Auge oder beiden Augen auf einen Leuchtpunkt und gibt an, ab welchem Zeitpunkt er einen präsentierten Gegenstand wahrnimmt. Das Wahrnehmungsvermögen des Patienten kann so mit dem Gesichtsfeld gesunder Menschen verglichen werden.

Eine der verschiedenen Methoden zur Gesichtsfelddiagnose ist der „Kontrontationstest“ („Parallelversuch“), bei dem sich Arzt und Patient gegenübersitzen und jeweils ein Auge bedecken, während ein Beobachtungsgenstand herangeführt wird. Bei voneinander abweichenden Gesichtsfeldern von Arzt und Patient kann möglicherweise auf einen Gesichtsfeldausfall geschlossen werden. Bei der sog. kinetischen Perimetrie, die ebenfalls einen Konfontationstest darstellt, wird ein zu beobachtender Leuchtpunkt herangeführt.

Bei der oft angewandten „automatischen statischen Perimetrie“ erfolgt eine Messung der Lichtempfindlichkeit der Netzhaut an bestimmten Punkten. In unterschiedlicher Abfolge auftretende Lichtpunkte werden vom Patienten nach ihrem Erkennen durch Betätigung einer Signaltaste bestätigt. Nicht erkannte Leuchtpunkte geben einen Hinweis auf einen Gesichtsfeldausfall.

Liegen möglicherweise bestimmte Krankheiten einem Gesichtsfeldausfall zugrunde, erfolgt eventuell eine Untersuchung des Bluts. Auch Röntgenuntersuchungen sowie Computer- oder Kernspintomographie sowie Angiographie (Blutgefäßuntersuchung nach Verabreichung von Kontrastmitteln) können bei Gesichtsfeldausfall eingesetzt werden.

Behandlung und Therapie von Gesichtsfeldausfall

Die zu einem Gesichtsfeldausfall führende Grunderkrankung bestimmt die Therapie. Mögliche Maßnahmen sind z. B. die Verschreibung von Sehhilfen oder Medikamenten, aber auch neurochirurgische Eingriffe.

Häufig können Gesichtsfeldausfälle jedoch nicht rückgängig gemacht werden, so dass insoweit eine wiederherstellende Therapie nicht möglich ist. Gerade bei altersbedingten Gesichtsfeldausfällen wie der Makuladegeneration bewirken Behandlungsversuche oft nicht gewünschten Erfolg.

Bei grauem Star wird die eingetrübte Linse entfernt. Grüner Star wird in der Regel zunächst konservativ mit Augentropfen, gegebenenfalls aber auch mit einer Lasertherapie behandelt. Oft führt dies nicht zu einer nachhaltigen Senkung des Augeninnendrucks, so dass operativ für einen Abfluss des druckauslösenden Augenwassers gesorgt werden muss.

Als Sofortmaßnahme bei akut auftretenden Augeninnendruckerhöhungen werden Medikamente verabreicht, bevor unmittelbar anschließend eine Operation vorgenommen wird.

Bei plötzlichen Ereignissen (wie z. B. einem Schlaganfall oder bei durch äußere Gewalteinwirkung auftretenden Gehirnblutungen), die zu einem Gesichtsfeldausfall führen, kann sich bei frühzeitiger Therapie ein entstandener Gesichtsfeldausfall eventuell wieder zurückbilden. Bei einem Schlaganfall wird versucht, durch Medikamentengabe ein eventuell im Gehirn befindliches Blutgerinnsel aufzulösen (Thrombolyse).

Ferner werden Medikamente gegeben, die die Blutgerinnung hemmen, damit Gefäße nicht weiter verstopfen. Hirnblutungen erfordern eine sofortige Operation. Aneurysmen, die ebenfalls zu einem Gesichtsfeldausfall führen können, werden ggfs. konservativ mit blutdrucksenkenden Medikamenten oder aber operativ behandelt.

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Vorbeugung von Gesichtsfeldausfall

Vorbeugende Maßnahmen sind bei rein altersbedingt auftretendem Gesichtsfelsausfall und auch bei grauem Star nicht möglich. Das Risiko eines Gesichtsfeldausfalls in Form eines grünen Stars kann durch regelmäßiges Messen des Augeninnendrucks insbesondere nach Verabreichung kortisonhaltiger Medikamente und nach Verletzungen begrenzt werden.

Aneurysmen lassen sich teilweise durch Verzicht auf Nikotingenuss und durch Vermeidung eines blutdruckerhöhend wirkenden, übermäßigen Alkoholkonsums vermeiden. Auch zu hohe Cholesterinwerte und Übergewicht steigern die Gefahr, dass sich ein Aneurysma oder ein Schlagausfall ausbildet, während körperliche Bewegung die Risiken senkt, einen Gesichtsfeldausfall zu erleiden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

McTruth kommentierte am 25.11.2013 um 18:55 Uhr

Ich hatte zwei Posteriorinfarkte, deren Folge leichte Gesichtsfeldausfälle sind. Augenarzt und Neurologe diagnostizierten, dass es keine Aussicht auf Besserung gibt. Ich glaube nicht daran. Gibt es nicht noch irgendwelche anderen Möglichkeiten?