Wachstumsstörungen bei Kindern

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. November 2017
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Wachstumsstörungen bei Kindern bezeichnen ein auffälliges Wachstumsverhalten während des Heranwachsens. Als Orientierung zur Einstufung einer Wachstumsstörung wird die sogenannte Wachstumskurve herangezogen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Wachstumsstörungen?

Als Wachstumsstörung bei Kindern gilt ein von dem altersgemäß normalen Wachstumsverlauf stark abweichendes Wachstum. Um dieses zu ermitteln, wird die Wachstumskurve herangezogen. Diese beschreibt ein alterstypisch ideales Wachstumsmuster, schließt aber auch die als normal geltenden Niedrig- und Höchstwerte ein.

Liegt das Wachstumsbild eines Kindes außerhalb dieses Bereichs, geht man von einer Wachstumsstörung aus. Die Kinder werden dann als kleinwüchsig oder hochwüchsig eingestuft. Nur 0.05 Prozent aller Kinder sind von solchen Entwicklungsstörungen betroffen, deren Ursachen unterschiedlicher Natur sein können.

Grob unterscheidet man hierbei zwischen hormonell bedingten, genetisch begründeten und krankheitsbedingten Wachstumsstörungen. Können diese Ursachen als Auslöser für die Entwicklungsstörung identifiziert werden und belegen zudem mehrere Untersuchungen die Abweichungen von der Wachstumskurve, spricht man von einer Wachstums- oder Entwicklungsstörung bei Kindern.

Ursachen

Die Ursachen für eine Wachstumsstörung bei Kindern sind vielfältiger Natur. So beeinflussen zum Beispiel die genetische Veranlagung und das Wachstum der Eltern die Wachstumskurve ihrer Kinder.

Ein besonderer Fall ist hierbei der konstitutionelle Kleinwuchs. Die Wachstumswerte der hiervon betroffenen Kinder befinden sich im unteren Normbereich der Wachstumskurve und auch die Kurve der Eltern ist noch normal ausgeprägt. Dennoch verzögert sich bei diesen Kindern die Skelettentwicklung.

Obwohl auch ihre Pubertät oft zeitverzögert auftritt, erreichen die Betroffenen im Erwachsenenalter wieder eine normale Körpergröße. Der hypophysäre Kleinwuchs gilt als hormonell bedingte Wachstumsstörung und wird dadurch verursacht, dass die Hypophyse nicht ausreichend Wachstumshormone produziert. Schließlich können auch chronische Herz- und Lungenerkrankungen Wachstumsstörungen bei Kindern wie zum Beispiel den sogenannten sekundären Kleinwuchs verursachen.

Diagnose & Verlauf

Mehrfache Untersuchungen des Wachstumsfortschritts helfen dabei, ihr Wachstumsmuster mit der allgemeinen alterstypischen Wachstumskurve abzugleichen und Wachstumsstörungen bei Kindern festzustellen. Voruntersuchungen können bereits vor der Geburt dazu beitragen, Entwicklungsstörungen bei Kindern zu erkennen.

Weitere regelmäßige Wachstums- und Gewichtsmessungen ergeben dann die individuelle Wachstumskurve des Kindes. Auf Frühgeborene sollten dabei gesonderte Regeln angewendet werden. Wird eine als signifikant einzustufende Abweichung von der normalen altersbedingten Wachstumskurve festgestellt, kann eine Wachstumsstörung bei Kindern angenommen werden.

Dann helfen Folgeuntersuchungen sowie die Ermittlung weiterer Faktoren wie Ernährung und Verdauung, körperliche Aktivität und Symptome für andere Erkrankungen, die etwaigen hormonellen und krankheitsbedingten Ursachen für die Wachstumsstörung bei Kindern zu ermitteln.

Komplikationen

Wachstumsstörungen bei Kindern können sich sehr unterschiedlich äußern und führen in der Regel immer zu einer deutlich verzögerten Entwicklung. Diese wirkt sich sehr negativ auf das weitere Leben und das Erwachsenenalter des betroffenen Kindes aus. Viele Kinder leiden bei diesen Störungen auch an Mobbing oder an Depressionen und entwickeln dadurch mitunter psychische Verstimmungen oder sogar Depressionen.

Auch ein deutlich verringertes Selbstwertgefühl oder Minderwertigkeitskomplexe können dabei auftreten und den Alltag des Kindes erschweren. Häufig sind die Wachstumsstörungen bei Kindern auch mit anderen Erkrankungen verbunden, sodass die Kinder an sehr brüchigen Knochen oder an verschiedenen Tumoren leiden. Dadurch kann eventuell auch die Lebenserwartung des Patienten eingeschränkt sein.

Auch die Eltern und die Angehörigen leiden sehr häufig an Depressionen oder an psychischen Beschwerden. Die Behandlung der Wachstumsstörungen bei Kindern erfolgt dabei mit Hilfe von Medikamenten. Im Fall von Tumoren müssen diese entfernt werden. Ein vollständig positiver Krankheitsverlauf stellt sich in den meisten Fällen nicht auf. Mit Hilfe von Ergänzungsmitteln kann das Wachstum in einigen Fällen beschleunigt werden. Eine frühe Diagnose dieser Störungen wirkt sich dabei immer positiv auf den Krankheitsverlauf aus.

Behandlung & Therapie

Genetisch bedingte Wachstumsstörungen können bei Kindern schon durch Voruntersuchungen des Fötus und anhand der Wachstumsmuster der Eltern festgestellt werden. Beispielsweise sind sowohl die Hypochondroplasie als auch die Glasknochenkrankheit Wachstumsstörungen bei Kindern, die beide auf Veränderungen desselben Gens zurückzuführen sind. Diese Veränderungen äußern sich jedoch in sehr unterschiedlichen Störungen der Knochen- und Knorpelstruktur, von denen es über 200 verschiedene Varianten gibt.

Hormonell bedingte Wachstumsstörungen können durch die gezielte Zufuhr von Hormonen therapiert werden. Ist ein Tumor dafür verantwortlich, dass die entsprechende Drüse ein Übermaß oder zu wenig Wachstumshormone produziert, kann die operative Entfernung des Tumors die Wachstumsstörung positiv beeinflussen. In jedem Fall bedarf es hier genauer Voruntersuchungen.

Treten Wachstumsstörungen bei Kindern aufgrund von chronischen Erkrankungen auf, kann deren Therapie auch die Entwicklungsstörung ausgleichen. Beispielsweise kann durch eine gezielte Nahrungsumstellung oder Nahrungsergänzung den Folgen einer chronischen Fehlernährung entgegengewirkt werden.

Aufgrund der Vielzahl möglicher Ursachen sowie der unterschiedlichen Ausprägungen von Wachstumsstörungen und nicht zuletzt durch das immer individuell geprägte Wachstumsmuster eines jeden Kindes sollte auch die Behandlung einer Wachstumsstörung bei Kindern individuell geplant werden.

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Vorbeugung

Wachstumsstörungen bei Kindern aufgrund einer Mangel- oder Fehlernährung kann bereits durch eine gesunde Ernährung während der Schwangerschaft vorgebeugt werden. Auch die Ernährung des Kindes ist hierbei entscheidend. Hormonell und genetisch bedingten Wachstumsstörungen bei Kindern kann jedoch kaum vorgebeugt werden, da diese Faktoren keiner äußeren Einflussnahme unterliegen. Dennoch können regelmäßige Untersuchungen durch den Kinderarzt und die Ermittlung der individuellen Wachstumskurve dabei helfen, eine Wachstumsstörung bei Kindern rechtzeitig zu erkennen.

Bücher über Entwicklungsstörungen bei Kindern

Quellen

  • Hiort, O., Danne, T., Wabitsch, M. (Hrsg.): Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie. Springer, Berlin 2010
  • Kleine, B., Rossmanith, W.G.: Hormone und Hormonsystem. Springer Verlag, Berlin 2010
  • Speer, C.P., Gahr, M. (Hrsg.): Pädiatrie. Springer, Berlin 2013

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