Pneumothorax

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. März 2014
Symptomat.deKrankheiten Pneumothorax

Der Pneumothorax ist eine Luftansammlung im Zwischenraum von Lunge und Brustkorb. Er führt zu Funktionseinschränkungen der Lunge und in Folge zu Sauerstoffmangel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Pneumothorax?

Von einem Pneumothorax spricht man, wenn sich im sogenannten Pleuraspalt Luft angesammelt hat. Der Pleuraspalt ist ein schmaler Raum zwischen Lungenflügeln und Brustkorb. Sowohl die Außenseite der Lunge als auch die innere Wand des Brustkorbs sind mit der Pleura, einer dünnen Hautschicht, ausgekleidet.

Normalerweise besteht zwischen den beiden Hautschichten ein Unterdruck, durch den die Lunge am Brustkorb festgesaugt wird und der verhindert, dass sie zusammenfällt. Bei einem Pneumothorax dringt Luft in den Pleuraspalt ein und der Unterdruck wird aufgehoben.

Dies hat zur Folge, dass die Lunge sich beim Atmen nicht mehr gemeinsam mit dem Brustkorb ausdehnt und somit weniger Sauerstoff aufnimmt. Es gibt verschiedene Abstufungen eines Pneumothorax, von leichter Verringerung des Atemvolumens bis zum totalen Zusammenfallen der Lungenflügel, wobei sowohl nur ein Lungenflügel als auch beide betroffen sein können.

Ursachen für Pneumothorax

Es sind verschiedene Ursachen für einen Pneumothorax möglich. Je nach Auslöser unterscheidet man den idiopathischen und den symptomatischen Spontanpneumothorax, den Spannungs- oder Ventilpneumothorax sowie den traumatischen Pneumothorax.

Beim idiopathischen Spontanpneumothorax ist keine deutliche Ursache erkennbar. Bekannt ist nur, dass etwa 90 % der Patienten Raucher sind und Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Der idiopathische Spontanpneumothorax entsteht durch einen Riss im Lungengewebe. Der symptomatische Pneumothorax bildet sich bei Menschen mit einer bereits bestehenden Lungenerkrankung und tritt als zusätzliches Symptom auf. Die beiden beschriebenen Arten werden auch als geschlossener Pneumothorax bezeichnet, weil die eindringende Luft aus dem Körperinneren kommt.

Dagegen gehört der traumatische Pneumothorax zu den offenen Formen, da hierbei durch eine Verletzung Luft von außen in den Pleuraspalt eindringt. Ebenfalls als offene Art bezeichnet man den Spannungs- oder Ventilpneumothorax, der die gefährlichste Variante darstellt. Hierbei kann, wie bei einem Ventil, nur Luft ein- aber nicht mehr ausströmen. Bei diesem Pneumothorax entsteht ein großer Druck auf Lunge und Herz, was schwerwiegende Durchblutungsstörungen verursacht und zu einem lebensgefährlichen Zustand führen kann.

Typische Symptome und Anzeichen bei Pneumothorax

Diagnose und Verlauf bei Pneumothorax

Die Symptome eines Pneumthorax können unterschiedlich sein. Ist nur wenig Luft in den Pleuraspalt eingedrungen, so ist das Atemvolumen nicht übermäßig reduziert und der Patient nimmt kaum Beschwerden wahr. Ist die Lunge allerdings vollständig zusammengefallen, so kommt es zu Atemnot.

Im Brustkorb und im Bauch sowie in der Herzgegend, ausstrahlend bis zur Schulter, treten Schmerzen auf. Beim gefährlichen Spannungspneumothorax fällt der Blutdruck extrem ab und das Herz beginnt zu rasen (Tachykardie). Die ersten Anzeichen eines Pneumothorax wird der Arzt bereits durch die vorhandenen Symptome erkennen. Beim Abklopfen (Perkussion) des Brustkorbs lassen sich durch den Druckanstieg dunklere Klopftöne feststellen und beim Abhören mit dem Stethoskop (Auskultation) sind veränderte Atemgeräusche zu hören.

Des Weiteren kann die Haut aufgrund von Sauerstoffmangel bläulich verfärbt sein, der Blutdruck niedrig und der Puls höher als normal. Mithilfe von Blutuntersuchungen wird der Sauerstoffgehalt im Blut überprüft. Eine weitere diagnostische Maßnahme ist das Röntgen, mit dem man die zusammengefallene Lunge sowie das durch den Druck verlagerte Herz und Zwerchfell sehen kann.

Behandlung und Therapie von Pneumothorax

Bei einem leichten idiopathischen Spontanpneumothorax benötigt der Patient oft nur Bettruhe und die Gabe von Sauerstoff. Die Luft im Pleuraspalt wird meist vom Körper aufgenommen und der normale Unterdruck stellt sich von selbst wieder ein.

Bis zur Wiederherstellung des Normalzustands dauert es zwischen 2 und 4 Wochen. Da der Spontanpneumothorax zu Wiederholungen neigt, besteht die Möglichkeit, in den Pleuraspalt ein Medikament einzuspritzen, welches die beiden Hautschichten miteinander verklebt, damit keine Luft mehr eindringen kann. Dies bezeichnet man als Pleurodese.

Tritt der Pneumothorax als Begleitsymptom einer bestehenden Lungenerkrankung auf oder wurde er durch eine Verletzung verursacht, so wird oft eine Drainage gelegt. Dabei wird ein Schlauch in den Pleuraspalt eingebracht, um die Luft abzusaugen und den Unterdruck wieder herzustellen.

Der lebensbedrohliche Spannungspneumothorax benötigt eine sofortige Notfallbehandlung, in welcher mit einer großen Kanüle Luft abgelassen wird, um einen Druckausgleich herzustellen.

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Vorbeugung von Pneumothorax

Man kann dem idiopathischen Pneumothorax vorbeugen, in dem man auf das Rauchen verzichtet. Bei bestehenden Lungenerkrankungen sollte man frühzeitig den Arzt aufsuchen, um einen Pneumothorax als Begleitsymptom zu verhindern.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

miriam kommentierte am 19.09.2014 um 10:25 Uhr

Wie kann Luft aus dem Körperinneren kommen?