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Schilddrüsenunterfunktion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Peter Hoffmann (Facharzt für Allgemeinmedizin)

Eine Schilddrüsenunterfunktion oder auch Hypothyreose ist bekannt dafür, dass in der Schilddrüse zu wenig Hormone gebildet werden. Bekannt ist auch, dass in der Schilddrüse alle Hormone für die Stoffwechselvorgänge gebildet werden und daher lebensnotwendig ist. Sinkt die Produktion von Hormonen, nimmt die Leistungsfähigkeit des Menschen rasch ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Die Schilddrüsenunterfunktion ist eine weltweit verbreitete Krankheit. Trotzdem ist vielen Unbetroffenen die Bedeutung der Schilddrüse unbekannt. Die Schilddrüse ist ein lebenswichtiges Organ, das unterhalb des Kehlkopfes sitzt und die Kontrolle des gesamten Stoffwechsel des Menschen übernimmt. Dies geschieht durch die Bildung der beiden Schilddrüsenhormone Thyroxin und Trijodthyronin. Das Aussehen der Schilddrüse gleicht einem Schmetterling, da sie einen rechten und linken Lappen hat, die in der Mitte miteinander verbunden sind. Ihr Gewicht liegt bei Erwachsenen zwischen 20 und 60 Gramm.

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, in der Fachsprache Hypothyreose genannt, bildet die Schilddrüse zu wenige oder sogar keine Hormone. Das Fehlen der Schilddrüsenhormone im menschlichen Körper hat eine Verlangsamung aller Stoffwechselvorgänge und sinkende Leistungsfähigkeit zu Folge. Besonders gefährlich ist die Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern, da diese die körperliche und geistige Entwicklung verzögern kann, denn die Schilddrüsenhormone sind bereits beim Embryo für die Entwicklung und Reifung des Körpers, insbesondere des Gehirns zuständig.

Zur Herstellung der Hormone benötigt die Schilddrüse Iod (Jod), das über die Nahrung aufgenommen wird. Beim Erwachsenen steuert die Schilddrüse neben dem Stoffwechsel unter anderem auch die Herzfrequenz und die Körpertemperatur.

Ursachen für Schilddrüsenunterfunktion

Es gibt unterschiedliche Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion. So kann sie bereits angeboren, oder aber wahrscheinlicher, durch eine Störung des Schilddrüsengewebes ausgelöst werden.

Die Schilddrüsenunterfunktion wird also zunächst unterschieden in eine angeborene und erworbene Schilddrüsenunterfunktion. Bei der erworbenen gibt es wiederum zwei Formen: die Schilddrüsenunterfunktion, die durch Iodfehlverwertung oder zu wenig Jod entsteht, oder die Hypothyreose, die aufgrund von Erkrankungen, Strahlentherapien oder Operationen einen Mangel an Schilddrüsengewebe aufweist.

Trotz der verschiedenen Formen und Ursachen sind die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion gleich: Die Betroffenen sind häufig müde, antriebsschwach und depressiv verstimmt. Auch Appetitlosigkeit, mangelndes Durstgefühl und Gewichtszunahmen sind Folgen der Schilddrüsenunterfunktion.

Trockene und spröde Haut sowie brüchiges Haar können ebenfalls Anzeichen dieser Krankheit sein. Durch den verlangsamten Stoffwechsel verlangsamt sich auch der Puls und die Körpertemperatur sinkt, wodurch die Kälteempfindlichkeit steigt.

Typische Symptome und Anzeichen bei Schilddrüsenunterfunktion

Krankheitsverlauf Schilddrüsenunterfunktion

Wird eine Schilddrüsenunterfunktion nicht behandelt oder bei Kleinkindern zu spät diagnostiziert, kann durch den Mangel an Hormonen eine geistige und körperliche Behinderung die Folge sein. Bei Erwachsenen werden insbesondere die Organe in ihrer Funktionalität beeinträchtigt. Auffällige Symptome sind dabei Kälteempfindlichkeit, trockene Haut, Gewichtszunahme, verlangsamten Puls und Antriebsarmut.

Behandlung und Therapie von Schilddrüsenunterfunktion

Infogramm zur Anatomie und Lage der Schilddrüse, sowie die Symptome bei Schilddrüsenüber- und Unterfunktion. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Die Schilddrüsenunterfunktion sollte möglichst früh behandelt werden. Die Behandlung erfolgt meist medikamentös durch die Gabe von künstlichem Thyroxin. Dieses ist am besten geeignet, um die Schilddrüse bei ihrer Arbeit zu unterstützen, da es vom Körper nicht so schnell abgebaut wird. Eine Heilung der eigentlichen Ursachen der Schilddrüsenunterfunktion war bislang nicht möglich, Medikamente können lediglich die Auswirkungen wirkungsvoll verringern.

Bei der Therapie ist also zunächst die Feststellung der Krankheit durch eine Blutentnahme essentiell. Danach wird die Therapie in der Regel durch Medikamente beeinflusst, die als Hormonersatz fungieren. Wird die Dosierung richtig eingestellt und der Patient hält sich an die Einnahme kann die Leistungsfähigkeit wieder auf einen Normalzustand zurück kehren. Somit ist keine Lebensgefahr für den Patienten gegeben.

Dabei beginnt die Therapie mit einer niedrigen Hormon-Dosierung, welche stufenweise erhöht wird, bis die gewünschte Wirkung erreicht wird. Die Medikamente müssen morgens auf nüchternem Magen eingenommen werden. Anhand einer Blutentnahme sollte jährlich der Stoffwechsel überprüft werden. Mit der richtigen Behandlung können Betroffene meist ein ganz normales Leben führen, die Leistungsfähigkeit und Lebenserwartung wird dann durch die Schilddrüsenunterfunktion nicht eingeschränkt. Die am weitesten verbreitete Nebenwirkung dieser Hormontherapie ist eine Gewichtszunahme.

Vorbeugung von Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann nicht direkt vorgebeugt werden. Kam bereits eine Schilddrüsenunterfunktion vor, ist eine lebenslange Hormonbehandlung notwendig. Richtig vorbeugen kann man einer Schilddrüsenunterfunktion also in der Regel nicht, da die Ursachen recht unterschiedlich sein können und meist nicht durch äußerliche Faktoren beeinflusst sind.

Eine lebenslange Hormonbehandlung hilft die Symptome dieser Krankheit zu bekämpfen. Sollte die Schulddrüsenunterfunktion lediglich durch einen Jodmangel verursacht worden sein, kann die konsequente Verwendung jodierter Speisesalze die Jodversorgung verbessern. Da insbesondere Seefisch viel Jod enthält, sollt dieser zweimal wöchentlich Seefisch auf dem Speiseplan stehen. Die zusätzliche Einnahme von Jodpräparaten kann ebenfalls zur Deckung des täglichen Jodbedars beitragen.

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Weitere Infos

Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2013; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2013, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

lisbeth26 kommentierte am 29.10.2011 um 00:14 Uhr

Als ich 50 Jahre alt war, war ich eine kranke Frau und total schwach. Dazu zwei Beispiele:
Ein Kopfkissen aufzuschütteln war mir zu schwer - ich konnte nicht rufen, nur mittellaut sprechen. - Mir wurde ein Herzmedikament mit Digitalis verschrieben.
Im Freundeskreis wurde mir ein Internist als "bester Diagnostiker" empfohlen. Gleich beim ersten Besuch "tippte" er auf eine kranke Schilddrüse. (Die Laboruntersuchung ergab T3 und T4 Werte in Höhe von 0,4x und 0,8x) Der Röntgenologe sagte, meine Schilddrüse sei so klein wie bei einer Neunzigjährigen.
Der Internist verschrieb mir eine über Monate hinweg steigende Dosis Thyroxin25 bis schließlich 150, aber keine Herzmedikamente mehr. Ich bin diesem Arzt unendlich dankbar, von 1968 bis 2002 war ich seine Patientin - und mit 85 Jahren eine gesunde alte Frau.

sanny77 kommentierte am 15.05.2012 um 11:30 Uhr

Ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion und nehme Thyronajod 100! Mein Körper kämpft gegen die Schilddrüse an und will sie abstoßen. So hat man mir das erklärt. Ich bin manchmal immer noch unendlich müde und kaputt, dass belastet schon ganz schön. Mein Arzt kontrolliert regelmäßig mein TSH Wert und stellt mein Thyronajod danach ein.

Simmi38 kommentierte am 12.01.2014 um 22:06 Uhr

Es ist wohl zu spät, Sanny77 zu kommentieren. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass eine extra Dosis Jod die Erkrankung nur verschlimmert. Ärzte sollten sich regelmäßig fortbilden, damit sie den Patienten helfen und die Krankheit nicht verschlimmern. Diese Erkrankung bei der das Schilddrüsenleiden den Körper zerstört, nennt man Hashimoto Thyreoiditis.