Erschöpfung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Dezember 2017
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Kein seltenes Beispiel: Ein erfolgreicher, selbstsicher auftretender Manager bricht unter der Last nicht erreichbarer Berufsziele zusammen. Als Ursache wird eine Erschöpfung attestiert. Dieser als Erschöpfung bezeichnete Zustand oder besser Missstand beinträchtig viele Menschen zunehmend im beruflichen und privaten Bereich. Ursachen, Diagnosemöglichkeiten und die Chancen zur Behandlung und Vorbeugung sollten daher genauer bekannt und vor allem häufiger genutzt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Erschöpfung?

Als Erschöpfung wird allgemein ein Zustand verminderter körperlicher oder geistiger Leistungsfähigkeit bezeichnet, der durch das unangenehme Gefühl von Schwäche, Müdigkeit und Antriebslosigkeit und oftmals auch durch weitere Symptome wie Kopf- und Muskelschmerzen, erhöhte Reizbarkeit oder Konzentrationsstörungen begleitet wird.

Als konkrete Erschöpfungsindikatoren gelten auch Magen-Darm-Beschwerden, Atemnot, Schwindel sowie der Verlust von privaten wie beruflichen Interessen. Dabei können die Beschwerden von unterschiedlicher Dauer sein. Sie können allgemein und nichtspezifisch auftreten oder auch nur bei bestimmten Bedingungen.

Die Erschöpfung kann als Krankheitssymptom auftreten, aber auch im Vorfeld möglicher Erkrankungen als ernst zu nehmendes Alarmsignal. Ein Zustand totaler Erschöpfung wird insbesondere im beruflichen Bereich zunehmend als Burn-out-Symptom bezeichnet. Die Leistungsminderung durch Erschöpfung ist durch Erholung umkehrbar, sofern die Ursache in einer vorausgegangenen Beanspruchung liegt.

Ursachen

Ein Grund für eine Erschöpfung kann das Vorliegen eines chronischen Erschöpfungssyndroms sein. Hierbei ist eine schwierig diagnostizierbare unheilbare Erkrankung gemeint, bei der die Entstehung noch nicht hinreichend geklärt ist. Das Krankheitsbild wird durch eine lähmende geistige und körperliche Erschöpfung mit zahlreichen Begleitsymptomen bestimmt.

Ursächlich für eine Erschöpfung kann auch eine Blutarmut (Anämie), Schilddrüsenunterfunktion oder Herz-Kreislauf-Erkrankung sein. Ebenso kann Eisenmangel, ein unentdeckter Eiterherd oder eine Immunschwäche im kausalen Zusammenhang zum Phänomen der Erschöpfung stehen.

Depressionen können neben Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit ebenfalls Erschöpfungszustände bewirken. Für ein Burn-out-Syndrom als Zustand einer starken emotionalen Erschöpfung und Leistungseinschränkung können andauernde berufliche Überforderungen und Fehlbelastungen ausschlaggebend sein.

Schlafmangel, eine verminderte Schlafqualität kommt ebenso als Auslöser in Betracht. Dabei kann das Schlafdefizit durch eigenes Fehlverhalten wie falsche Ernährung oder schlechte Raumluft oder durch Erkrankungen wie Schlafapnoe oder das Restless-Legs-Syndrom (Missempfindungen und Fehlsteuerungen vor allem in den Beinen) verursacht werden.

Außerdem bilden häufig tief greifende nervlich-seelische Belastungen wie Liebeskummer, Beziehungsstreitigkeiten, Geldsorgen oder Trauer die Voraussetzungen für eine Erschöpfung.

Als Ursache für eine Erschöpfung können weiterhin erhebliche klimatische Veränderungen verantwortlich sein. Zur Erschöpfung kann auch die Einnahme von Medikamenten oder Drogen oder der Umgang mit schädlichen Substanzen beitragen.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Wenn kein naheliegender, eindeutiger Grund für eine Erschöpfung feststellbar ist, sollte bei einer längeren Dauer ein Arzt konsultiert werden. Anhand der Symptome kann der Arzt gegebenenfalls bereits gezielte Untersuchungen zur Bestimmung einer Diagnose durchführen.

Grundsätzlich werden zur näheren Ursachenforschung seitens des behandelnden Arztes Fragen zu den Beschwerden und der Beschwerdedauer gestellt. Von Bedeutung sind eventuell bestehende Erkrankungen sowie die Darstellung der Lebensbedingungen.

Hierbei sind zum Beispiel Angaben zur Ernährung oder zu möglichen beruflichen oder privaten Problemen wichtig. Hilfreich zur näheren Bestimmung von Beschwerdeauslösern können auch Blutuntersuchungen und bestimmte organische Untersuchungen sein. Dabei können apparative oder bildgebende Verfahren zur Anwendung kommen.

Eine Erschöpfung verläuft zunächst oft schleichend und unbeachtet. In der Regel erfolgt die gebotene Aufmerksamkeit und eine Verhaltensänderung oder der Gang zum Arzt erst spät. Eine Erschöpfungserscheinung verläuft ursachenorientiert bezogen auf die Art und Dauer höchst unterschiedlich. Bei einer eigenverursachten Erschöpfung kann in der Regel durch eine Verhaltensänderung die ursprüngliche Verfassung in kurzer Zeit wieder hergestellt werden.

Bei auftretenden unheilbaren chronischen Erkrankungen ist der Verlauf in der Regel mit nachhaltigen Beeinträchtigungen verbunden. Medikamente können dabei meistens nur Linderungen bewirken, aber keine Beschwerdefreiheit. Der Verlauf kann außerdem durch verhaltenstherapeutische Maßnahmen vorteilhaft beeinflusst werden. Bei vorübergehenden Erkrankungen sind durch eine frühzeitige fachärztliche Untersuchung gute Heilungschancen zu erwarten.

Komplikationen

Erschöpfung gilt bei vielen Erwachsenen als unvermeidlicher Dauerzustand. Im heutigen Alltag kommt es beinahe jeden Tag zu einem gewissen Grad an Erschöpfung, wodurch allerdings nicht mehr rechtzeitig erkannt wird, wenn sich an dieser als normal empfundenen Erschöpfung etwas verändert. Erschöpfung kann auch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein - beispielsweise kann sie auf eine Anämie mit weiteren Ursachen, falsche Ernährung, Stoffwechselstörungen insbesondere der Schilddrüse oder seelische Probleme hindeuten.

Da Erschöpfung allerdings als so normal empfunden wird, bemerken viele Menschen das Krankheitssymptom erst zu spät, nämlich dann, wenn schon weitere Krankheitserscheinungen dazugekommen sind. Das kann je nach Grundursache die Behandlung und Heilungschancen erschweren und eine eher lange als kurze Behandlung notwendig machen. Erschöpfung sollte deswegen ernst genommen werden, wenn sie länger anhält, schlimmer oder anders als bisher empfunden wird oder den Alltag beeinträchtigt.

Selbst Erschöpfung, die keine körperliche Erkrankung zur Ursache hat, kann problematisch für den Betroffenen werden, wenn er dadurch seine täglichen Aufgaben nicht mehr bewältigen kann oder zwar die Arbeit und seine sonstigen Verpflichtungen schafft, dafür aber seine sozialen Beziehungen vor lauter Erschöpfung vernachlässigt. Vernachlässigung von Freunden und Familienmitgliedern geht zwar kurzfristig gut, langfristig aber kann die Erschöpfung erhebliche negative Auswirkungen auf die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben haben und sollte ärztlich untersucht werden, bevor es dazu kommt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Erschöpfung nehmen viele Menschen gar nicht als mögliches Krankheitssymptom wahr. Sie führen sie häufig auf Überarbeitung, Sport, Kummer oder andere kräftezehrende Situationen zurück. Auch bei Erkrankungen wie zum Beispiel Erkältungen wird Erschöpfung meistens nur eine untergeordnete Bedeutung zugemessen. Oft geht das so in Ordnung. Erschöpfung ist nicht zwangsläufig ein Anlass, sofort einen Arzt aufzusuchen. Hält ein Erschöpfungszustand allerdings ungewöhnlich lange an oder tritt bereits bei nur leichten Beanspruchungen auf, ist ein Arztbesuch durchaus anzuraten. Hinter Erschöpfung kann sich nämlich eine ernst zu zunehmende Erkrankung verbergen.

Wer aufgrund hoher Erschöpfung seinen Hausarzt aufsucht, wird in einem ausführlichen Anamnesegespräch viele Fragen zu beantworten haben und anschließend körperlich gründlich durchgecheckt werden. Ergänzend folgen Blutuntersuchungen, denn Laborwerte können wertvollen Aufschluss über die Ursache einer heftigen beziehungsweise chronischen Erschöpfung geben. Es gibt sogar eine spezielle Erschöpfungserkrankung: das "chronische Erschöpfungssyndrom", fachsprachlich abgekürzt als CFS.

Bei einer ausgeprägten Erschöpfung sollte grundsätzlich aber auch an eine schwere Erkrankung als mögliche Ursache gedacht werden. Das kann unter anderem ein gestörtes Immunsystem oder ein aus der Balance geratener Hormonhaushalt sein, aber auch unerkannte Infektionen sowie Krebs. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen stehen meistens mit einer Antriebslosigkeit beziehungsweise Erschöpfung im Zusammenhang. Vorsichtshalber sollte bei Erschöpfung daher ein Arztbesuch erwogen werden.

Behandlung & Therapie

Ein Zustand totaler Erschöpfung wird insbesondere im beruflichen Bereich zunehmend als Burn-out-Symptom bezeichnet.

Die Behandlung einer Erschöpfung richtet sich nach der durch die Diagnose festgestellten Ursache. Der Erschöpfungszustand kann krankheitsbedingt sein oder sich als sonstige vorübergehende Beeinträchtigung darstellen. Die Erschöpfung kann durch eigenes Verhalten oder äußere Umstände ausgelöst worden sein. Diese Erkenntnisse bilden die Grundlage für die Art der Behandlung.

Je nach Beschwerdebild können eigene Verhaltensänderungen zur Beseitigung der Erschöpfung führen. Dazu können gesündere Lebensweisen wie eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung (Sport) führen. Eine Ernährungsberatung kann hilfreich sein.

Die Möglichkeiten der Naturheilkunde können gezielt genutzt werden: Akupunktur, Naturheilmittel wie Johanniskraut oder Baldrian sowie Vitamine und Mineralien. Vorteilhaft können auch Kneippanwendungen wie Wechselduschen sein. Ziel dabei sind Verbesserungen des Stoffwechsels, Stimmungsaufhellungen durch die Förderung eines erholsamen Schlafes.

Der Alltags- und Tagesverlauf kann neu organisiert werden. Dabei sollten Stressfaktoren nach Möglichkeit vermieden oder reduziert werden. Ein überflüssiger Termindruck könnte dadurch beispielsweise ebenso geändert werden wie ein festgestelltes Defizit an Tageslicht (Winterdepression) oder sozialen Kontakten. Wichtig sind auch die Einrichtung von Ruhepausen und eine größere Ausgewogenheit von Belastung und Entspannung.

Die Ausübung einer Entspannungstechnik wie autogenes Training, Yoga oder Muskelentspannung nach Jakobson kann eine wirksame Unterstützung bei der Behandlung einer Erschöpfung sein.

Eine psychisch bedingte Erschöpfung kann auch eine ambulante oder stationäre psychotherapeutische Behandlung erforderlich machen.

Je nach Krankheitsdiagnose ist die Einnahme von Medikamenten angezeigt. Es können auch krankheitsbedingte Maßnahmen wie eine Immuntherapie oder Hormonbehandlung notwendig sein.

Festgestellte Schadstoffe/Umweltbelastungen sind zu vermeiden. Eine möglicherweise fehlende Schutzausrüstung ist unbedingt für unumgängliche Arbeiten mit Schadstoffen zu besorgen.

Psychosoziale Hilfen wie zusätzliche Kontakte oder neue Hobbys können zur Verbesserung des Befindens beitragen. Als Behandlungsalternative kann auch eine stationäre Behandlung in einer Fachklinik in Betracht kommen (Schmerzbehandlung etc.).

Der übermäßige Konsum von Genussgiften wie Alkohol oder Kaffee ist zu meiden.

Aussicht & Prognose

Eine Erschöpfung ist meistens nur ein temporäres Problem und verschwindet nach wenigen Tagen oder Wochen wieder, wenn eine bestimmte Tätigkeit, die diese Erschöpfung ausgelöst hat, nicht mehr ausgeübt wird.

In vielen Fällen kommt die Erschöpfung durch den Stress auf der Arbeit zustande. Eine wirkliche Behandlung durch einen Arzt ist in solchen Fällen nicht notwendig. Der Betroffene kann den Stress reduzieren und damit die Erschöpfung mindern.

Ohne Behandlung oder ohne Einschränkung der Tätigkeit, die zur Erschöpfung führt, kann der Betroffene auch körperliche Anzeichen verspüren. Dazu gehören zum Beispiel Kopfschmerzen oder Erklärungen und ein allgemeines Krankheitsgefühl. In diesem Falle sollte die Gesundheit immer vorgehen und wichtiger als der Stress auf der Arbeit sein.

Bei einer dauerhaften Erschöpfung kann auch ein Arzt aufgesucht werden, welcher Medikamente verschreiben kann. Diese helfen dem Körper, wieder neue Energie zu gewinnen. Dadurch kann sich ein positiver Krankheitsverlauf einstellen. Das Symptom wird nur in seltenen Fällen vom Arzt behandelt und kann auch durch einfache häusliche Mittel in den Griff bekommen werden.

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Vorbeugung

Das Phänomen einer Erschöpfung entwickelt sich überwiegend in einem längeren Prozess. Deshalb ist es wichtig, frühzeitige körperliche und seelische Signale als Vorzeichen einer Erschöpfung wahrzunehmen und zeitgerecht zu reagieren.

Dies kann durch die Veränderung des eigenen Verhaltens wie zum Beispiel durch eine ausgewogenere Ernährung und zusätzlicher Bewegung erfolgen. Die Vermeidung von Stressfaktoren, ein gesunder Schlaf sowie die Vermeidung von Genussgiften können ebenfalls bewirken, dass eine Erschöpfung verhindert wird. Dazu kann auch der rechtzeitige Besuch eines Arztes oder Naturheilkundepraktiker beitragen.

Die Erschöpfung als Ursache für Beeinträchtigungen des persönlichen Wohlbefindens kommt immer häufiger vor. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Einschränkungen der Arbeitsfähigkeit ist beträchtlich. Daher sollten mehr Informationsmöglichkeiten zu diesem Problem geschaffen werden. Die Chancen der frühzeitigen Erkennung und Behandlung dieser Gesundheitsstörung würden dadurch aussichtsreicher.

Das können Sie selbst tun

Eine Erschöpfung kann bei vielen Menschen auftreten und muss nicht zwingend von einem Arzt behandelt werden. In vielen Fällen ist es ausreichend, den Stress im Alltag zu minimieren und dem Körper etwas zu gewähren. Damit kann das Symptom der Erschöpfung stark eingeschränkt werden. Die Erschöpfung kann auch mit einer sportlichen Aktivität und einer Ernährungsumstellung behandelt werden. Oft spielen auch soziale Faktoren eine wichtige Rolle. So können Freunde, der eigene Partner oder die Familie ebenso dabei helfen, die Erschöpfung zu überwinden.

Sollte die Erschöpfung eine psychische Komponente beinhalten, so muss in einigen Fällen ein Psychologe aufgesucht werden. Hier können die Ursachen für die Erschöpfung behandelt werden.

Der Patient kann selbst verschiedene Formen der Therapie und Entspannung ausprobieren. Hierzu zählen zum Beispiel Yoga oder Antistress-Therapien. Damit können die Symptome der Erschöpfung behandelt werden. Ebenso wichtig ist ein gesunder und erholsamer Schlaf, um am nächsten Morgen genug Kraft für den neuen Arbeitstag zu besitzen. Sollte die Erschöpfung länger anhalten und mit häuslichen Mitteln nicht zu lösen sein, so ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. In diesem Falle kann es sich um eine Krankheit handeln, die zur Erschöpfung führt.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2014
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Heidelberg 2012
  • Schmidt, R., Lang, F., Heckmann, M.: Physiologie des Menschen. Springer, Heidelberg 2010

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