Pseudokrupp

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 26. August 2017
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Der Pseudokrupp, Infektkrupp oder Laryngitis subglottica ist eine Kehlkopfentzündung, die häufiger bei kleinen Kindern, statt bei Erwachsenen auftreten kann. Die Ursache dieser Erkrankung ist eine Virusinfektion der Atemwege, bei dem es in der Folge zu einer Einengung kommt, sodass der Betroffene zum Teil an Atemnot und bellendem Husten leidet. Eine Behandlung durch einen Arzt ist anzuraten.

Inhaltsverzeichnis

Definition Pseudokrupp

Der Pseudokrupp ist eine Entzündung, die unterhalb der Stimmritze und im Bereich des Kehlkopfes lokalisiert werden kann. Der Pseudokrupp stellt eine Erkrankung der oberen Atemwege dar und äußert sich durch Heiserkeit und bellenden Husten. In Extremsituationen kann es auch zu einer Atemnot kommen.

Die Krankheit befällt sehr häufig Kinder und Säuglinge von sechs Monaten bis zu sechs Jahren. Erwachsene und ältere Kinder sind eher seltener betroffen. Jüngere Kinder erkranken deshalb häufiger am Pseudokrupp, da bei ihnen im Gegensatz zu den Älteren der Kehlkopf noch relativ eng ist. Der echte Krupp ist weitaus gefährlicher als der Pseudokrupp.

Ursachen

Während der echte Krupp mit der Kehlkopf-Diphterie identisch ist, wird der Pseudokrupp durch Parainfluenzaviren oder sehr selten auch durch Masern-, Rhino oder RS-Viren hervorgerufen. Demnach ist der Pseudokrupp eine Virusinfektion, infolgedessen sich die unterhalb der Stimmbänder liegende Kehlkopfschleimhaut entzündet.

Durch das daraus resultierende Anschwellen und den zähen Schleim werden die Atemwege verengt, wodurch der Patient schlechter Luft bekommt. Auf Grund der Tatsache, dass bei kleinen Kindern der Kehlkopf häufig noch verengt ist und demnach eine Schwellung stärkere Auswirkungen hat, erkranken hauptsächlich Säuglinge und Kleinkinder am Pseudokrupp.

Darüber hinaus spielt auch das Wetter beim Ausbrechen der Krankheit Pseudokrupp eine gewisse Rolle. So ereignen sich die meisten Fälle von Pseudokrupp im Herbst oder im Winter und insbesondere bei feuchtkalter Witterung und wenn die oberen Luftschichten wärmer sind als die unteren. Ist dies der Fall, spricht man von einer so genannten Inversionswetterlage, die den Pseudokrupp begünstigt.

Des Weiteren vermuten die Wissenschaftler, dass zwischen der Schadstoffemission der Industrieanlagen und dem Auftreten des Pseudokrupps ein gewisser Zusammenhang besteht.

Symptome

Krankheitsverlauf

Beim Pseudokrupp werden die Patienten von einem für diese Krankheit charakteristischen bellenden Husten geplagt. Des Weiteren ist eine Heiserkeit in Verbindung mit einem bei der Einatmung erfolgenden pfeifenden Geräusch für den Pseudokrupp kennzeichnend. Ist der Kehlkopf infolge der Schwellung und der Entzündung sehr stark verengt, so kann es beim Pseudokrupp auch zu einer schweren Atemnot kommen, die sich sehr häufig in einer sehr angestrengten Atmung sowie durch ein Einziehen der Drosselgrube und der Zwischenrippenräume manifestiert.

Ist die Sauerstoffversorgung infolge der Atemnot beim Pseudokrupp derart gestört, so kann es zu einer Blaufärbung der Fingernägel und Lippen sowie in seltenen Fällen auch zu Herzrasen kommen. Ein plötzliches Auftreten in der Nacht, ist für den Pseudokrupp typisch.

Komplikationen

Die meisten Fälle von Pseudokrupp heilen aus, ohne dass es zu Komplikationen kommt. Bei einem schweren Verlauf ist es allerdings möglich, dass sich die Atemwege extrem stark verengen. Das Atmen wird für den Betroffenen dann so anstrengend, dass er dabei die Zwischenrippenräume und die Drosselgrube einzieht. Führt die Behinderung der Atemwege schließlich zu einer unzureichenden Versorgung des Körpers und des Gehirns mit Sauerstoff, kommt es zunächst zu Herzrasen, anschließend verfärben sich die Lippen und Fingernägel bläulich.

Die Atemnot bereitet den Betroffenen, bei denen es sich in der Regel um Kleinkinder handelt, meist große Angst. Die entstehende Panik verschlimmert die ursprünglichen Symptome noch zusätzlich. Unter diesen Umständen kann die Krankheit lebensgefährlich werden und in seltenen Fällen einen tödlichen Verlauf nehmen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Krankheit nachts ohne Vorwarnung ausbricht. Dann besteht die Gefahr, dass die Kinder nicht rechtzeitig ärztlich behandelt werden.

In seltenen Fällen kann eine Pseudokrupp-Infektion auch auf das Mittelohr, die Luftröhre oder die Lunge übergehen. Dann droht eine akute Mittelohrentzündung, eine Tracheitis (Luftröhrenentzündung) oder eine Pneumonie (Lungenentzündung). Diese Erkrankungen können in der Regel alle sehr gut behandelt werden. Weitere Komplikationen aufrund dieser Folgeerkrankungen sind aber dennoch möglich.

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Behandlung & Therapie

Ist beim Pseudokrupp die Atemnot besonders bedrohlich, so kann die Schleimhaut durch die Vernebelung mit Adrenalin sehr rasch zum Abschwellen gebracht werden und somit die Beschwerden beim Pseudokrupp lindern. Des Weiteren werden beim Pseudokrupp sehr häufig Cortison-Präparate, zum Beispiel Prednison verschrieben. Diese werden beim Pseudokrupp entweder als Zäpfchen in den After oder aber sehr viel seltener über einen venösen Zugang verabreicht.

Befindet sich der Pseudokrupp-Patient in einem extrem schlechten Zustand, so ist dieser in ein Krankenhaus zu überführen, wo in der Regel beim Pseudokrupp eine so genannte endotracheale Intubation unter Vollnarkose durchgeführt wird. Hierbei wird entweder durch die Nase oder den Mund eine zumeist aus Kunststoff bestehende Hohlsonde durch die am Kehlkopf liegenden Stimmlippen in die Luftröhre eingeschoben. Die Atemwege werden mit Hilfe eines Ballons abgedichtet, wodurch keine Sekrete mehr eindringen können. Dadurch ist nun eine externe Beatmung des Pseudokrupp-Patienten möglich.

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Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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