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Bindehautentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. März 2014
Symptomat.deKrankheiten Bindehautentzündung

Eine Bindehautentzündung oder Konjunktivitis ist eine Entzündung der im Auge befindlichen Bindehaut. Vor allem die stark geröteten Augen sind ein typisches Anzeichen für Bindehautentzündung. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von einer bakteriellen Entzündung bis hin zu allergischen Reaktionen. Auch Viren können durch eine Infektion zu einer Bindehautentzündung des Auges führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Bindehautentzündung?

Eine Bindehautentzündung oder Konjunktivitis ist eine Entzündung der Bindehaut des Auges. Die Bindehaut selbst bedeckt die äußere Schale des Augapfels sowie die innere Seite der Augenlider. Diese durchsichtige Schleimhaut produziert den für das Auge notwendigen feucht-flüssigen Schleim, der als Tränenfilm am Auge haftet. Der Sinn ist eine geringere Reibung beim Bewegen und Schließen der Augen.

Die Bindehaut ist eine dünne, zarte und durchsichtige Schleimhaut, die die Innenseite des Ober- und Unterlides sowie die vordere Hälfte des Augapfels überzieht und am Rande der in der Mitte zwischen den Lidern befindlichen Hornhaut endet. Während sie auf der Innenseite der Lider mit dem darunterliegenden Gewebe fest verwachsen ist, liegt sie dem Augapfel locker auf. Beim Umschlagen von der Innenseite der Lider auf den Augapfel bildet die Bindehaut sackförmige Höhlen, auch Bindehautsäcke genannt. In den unteren Bindehautsack können zur Behandlung bequem Augentropfen und Augensalben eingebracht werden, wenn an das Unterlid mit den Fingern etwas nach unten zieht und nach außen kehrt.

Bei Entzündungen wird die Bindehaut, die am entzündungsfreien Zustand durchsichtig ist und den Augapfel mit Ausnahme der Hornhaut weiß erscheinen lässt, wesentlich stärker durchblutet. Sie nimmt dann eine rote Farbe an und wird undurchsichtig, so dass die darunterliegende weiße Lederhaut nicht mehr hindurchschimmern kann und der Augapfel krankhaft gerötet erscheint.

Die Bindehaut ist darüber hinaus aber auch zur Immunabwehr des Auges verantwortlich, sodass bei einer Bindehautentzündung auch Hornhaut und Augenlider entzündet werden können. Da die Augen bzw. die Bindehaut relativ ungeschützt im Körper gelagert sind, sind sie oft anfällich auf äußere Keime und Reize.

So gesehen ist es kaum verwunderlich, dass eine Bindehautentzündung zu den am häufigsten vorkommenden Krankheiten des Auges zählen. Typisch sind vor allem die stark ausgeprägten roten Augen bei einer Bindehautentzündung.

Ursachen für Bindehautentzündung

Die Bindehautentzündung ist die häufigste Erkrankung der Bindehaut am Auge und sollte von einem Augenarzt untersucht und behandelt werden.

Bindehautentzündung kann vielfältige Ursachen haben. Zumeist wird die Konjunktivitis durch Viren, Pilze, Parasiten (z.B. Würmer) oder Bakterien ausgelöst und ist somite eine Infektionskrankheit. Weiterhin können aber auch Allergien und Umweltreize als Auslöser für eine Bindehautentzündung sein. Dies sind vor allem Zugluft, Verletzungen, Rauch, Staub und Substanzen.

In seltenen Fällen tritt eine Bindehautentzündung auch im Rahmen einer weiteren Augenerkrankung auf. Ebenso sind auch altersbedingte Augenstörungen eine Ursache. Eine Bindehautentzündung kann bei allergischen Ursachen regional und zeitlich variieren, je nach Aufkommen von Allergenen oder Erregern.

Wie breits erwähnt können sowohl äußere Schädigungen als auch innere Erkrankungen als Ursache in Betracht kommen. Zu den äußeren Schädigungen gehören zum Beispiel schädliche Einwirkungen durch Staub, Rauch, Fremdkörper, chemische Dämpfe, Blendung, schlechte oder unzureichende Beleuchtungsverhältnisse, Zugluft, Reizungen infolge starken Reibens der Augen usw. Starke Raucher und Personen, die gezwungen sind, sich in Gesellschaft von sogenannten Kettenrauchern aufzuhalten, können ebenfalls an Bindehautentzündung erkranken.

Da die Bindehautentzündung recht oft dazu neigt, chronisch zu werden, ist es notwendig, die äußeren schädlichen Einflüsse zu beseitigen. Die meisten äußeren Schädigungen führen besonders dann häufig zu Bindehautentzündung, wenn bereits eine gewisse Anfälligkeit der Bindehaut besteht.

Eine solche Anfälligkeit kann zum Beispiel durch einen leichten Brechungsfehler der Augen hervorgerufen werden, der dem Patienten nicht bewusst ist, weil er nur eine geringe Sehbehinderung verursacht. Wird in diesen Fällen die richtige Brille oder Kontaktlinsen verordnet, kann die Krankheit sehr schnell behoben werden. Dasselbe gilt für normalsichtige Menschen nach dem 45. Lebensjahr, bei denen die sogenannte Alterssichtigkeit einsetzt.

Viele von ihnen versäumen es, bei Naharbeiten eine Brille zu tragen, oder sie benutzen eine Brille, deren Gläser bereits zu schwach geworden sind, und tragen damit unbewusst zur chronischen Bindehautentzündung bei. Beim Lesen und Schreiben muss man vor allem dafür sorgen, dass das Blickfeld gut beleuchtet ist, was man am besten durch eine verstellbare Stehlampe erreichen kann. Allerdings darf das Licht nicht blenden.

Vielfach wird eine Bindehautentzündung auch durch Krankheitserreger (Bakterien) hervorgerufen. Handelt es sich um sehr bösartige Bakterien, wie giftige Eitererreger, Diphtheriebazillen, Tripperkeime usw., kann ein heftiger Entzündungsprozess von der Bindehaut auf die Hornhaut übergehen, diese sozusagen einschmelzen und in das Innere des Augapfels dringen. Nur durch intensive fachärztliche Behandlung können solche heftigen Entzündungsprozesse aufgehalten und die Augen gerettet werden.

Bei neugeborenen Kindern von geschlechtskranken Müttern wird durch vorbeugende Maßnahmen verhindert, dass sie an einer solchen Entzündung, die in früheren Jahrzehnten meist zur Erblindung führte, erkranken. Nicht selten gehen aber auch allgemeine Infektionskrankheiten, wie Masern, Typhus usw., mit einer Bindehautentzündung einher. In all diesen Fällen müssen die Krankheitserreger mit Hilfe mikroskopischer Untersuchungen des Bindehautsekrets ermittelt werden, um eine gezielte Behandlung durchführen zu können.

Schließlich kann eine Bindehautentzündung auch durch zahlreiche Stoffe und Mittel hervorgerufen werden, mit denen der Patient in Berührung kommt und gegen die er überempfindlich bzw. allergisch reagiert. Hierzu zählen in erste Linie Mehlstaub und andere Staubarten, z.B. auch Blütenstaub und Blütenpollen, die Heuschnupfen und Bindehautentzündung verursachen kann, kosmetische Mittel, Öldämpfe, Benzin, Chemikalien usw., von denen letzte sehr häufig durch Augenreiben während der Arbeit auf die Bindehaut gelangen.

Durch Überempfindlichkeit und Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel, wie Erdbeeren, Tomaten usw., können ebenfalls Bindehautentzündungen entstehen. Auch starker Schnupfen ist oft mit dieser Krankheit verbunden. Darüber hinaus können die Tränenwege verstopft sein, was gleichfalls anhaltendes lästiges Tränen und Bindehautentzündung zur Folge haben kann.

Typische Symptome und Anzeichen bei Bindehautentzündung

Wie schon erwähnt, rötet sich die Bindehaut und schwillt an. Sie wird undurchsichtig und bekommt ein sulziges, mattes und manchmal auch schmieriges Aussehen. Je nach dem Grad der Entzündung tränt das Auge mehr oder weniger stark und scheidet hauptsächlich des Nachts Schleim und eitriges Sekret aus, wodurch die Lider oft völlig verkleben, so dass sie morgens nur mit großer Mühe geöffnet werden können. Darüber hinaus ist man stark lichtempfindlich und verspürt lästiges Brennen, Jucken sowie ein gewisses Fremdkörpergefühl, als wäre Sand in den Augen.

Alle diese Erscheinungen sind bei akuter Bindehautentzündung besonders stark ausgeprägt. Bei einer chronischen Bindehautentzündung hingegen sind sie nur gering entwickelt. Manchmal lässt sich nur auf der Innenseite der Lider eine Rötung der Bindehaut feststellen, während die Augapfelbindehaut völlig normal aussieht. Dementsprechend sind auch die Beschwerden der chronischen Bindehautentzündung weniger ausgeprägt und treten im allgemeinen nur bei Tätigkeiten auf, die das Auge anstrengen, zum Beispiel beim Lesen, Schreiben und Fernsehen plus Computer, außerdem beim Rauchen oder in Räumen, in denen geraucht wird, darüber hinaus bei kälterer Witterung, Wind sowie heller Sonnenbestrahlung.

Krankheitsverlauf Bindehautentzündung

Eine unbehandelte Bindehautentzündung verläuft zumeist milde. Durch den Selbstheilungsprozess des Körpers kommt es nur selten zu schweren Folgen für das Auge und zur lebenslangen Beeinträchtigung des Sehens. Nur manchmal kann es zu einem Verlust der Sehschärfe kommen, wenn die Hornhaut des Auges verletzt oder entzündet wurde.

Treten jedoch Schmerzen auf oder entstehen weitere Komplikationen, so sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Behandlung und Therapie von Bindehautentzündung

Die Behandlung bzw. Therapie einer Bindehautentzündung ist abhängig von ihrer konkreten Ursache. Ausserdem ist auch die Schwere und der Krankheitsverlauf bei der Behandlung von Bedeutung. Man unterscheidet die Behandlung daher aufgrund von bakteriellen und viralen Ursachen sowie auf äußere Reize und allergische Bindehautentzündung.

Den zahlreichen Ursachen entsprechend, gibt es eine ganze Reihe von Behandlungsvorschriften. Im allgemeinen verordnet der praktische Arzt oder Augenarzt anfangs milde desinfizierende und entzündungshemmende Augentropfen und Augensalben, weil dadurch der größte Teil der Patienten bereits geheilt wird. In vielen Fällen ist es jedoch notwendig, mehrere oder eine ganze Reihe von Mitteln zu versuchen. Da es nur durch wiederholte augenärztliche Untersuchungen möglich ist, ernstere Ursachen festzustellen, ist vor allem den an chronischer Bindehautentzündung Leidenden zu raten, den Augenarzt auch dann immer wieder aufzusuchen, wenn die bisher verordneten Medikamente nicht geholfen haben. Darüber hinaus sollte sich jedoch jeder Betroffene bemühen, die schädigenden Einflüsse, sei es am Arbeitsplatz oder daheim, zu beseitigen.

Bei einer Bindehautentzündung, die aufgrund von Bakterien hervorgerufen wurde, ist in der Regel keine weitere Behandlung nötig, da diese von alleine abheilt. Dennoch kann der Arzt antibiotische Augentropfen oder Salben verschreiben, die unterstützend wirken. Nur in schweren Fällen sollte auf Antibiotike zurück gegriffen werden. Diese können dann als Tabletten oder Augentropfen verabreicht werden.

Bei einer virusbedingten Bindehautentzündung gibt es keine direkte Behandlung. Lediglich manuell verabreichte Tränenflüssigkeit und kalte Kompressen können die Beschwerden lindern. Das gleiche Verfahren gilt auch bei einer Bindehautentzündung, die durch äußere Reize, wie Zugwind, verursacht wurde.

Bei einer allergischen Ursache sollten die allergieauslösenden Stoffe, wie Pollen, gemieden werden. Auch hier helfen gegen die akuten Symptome vor allem kalte Kompressen und künstliche Tränen. Für eine nachhaltige Besserung werden vom Arzt Antihistaminika oder Mastzellstabilisatoren verschrieben. Wie bei allen Allergieformen, bietet sich auch hier eine Hyposensibilisierung gegen die verursachenden Allergene an.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

gittereu kommentierte am 02.05.2012 um 20:14 Uhr

Laut Symptomatik denke ich, dass ich an einer chronischen Bindehautentzündung leide. Verschiedene Augenärzte haben bisher aber immer nur trockene Augen diagnostiziert. Ich habe große Schmerzen, die treten aber wie aus dem Nichts auf und gehen auch wieder. Ich kann es an nichts festmachen. Ich rauche, aber ich kann stundenlang mit anderen Rauchern in einem Raum sein und es ist nichts. Auch nicht am nächsten Morgen. Andererseits genügt ein falscher Luftzug und meine Augenlider schwellen an, jucken und meine Augen sondern einen seltsamen Schleim ab. Dann muß ich alle paar Minuten meine Brille putzen, weil beschlagen, und ich sehe nur verschwommen. Ich arbeite in der Filiale einer Reinigung (nur Annahme und Ausgabe, ziemlich steril). Mal geht´s den Augen gut, mal auch nicht. Das Jucken und Brennen geht soweit, dass ich abends manchmal nicht mehr weiß, wie ich heim kommen soll, da ich kaum etwas sehe, meine Augen mit einem schleimigen Film bedeckt sind. Mußte mich schon mehrmals abholen lassen und einmal mittags meinen Dienst beenden, da ich kaum noch etwas gesehen habe. Kein Arzt konnte mir bisher nicht helfen und private Untersuchungen kann ich mir mit 700 € Rente nicht leisten. Das Schlimmste ist, dass die Augenschmerzen von einer Sekunde auf die andere angeflogen kommen und auch genau so schnell wieder gehen und es ist keine Allergie. Alles getestet. Würde mich freuen, wenn jemand vielleicht sich mit den gleichen Beschwerden herum plagt, mal etwas zu hören. Danke. LG Brigitte

Eva kommentierte am 25.07.2012 um 10:47 Uhr

Meine Tochter hat auch eine chronischen Bindehautentzündung und ist nicht allergisch. Ich habe beobachtet, dass ihre Augenschmerzen stärker werden, wenn sie sich unter Neonlicht befindet. Ganz extrem wird die Bindehautentzündung beim flimmernden Licht, sei es vom Computer, vom Fernseher oder beim Theater mit den Lichtwechseln.
Arbeiten Sie unter Neonlicht? Es würde sich lohnen die Lampe durch eine Vollspektrum-Tageslichtlampe zu ersätzen, die kostet nicht mehr als 25,00 EUR plus Installation. Es könnte die Lösung Ihres Problems, mindestens bei Ihrer Arbeitstelle, sein.

gerd kommentierte am 15.07.2013 um 00:58 Uhr

Das kann auch an den Dämpfen der Reinigungsmittel liegen, die reizen die Augen. Das müsste aber im Urlaub besser werden. Einfach mal beobachten.