Stethoskop

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Das akustische Stethoskop wird in der Humanmedizin zum Abhören und Auskultieren verschiedener Körpergeräusche verwendet. Typischerweise handelt es sich dabei um Herztöne, Geräusche in Lunge und Bronchien beim Ein- und Ausatmen, um Darmgeräusche, die durch die Peristaltik hervorgerufen werden, und evtl. um Flussgeräusche in bestimmten Adern (z.B. den Halsschlagadern). Das Abhören geschieht nicht-invasiv, und das Stethoskop ist vollkommen autark, also unabhängig von irgendwelchen Strom- oder sonstigen Energiequellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Stethoskop?

Das akustische Stethoskop ist ein nicht-invasives Diagnosegerät zur besseren Hörbarmachung bestimmter Körpergeräusche. Das Wort Stethoskop setzt sich aus den zwei altgriechischen Begriffen stethos und skopos zusammen und bedeutet so viel wie „Brustwächter“. Ein Stethoskop besteht in der Regel aus einem Kopf mit 30 bis 46 mm Durchmesser, einem angeschlossenen Schlauch und einem Ohrbügel, mit dem die beiden verzweigten Enden des Schallschlauchs verbunden sind.

Der Kopf dient zur Sammlung des Körperschalls wie ein umgekehrter Schalltrichter und leitet den Schall über den Schallschlauch an die Enden des Ohrbügels weiter. In dem Kopf befindet sich meist auf einer Seite eine Membran, die durch die ankommenden Schallwellen ähnlich wie ein Trommelfell in Schwingungen versetzt wird und diese an die Luft im Schallschlauch weitergibt. Es existieren auch Modelle, bei denen der Kopf beidseitig genutzt werden kann. In der Regel weist dann eine Seite des Kopfes eine Membran auf und die andere Seite ist membranlos.

Die membranlose Seite ist besser für die Auskultation tiefer Töne geeignet, was besonders für das Abhören von Herzgeräuschen von Vorteil ist. Die Wirkungsweise eines akustischen Stethoskops beruht auf einfachen physikalisch-akustischen Gesetzmäßigkeiten.

Funktion, Wirkung & Ziele in der Diagnostik

Eines der Hauptanwendungsgebiete des Stethoskops liegt in der Auskultation der Herzgeräusche und Herztöne. Für alle vier Herzklappen existieren Punkte nahe des Brustbeins, die als Auflagepunkte für das Stethoskop für den erfahrenen Arzt Rückschlüsse auf die Funktion der entsprechenden Herzklappe zulässt.

Rechts vom Brustbein (links vom Brustbein aus Sicht des Patienten) befinden sich die beiden Punkte zur Auskultation der Mitral- und der Aortenklappe sowie der sogenannte Erbsche Punkt, der dafür geeignet ist, eine Aorteninsuffizienz und/oder eine Mitralklappenstenose akustisch zu diagnostizieren. Links vom Brustbein (aus Sicht des Patienten rechts vom Brustbein) befinden sich die beiden Punkte zum Abhören der Tricuspidalklappe und der Aortenklappe. Außer Erkenntnissen über die Qualität der Funktion der Herzklappen lassen sich über die Auskultation der Herztöne auch ein Atriumseptumdefekt (ASD) feststellen, ein Loch in der Scheidewand (Septum) zwischen den beiden Vorhöfen und eine evtl. vorliegende Myokarditis, eine Herzmuskelentzündung.

Das akustische Stethoskop ist ein nicht-invasives Diagnosegerät zur besseren Hörbarmachung bestimmter Körpergeräusche.

Diagnosen, die aufgrund von Auskultationen des Herzens erstellt wurden, bedürfen gegebenenfalls einer Verifizierung durch weitere Diagnoseverfahren wie EKG und Ultraschalluntersuchungen. Ultraschalluntersuchungen am Herzen sind besonders aussagekräftig, wenn sie ösophageal, also durch die Speiseröhre, erfolgen. Auch die auskultierten Atemgeräusche geben dem erfahrenen Arzt wichtige Hinweise auf Vorliegen bestimmter Erkrankungen oder bestimmter Fehlfunktionen innerhalb des Atmungsapparates. Der Arzt benötigt eine gewisse Erfahrung, um normale Atemgeräusche von abnormen oder pathologischen Atemgeräuschen unterscheiden zu können und vor allem, um aus wahrgenommenen pathologischen Atemgeräuschen eine treffsichere Diagnose stellen zu können.

Ein normales Atemgeräusch entsteht durch turbulente Luftströmungen in den Tracheen und den Bronchien (zentrales Atemgeräusch). Dazu kommen die Atemgeräusche, die durch Lungengewebe und Brustwand gedämpft werden und fälschlicherweise häufig als peripheres Atemgeräusch bezeichnet werden. Abnorme Atemgeräusche können z. B. zu leise oder zu laut sein aufgrund ihrer Entstehung oder aufgrund gestörter Schallleitung, etwa wegen einer Ansammlung von Flüssigkeit (Pleuraerguss).

Atemnebengeräusche wie typisches Rasseln werden vor allem durch Flüssigkeiten oder Sekrete in den Atemwegen verursacht und bedürfen weiterer Abklärung nach der Auskultationsdiagnose. Ein weiteres Anwendungsgebiet für eine Auskultation mittels Stethoskop sind die beiden Halsschlagadern, die Arteria carotis communis und die Arteria carotis interna, die von einer krankhaften Verengung, einer Stenose, betroffen sein können. Die Stenose wird meist durch eine Arteriosklerose verursacht.

Vor allem, wenn sich die Stenose – wie es häufig vorkommt – an der Verzweigung der beiden Karotiden bildet, sind die typischen Flussgeräusche mittels Stethoskop mit großer Sicherheit diagnostizierbar, so dass ein drohender Schlaganfall möglicherweise abgewendet werden kann. Die Auskultation des Oberbauchs kann Rückschlüsse auf eine gestörte Darmperistaltik geben. Normalerweise sollten etwa alle 10 Sekunden Darmgeräusche zu hören sein. Ständige laute Geräusche oder das Fehlen jeglicher Darmgeräusche über mehrere Minuten hinweg deuten auf möglicherweise ernsthafte Störungen hin, die unmittelbar mit anderen Diagnoseverfahren abgeklärt werden müssen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren bei der Diagnostik

Die Nutzung des akustischen Stethoskops zur Auskultation bestimmter Körperfunktionen ist nicht-invasiv und frei von chemischen oder sonstigen Belastungen des Körpers und damit vollkommen frei von Risiken und Nebenwirkungen. Ein hypothetisches Risiko kann darin bestehen, dass ein unerfahrener Arzt eine Fehldiagnose stellt und aufgrund der gestellten Fehldiagnose eine „falsche“ Therapie einleitet.

Bei einer Auskultation der Atemwege kann es allerdings passieren, dass bei einer interstitiellen Pneumonie, die zunächst „nur“ das stützende Bindegewebe zwischen den Alveolen betrifft, nicht erkannt wird, weil die Atemgeräusche normal sind. Mittlerweile werden auch weiterentwickelte akustische Stethoskope angeboten, die mit elektronischen Algorithmen arbeiten. Störgeräusche werden gedämpft und die für die Diagnostik wichtigen Töne werden verstärkt.

Die auskultierten Töne und Geräusche können auf einem PC gespeichert werden und sind daher reproduzierbar. Diese „high tech“ Stethoskope scheinen sich aber nur sehr langsam durchzusetzen, möglicherweise wegen des hohen Preises oder wegen (noch) unzulänglicher Algorithmen oder wegen der komplizierterer Handhabung.

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Quellen

  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Nixdorff, U.: Check-Up-Medizin. Thieme, Stuttgart 2009

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