Amputation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Mit einer Amputation zu leben, ist nicht immer einfach und muss mit viel Kraft gemeistert werden. Dies betrifft nicht nur die physischen Einschränkungen, sondern auch den psychischen und seelischen Leidensdruck, mit dem die Betroffenen zurechtkommen müssen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Amputation?

Eine Amputation ist ein Vorgang, bei dem es zum Verlust einzelner oder mehrerer Körperteile kommt. In diesem Zusammenhang kann eine Amputation medizinisch notwendig sein und eine Behandlungsmaßnahme darstellen, oder die Amputation wird durch einen Unfall hervorgerufen.

Da eine Amputation in unterschiedlichem Ausmaß auftritt, werden in der Medizin die Major-, Minor- und Grenzamputationen voneinander abgegrenzt. Außerdem kann es unter Umständen unumgänglich sein, eine notfallmäßige Amputation vorzunehmen, um Leben zu retten. Die häufigsten Amputationen werden an den Armen und Beinen ausgeführt.

Funktion, Wirkung & Ziele

Eine Amputation kann medizinisch notwendig werden, wenn beispielsweise Diabetes mellitus, Krebs und Durchblutungsstörungen diagnostiziert wurden oder eine Unfallversorgung stattfindet.

Für die chirurgische Durchführung der Amputation werden je nach Körperglied oder Amputationsbereich verschiedene Verfahren ausgeübt. Ein Ziel einer professionellen medizinischen Amputation ist es, eine qualitativ hochwertige Versorgung mit einer Ersatzprothese möglich ist. In der Regel bleibt nach einer Amputation ein sogenannter Stumpf oder ein Endglied erhalten, welcher die Basis für die Prothese darstellt.

Bei der Vorgehensweise einer Amputation ist es erforderlich, eine anästhetische Begleitung der Patientinnen oder Patienten einzuleiten, um das Schmerzempfinden auszuschalten. Danach müssen bei einer Amputation die unterschiedlichen Gewebsschichten der Haut, Muskeln und knöcherne Bestandteile durchtrennt werden. Über dem restlichen Knochenstück werden die Hautlappen miteinander so vernäht, dass eine möglichst rasche Abheilung der Wunde gegeben ist. Die Knochen werden im Normalfall chirurgisch durchgesägt.

Durch eine anschließende intensive Wundversorgung durch die Ableitung von Gewebswasser und Flüssigkeitsabsonderungen aus der Wunde werden ableitende schlauchförmige Drainagen eingesetzt. Nur so können auch die Narbenbildung und sonstige Komplikationen nach einer Amputation minimiert werden. Da zu den durchtrennten Geweben ebenfalls die Nerven gehören, kann dies im weiteren Verlauf zu einem sogenannten Phantomschmerz führen.

Eine Amputation ist ein Vorgang, bei dem es zum Verlust einzelner oder mehrerer Körperteile kommt. Die häufigsten Amputationen werden an den Armen und Beinen ausgeführt.

Wenn es sich nicht um notfallmäßige Amputationen handelt, wird in der Praxis nur so viel von einer Gliedmaße weggenommen, wie unbedingt erforderlich ist. Nicht nur harte Gliedmaßen mit Knochen, sondern auch Weichteile können unter Umständen einer Amputation unterliegen. In diesem Zusammenhang geht es beispielsweise um die Brüste krebskranker Patientinnen, Amputationen des Penis oder anderer Komponenten.

Kommt es durch das Abschneiden der entsprechenden Organe zur Eröffnung von Blutgefäßen, werden diese mit modernen Geräten koaguliert und somit rasch verschlossen. Dennoch kann eine Amputation mit einem immensen Blutverlust einhergehen, sodass eine Bluttransfusion sinnvoll ist. Die Nachsorge nach einer Amputation beinhaltet eine regelmäßige Begutachtung und Behandlung der Wunde am Stumpf, die Schmerztherapie und eine psychologische Behandlung, ein krankengymnastisches Training sowie die Anpassung der Prothese.

Zuvor werden die Nahtfäden gezogen und eine Weiterbehandlung des Narbengewebes vorgenommen. Die Narben nach einer Amputation sollen nicht allzu stark verhärten und möglichst gleichmäßig verheilen, weil dies die Prognose für eine prothetische Versorgung verbessert.

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Risiken & Gefahren

Eine Amputation geht nicht ohne Risiken oder Komplikationen einher. Sogar eine Minoramputation, eine kleine Amputation eines Fingergliedes kann sich durch eine bakterielle Entzündung zu einem großen Problem ausweiten. Darüber hinaus bestehen die üblichen Narkoserisiken und die Komplikationen durch eine gestörte Wundheilung.

Dieser Nachteil ist bei einer Amputation meist dann gegeben, wenn die Patientinnen oder Patienten körperlich geschwächt sind und die Immunabwehr herabgesetzt ist. Auch Durchblutungsstörungen können eine verzögerte Wundheilung bedingen. Einen problematischen Verlauf kann die Abheilung der Wunde nach einer Amputation ebenfalls nehmen, wenn bestimmte Vorerkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus vorliegen. Während des operativen Eingriffs der Amputation kann zudem ein plötzlicher Blutdruckabfall entstehen, was zwar selten, aber möglich ist.

Nachträglich sind bei einer Amputation die Phantomschmerzen sowie eine gewisse Wetterfühligkeit an der Narbe nicht auszuschließen. Kommt es durch eine fehlende Gliedmaße zu einer Fehl- und Überbelastung anderer Systeme, können Beschwerden an Gelenken auftreten. Manchmal kommen die von einer Amputation Betroffenen psychisch nicht mit dieser Einschränkung zurecht oder es treten massive Probleme bei der Prothesennutzung auf.

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Quellen

  • Kröner-Herwig, B., Frettlöh, J., Klinger, R., Nilges, P. (Hrsg.): Schmerzpsychotherapie. Springer, Berlin 2011
  • Striebel, H.W.: Therapie chronischer Schmerzen. Schattauer, Stuttgart 2002
  • Stumpf, M., Kasperk, R., Schumpelick, V.: Operationsatlas Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2013

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