Hornhauttrübung

Letzte Aktualisierung am 8. April 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die Hornhauttrübung ist eine Erkrankung der Hornhaut, welche vergleichsweise häufig auftritt. Dennoch ist sie relativ unbekannt, was an den vielzähligen Ursachen liegt. Auch die Behandlung gestaltet sich schwierig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hornhauttrübung?

Unter einer Hornhauttrübung versteht man eine verminderte Durchsichtigkeit der Hornhaut. Das Krankheitsbild entsteht zumeist durch krankhafte oder degenerative Veränderungen der Hornhaut und steht häufig im Zusammenhang mit einer auffälligen Verfärbung der äußersten Schicht.

Ursachen

Hornhauttrübung kann durch verschiedene Dinge ausgelöst werden. Am häufigsten entsteht sie durch Narben oder Schwellungen auf der Hornhaut, welche durch Geschwüre oder Verletzungen bedingt sind. Schwillt die Hornhaut an, dringt Flüssigkeit in diese ein und trübt langsam ein. Dadurch wird die Sehkraft gemindert und die Farbe der Hornhaut dauerhaft verändert. Daneben können erblich bedingte Stoffwechselstörungen wie etwa die stromale Hornhautdystrophie eine Hornhauttrübung auslösen.

Verletzungen am Auge und speziell an der Hornhaut sind generell eine häufige Ursache für eine Trübung. Insbesondere, wenn es zu Verdickungen kommt, die nicht behandelt werden, kann der Effekt dauerhaft bestehen bleiben. Zuletzt kann eine Trübung der Hornhaut auch durch eine Infektion mit Herpesviren bedingt sein. Diese gelangen durch Fremdkörper wie Kontaktlinsen in das Auge. Augenerkrankungen wie etwa Keratokonus bedingen ebenfalls eine Hornhauttrübung.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Hornhauttrübung äußert sich zunächst durch eine Verminderung der Sehstärke. Die Betroffenen nehmen zuerst eine Sehschwäche wahr, die sich unter anderem durch eine Trübung des Sichtfelds und eine übermäßige Lichtempfindlichkeit äußern kann. Die Betroffenen bemerken meist auch eine Art Fremdkörpergefühl im Auge, welches sich im Verlauf der Erkrankung verstärkt und als sehr unangenehm empfunden wird.

Im Bereich der Hornhaut können sich kleine Bläschen bilden, die bei Berührung schmerzen. Wenn sich die Bläschen öffnen, treten starke Schmerzen auf und es besteht das Risiko einer akuten Augenentzündung. Im weiteren Verlauf können sich Hornhautgeschwüre bilden. Wird die Hornhauttrübung nicht ausreichend behandelt, nehmen die Sehbeschwerden zu und es kommt schließlich zur vollständigen Erblindung.

Zuvor werden Bilder zunehmend verschwommen und verzerrt wahrgenommen, oft führt die Trübung zu Stürzen oder Unfällen im Alltag. Äußerlich zeigt sich eine Hornhauttrübung durch weiße Verfärbungen, die einen Film auf der Hornhaut bilden und das betroffene Auge stark eintrüben. Die Verfärbungen intensivieren sich im Verlauf der Erkrankung und betreffen schließlich das gesamte Auge. Manchmal kommt eine Rötung der Augenränder hinzu oder es bildet sich eine sichtbare Verhornung im Bereich der Lider.

Diagnose & Verlauf

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Die Hornhauttrübung kann in der Regel von den Betroffenen selbst diagnostiziert werden. Dies geschieht anhand der verschiedenen Symptome wie etwa einer Verminderung der Sehstärke und einer übermäßigen Lichtempfindlichkeit.

Zudem kann es zu kleinen Bläschen an der Oberfläche der Hornhaut kommen. Dies ist etwa bei unbehandelten Verletzungen der Fall. Liegt eines oder mehrere der genannten Symptome vor, ist der Besuch beim Augenarzt anzuraten. Dieser kann die möglichen Erkrankungen im Gespräch mit dem Betroffenen eingrenzen und anhand verschiedener Untersuchungen die Diagnose stellen.

Ein Sehtest sowie eine genaue Untersuchung der Hornhaut mit Hilfe einer so genannten Spaltlampe sind wichtige Bestandteile der Untersuchung. Die genaue Diagnostik kann gestellt werden, wenn bei diesen Untersuchungen weiß-gräuliche Verfärbungen im Bereich der Hornhaut festgestellt werden. Auch Verdickungen sind ein klares Zeichen.

Der Verlauf einer Hornhauttrübung fällt in den meisten Fällen ähnlich aus. Zunächst nimmt der Betroffene lediglich kleinere Eintrübungen wahr und sieht Bilder verzerrt und verschwommen. Wird die Trübung dann nicht behandelt, nimmt der Betroffene immer weniger wahr und erblindet schließlich vollständig. Dieser Prozess kann sich über Jahre ziehen. Es kann auch sein, dass die Trübung ab einem bestimmten Punkt nicht mehr weiter fortschreitet, die Einschränkungen im täglichen Leben sind dennoch erheblich.

Komplikationen

Eine noch nicht sehr weit fortgeschrittene Hornhauttrübung kann häufig konservativ behandelt werden. Diese Behandlung erfolgt mit der Anpassung einer harten Kontaktlinse, mit der ein vorliegender Brechungsfehler korrigiert werden kann. Wenn sich jedoch der Istzustand mit dieser Linse nicht stabilisiert, kann eine Hornhauttransplantation erforderlich werden.

Eine Hornhautentzündung, die antibiotisch und entzündungshemmend mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden muss, kann begleitend oder anschließend nicht ausgeschlossen werden. Es besteht die Gefahr, dass im oder am Auge Strukturen beschädigt werden. Auch Entzündungen sowie Einheilungsstörungen oder Narbenbildungen können nicht ausgeschlossen werden. Blutungen und Entzündungen an der Netzhaut können entstehen, werden aber zum Glück als sehr selten eingestuft.

Gleichfalls besteht die Gefahr einer erneuten Hornhauteintrübung. Dies hätte eine erneute Operation zur Folge. In seltenen Fällen kommt es zu Netzhautschäden beziehungsweise allergischen Reaktionen. Eine manchmal auftretende Fehlsichtigkeit oder eine Veränderung der Brechkraftwerte ist meistens gut mit einer Brille oder mit Kontaktlinsen auszugleichen, sodass die Komplikation in der Regel zu keinen gravierenden Einschränkungen führt. Extrem selten kommt es zu einer Erblindung oder dem Verlust des operierten Auges.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Man sollte immer dann einen Augenarzt aufsuchen, wenn Symptome wie eine starke Lichtempfindlichkeit auftrteten, möglicherweise noch in Kombination mit einer Verschlechterung der Sehkraft und Schmerzen im Auge. Wenn eine Hornhauttrübung früh genug erkannt wird, sind die Behandlungschancen gut. Deshalb ist es auch wichtig, schon bei den ersten Symptomen zum Arzt zu gehen. Zu den Risikogruppen gehören Träger von Kontaktlinsen, Menschen, die in der Vergangenheit schon Hornhautverletzungen oder -geschwüre hatten und Menschen mit einer zurückliegenden Herpesinfektion.

Diese Betroffenen sollten bei ersten Hinweisen auf eine Hornhauttrübung die Beschwerden untersuchen lassen. Sinnvoll ist es, sie in einem Tagebuch festzuhalten. Diese Aufzeichnungen sind für den Arzt hilfreich. Basiert die Hornhauttrübung auf einer erblichen Veranlagung, versuchen Ärzte, eine präventive Behandlung durchzuführen. Eine Hornhauttrübung muss unbedingt ärztlich behandelt werden, sonst kann es zu irreparablen Schäden am Auge kommen, im schlimmsten Fall kann eine Erblindung drohen.

Behandlung & Therapie

Eine Hornhauttrübung ist durch herkömmliche Therapiemethoden nicht zu beheben. Die einzige Möglichkeit, die Trübung effektiv zu behandeln, ist die Transplantation einer Spenderhornhaut. Diese werden über spezielle Hornhautbanken vergeben, für welche lange Wartelisten bestehen. Sie können bei einer Notfallsituation wie etwa einem Unfall oder einer Verschlimmerung des Hornhautzustandes jedoch auch sofort eingesetzt werden.

Kleinere Narben oder Eintrübungen können mit Hilfe moderner Behandlungsmethoden zumindest soweit behoben werden, dass für den Betroffenen keine Schwierigkeiten im Alltag mehr bestehen. In der Regel wird hierfür ein Laser eingesetzt. Bei dieser, als Phototherapeutische Keratektomie (PTK) bezeichneten Behandlungsform, wird das verhärtete Gewebe, welches zu der Trübung führt, vorsichtig entnommen und damit auch die Trübung behoben.

Da der Eingriff riskant ist, kommt er nur dann in Frage, wenn er wirklich notwendig ist. Falls es zu einem chirurgischen Eingriff kommt, wird je nach Situation eine Vollnarkose oder eine örtliche Betäubung vorgenommen. Der Chirurg entfernt mit Hilfe eines Operationsmikroskops die kranke Hornhaut und näht im Anschluss daran die Spenderhornhaut auf das Auge. Nach der Operation muss der Patient zusätzlich Antibiotika, Salben und andere Präparate nutzen, um Entzündungen vorzubeugen. Nach einem Jahr werden schließlich die Fäden entnommen und der Patient hat wieder die volle Sehkraft.

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Aussicht & Prognose

Wird die Hornhauttrübung nach einem Sturz oder Unfall durch eine Schwellung im Auge ausgelöst, kommt es im Normalfall zu einer vollständigen Genesung des Patienten, sobald die Schwellung ausgeheilt ist. Voraussetzung dafür ist, dass keine dauerhaften Schäden oder irreparable Beschädigungen entstanden sind.

Bei einer Narbe in der Hornhaut oder einer Stoffwechselerkrankung des Patienten muss in einer individuellen Analyse des Gesundheitszustandes entschieden werden, welche Schritte zur Verbesserung der Gesundheit möglich sind. Kleinere Narben können mit den modernen Therapiemethoden behandelt werden. Oftmals ist eine deutliche Linderung der Beschwerden oder eine Beschwerdefreiheit möglich.

Bei größeren Narben oder Beschädigungen ist die Prognose ungünstig. Ohne einen operativen Eingriff kommt es zu keiner Verbesserung der Sehkraft. Es ist eine Transplantation notwendig, damit eine Chance zur Linderung der Beschwerden besteht. Hierfür wird die Hornhaut eines Spenders in das Auge des Patienten transplantiert. Bei einer erfolgreichen Operation kann eine vollständige Genesung stattfinden. Die transplantierte Hornhaut übernimmt alle Funktionen des entfernten Gewebes.

Treten Komplikationen auf oder wird die neue Hornhaut vom Organismus abgestoßen, sinken die Aussichten auf eine Heilung drastisch. Unter Umständen kann nach einiger Zeit eine neue Transplantation erfolgen. Jedoch gibt es lange Wartelisten und eine Erfolgsgarantie bei einem erneuten Eingriff kann im Vorfeld nicht gegeben werden.

Vorbeugung

Einer Hornhauttrübung kann auf mehrere Weisen vorgebeugt werden. So wird das Risiko bereits durch den Verzicht auf Kontaktlinsen minimiert, da durch diese Infektionen im Auge entstehen können. Generell sollte versucht werden, mit den Augen pfleglich umzugehen und Verletzungen sowie Entzündungen zu vermeiden.

Gelangen Fremdkörper ins Auge, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden, um eine Hornhauttrübung zu vermeiden. Auch, wenn die Sehkraft eingeschränkt ist oder anderweitige Sehbeschwerden auftreten, sollte ein Augenarzt konsultiert werden. Die Erkrankung verläuft in der Regel schleichend, weshalb sie von Betroffenen meist erst erkannt wird, wenn es bereits zu spät ist.

Einer Hornhauttrübung, die erblich bedingt ist, lässt sich nur schwerlich vorbeugen. Allerdings kann die Ausprägung der Erkrankung durch eine frühzeitige Behandlung eingedämmt werden. Dasselbe gilt, wenn die Trübung der Hornhaut durch eine Krankheit bedingt ist.

Das können Sie selbst tun

Da sich eine Hornhauttrübung bei jedem Patienten unterschiedlich stark äußert, variieren die Optionen zur Selbsthilfe im Alltag erheblich.

Bei einer leichten Hornhauttrübung, bei der noch die Möglichkeit zur Rückbildung besteht, unternehmen die Patienten besondere Vorsichtsmaßnahmen zur Schonung des Auges. So ist es wichtig, das erkrankte Auge vor Überanstrengung zu bewahren. Derartige Überlastungen kommen beispielsweise durch angestrengtes und langes Starren auf diverse Bildschirme zu Stande, etwa bei der Arbeit am Computer oder beim Fernsehen. Darüber hinaus ist das Auge auch vor Stress durch Witterungseinflüsse zu schützen, etwa Wind und direkter Sonneneinstrahlung. Übertragen auf Innenräume, ist auch zu grelles Licht zu vermeiden. Patienten mit Hornhauttrübung verzichten zunächst auf Kontaktlinsen, solange der Arzt nicht sein ausdrückliches Einverständnis dazu gibt. Eine penible Augenhygiene bewahrt das Auge vor Infektionen, die die Hornhauttrübung womöglich weiter verschlimmern.

Bei einer stark ausgeprägten Hornhauttrübung mit erheblichen Einschränkungen der Sehfähigkeit ist es für die Betroffenen wichtig, sich mit der Situation zu arrangieren und soweit möglich adäquate Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dies gilt insbesondere für zu Hause, wo sich durch Veränderungen der Einrichtung oder stärkere Farbkontraste die Orientierung verbessern lässt. Therapeutische Angebote unterstützen den Patienten dabei, seine anderen Sinne stärker zu trainieren.

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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