Trockene Haut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. November 2017
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Trockene Haut ist an sich nicht krankheitswertig. Da sie jedoch äußerst empfindlich auf diverse Umwelteinflüsse reagiert, neigt trockene Haut zu Irritationen. Wer darunter leidet, kann selbst einiges dafür tun, um die trockene Haut richtig zu pflegen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist trockene Haut?

Trockene Haut ist ohne Glanz, oft rau und spröde. Häufig treten Rötungen, ein unangenehmes Spannungsgefühl oder Juckreiz auf. Teilweise bilden sich Schuppen oder kleine Risse.

Trockene Haut produziert nicht genug hauteigene Fette. Durch den akuten Mangel an Fett verliert die trockene Haut ständig Feuchtigkeit und ist deshalb ungenügend geschützt.

Die Begleiterscheinungen trockener Haut sind höchst unangenehm. Weil sie ständig juckt, wird trockene Haut oft aufgekratzt. Die entstehenden Wunden können zu Hautinfektionen führen und die trockene Haut zusätzlich schädigen.

Ursachen

Trockene Haut kann ganz unterschiedliche Ursachen haben. Zunächst ist der Hauttyp anlagebedingt. Darüber hinaus neigt die Haut mit zunehmendem Alter zur Trockenheit, weil die Talgproduktion abnimmt. Deshalb leiden viele ältere Menschen unter trockener Haut.

Der allgemeine Gesundheitszustand und der Hormonspiegel haben ebenfalls Einfluss auf die Haut. So führt beispielsweise die Einnahme der Antibabypille bei manchen Frauen zu trockener Haut. Auch einige Medikamente begünstigen das Entstehen trockener Haut. Dazu gehören unter anderem Präparate, die entwässernd wirken. Hautkrankheiten wie Neurodermitis oder Schuppenflechte zählen ebenfalls zu den Ursachen trockener Haut. Auch Allergiker leiden häufig unter trockener Haut.

Neben diesen inneren Faktoren sind meist Umwelteinflüsse und Pflegefehler verantwortlich für zu trockene Haut. So begünstigen klimatisierte Räume, starke Temperaturschwankungen, ausgiebige Sonnenbäder und häufiges Waschen mit hautreizenden Reinigungsmitteln das Entstehen trockener Haut.

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Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau der Haut. Trockene Haut kann durch Feuchtigskeitscremes oder Masken und Packungen behandelt werden. Klicken, um zu vergrößern.

Trockene Haut produziert nicht genug hauteigene Fette. Normalerweise speichert die Hornschicht der Haut Wasser. Auf der Hautoberfläche befindliche Schutzlipide verhindern, dass dieses Wasser verdunstet. Häufiges Waschen und andere Umwelteinflüsse greifen diesen Schutzmantel der Haut an.

Wenn sich die Hydrolipidschicht nicht regenerieren kann, führt das dazu, dass über die Haut Wasser verloren geht. Infolgedessen trocknet die Haut aus.

Trockene Haut ist empfindlich gegen Witterungseinflüsse, neigt zu Rötungen, Entzündungen und geplatzten Äderchen. Außerdem tendiert trockene Haut zur Faltenbildung. In ausgeprägten Fällen bekommt trockene Haut ein Aussehen, das an Pergament erinnert.

Komplikationen

Eine trockene Haut kann verschiedenste Ursachen haben, die mit verschiedenen Komplikationen einhergehen. So verursacht zum Beispiel eine Neurodermitis eine unzureichende Hautbarriere, so dass weitere Krankheitserreger eindringen und den Körper zusätzlich infizieren können, was die Symptomatik verschlechtert. Neben typischen Bakterien wie der Staphylococcus aureus, können hierbei auch Pilze die Hautstelle infizieren.

An sich verursacht Neurodermitis nur einen Juckreiz und trockene Haut, aber dies kann eine große psychische Belastung für den Betroffenen darstellen, so dass dieser eine Depression entwickeln kann, die im schlimmsten Falle in Suizid endet. Einen ähnlichen Verlauf wie die Neurodermitis nehmen die Schuppenflechte (Psoriasis). Beide Hauterkrankungen können einen chronischen Verlauf annehmen und so die psychische Symptomatik verschlechtern.

Allgemein kann eine trockene Haut auch durch eine vermehrte Ausscheidung von Flüssigkeiten entstehen wie es beim Diabetes der Fall ist. Die Folgen eines Diabetes sind zahlreich. Der Zucker, der sich im Blut ansammelt, kann im Verlaufe die kleinen Gefäße vor allem in der Netzhaut und in der Niere verstopfen und so zu einer mangelnden Durchblutung führen.

Dies kann am Auge von einer Sehschwäche bis hin zu einer Erblindung (diabetische Retinopathie) führen, während sich in der Niere ein progressives Versagen entwickelt (diabetische Nephropathie). Auch am Fuß führen Nervenschädigungen und Verletzungen zu Geschwüren, so dass es im schlimmsten Falle zur Amputation führt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine spröde und trockene Haut ist natürlich nicht immer ein Krankheitsbild, das unbedingt von einem Arzt behandelt werden muss. Betroffene Personen die unter einer trockenen Haut leiden, können natürlich auch auf eigene Maßnahmen zurückgreifen, die zu einer Regeneration der Haut beitragen. Feuchtigkeitsspendende Cremes oder Salben können eine trockene Haut effektiv und schnell behandeln.

Wenn diese Mittel allerdings keine Wirkung zeigen, sollte zeitnah ein Arzt aufgesucht werden. Wer an dieser Stelle den Besuch beim Arzt vermeidet, der geht ein sehr großes Risiko ein. Unter Umständen können trockene Hautstellen sogenannte Schrunden hervorrufen. Eine Schrunde ist ein kleiner aber zugleich tiefer Hautriss, der nicht mehr selbstständig zusammenwachsen kann. Ein Besuch beim Haut- oder Hausarzt ist in einem solchen Fall unumgänglich. Wer sich mit einem tiefen Hautriss frühzeitig in ärztliche Behandlung begibt, der hat sehr gute Chancen auf eine vollständige und schnelle Genesung.

Mit entsprechenden Medikamenten kann die Heilung einer Schrunde angeregt werden. Wer eine solche Schrunde jedoch völlig unbehandelt lässt, der geht die Gefahr einer gefährlichen Entzündung ein. Bakterien können sich in einem solchen Hautriss ideal einnisten und vermehren. So kann es zu einer schweren Entzündung kommen, die dringend eine Behandlung erfordert. Nur so können schwerwiegende Folgeschäden vermieden bzw. entsprechend behandelt werden.

Behandlung & Therapie

Trockene Haut bedarf intensiver Pflege, um den Mangel an Fett und Feuchtigkeit auszugleichen. Wichtigste Maßnahme zur Behandlung trockener Haut ist die Einschränkung von Seifenwaschungen. Alkalische Seifen entziehen der Haut Fette, die sie zu ihrem eigenen Schutz dringend benötigt. Bei der Pflege der trockenen Haut kommt es darauf an, den Schutzfilm der Haut zu regenerieren und zu erhalten.

Oftmals ist eine Reinigung mit lauwarmem Wasser völlig ausreichend. Heißes Wasser bekommt der trockenen Haut nicht gut. Zur Hautreinigung sollten ausschließlich milde Reinigungsmittel verwendet werden. Am besten eignen sich saure Seifen, Reinigungslotionen mit rückfettenden Substanzen oder reine Pflanzenölseifen.

Doch selbst schonendes Waschen entzieht der Haut Fett. Deshalb ist bei trockener Haut ein regelmäßiges Rückfetten angezeigt. Salben und Cremes mit einem hohen Anteil pflanzlicher Lipide sind dafür am besten geeignet. Auch Pflanzenöle wie Mandel-, Avocado- oder Olivenöl pflegen trockene Haut.

Um den Juckreiz zu lindern und die trockene Haut zu beruhigen, können Pflegemittel mit entzündungshemmenden Wirkstoffen – wie beispielsweise Kamillenextrakt oder Allantoin – eingesetzt werden. Produkte, die Harnstoff oder Glyzerin enthalten, gleichen den Feuchtigkeitshaushalt trockener Haut wirksam aus.

Als Hausmittel werden Gesichtswaschungen mit Buttermilch oder süßer Sahne und die Einnahme von Kapseln mit Weizenkeimöl oder Lebertran empfohlen. Auch der Genuss von einem Glas Karottensaft täglich soll bei trockener Haut angeblich Wunder wirken.

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Vorbeugung

Vor trockener Haut schützt am besten eine gesunde Lebensweise. Ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung sind die beste Basis für eine gesunde Haut. Auch der tägliche Genuss von reichlich Mineralwasser tut der Haut gut.

Solarien, längere Aufenthalte in praller Sonne und ausgedehnte Sonnenbäder gefährden die Haut ebenso wie das Rauchen oder übermäßiger Alkoholgenuss. Spaziergänge bei Regenwetter und Nebel hingegen sind Balsam für trockene Haut.

Das können Sie selbst tun

Trockener Haut kann durch bestimmte Faktoren entgegengewirkt werden. Zu häufiges Duschen oder ausgiebiges Baden trocknet die Haut nur unnötig aus. Daher sollte nicht öfter als einmal täglich geduscht werden. Wer gerne badet, sollte dies nicht öfter als zweimal in der Woche tun. Auch die richtige Temperatur ist dabei relevant. Beim Duschen sollte die Wassertemperatur nicht über 36 Grad Celsius liegen. Eine Badewanne sollte nicht heißer als 39 Grad Celsius sein. Werden diese Temperaturen überstiegen wird der Haut noch zusätzlich Fett entzogen was zu Trockenheit führt.

Um der Haut Fett und zugleich Feuchtigkeit zu spenden kann dem Bad ein Öl zugefügt werden. Wichtig ist ebenso die Verwendung von geeigneten Pflegeprodukten. Seifen aus der Drogerie sind meist sehr alkalisch und entsprechen nicht dem natürlichen ph-Wert der Haut. Beim Einkauf von Duschgelen sollte darauf geachtet werden, dass der ph-Wert auf die Haut abgestimmt ist.

Nach dem Duschen lieber sanft abtrocknen und besonders an gereizten Hautstellen nicht zu stark trockenrubbeln. Wer zu trockener Gesichtshaut neigt, sollte auf Reinigungsprodukte verzichten die Alkohol enthalten. Gesichtswasser und Peelings sollten zudem sparsam verwendet werden. Diese können die Haut noch weiter austrocknen.

Damit die Haut nicht zu trocken wird, ist es ratsam täglich ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen. Um den Flüssigkeitsbedarf zu decken eignen sich Wasser und Tees besonders gut. Besonders im Winter ist die Haut durch die trockene Heizungsluft sehr beansprucht. Regelmäßiges Lüften sorgt für eine gute Luftfeuchtigkeit. Des Weiteren können Luftbefeuchter und Grünpflanzen für ein besseres Klima in Räumen sorgen.

Bücher über Trockene Haut

Quellen

  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Paus, R.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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