Husten

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 14. April 2017
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Husten bzw. Tussis ist das willkürliche oder aufgrund eines Hustenreizes über den Hustenreflex ausgelöste explosionsartige Ausstoßen von Luft, die dabei die Stimmritze mit öffnet. In der Regel liegt dabei ein Fremdkörper im Hals vor, der diesen Hustenreiz auslöst. Husten ist eine normale Reaktion des menschlichen Körpers, um den Hals, Luftröhre, Bronchien und die Lunge von Fremdstoffen zu reinigen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Husten?

Husten ist keine selbstständige Krankheit, sondern immer ein Symptom einer solchen. Zum einen husten Betroffene, weil ein Reiz den Hustenreflex auslöst.

Zum anderen kann das Husten aber auch willkürlich vonstattengehen, zum Beispiel um bei Vorhandensein von Schleim diesen zu lösen oder beim Kratzen Linderung zu verschaffen. Dies geschieht durch die Kontraktion von Muskeln, nachdem entsprechende Signale an das Gehirn übermittelt worden sind.

Die Aufgabe dieses Krankheitssymptoms besteht darin, die von fremdartigen Substanzen befallenen Atemwege von jenen zu befreien. Es besteht daher die Möglichkeit, dass beim Husten Schleim (Sputum) ausgestoßen wird. Bei einer Dauer von drei Wochen wird der Husten bereits als chronisch kategorisiert.

Ursachen

Die Ursachen für Husten finden sich zunächst in dem eingeatmeten oder selbst gebildeten Fremdstoffen. Dazu gehören Staub, Rauch oder Nahrungsreste. Diese reizen die Rezeptoren der Schleimhäute in der Luftröhre und Bronchien. Der dadurch entstehende Hustenreflex ist eine unwillkürliche Reaktion. Man kann jedoch auch bewusst Husten, um Fremdstoffe über die Atemwege auszuscheiden.

Neben diesen harmlosen Ursachen für das Husten gibt es aber auch eine ganze Reihe von Krankheiten bei denen das Husten als Symptom in Erscheinung tritt. Altbekannt sind diese Infekte der Atemwege, wie Erkältung und diverse Lungenerkrankungen.

Den Husten selbst kann man in den plötzlichen Husten (akuter Husten) und den chronischen Husten aufgliedern. Als chronischen Husten bezeichnet man den Husten, der länger als drei Wochen auftritt. Zumeist haben Raucher diese Art des Hustens. Dabei kann Auswurf (Hustenschleim) über die Atemwege ausgeschieden werden. Ist der Auswurf eher eitrig gelber Natur, so handelt es sich zumeist um bakterielle Infekte als Hustenursache. Wird blutiger Hustenschleim erhustet oder ist der Husten gar blutig, so kann man von einem Hämoptoe (Bluthusten) ausgehen.

Diagnose & Verlauf

Husten ist bekanntlich keine Krankheit, sondern immer ein Symptom anderer Krankheiten. Um den Husten richtig einordnen zu können, befragen Ärzte die Betroffenen in der Regel nach ihrer Lebensweise - so zum Beispiel nach ihrer Ernährung oder ihren gewöhnlichen Aufenthaltsorten. Das Röntgen der Lunge oder Blutuntersuchungen klären die Ursache des Hustens und definieren gleichzeitig seinen Schweregrad.

Der Verlauf des Hustens ist je nach Ursache und Krankheit verschieden. Der Husten ist beispielsweise bei einer Erkältung zu Beginn und am Ende meist trocken, während jener allerdings im Zusammenspiel mit Schleim eher feucht. Wie bei anderen Symptomen/Krankheiten wird der Husten nach anfänglichem Halskratzen mit der Zeit intensiver.

Krankenheiten

Komplikationen

Husten kann akut oder chronisch sein. Dementsprechend sind auch die Komplikationen unterschiedlich. Zum einen können durch ständiges Husten zum Stechen in der Brustregion kommen sowie Kopfschmerzen hinzukommen, da durch das Husten ein wiederholter großer Druck entsteht, der Gefäße zusammendrückt und so die Durchblutung mindert sowie den Brustkorb und das Zwerchfell beanspruchen.

In eher seltenen Fällen kann es so zum Bruch des Zwerchfell kommen und innere Organe können durch diese Hernie austreten. Ebenso können Brüche in der Leiste entstehen, ein typischer Leistenbruch ist die Folge. Daneben kann es auch zu Krämpfen im Zwerchfell kommen, der Blutfluss wird dadurch gehemmt, da die Gefäße zusammengepresst werden, was zum kurzzeitigen Ohnmachtsanfall führen kann.

Auch Heiserkeit und Stimmverlust können durch Husten entstehen, da die Stimmbänder ständig durch das Husten beansprucht werden. Bei inkontinenten Personen kann es passieren, dass bei jedem Hustanfall Urin mitfließt. Zudem kann Husten einen Asthmaanfall mit Atemnot verursachen. Zudem kann durch ständiges Husten innere Organe wie die Lunge verletzt werden.

Beim Husten kann ähnlich wie beim Aufstoßen Magensäure mitfließen und so die Schleimhäute der Mundhöhle und der Speiseröhre reizen. Auch das soziale Leben ist durch chronisches Husten beeinträchtigt. Nahe stehende Personen fühlen sich durch das Husten gestört und halten Abstand zum Betroffenen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da Husten ein Zeichen einer normalen Erkältung sein kann, muss nicht sofort ein Arzt aufgesucht werden. Kommen allerdings weitere Symptome hinzu, kann dies nötig werden.

Wird der Husten von Fieber oder einem allgemeinen Schwächegefühl begleitet, kann es sich um eine ernstzunehmende Infektion handeln. Hier sollte zunächst der Hausarzt aufgesucht werden. Dieser kann entscheiden, ob die Einnahme eines Hustenmittels oder gar eines Antibiotikums vonnöten ist.

Chronischer Husten, insbesondere wenn dieser besonders hartnäckig ist, sollte ebenfalls ärztlich abgeklärt werden. Dies ist nach einer Zeit von etwa zwei Wochen der Fall. Nach dieser Zeit können chronische Beschwerden wie eine Bronchitis entstehen. Auch Husten mit gelblich-eitrigem Auswurf oder gar Blutbeimischung sollte vom Arzt abgeklärt werden.

Je nachdem, welche Ursache der Hausarzt hinter dem Husten vermutet, wird er eine weiterführende Untersuchung eines Facharztes empfehlen. Ein chronischer Husten kann vom Allergologen abgeklärt werden, um eine Allergie auszuschließen. Besonders hartnäckiger Husten, der mit Luftnot einhergeht, sollte hingegen von einem Lungenfacharzt untersucht werden.

Dieser kann testen, ob sich eine Grunderkrankung wie Asthma oder Krupphusten hinter den Symptomen verbirgt. Diese Grunderkrankungen bedürfen in den meisten Fällen einer eingehenden Therapie. Bei Kindern sollte der Arzt aufgesucht werden, wenn der Husten zu Atemnot führt, nicht ausreichend Flüssigkeit aufgenommen wird oder gleichzeitig Fieber auftritt.

Behandlung & Therapie

Zunächst sollte bedacht werden, ob der Husten überhaupt einer Behandlung bedarf. In der Regel ist plötzlicher Husten im Zuge einer Erkältung harmlos und klingt schon nach ca. einer Woche ab. Hält der Husten jedoch länger an oder ist er von Bluthusten begleitet, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Eine Mögliche Erkrankung wie Lungenentzündung oder Lungenkrebs sollte nun vom Arzt ausgeschlossen werden.

Der Arzt erkundigt sich, in welcher Weise der Husten auftritt und welche Beschwerden (Heiserkeit, Kopfschmerzen, Schnupfen, Halsschmerzen) damit einher gehen. Auch ist die Auskunft über die Art des Hustenschleims (Auswurf) und die Tageszeit des Hustens von Bedeutung. Auch mögliche Vorerkrankungen und Allergien sowie Unverträglichkeiten sollte abgeklärt werden. Auch die Lebensgewohnheit wie Rauchen und Arbeitsbedingungen sollten erwähnt werden.

Dann erfolgt eine Untersuchung des Rachens, des Halses und Oberkörper. Lungen und Herz werden mit einem Stethoskop abgehorcht. Besteht Verdacht auf eine Infektion, wird der Arzt auch Blut abnehmen lassen, um die Entzündungswerte untersuchen zu können. Ebenso wird der Hustenschleim auf Keime untersucht. Möglich ist auch eine Röntgen Untersuchung im Verdachtsfall.

Bei einer ganzen Reihe von Krankheiten tritt Husten als Symptom in Erscheinung, wie z.B. bei Infekten der Atemwege, bei Erkältung und bei diversen Lungenerkrankungen.

Sollte immer noch Unklarheit über die Ursache des Hustens sein oder will der Arzt die Ergebnisse genauer untersuchen, so sind weitere Untersuchungen sinnvoll. Mögliche weitere Maßnahmen könnten sein: Gewebeuntersuchung (Biopsie), Spiegelung des Kehlkopfs, Spiegelung der Bronchien, Spülung der Bronchien, Computertomographie u.a..

Je nach abschließender Ursache wird der Husten bzw. die Krankheit, die zum Husten führt, behandelt. Für den harmlosen Husten einer Erkältung sind die altbekannten Hustentabletten (Lutschtabletten) oder der Hustensaft die Klassiker. Von diesen Medikamenten gibt es sowohl freiverkäufliche Mittel in der Apotheke als auch verschreibungspflichtige Arznei. Die Hustemittel unterscheidet man selbst in Hustenlöser und Hustenstiller.

Hustenlöser sind schleimlösend und fördern den Auswurf des Hustenschleims. Zusätzlich machen sie den Schleim flüssiger, der dann leichter abgehustet werden kann. Pflanzliche Alternativen sind hierbei Fechnel und Anisöl. Die hustenstillenden Medikamente sollen in erster Linie den Hustenreflex unterdrücken, die besonders bei trockenem Reizhusten hilfreich sind. Natürliche Alternativen sind ausreichend Getränke in Form von Wasser und Tees (Kamillentee, Fencheltee, Anistee und Salbeitee).

Weiterhin sollte man sich warm halten und schonen. Auch das Rauchen sollte komplett eingestellt werden. Trockene und staubige Luft sollte gemieden werden.

Aussicht & Prognose

Husten verspricht in aller Regel eine positive Prognose mit wenigen Begleitsymptomen. Betroffene verspüren zwar oftmals starke Schmerzen und leiden unter Auswurf und Atemnot, speziell bei allergischem Husten, mittels wirksamer Medikamente können die Beschwerden jedoch schnell gelindert werden.

Negativer fällt die Prognose aus, wenn der Husten „wandert“, sich also von den oberen Atemwege bis in die Bronchien ausbreitet. Bei einem solchen Etagenwechsel kann es in der Folge zu allergischem Asthma oder gar einer Bronchitis kommen. Durch eine umfassende Behandlung kann der Husten dennoch rasch auskuriert werden. Die Aussicht auf eine schnelle Genesung ist bei Husten also hoch, wobei immer auch die möglichen Folgeerkrankungen und Begleiterscheinungen mit einbezogen werden müssen.

Geht der Husten etwa mit einer Grippe einher, nimmt vermutlich auch der Husten einen schwereren Verlauf mit Begleitsymptomen wie Auswurf und Halsschmerzen. Bei Husten in Folge einer Lungenentzündung oder einer ähnlich schweren Erkrankung, hängt die Prognose außerdem vom Stadium der jeweiligen Erkrankung ab.

Durch eine frühe Diagnose kann Husten effizient behandelt werden und ist üblicherweise nach wenigen Tagen bis einer Woche vollständig abgeklungen.

Vorbeugung

Husten, der nicht krankhaft bedingt sind, kann man durch ein gesundes Leben mit viel Bewegung, frischer Luft, gesunder Ernährung und den Verzicht auf Rauchen gut vorbeugen. Weiterhin sollte man, wenn möglich, nicht in luftverschmutzten Räumen oder Gebieten arbeiten und leben. Ein Mundschutz kann gegebenenfalls kurzfristig vorbeugend wirken.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Hausmittel & Kräuter gegen Husten

  • Anis hilft gegen Blähungen, Hustenschleim, Asthma und Weißfluß und sorgt für guten Schlaf.
  • Hustentee bereite man wie folgt zu: je 5 Gramm Spitzwegerich, Lungenkraut, Huflattich, Wollblume, Aniskörner, Süßholz, Hibiskuswurzeln und 10 Gramm Isländisches Moos.
  • Ein weiterer Hustentee mache man aus einem halben Esslöffel Süßholz, einem halben Esslöffel Veilchenwurzeln, einem Esslöffel Eibischwurzeln, einem halben Esslöffel Huflattichblättern, einem halben Esslöffel Wollblumen und genauso viel Anis-Samen. Von dieser Mischung machen sie dann aus einem Teelöffel eine Tasse Tee. Am besten mit Honig süßen.
  • Gegen Husten hilft regelmäßiger Genuss von Apfelmost: Den Saft saurer Äpfel mit Zucker und Fenchel kochen und langsam einnehmen.
  • Bei Husten wirkt in leichteren Fällen Honigmilch sehr gut. Man löst einen Esslöffel Honig oder Fenchelhonig in einer Tasse heißer Milch. Man trinke morgens und abends je eine Tasse so heiß wie möglich.
  • Fichtennadelhonig ist ein gutes, schleimlösendes Hustenmittel. Die Blüten der Fichte werden dazu mit Zucker angesetzt.
  • Fliederblüten sind sehr schweißtreibend, fiebersenkend und wirken bei Husten und Erkältung.

  • Malventee ist ein gutes Mittel gegen Schnupfen und Husten.
  • Huflattich wirkt appetitanregend und hilft bei Husten, Verschleimung und Heiserkeit.
  • Bei hartnäckigen Husten abgekochten Majorantee mit Honig süßen und schluckweise morgens, mittags und abends trinken. Dies ist insbesondere für Kinder geeignet.

Bücher über Husten

Quellen

  • Bierbach, E., Herzog, M.: Handbuch für die Naturheilpraxis. Urban & Fischer, München 2011
  • Boenninghaus, H.G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2007
  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008

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