Jodmangel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Jodmangel - ein in Deutschland unter anderem aufgrund jodarmer Ackerböden wichtiges Thema. Mit den geeigneten Maßnahmen kann einem Jodmangel und damit verbundenen körperlichen Beschwerden meist frühzeitig vorgebeugt werden.

Inhaltsverzeichnis

Definition Jodmangel

Bei Jodmangel handelt es sich um eine Unterversorgung des Organismus mit Jod. Um einen Jodmangel zu vermeiden, ist eine ausreichende Aufnahme von Jod über die Nahrung notwendig, denn Jod kann nicht eigenständig im Körper produziert werden.

Liegt ein Jodmangel vor, so hat das unter anderem einen negativen Einfluss auf verschiedene Schilddrüsenhormone. Letztere sind beispielsweise verantwortlich für intakte Stoffwechselprozesse. Damit können ein Energieverlust, häufiges Frieren und auch Konzentrationsschwierigkeiten mit einem vorliegenden Jodmangel in Verbindung stehen.

Von einem Jodmangel spricht man dann, wenn die Jodversorgung unterhalb einer empfohlenen Mindestmenge liegt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) beispielsweise empfiehlt eine Tagesdosis von ca. 200 Mikrogramm Jod für männliche und weibliche Erwachsene. Kinder benötigen entsprechend ihrer Größe und ihres Alters eine geringere Dosis.

Ursachen

Die Ursache für Jodmangel liegt in der Regel in der Versorgung mit Lebensmitteln, die eine zu geringe Anreicherung von Jod aufweisen. Ein so bedingter Jodmangel kann unter anderem geographisch bedingt sein: So zählen weite Teile Deutschlands laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zu Jodmangelgebieten.

Im süddeutschen Raum zeigt sich ein Jodmangel in der Nahrung deutlicher als im norddeutschen Raum - das hängt unter anderem mit der zunehmenden Entfernung vom Meer zusammen: Häufig sind Ackerböden in Deutschland nicht ausreichend mit Jod angereichert, was einen Jodmangel fördern kann - auch wenn angebaute Lebensmittel aufgenommen werden, die prinzipiell reich an Jod sind.

Weiterhin werden tendenziell in den südlichen Gebieten Deutschlands auch weniger Meeresfrüchte und Salzwasserfische verzehrt, die einen hohen Jodanteil haben.

Diagnose & Verlauf

Die Ärztin untersucht die Schilddrüsen, besonders dann, wenn Jodmangel vorherrscht.

Liegen Beschwerden wie Energiemangel oder chronische Erschöpfungszustände vor, die auf Jodmangel hinweisen können, so kann der Verdacht eines Jodmangels unter anderem durch eine Blutuntersuchung bestätigt werden.

Jodmangel kann aber auch zu Folgeerscheinungen führen, die mit sichtbaren Symptomen einhergehen. Auch aufgrund solcher Symptome kann es zur Verdachtsdiagnose Jodmangel kommen. Entsprechende Symptome sind beispielsweise Vergrößerungen der Schilddrüse; in diesem Zusammenhang spricht man auch von der Entwicklung eines sogenannten Struma (einer Bildung eines Kropfes durch Jodmangel).

Auf einen bereits lange vorliegenden Jodmangel können ein verändertes Schilddrüsengewebe oder die Bildung von Knoten an der Schilddrüse hinweisen. Vergrößerungen der Schilddrüse aufgrund von Jodmangel können im Verlauf außerdem zu Beschwerden beim Schlucken und Atmen führen.

Komplikationen

In den meisten Fällen kann ein Jodmangel relativ gut vorgebeugt oder direkt behandelt werden, sodass es nicht zu besonderen Beschwerden oder Komplikationen kommt. Sollte es allerdings zu einem Jodmangel kommen, leiden die Betroffenen an einer starken Erschöpfung und auch an einer verringerten Belastbarkeit. Ebenso kann sich die Schilddrüse des Patienten durch den Mangel an Jod stark vergrößern.

Die Beschwerden an der Schilddrüse können dabei auch zu Schluckbeschwerden oder zu Atembeschwerden führen und verringern dabei im Allgemeinen die Lebensqualität des Patienten. Ohne Behandlung wirkt sich der Jodmangel sehr negativ auf den allgemeinen Zustand des Patienten aus und kann dabei zu starken Komplikationen oder andren Beschwerden führen.

Die Behandlung verläuft meistens ohne besondere Komplikationen. Mit Hilfe von geeigneter Nahrung oder Nahrungsergänzungsmitteln kann der Jodmangel bekämpft und eingeschränkt werden. Bei einer frühzeitigen und erfolgreichen Behandlung kommt es weiterhin auch nicht zur Verringerung der Lebenserwartung.

Der Betroffene ist allerdings auf eine gesunde Ernährung angewiesen und muss gegebenenfalls regelmäßig untersucht werden, damit es nicht erneut zu diesen Beschwerden kommt. Bei älteren Menschen kann auch ein operativer Eingriff notwendig sein, um einen möglichen Kropf zu entfernen.

Behandlung & Therapie

Besteht bei einem Patienten ein Jodmangel, der durch dessen Nahrungsaufnahme nicht ausgeglichen werden kann, so gibt es die Möglichkeit, zusätzliches Jod über sogenannte Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel aufzunehmen. Haben sich aufgrund des Jodmangels bereits Folgeerkrankungen entwickelt, so kann auch eine Behandlung notwendig werden, die über eine Behebung des Jodmangels hinaus geht:

Zur Behandlung eines Kropfes, der durch Jodmangel bedingt ist, können beispielsweise medikamentös Schilddrüsenhormone verabreicht werden. Oft werden diese Medikamente auch mit Jodgaben ergänzt. Erzielt werden soll durch diese Therapie eine Verkleinerung oder eine Beseitigung des Jodmangel-Kropfes.

Auch zur Behandlung von Schilddrüsenunterfunktionen infolge eines Jodmangels werden häufig Schilddrüsenhormone eingesetzt; die für einen Patienten individuell angemessene Menge an Schilddrüsenhormonen kann aufgrund der Hormonblutwerte bestimmt werden.

Hat Jodmangel zu der Ausbildung eines sehr großen Kropfes geführt, so ist eine medikamentöse Behandlung nicht immer eine ausreichende Maßnahme; die Folgen des Jodmangels müssen hier gelegentlich durch operative Maßnahmen bekämpft werden. Besonders bei älteren Menschen kann ein solch chirurgischer Eingriff notwendig sein.

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Vorbeugung

Wirkungsvoll vorzubeugen ist einem Jodmangel vor allem durch eine ausreichend jodhaltige Ernährung. Besonders jodhaltige Nahrungsmittel sind beispielsweise Meeresfrüchte und Fisch. Anteilig findet sich Jod aber auch in Champignons, Brokkoli oder Erdnüssen.

Um Jodmangel zu verhindern, empfiehlt sich weiterhin die Verwendung von jodhaltigem Salz in der Küche. Neben der Nahrung können beispielsweise auch sogenannte Jodid-Tabletten einem Jodmangel vorbeugen; diese Möglichkeit sollte im Vorhinein allerdings am besten mit einem Mediziner besprochen werden.

Das können Sie selbst tun

Jod wird vom Körper nicht produziert und muss dem Organismus von außen zugeführt werden. Eine ausgewogene Ernährung ist ausreichend für die optimale Jodversorgung. Spaziergänge an jodhaltiger Seeluft ergänzen die Nährstoffzufuhr und füllen Jodreserven auf. Die Verwendung von jodiertem Speisesalz beugt einer Mangelerscheinung ebenso vor, wie der regelmäßige Verzehr von Seefisch.

Ein auftretender Jodmangel ist jedoch nicht allein durch die Nahrungsaufnahme auszugleichen. Die Pharmazie bietet Präparate zur Beseitigung eines Jodmangels an. Im Unterschied zur natürlichen Aufnahme kann das Jod aus angereicherten Produkten zur Überdosierung führen. Die Einnahmeempfehlung des Spurenelements ist unbedingt einzuhalten, da eine regelmäßige Überschreitung der Tageshöchstmenge Funktionsstörungen der Schilddrüse auslöst.

Geht ein Jodmangel mit einem niedrigen Bluteisenwert einher, so kann das Jod vom Körper nicht vollständig aufgenommen werden. Bei einseitiger Ernährung oder in einer Phase erhöhtem Bedarfs ist ein Präparat mit sinnvoll kombinierten Mineralstoffen und Spurenelementen geeignet.

Bücher über Jodmangel

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Burkhardt, D.: Gesund leben. Laborwerte deuten. Müller Verlag, Köln 2005
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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