Sehschwäche

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. November 2017
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In der Medizin gibt es viele unterschiedlicher Arten einer Sehschwäche. Manche sind bereits angeboren, andere werden erworben. In jedem Fall sollte eine Sehschwäche korrigiert werden, um eine weitere Schädigung des Auges zu verhindern und bei Betroffenen für mehr Lebensqualität zu sorgen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sehschwäche?

Eine Sehschwäche liegt vor, wenn ein Augapfel nicht oder nicht mehr in der Lage ist, einen Gegenstand richtig auf der Netzhaut abzubilden und der Betroffenen demnach Objekte nicht oder nicht mehr so wahrnehmen kann, wie jemand mit einem gesunden Sehvermögen.

Klassische Sehschwächen sind solche, bei denen Betroffene Objekte nicht mehr scharf erkennen können. Unterschieden wird hierbei zwischen Hyperopie, im Allgemeinen auch Bekannt als Weitsichtigkeit, und der Myopie, im Volksmund auch Kurzsichtigkeit genannt. Darüber hinaus gibt es auch Sehschwächen, bei denen Betroffene nicht zwischen den Farben Rot und Grün unterscheiden können, die sogenannten Farbsinnstörung, oder in der Nacht schlecht sehen können, die sogenannte Nachtblindheit oder Hemeralopie.

Eine weitere mögliche Sehschwäche ist eine Doppelsichtigkeit, im Fachjargon auch Diplopie genannt, bei der durch eine falsche Augenstellung Betroffene nicht richtig dreidimensional sehen können. In manchen Fällen kommt es auch zu einer Amblyopie, wenn eine Sehschwäche vorliegt, obwohl das Auge organisch völlig gesund ist.

Ursachen

Eine Sehschwäche kann unterschiedliche Ursachen haben. Die meisten Sehschwächen sind angeboren. Um scharf sehen zu können, muss das Auge Lichtstrahlen so bündeln, dass der Brennpunkt genau auf der Netzhaut liegt. Die Augenlinse ist daher flexibel, damit sie die Lichtstrahlen so bündeln kann, wie es notwendig ist, um einen anvisierten Gegenstand scharf sehen zu können.

Ist ein Augapfel zu lang oder zu kurz oder die Augenlinse zu stark gekrümmt, verschiebt sich der Brennpunkt. Darüber hinaus ist auch das Alter häufig als ursächlich für eine Sehschwäche zu nennen. Im Alter lässt die Flexibilität der Augenlinse nach und Objekte in bestimmten Entfernungen können dann nur noch verschwommen wahrgenommen werden, man spricht hier auch von einer Presbyopie.

Manche Sehschwächen sind jedoch auch erworben und entstehen häufig aus dem unterbewussten Bemühen heraus, eine genetische Fehlstellung der Augen zu korrigieren, bzw. die Übermittlung des Bildes eines fehlerhaften Auges an das Gehirn zu unterdrücken. Nachtblindheit kann hingegen sowohl erblich entstehen als auch anderweitig erworben werden.

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Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie des Auges mit Kurzsichtigkeit und nach der Behandlung. Klicken, um zu vergrößern.
Sehschwäche haben heutzutage viel mehr Menschen, als noch vor einem Jahrhundert. Erst ein Sehtest bringt Gewissheit, wie es um die Leistungsfähigkeit der Augen bestellt ist.

Anders als bei der Presbyopie entstehen die meisten Sehschwächen bereits im Kindesalter. Deshalb werden Kinder heutzutage bereits früh auf mögliche Sehschwächen untersucht, um diese zu korrigieren und weiteren Schädigungen vorzubeugen.

Ob eine Kurz- und Weitsichtigkeit vorliegt und wie stark diese ausgeprägt ist, kann ein Mediziner (z.B. Augenarzt) oder auch ein Optiker mithilfe einer Brechkraftbestimmung diagnostizieren. Die Sehschwäche wird dann mit einer Sehhilfe in Form einer Brille oder Kantaktlinsen korrigiert. Eine Farbblindheit oder Nachtblindheit wird mithilfe anderer Verfahren getestet.

Werden Sehschwächen im Kindesalter nicht erkannt, zeigen sie sich häufig im Alter. Wenn die Flexibilität der Augenlinse nachlassen, können Betroffene eine bestehende Kurz- oder Weitsichtigkeit nicht mehr selbst korrigieren und bemerken eine Sehschwäche dann von selbst.

Darüber hinaus geht eine Sehschwäche häufig auch mit Kopf- oder Augenschmerzen einher. Eine Korrektur durch eine Sehhilfe ist auch im fortschreitenden Alter problemlos möglich. Dennoch ist es besser, Sehschwächen schon früh zu erkennen, da Sehschwächen zum Teil voranschreiten können und sich durch eine unbehandelte Sehschwäche im schlimmsten Fall eine Fehlstellung der Augen und damit eine weitere Sehschwäche bilden kann. Besonders bei weitsichtigen Personen besteht die Gefahr, dass eine Anpassung der Augenlinse an die Brechkraft zum Einwärtsschielen führen kann.

Nach einer Doppelsichtigkeit entsteht unter Umständen eine Amblyopie. Bei kurzsichtigen Personen besteht außerdem die Gefahr, dass sich die Netzhaut ablöst, was zur vollständigen Erblindung des Auges führen kann. Wird eine Veränderung der Netzhaut jedoch frühzeitig bemerkt, kann sie operativ problemlos korrigiert werden.

Komplikationen

Eine Sehschwäche kann in der Regel nicht behandelt werden, das heißt, die Symptome können in nur wenigen Umständen beseitigt werden. Dazu gehört vor allem das Lasern der Augen. Sollte eine Sehschwäche mit der Zeit auftreten und nicht behandelt werden, so wird sich diese nicht bessern, sondern in den meisten Fällen noch stärker werden.

Wer trotz Sehschwäche keine Brille oder keine Kontaktlinsen verwendet, der strengt die Muskeln der Augen unnötig stark an. Dadurch wird die Sehschwäche in der Regel noch stärker. Sollte eine Sehschwäche daher auftreten, so muss der Patient unverzüglich eine Sehhilfe beantragen und diese auch benutzen. Bei der Benutzung von Kontaktlinsen sind trockene Augen eine häufige Nebenwirkung.

Hier gilt: wenn möglich, Kontaktlinsen vermeiden und lieber eine Brille tragen. Vor allem beim Schlafen sollten die Kontaktlinsen vorher entnommen werden. Beim Lasern von Augen treten nur in extrem wenigen Fällen Komplikationen auf. Die meisten Operationen verlaufen erfolgreich und entfernen die Sehschwäche. Wer trotz Sehschwäche keine Sehhilfe trägt, sieht oft unklar oder verschwommen. Dies führt nicht selten zu Kopfschmerzen oder Migräneanfällen und Gleichgewichtsstörungen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine direkte Behandlung durch einen Arzt ist bei einer Sehschwäche zwar nicht zwingend notwendig, allerdings sehr ratsam. In der Regel verschlechtert sich die Sehkraft des Patienten, wenn dieser an einer unbehandelten Sehschwäche leidet. Vor allem junge Menschen sollten daher bei diesem Symptom immer einen Augenarzt oder einen Optiker aufsuchen. Der Augenarzt sollte dann aufgesucht werden, wenn neben der Sehschwäche auch andere Symptome auftreten. Dazu zählen zum Beispiel Schmerzen am Auge oder ein Schleiersehen. Bei diesen Symptomen kann es sich um eine Krankheit am Auge handeln, welche untersucht werden muss.

Sollt der Patient nur an der Sehschwäche alleine leiden, so kann auch ein Optiker aufgesucht werden, um eine passende Brille oder Kontaktlinsen zu verordnen. Vor allem im höheren Alter stellt die Sehschwäche ein gewöhnliches Symptom dar.

Kinder sollten auch ohne Beschwerden regelmäßig einen Augenarzt aufsuchen, um eine Kontrolluntersuchung durchzuführen. Damit können eventuell vorhandene Sehfehler oder Sehschwächen frühzeitig entdeckt und direkt behandelt werden. Dadurch werden Folgeschäden vermieden. In der Regel kann direkt ein Facharzt aufgesucht werden, ein Besuch beim Allgemeinarzt ist nicht notwendig.

Behandlung & Therapie

Kurz- und Weitsichtigkeiten können durch Brillen oder Kontaktlinsen korrigiert werden. Darüber hinaus ist es heutzutage ebenfalls möglich die Sehfähigkeit chirurgisch wieder herzustellen. Häufig wird hierbei durch den Einsatz eines Lasers die Brechkraft der Augen verändert.

Der Erfolg einer Operation hängt von der Stärke und der Art der Sehschwäche ab und gelingt nicht in allen Fällen. Damit sich aus einer Diplopie oder einer anderen Sehschwäche keine Amblyopie entwickelt, wird meist das gesunde Auge über einen längeren Zeitraum abgeklebt. So kann sichergestellt werden, dass die Sehkraft eines Auges nicht unterdrückt wird bis sich hier eine Sehschwäche entwickelt.

Farbenblindheit kann bislang nicht behandelt werden, jedoch gibt es getönte Kontaktlinsen oder Brillengläser, mit denen die Betroffenen zumindest bei Tageslicht sehr viel deutlicher sehen können. Je nachdem welche Ursachen einer Nachtblindheit zugrunde liegen, wird diese anders behandelt. Eine Nachtblindheit durch Vitamin-A-Mangel kann durch die Verabreichung von Vitaminen behoben werden. Nachtblindheiten mit anderen Ursachen sind häufig nicht therapierbar und können auch durch eine Sehhilfe nicht korrigiert werden.

Aussicht & Prognose

Die Aussichten bei einer Sehschwäche sind nur sehr schwer vorauszusagen und hängen stark von der Ursache der Sehschwäche ab. Wird eine Sehschwäche nicht behandelt oder die Augen nicht durch eine Sehhilfe unterstützt, so erhöht sich die Sehschwäche in der Regel und verschwindet nicht wieder von alleine.

Falls keine Brille eingesetzt wird, müssen sich die Muskeln der Augen stärker anstrengen, um scharf zu sehen. Die Kraft der Muskeln lässt mit der Zeit nach und die Sehschwäche vergrößert sich. Daher sollte bei einer Sehschwäche immer eine Sehhilfe genutzt werden, um diese Auszugleichen.

Eine Sehschwäche kann auch kurzzeitig entstehen, zum Beispiel bei einer Migräne. In diesem Fall verschwindet die Sehschwäche von alleine wieder, wenn auch die Migräne abgeklungngen ist.

Es ist möglich, die Sehschwäche mit Hilfe eines Lasers zu korrigieren. Dabei muss der Patient allerdings schon erwachsen sein, damit sich die Sehstärke im Laufe des Lebens nicht mehr verändert. Bei dieser Behandlung treten in der Regel keine Komplikationen oder weiteren Beschwerden auf. Im höheren Alter tritt eine Sehschwäche bevorzugt auf, wobei es sich um ein gewöhnliches Symptom handelt, das in der Regel nicht vermieden werden kann.

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Vorbeugung

Einer Nachtblindheit, die aus einem Mangel an Vitamin A resultiert, kann mit einer gesunden Ernährung mit ausreichend Vitamin A vorgebeugt werden. Da die meisten Sehschwächen jedoch genetische Ursachen haben, kann ihnen nicht durch bestimmte Prophylaxemaßnahmen begegnet werden. Wenn jedoch Sehschwächen wie Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit oder Doppelsichtigkeit frühzeitig erkannt und umgehend korrigiert werden, können weitere Sehschwächen, die sich hieraus entwickeln können, abgewandt werden.

Daher ist es ratsam besonders bei Kindern die Augen frühzeitig untersuchen zu lassen, um etwaige Sehschwächen zu erkennen und mit Sehhilfen zu korrigieren. Es ist umstritten, ob äußere, ungünstige Einflüsse wie beispielsweise Lesen bei schlechtem Licht zu einer Sehschwäche führen können. Um dieses Risiko jedoch vorbeugend zu verhindern, sollte keine schlechte Bildqualität auf die Netzhaut projiziert werden und beispielsweise nur bei ausreichend Licht gelesen und den Augen nach besonderer Anstrengung Zeit zum Erholen gegönnt werden.

Das können Sie selbst tun

Es ist in der Regel nicht möglich, eine Sehschwäche zu Hause zu behandeln. In vielen Fällen ist auch eine ärztliche Behandlung nicht möglich, sodass der Patient sein Leben lang mit der Sehschwäche leben muss.

Bei einer Nachtblindheit kann eine gesunde Ernährung helfen. In diesem Falle benötigt der Körper vor allem Vitamin A und muss mit diesem versorgt werden. Hierfür bietet sich ein gesunder Lebensstil mit dem Verzehr von Obst und Gemüse an. In der Regel sollten unnötige Anstrengungen der Augen vermieden werden. Dazu gehört auch ein langfristiges Arbeiten an einem Monitor oder das Lesen von Inhalten bei schlechtem Licht.

Ebenso sollte bei einer Sehschwäche immer eine Sehhilfe getragen werden. Dabei kann es sich entweder um eine Brille oder um Kontaktlinsen handeln. Falls die Sehhilfe nicht getragen wird, müssen sich die Muskeln im Auge stark anstrengen, um scharf sehen zu können. Dies kann die Sehschwäche erhöhen. Daher ist es ratsam, die Sehhilfe immer zu tragen, wenn sie notwendig ist. Auch sind regelmäßige Besuche beim Augenarzt und Optiker zu empfehlen. Je früher die Sehschwäche erkannt wird, desto besser kann diese behandelt werden. Ein Augenarzt kann ebenso Informationen über mögliche chirurgische Eingriffe vermitteln.

Bücher über Sehschwächen

Quellen

  • Burk, A., Burk, R.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Hahn, G.-A.: Kurzlehrbuch Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 20 2012
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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